Accounting FS Blog

DPR Prüfungsschwerpunkte für 2018 veröffentlicht

Die deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) hat am 23. November 2017 ihre Prüfungsschwerpunkte für Prüfungen, die sie im kommenden Jahr vornehmen wird, veröffentlicht. Wie in den letzten Jahren übernimmt sie dabei die europäischen Schwerpunkte, die von der European Securities and Markets Authority (ESMA) verkündet wurden und ergänzt diese um eigene.

Für die Prüfung der Abschlüsse kapitalmarktorientierter Unternehmen im Rahmen des Enforcement-Verfahrens bestehen demnach folgende Schwerpunkte:

  1. Anhangangaben zu den erwarteten Auswirkungen der Anwendung wesentlicher neuer Standards im Erstanwendungsjahr
  2. Ausgewählte Aspekte zu Ansatz, Bewertung und Angaben nach IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse
  3. Ausgewählte Aspekte zu IAS 7 Kapitalflussrechnungen
  4. Ansatz und Bewertung von Rückstellungen gemäß IAS 37 sowie zugehörige Anhangangaben
  5. Konzernlagebericht und Konzernerklärungen

Weitere Einzelheiten können der Pressemitteilung der DPR sowie dem Public Statement der ESMA entnommen werden.

Lesen Sie hierzu auch den Beitrag DPR veröffentlicht Prüfungsschwerpunkte für 2018 in unserem Accounting Aktuell Blog.

Softwarelösungen für die neue Leasingbilanzierung (IFRS 16)

PwC bietet ein Webinar zum Thema „Softwarelösungen für die neue Leasingbilanzierung (IFRS 16)“ an zwei unterschiedlichen Terminen an.

Im Rahmen des Webinars werden die prozessualen Herausforderungen des neuen Leasingstandards IFRS 16 vorgestellt und gezeigt, wie mithilfe von geeigneten Softwarelösungen die Leasingverhältnisse effizient bilanziert werden können.

Das Webinar findet an folgenden Terminen statt:

  • Freitag 1. Dezember 2017 von 10:00 bis 10:45 Uhr
  • Freitag 23. Februar 2018 von 10:00 bis 10:45 Uhr

Zur Anmeldung gelangen Sie hier.

ECB Guidance on non-performing loans

Addendum: Prudential provisioning backstops for non-performing loans (NPL)

Die EZB hat Anfang Oktober eine Ergänzung der NPL Guidance zur Konsultation gestellt.

  • Die Ergänzung der NPL Guidance umfasst quantitative aufsichtliche Mindestanforderungen an die Risikovorsorge von non-performing exposures (NPE) („prudential provisioning backstop“). Diese sind abhängig von der Dauer der Klassifizierung als NPE und von der Besicherung der Forderungen.
  • Ziel: Vermeidung eines übermäßigen Aufbaus von aus prudentieller Sicht nicht ausreichend bevorsorgten NPEs. Eine Überlagerung von Bilanzierungsvorgaben zur Risikovorsorge oder anderen aufsichtsrechtlichen Regelungen soll jedoch nicht stattfinden.
  • Anwendungsbereich: Alle Banken, die unter der direkten Aufsicht der EZB stehen, ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung, zumindest für alle ab 1. Januar 2018 als NPE klassifizierten Instrumente.
  • In der Guidance ist vorgesehen, dass prudentiell nach zwei Jahren 100% des unbesicherten Exposure durch Risikovorsorge abgedeckt sind, und nach sieben Jahren zusätzlich 100% des besicherten Anteils.
  • Sofern sich, unter Berücksichtigung der Risikovorsorge nach den Vorgaben der Rechnungslegung eines aufsichtsrechtlichen Expected Loss (EL) Shortfall und CET1 Abzügen von den Eigenmitteln nach dem Ermessen der Bank eine Differenz zu den vorgelegten Mindestanforderungen ergibt, empfiehlt die EZB den Banken die Lücke durch
    (a) Berücksichtigung der nach den Rechnungslegungsvorschriften maximal möglichen Risikovorsorge und
    (b) die Anpassung des harten Kernkapitals unter Anwendung des Artikel 3 CRR
    zu schließen.
  • Gemäß dem „Comply or Explain“-Ansatz erfolgt einmal im Jahr eine Überprüfung der sachgerechten Umsetzung; ggf. werden aufsichtliche Maßnahmen ergriffen.

Die Konsultationsfrist läuft bis zum 8. Dezember 2017 mit einer öffentlichen Anhörung am 30. November 2017. Weitere Informationen finden sich auf der Webseite der EZB.

IFRS für Banken – die 6. Auflage ist da

Das Praxishandbuch „IFRS für Banken“ ist jetzt in der 6. Auflage im Bank-Verlag erschienen.

 

Im Mittelpunkt des branchenbezogenen Handbuchs stehen unverändert die Vorschriften zur Erfassung und Bewertung von Finanzinstrumenten. Die Kommentierung erfolgt erstmals unter Zugrundelegung der neuen Vorschriften des IFRS 9.

Darüber hinaus erfolgt, wie in den Vorauflagen bewährt, eine postenbezogene Darstellung und Kommentierung der Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften für Kreditinstitute. Wegen der zahlreichen neuen Standards wurden diese Kapitel gegenüber der vorangegangenen Auflage vollständig überarbeitet. Dies gilt auch für die Vorschriften zur Konsolidierung (IFRS 10 bis IFRS 12) und zur Umsatzrealisierung (IFRS 15).

Die weiteren Kapitel umfassen die Darstellung der Rahmenbedingungen der internationalen Rechnungslegung und einen Überblick über die neuen Bilanzierungsvorschriften für Leasingverträge (IFRS 16) und Versicherungsverträge (IFRS 17).
Zahlreiche Abbildungen und Beispiele erleichtern die Lesbarkeit und erhöhen den Praxisbezug.

Das Buch (3.326 Seiten, 2 Bände im Schuber) kann zum Preis von 98 EUR beim Bank-Verlag bestellt werden.

 

 

RPA – kleine Programme ganz groß

Robotics Process Automation als Startpunkt der digitalen Transformation im Accounting

Die Digitalisierung der Wirtschaft schreitet stetig voran und so stellt sich inzwischen nicht mehr die Frage, ob ein Unternehmen diesen Weg beschreitet, sondern wann und wie es ihn beschreitet. Digitalisierung betrifft jeden Unternehmensbereich und so auch das Accounting. Grundlage für Technologien wie z.B. Artificial Intelligence, Blockchain oder Advanced & Predictive Analytics sind Daten und Prozesse in digitaler Form. Doch wie passt dies zu einer oftmals historisch gewachsenen und zerklüfteten Systemlandschaft einer Bank – und dort speziell im Accounting? Genau hier kann Ihnen Robotics Process Automation helfen.

Robotics Process Automation kann für Sie die Initialzündung und der Ausgangspunkt der digitalen Transformation des Accountings sein oder der nächste konsequente Schritt in einem bereits fortgeschrittenen Digitalisierungsprozess.

Was Robotics Process Automation ist, welche Vorteile es Ihnen bietet und wie es Ihnen bei der digitalen Transformation im Accounting helfen kann, erfahren Sie in der gleichnamigen Broschüre, die Sie kostenlos über den PwC-Publikationsservice bestellen können. Sprechen Sie uns an.

 

GPPC: Risiko wesentlicher Fehldarstellungen aus Schätzungen der erwarteten Kreditverluste

Die Implementierung und Anwendung von Expected Credit Loss-Modellen stellt eine der größten Herausforderungen für Banken bei der Umsetzung der IFRS-9-Anforderungen dar.

Das Global Public Policy Committee (GPPC) – ein Netzwerk der weltweit sechs größten Wirtschaftsprüfungsinstitute – nahm dies in ihrer kürzlich veröffentlichten Publikation zum Anlass, um Banken für dieses Thema zu sensibilisieren sowie einen hohen Qualitätsstandard bei der Bilanzierung erwarteter Kreditverluste zu fördern. Die Publikation „The Auditor’s Response to the Risks of Material Misstatement Posed by Estimates of Expected Credit Losses under IFRS 9“  bildet die zweite Veröffentlichung des GPPC zum Thema Wertminderungsvorschriften unter IFRS 9 und richtet sich primär an Prüfungsausschüsse systemrelevanter Banken (systemically important banks, „SIBs“).

Die Publikation umfasst insgesamt sieben Themenblöcke sowie eine Liste wesentlicher Key Questions, die als Leitfaden bzw. Diskussionsgrundlage bei der Beurteilung von erwarteten Kreditverlusten herangezogen werden kann.

Die vollständige Fassung sowie eine kurze Zusammenfassung der Publikation des GPPC finden Sie auf PwC Inform.

EBA veröffentlicht Ergebnisse des zweiten Impact Assessments zu IFRS 9

Nachdem die EBA die Ergebnisse ihrer ersten Auswirkungsanalyse (Impact Assessment) zur Implementierung des IFRS 9 bei Kreditinstituten in der EU veröffentlicht hatte, startete sie im November 2016 eine weitere Umfrage, um mehr Einblick zu spezielleren Teilen der Umsetzung zu bekommen. Diese Ergebnisse hat die EBA am 13. Juli 2017 veröffentlicht.

Ziel der EBA ist es, ein besseres Verständnis über den Status der Implementierung des IFRS 9 in verschiedenen Banken, die Auswirkungen auf das regulatorische Kapital sowie für weitere regulatorische Wechselwirkungen und Herausforderungen der Implementierung zu erlangen.

Als Ergebnis der Analyse kann festgehalten werden, dass die qualitativen und quantitativen Ergebnisse aus der ersten Auswirkungsanalyse zur Umsetzung des IFRS 9 bestätigt werden, aber auch neue Herausforderungen aufgetreten sind. Die wesentlichen Ergebnisse der zweiten Auswirkungsanalyse lassen sich in den folgenden Punkten zusammenfassen:

  • Im Vergleich zur ersten Auswirkungsanalyse haben die Kreditinstitute weitere Fortschritte bei der Implementierung des IFRS 9 erzielt, einige komplexere Sachverhalte sind jedoch noch in Bearbeitung.
  • Quantitativ zeigt die Auswirkungsanalyse dass die wesentliche Auswirkung von IFRS 9 aus den neuen Impairment-Vorschriften resultiert. Der geschätzte Anstieg des Risikovorsorgebedarfs aufgrund der Umstellung auf IFRS 9 beträgt ca. 13% verglichen zum aktuellen Risikovorsorgebedarf nach IAS 39. Die CET1-Kennzahlen (Common Equity Tier 1) werden voraussichtlich um 45 Basispunkte sinken. Das ist insgesamt eine geringere Auswirkung als in der ersten Auswirkungsanalyse dargestellt. Dabei erwarten kleinere Institute, die hauptsächlich den Standardansatz für die Messung von Kreditrisiken verwenden, einen größeren Einfluss auf deren Eigenkapitalquoten als größere Banken aus der Stichprobe.
  • Besorgniserregend für die EBA ist das Ergebnis, dass Institute häufig von ihrem Vorhaben einen „Parallel Run von IAS 39 und IFRS 9“ durchzuführen Abstand genommen bzw. den Umfang reduziert haben. Die EBA fordert die Banken auf, ihre neuen Prozesse und Ansätze intensiv zu testen um eine hohe Qualität des Ergebnisses zu erzielen.
  • Den Ergebnissen des Berichtes zufolge verwenden Institute bei der „Expected Loss Model“ Berechnung verschiedene Datenquellen, Prozesse und Modelle. Aufgrund der daraus resultierenden fehlenden Vergleichbarkeit zwischen den Instituten betont die EBA die Bedeutung der Angaben im Anhang. Grundsätzlich stellt die EBA heraus, dass das Reporting eine Schlüsselaufgabe in der Umsetzung des IFRS 9 darstellt.
  • Die EBA stellt fest, dass die meisten Banken noch keinen Validierungsprozess für den ECL haben. Die EBA glaubt, dass ein robuster Validierungsprozess von großer Bedeutung ist um eine hohe Qualität in der Umsetzung des IFRS 9 sicherzustellen.

Die EBA sieht die Fortführung in der Abstimmung mit den Instituten und deren Abschlussprüfern hinsichtlich der aufgetretenen Umsetzungsprobleme als wesentlichen Aspekt der Umsetzung des IFRS 9 und ermutigt die Institute ihre bisherigen Anstrengungen zur Implementierung des IFRS 9 auf einem sehr hohen Qualitätsniveau fortzuführen. Die EBA erwartet zudem dass einzelne Aspekte in der Umsetzung nach der Erstanwendung in 2018 optimiert werden.

Mittel- bis langfristig plant die EBA ein Verständnis zu erlangen wie sich die unterschiedlichen Vorgehensweisen bei der Umsetzung auf die die Ermittlung der Expected Credit Losses auswirken.

Weitere Informationen sowie den Bericht über die Auswirkungsanalyse finden Sie unter folgendem Link:

http://www.eba.europa.eu/-/eba-updates-on-the-impact-of-ifrs-9-on-banks-across-the-eu-and-highlights-current-implementation-issues

Neben der Veröffentlichung der Auswirkungsanalyse hat die EBA eine öffentliche Konsultation zu „Guidelines on uniform disclosure of IFRS 9 transitional arrangements“ gestartet. Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link:

https://www.eba.europa.eu/-/eba-consults-on-guidelines-on-uniform-disclosure-of-ifrs-9-transitional-arrangements

Übernahme der finalen FinRep-Tabellen für IFRS 9 durch EU Kommission

Am 29.06.2017 hat die Europäische Kommission die finalen FinRep-Tabellen für IFRS 9 übernommen. Die Veröffentlichung im EU-Amtsblatt ist noch ausstehend.

Die erstmalige Meldung der IFRS 9 Templates hat zum 31. März 2018 zu erfolgen. Die Tabellen bleiben unverändert zu jenen aus dem finalen Entwurf der EBA vom November 2016 (s. meinen Beitrag vom 1. Dezember 2016).

Die offiziellen Tabellen finden Sie hier auf der Seite der EBA.

Sollten Sie hierzu Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.