Accounting FS Blog

EBA-Konsultation zur Anpassung der FinRep-Meldevorschriften (Datenmodel 2.9)

Die European Banking Authority (EBA) hat am 28. August 2018 eine Konsultation zur Anpassung der FinRep-Meldevorschriften (Datenmodel 2.9) gestartet. Die vorgeschlagenen Anpassungen beziehen sich auf die Meldung bzw. den Ausweis von Forbearance und Non-Performing Exposure, auf die Darstellung von Positionen in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie vereinzelt auf Angaben zu IFRS 16 (Leasing). Ziel der Konsultation ist es die Konsistenz zu weiteren aufsichtlichen Vorschriften zu wahren sowie den zunehmenden Bedürfnissen der Aufsicht zur Risikoeinschätzung und -überwachung Rechnung zu tragen.

Die Konsultationsfrist endet am 27. November. Die erstmalige Meldung nach den angepassten Meldevorschriften ist für den 31. März 2020 geplant. Von den Anpassungen sind sowohl IFRS- Anwender als auch nGAAP-Anwender betroffen.

Mit der Anpassung der Meldeanforderungen zu Forbearance und Non-Performing Exposure zielt die EBA darauf ab, ihre Fähigkeit zur Risikoeinschätzung und -überwachung von ausgefallenen Portfolien zu stärken. Hierzu sieht das aktuelle Konsultationspapier fünf weitere FinRep-Tabellen mit zahlreichen Untertabellen vor:

  • F23 – Loans and advances: additional information
  • F24 – Flows of non performing exposures, impairment & write offs since the end of the last financial year – loans and advances
  • F25 – Collateral obtained by taking possession and execution processes
  • F26 – Forbearance management and quality of forbearance
  • F47 – Average duration and recovery periods

Um den Anforderung an das Proportionalitätsprinzip Rechnung zu tragen, ist aktuell eine Meldepflicht dieser Tabellen nur für Institute mit einem NPL-Ratio von mehr als 5% im Gespräch. Unabhängig von der Höhe der NPL-Ratio ist geplant, die Tabellen F18 (Non-Performing Exposure) und F19 (Forbearance) um Aufgliederungen nach Commercial Real Estates Loans und der LTV-Ratio zu ergänzen und die bereits enthaltenen Überfälligkeitenbänder zu modifizieren.

Zusätzlich ist geplant, die Tabellen zu erhaltenen Sicherheiten (F 13 – Collateral and guarantees received) umfangreich anzupassen und u.a. eine granulare Aufteilung auf Basis der Art der Sicherheit vorzunehmen. Die Anpassungen hinsichtlich GuV-Positionen beziehen sich primär auf administrative Ausgaben. Für IFRS-Anwender ist zusätzlich der Ausweis von Nutzungsrechten nach IFRS 16 gefordert.

Unter folgendem Link finden Sie weitere Informationen zu den vorgeschlagenen Anpassungen der EBA inkl. einer Darstellung der Tabellen: www.eba.europa.eu/regulation-and-policy/supervisory-reporting/its-on-supervisory-reporting-amendments-with-regards-to-finrep

Zusätzlich zu den Anpassungen der FinRep-Meldevorschriften plant die EBA auch die CoRep-Meldevorschriften sowie die CoRep-LCR-Meldevorschriften anzupassen. Auch hierzu wurden Konsultationen gestartet. Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link: www.eba.europa.eu/-/eba-launches-consultations-on-supervisory-reporting-for-the-reporting-framework-2-9-and-prepares-for-its-modular-release

 

EBA Konsultationspapier zu Non-Performing und Forborne Exposures

Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) hat am 27. April ein Konsultationspapier zu den aufsichtlichen Anhangangaben & Offenlegungsvorschriften für Non-Performing und Forborne Exposures veröffentlicht.

Inhaltlich unterscheidet die Guideline zwischen zwei Arten von Templates:

  • Templates, die von allen Kreditinstituten jährlich und von signifikanten Kreditinstituten mit einem erhöhten NPL Ratio (>5%) halbjährlich zu befüllen sind (in Summe 4),
  • Templates, die von signifikanten Kreditinstituten mit einem erhöhten NPL Ratio (>5%) jährlich zu befüllen sind (in Summe 6).

Diese Templates zeigen die Volumina und das Niveau der Non-Performing und Forborne Exposures sowie auch der Foreclosed Assets. Die Vorgaben der Templates sind weitgehender als jene der aktuell gültigen FINREP Templates und umfassen u.a. folgende zusätzliche Informationen/Themenstellungen:

  • Qualität der Forbearance-Maßnahmen
  • Erweiterung der Klassifizierung von Non-Performing Exposures
  • Erweiterung der Klassifizierung von Performing & Non-Performing Exposures (in Abhängigkeit vom IFRS 9 Staging)
  • Offenlegung von kumulierten partiellen Abschreibungen
  • Geographischer Split der Performing & Non-Performing On & Off-Balance Exposures inkl. der akkumulierten Risikovorsorge
  • Split der Performing & Non-Performing Exposures nach dem LTV Bucket
  • Offenlegung von Inflows und Outflows der Non-Performing Portfolios (kumulierte Recoveries pro Outflow-Type)
  • Offenlegung von Collateral-Bewertungen (der Foreclosed Assets) im Zugangszeitpunkt und deren Impairment

Die Guideline kann bis 27. Juli 2018 kommentiert werden. Die finale Version (die Veröffentlichung erfolgt voraussichtlich Ende 2018) wird ab 31. Dezember 2019 in Kraft treten.

Robotic Process Automation (RPA) – Anwendbarkeit im Finance-Bereich von Finanzdienstleistern

Die Automatisierungswelle erreicht den Finance-Bereich in Deutschland. Nachdem bei internationalen Finanzinstituten bereits viele Erfolge erzielt worden sind, stellt sich auch für deutsche Finanzinstitute die Frage, welche Prozesse sich für eine Automatisierung eignen.

Die IT-Finanzarchitektur von Finanzinstituten ist geprägt von einer Vielzahl unterschiedlichster Anwendungen mit vielen Prozessbrüchen. Die Aufbereitung von Jahresabschlussinformationen stellt deshalb eine große Herausforderung dar. Anwendungsübergreifende Abstimmungen, Überleitungsrechnungen und Qualitätssicherungsmaßnahmen müssen mit einem hohen manuellen Aufwand durchgeführt werden. Für tägliche und monatliche Standardaufgaben wie zum Beispiel die Rechnungserfassung, deren Abgrenzung und manuelle Buchung werden viele Ressourcen benötigt. Qualitätskontrollen können daher oftmals nur im geforderten Mindestumfang durchgeführt werden.

RPA bietet die Chance, Ressourcen freizumachen, die Prozessgeschwindigkeit zu steigern, Kosten zu senken und gleichzeitig die Qualität zu erhöhen. Der folgende RPA Showcase zeigt an einem Beispiel der automatisierten Rechnungsabgrenzung wie RPA im Finance-Bereich von Finanzinstituten angewendet werden kann.

RPA Showcase auf Youtube

Das große Potenzial von RPA ist eindeutig. Eine Prozessanalyse gibt Aufschluss darüber, welche konkreten Erfolge durch den Einsatz von Software-Robotern realisiert werden können. Um Effektivität und größtmögliche Effizienz zu erreichen, müssen die Prozesse, die automatisiert werden sollen, gegebenenfalls angepasst werden. Bereits beim Bot-Design sollten außerdem Datenqualitätskontrollen, Plausibilitätschecks und Exception Rules berücksichtigt werden um eine qualitativ hochwertige Automatisierung zu gewährleisten.

Diese Information und weitere zum Thema Digital finden Sie auch auf pwc.de

 

IFRS Interpretations Committee (IFRIC) veröffentlicht finale Entscheidung zum Ausweis von Zinserträgen für bestimmte Finanzinstrumente unter IFRS 9

Das IFRS Interpretations Committee (IFRIC) hat am 23. März 2018 eine Entscheidung zum Ausweis von Zinserträgen in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) veröffentlicht. Das IFRIC kommt dabei zum Schluss, dass unter der Position „Zinserträge“ im Sinne von IAS 1.82 (a) nur Zinserträge aus Finanzinstrumenten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten oder erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert (FVOCI) bewertet werden, auszuweisen sind (plus ggf. Effekte aus designierten Sicherungsbeziehungen).
 
Es ist den Bilanzierenden aber auch nach dieser Entscheidung freigestellt zusätzliche Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung offenzulegen. Damit ergibt sich die Möglichkeit einen zusätzlichen Posten für Zinserträge aus anderen Positionen in der GuV aufzunehmen.
 
Weitere Informationen finden Sie auch in unserer beiliegenden Publikation. Sollten Sie Fragen haben, stehen wir Ihnen  gerne zur Verfügung. 

Abmilderung der Effekte aus der IFRS 9 Einführung auf regulatorische Eigenmittel

Am 27. Dezember 2017 wurde die Anpassung der CRR hinsichtlich der Übergangsbestimmungen zur Abmilderung der Effekte aus der IFRS 9 Einführung auf die regulatorischen Eigenmittel (Art. 473a CRR) im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht. Die CRR-Anpassung trat am 28. Dezember 2017 in Kraft und kann ab dem 01. Januar 2018 als Wahlrecht angewendet werden.

Weitere Informationen wie die Übergangsvorschriften, die damit verbundenen neuen Offenlegungsanforderungen, Anwendungsvoraussetzungen sowie Vorteile für die Nutzer finden Sie detailliert in den folgenden Regulatory Blogbeiträgen:

 

IFRS 16 – Meet your peers!

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir laden Sie herzlich zu unserer Veranstaltung „IFRS 16 – Meet your peers!“ am 23. März 2018 von 10:00 bis 16:00 Uhr in Frankfurt am Main ein. Im Rahmen der Veranstaltung geben Unternehmensvertreter Einblick in ihre IFRS16-Umstellungsprojekte:

  • Ulf Baumann und Daniel Pagels, BASF
  • Alexander Behr, Deutsche Bahn
  • Jörg Langert, Axel Springer
  • Maren Pollmann-Klein, Deutsche Post

Der Fokus wird dabei auf konkreten Umsetzungsthemen liegen, die sich aus dem Accounting heraus ergeben. Nutzen Sie die einmalige Gelegenheit, sich aus erster Hand zu informieren. Zudem haben Sie die Möglichkeit, in den Pausen Softwarelösungen zu IFRS 16 von verschiedenen IT-Anbietern kennenzulernen.

Seien Sie auch beim Get-together am Vorabend der Veranstaltung, am 22. März 2018 ab 20:00 Uhr, unser Gast! Genießen Sie den Blick auf die erleuchtete Stadt und den Taunus, nutzen Sie die Gelegenheit zum Austausch mit den anderen Teilnehmern. Für das leibliche Wohl und musikalische Unterhaltung ist gesorgt.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie auf pwc.de.

 

Aufsichtliche Finanzinformationen: IFRS 9 ändert FINREP

Anpassungen der IFRS- und nGAAP-Meldebögen

Die Pflicht zur Erstanwendung der Bilanzierungsvorschriften für Finanzinstrumente gemäß IFRS 9 zum 01.01.‌2018 führt zu einem umfassenden Anpassungsbedarf der entsprechenden Meldebögen für aufsichtliche Finanzinformationen (sog. FINREP-IFRS-Meldebögen). Die derzeit anzuwendenden IFRS-Meldebögen basieren noch auf den bis zum 31.12.‌2017 gültigen Bilanzierungsvorschriften (IAS 39). Zusätzlich zu den angepassten IFRS-Meldebögen hat die Aufsicht die Meldebögen nach nationalen Bilanzierungsstandards (sog. nGAAP-Meldebögen) angepasst. Diese Anpassungen zielen auf die Wahrung der Konsistenz zwischen IFRS- und beispielsweise HGB-Meldebögen und auf die Beseitigung konzeptioneller Schwächen ab, die auf den praktischen Erfahrungen der Meldepraxis basieren.

Der Artikel „Aufsichtliche Finanzinformationen: IFRS 9 ändert FINREP – Anpassungen der IFRS- und nGAAP-Meldebögen“ von Judith Gehrer, Peter Schüz und Daniel Fröschle ist in Heft 4/2018 der Zeitschrift WPg erschienen.

Aus urberrecthlichen Gründen können wir Ihnen nicht den vollständigen Artikel zur Verfügung stellen.

Weihnachtsgrüße

Liebe Leserinnen und Leser,

ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes Weihnachtsfest und für das neue Jahr Gesundheit, Glück und Zufriedenheit.

Ich freue mich darauf, Sie im kommenden Jahr wieder über spannende Accounting-Themen zu informieren.

Ihr
Peter Flick

DPR Prüfungsschwerpunkte für 2018 veröffentlicht

Die deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) hat am 23. November 2017 ihre Prüfungsschwerpunkte für Prüfungen, die sie im kommenden Jahr vornehmen wird, veröffentlicht. Wie in den letzten Jahren übernimmt sie dabei die europäischen Schwerpunkte, die von der European Securities and Markets Authority (ESMA) verkündet wurden und ergänzt diese um eigene.

Für die Prüfung der Abschlüsse kapitalmarktorientierter Unternehmen im Rahmen des Enforcement-Verfahrens bestehen demnach folgende Schwerpunkte:

  1. Anhangangaben zu den erwarteten Auswirkungen der Anwendung wesentlicher neuer Standards im Erstanwendungsjahr
  2. Ausgewählte Aspekte zu Ansatz, Bewertung und Angaben nach IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse
  3. Ausgewählte Aspekte zu IAS 7 Kapitalflussrechnungen
  4. Ansatz und Bewertung von Rückstellungen gemäß IAS 37 sowie zugehörige Anhangangaben
  5. Konzernlagebericht und Konzernerklärungen

Weitere Einzelheiten können der Pressemitteilung der DPR sowie dem Public Statement der ESMA entnommen werden.

Lesen Sie hierzu auch den Beitrag DPR veröffentlicht Prüfungsschwerpunkte für 2018 in unserem Accounting Aktuell Blog.