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Blog-Reihe zu aktuellen IFRS 11-Diskussionen im IFRS IC – Basis für die Beurteilung des Kriteriums „wesentliche Teile des gesamten Outputs“

Das IFRS IC diskutierte, ob die Menge oder der monetäre Wert des Outputs im Rahmen der Beurteilung der sonstigen Sachverhalte und Umstände (other facts and circumstances) maßgebend für die Einschätzung ist, ob die Partner der gemeinsamen Vereinbarung wesentliche Teile des gesamten Outputs abnehmen.

Hierzu bemerkte das IFRS IC unter Verweis auf IFRS 11.B31-32, dass die folgenden Bedingungen erfüllt sein müssen, damit eine gemeinsame Vereinbarung im Rahmen der Beurteilung der sonstigen Sachverhalte und Umstände als gemeinschaftliche Tätigkeit klassifiziert wird:

  • Die Partner der gemeinsamen Vereinbarungen müssen wesentliche Teile des wirtschaftlichen Gesamtnutzens aus den Vermögenswerten der Vereinbarung rechtlich beanspruchen können.
  • Die gemeinsame Vereinbarung muss dazu in der Lage sein, ihre Verbindlichkeiten fortlaufend aus den Cashflows zu bedienen, die aus den Rechten und Pflichten der Partner an den Vermögenswerten der gemeinsamen Vereinbarung resultieren.

Vor diesem Hintergrund stellte das IFRS IC fest, dass der wirtschaftliche Nutzen aus den Vermögenswerten der gemeinsamen Vereinbarung in Zusammenhang steht mit den Cashflows, die aus den Rechten und Pflichten der Partner an den Vermögenswerten resultieren. Infolgedessen kommt das IFRS IC zu dem Schluss, dass nicht die Menge sondern der monetäre Wert des Outputs entscheidend für die Beurteilung ist.

Die bestehenden Regelungen der IFRS sind aus Sicht des IFRS IC ausreichend und bedürfen weder einer Interpretation noch einer Anpassung. Folglich hat das IFRS IC dieses Thema (vorläufig) nicht auf seine Agenda genommen.

Blog-Reihe zu aktuellen IFRS 11-Diskussionen im IFRS IC – Analyse sonstiger Tatsachen und Umstände: Maßgeblichkeit einer Finanzierung durch Dritte

Im Zusammenhang mit der Analyse der Bedingung „sonstige Tatsachen und Umstände“ (other facts and circumstances)  i. S. d. IFRS 11.B15(b)(iii) diskutierte das IFRS IC des Weiteren, ob eine Finanzierung durch einen Dritten der Einstufung einer gemeinschaftlichen Vereinbarung (joint arrangement) als gemeinschaftliche Tätigkeit (joint operation) entgegensteht.

Das IFRS IC äußerte die Auffassung, dass eine Finanzierung einer gemeinschaftlichen Vereinbarung durch Dritte für sich genommen einer Einstufung als gemeinschaftliche Tätigkeit nicht widerspricht, solange die Abnahme des Outputs durch die Partner gewährleistet, dass die der gemeinschaftlichen Vereinbarung zufließende Liquidität ausreicht, um die Rückzahlungsansprüche des Dritten zu bedienen.

Die bestehenden Regelungen der IFRS sind aus Sicht des IFRS IC ausreichend und bedürfen weder einer Interpretation noch einer Anpassung. Folglich hat das IFRS IC dieses Thema (vorläufig) nicht auf seine Agenda genommen.

Blog-Reihe zu aktuellen IFRS 11-Diskussionen im IFRS IC – Analyse sonstiger Tatsachen und Umstände: Maßgeblichkeit eines Marktpreises

Im Zusammenhang mit der Analyse der Bedingung sonstige Tatsachen und Umstände (other facts and circumstances) i. S. d. IFRS 11.B15(b)(iii) diskutierte das IFRS IC, ob die Abnahme des gesamten Outputs durch die Partner zum Marktpreis der Einstufung einer gemeinschaftlichen Vereinbarung (joint arrangement) als gemeinschaftliche Tätigkeit (joint operation) entgegensteht.

Das IFRS IC äußerte die Auffassung, dass eine Abnahme zum Marktpreis isoliert betrachtet der Einstufung einer gemeinschaftlichen Vereinbarung als gemeinschaftliche Tätigkeit nicht widerspricht. Maßgeblich für die Einstufung als gemeinschaftliche Tätigkeit ist letztlich, ob durch die Abnahme zum Marktpreis der gemeinschaftlichen Vereinbarung nachhaltig ausreichend Liquidität zugeführt wird, damit diese ihre finanziellen Verpflichtungen stets erfüllen kann.

Die bestehenden Regelungen der IFRS sind aus Sicht des IFRS IC ausreichend und bedürfen weder einer Interpretation noch einer Anpassung. Folglich hat das IFRS IC dieses Thema (vorläufig) nicht auf seine Agenda genommen.

Blog-Reihe zu aktuellen IFRS 11-Diskussionen im IFRS IC – Bilanzierung bei Abnahmequoten, die von den Kapitalanteilen abweichen

Bei gemeinschaftlichen Tätigkeiten (joint operations) erfasst jeder Partner seinen vertraglichen Anteil an den Vermögenswerten und Schulden (IFRS 11.20). Bei Gesellschaften, die wegen der Abnahmeverpflichtung der Partner aufgrund sonstiger Tatsachen und Umstände (other facts and circumstances)  i. S. d. IFRS 11.B31-32, Beispiel 5 als gemeinschaftliche Tätigkeit klassifiziert werden, kann es indes zu Abweichungen zwischen der vereinbarten Abnahmequote und der kapitalanteiligen Beteiligung des Partners kommen.

Das IFRS IC stellt fest, dass ein solches Auseinanderfallen von Kapitalbeteiligung und Abnahmequote unterschiedliche Ursachen haben kann und weitere Elemente der gemeinsamen Vereinbarung den Charakter der Differenz erklären können. Die angemessene bilanzielle Erfassung dieser Differenz stellt demnach eine Ermessensentscheidung dar, für die ein Verständnis über die Ursachen der Abweichung ausschlaggebend ist.

Die bestehenden Regelungen der IFRS sind aus Sicht des IFRS IC ausreichend und bedürfen weder einer Interpretation noch einer Anpassung. Folglich hat das IFRS IC dieses Thema (vorläufig) nicht auf seine Agenda (Arbeitsprogramm) genommen.

Blog-Reihe zu aktuellen IFRS 11-Diskussionen im IFRS IC – Durchsetzbare Rechte bei sonstigen Sachverhalten und Umständen

Das IFRS IC hat in mehreren Sitzungen verschiedene Anwendungsfragen zu IFRS 11 “Gemeinsame Vereinbarungen” diskutiert und entschieden, diese nicht auf die Agenda aufzunehmen. In der November-Ausgabe des IFRIC Update werden nun die diskutierten Themen sowie die Diskussionsschwerpunkte zusammengefasst. Bis Januar 2015 hat die Öffentlichkeit die Möglichkeit, zur Entscheidung, diese Themen nicht auf die Agenda zu nehmen, bzw. zu der dargelegten Begründung Stellung zu nehmen. Im März 2015 soll basierend auf den erhaltenen Stellungnahmen eine weitere IFRS IC-Diskussion zu den Themen stattfinden. Wir werden Ihnen die einzelnen Themen in den nächsten Tagen in kurzen Beiträgen vorstellen.

Der erste Beitrag beschäftigt sich mit der Thematik:

„IFRS 11 – Durchsetzbare Rechte bei sonstigen Sachverhalten und Umständen“:

Die Grundfrage bei der Bilanzierung von gemeinsamen Vereinbarungen ist, ob die Vereinbarung als gemeinschaftliche Tätigkeit (joint operation) oder als Gemeinschaftsunternehmen (joint venture) zu klassifizieren ist. Bei der Klassifizierungsentscheidung sind gemäß IFRS 11.17 auch sonstige Sachverhalte und Umstände (other facts and circumstances) zu berücksichtigen. Das IFRS IC hat hierzu festgestellt, dass sonstige Sachverhalte und Umstände dann zu einer Klassifizierung als gemeinschaftliche Tätigkeit führen, soweit die Investoren Rechte am wirtschaftlichen Nutzen der Vermögenswerte der gemeinsamen Vereinbarung haben und rechtlich oder vertraglich verpflichtet sind, der gemeinsamen Vereinbarung finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, die die Verpflichtungen der gemeinsamen Vereinbarung fortlaufend decken.

Weiterhin stellt das IFRS IC fest, dass auch die sonstigen Sachverhalte und Umstände zu durchsetzbaren Rechten führen müssen, um bei der Klassifizierungsentscheidung eine Rolle zu spielen. Soweit der Investor keine durchsetzbaren Rechte an den Vermögenswerten und keine Verpflichtung an den Verbindlichkeiten der gemeinsamen Vereinbarung hat, stellt die gemeinsame Vereinbarung ein Gemeinschaftsunternehmen und nicht eine gemeinschaftliche Tätigkeit dar.

Die bestehenden Regelungen der IFRS sind aus Sicht des IFRS IC ausreichend und bedürfen weder einer Interpretation noch einer Anpassung. Folglich hat das IFRS IC dieses Thema nicht auf seine Agenda genommen.

 

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