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Follow-up zur Diskussionsbereitschaft des IASB bzgl. der Änderungen an IFRS 17

In seiner Sitzung am 20. November 2019 wurden dem International Accounting Standard Board (IASB) vom Staff die wesentlichen Ergebnisse der 122 eingereichten Stellungnahmen zum ED/2019/4 zur Entscheidung über das weitere Vorgehen vorgelegt (siehe auch unseren Blogbeitrag vom 13. November 2019).

Das Feedback aus den Stellungnahmen wurde vom Staff in die folgenden drei Kategorien zusammengefasst (Überblick über die Themen):

  1. Vorgeschlagene Änderungen, mit der Empfehlung, sie zu bestätigen (sechs Themen)
  2. Themen zur Klärung (13 Themen)
  3. Sachverhalte, die aus Sicht des Staffs nicht weiter zu betrachten sind (14 Themen)

Alle 14 Boardmitglieder sind damit einverstanden, die sechs vorgeschlagenen Änderungen, die das IASB Staff als abgeschlossen ansieht, in einer zukünftigen Sitzung zu bestätigen.

Gleichzeitig einigen sich die 14 Boardmitglieder, über mögliche Änderungen an den 13 vom Staff vorgeschlagenen Themen auf Basis einer weiteren Analyse durch das Staff in den Sitzungen im Zeitraum von Dezember 2019 bis Februar 2020 zu entscheiden.

Dabei nennt das Staff die folgenden 13 Themen, welche dem Board auf Grundlage des Feedbacks zur Klärung vorlegt werden (Link):

  • Ausschluss vom Anwendungsbereich für Kreditkarten,
  • Erwartete Wertaufholung der Cashflows i. Z. m. Abschlusskosten,
  • Behandlung der CSM, die auf Investment Services bei Versicherungsverträgen ohne direkte Überschussbeteiligung entfällt,
  • Deckung von Verlusten aus zugrunde liegenden Versicherungsverträgen bei gehaltenen Rückversicherungsverträgen,
  • Anwendbarkeit der Risikominderungsoption,
  • Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts von IFRS 17,
  • Verlängerung einer temporären Befreiung von IFRS 9,
  • Übergangserleichterungen für die Risikominderungsoption,
  • Geringfügige Änderungen,
  • Ebene der aggregierten jährlichen Kohorten für Versicherungsverträge mit generationsübergreifender Risikoverteilung zwischen den Versicherungsnehmern,
  • Unternehmenszusammenschlüsse – Verträge, die in ihrer Abwicklungsperiode erworben wurden,
  • Bewertungsparameter bei Zwischenabschlüssen,
  • Zusätzliche spezifische Übergangsmodifikationen und Erleichterungen.

Weiterhin stimmen 13 Boardmitglieder zu, dass bezüglich der 14 Sachverhalte, welche aus Sicht des Staffs durch das Board nicht weiter zu betrachten sind, kein erneuter Diskussionsbedarf besteht. Die Boardmitglieder verständigen sich zudem darauf, einzelne in dieser Kategorie aufgeführte Themen auf Grund von Wechselwirkungen mit ähnlichen Fragestellungen gegebenenfalls erneut zu diskutieren.

Die nächste Sitzung des IASB findet vom 9. – 12. Dezember 2019 statt. Wir werden Sie zeitnah über die Entscheidungen und Ergebnisse aus den Diskussionen des Boards informieren.

Weitere Informationen können unter nachfolgenden Links aufgerufen werden:

ED/2019/4 zu Änderungen an IFRS 17: Mögliche Diskussionsbereitschaft des IASB

Nach dem Feedback zum Exposure Draft (ED/2019/4) zu Änderungen von IFRS 17 besteht die Möglichkeit der Diskussionsbereitschaft des IASB zu ausgewählten Themen

Am 20. November 2019 tagt das International Accounting Standard Board (IASB) mit dem Ziel, die wesentlichen Ergebnisse der 122 eingereichten Stellungnahmen zum ED/2019/4 zu erörtern und über weitere Vorgehensweisen zu entscheiden.

Diesbezüglich wird durch das Staff das Feedback aus den Stellungnahmen in die folgenden drei Kategorien zusammengefasst:

  1. Vorgeschlagene Änderungen, welche das Staff dem Board empfiehlt zu bestätigen
  2. Sachverhalte, welche aus Sicht des Staffs durch das Board nicht weiter zu betrachten sind
  3. Themen, welche das Staff dem Board zur Klärung vorlegt

Zu den sechs vorgeschlagenen Änderungen, die das IASB Staff als abgeschlossen ansieht, zählen (Link):

  • Vereinfachter Ausweis von Versicherungsverträgen in der Bilanz auf Grundlage von Portfolioebene statt auf Gruppenebene von Versicherungsverträgen
  • Behandlung der CSM, die auf Investment Services bei Versicherungsverträgen mit direkter Überschussbeteiligung entfällt.

Unter die 14 aus Sicht des Staffs nicht weiter zu betrachtenden Sachverhalte fallen unter anderem Themen wie (Link):

  • die Erstellung von Vergleichszahlen zur erstmaligen Anwendung von IFRS 17,
  • die Zahlungsströme innerhalb der Vertragsgrenzen in Zusammenhang mit gehaltenen Rückversicherungsverträgen,
  • der Anwendungsbereich des Variable Fee Approaches im Hinblick auf aktive und passive Rückversicherungsverträge.

Bezüglich der 13 Themen, welche dem Board auf Grundlage des Feedbacks zur Klärung vorlegt werden, nennt das Staff beispielsweise (Link):

  • die Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts von IFRS 17,
  • die Verlängerung einer temporären Befreiung von IFRS 9,
  • die erwartete Wertaufholung der Cashflows i. Z. m. Abschlusskosten,
  • die Behandlung der CSM, die auf Investment Services bei Versicherungsverträgen ohne direkte Überschussbeteiligung entfällt,
  • die Deckung von Verlusten aus zugrunde liegenden Versicherungsverträgen bei gehaltenen Rückversicherungsverträgen,
  • Unternehmenszusammenschlüsse – Verträge, die in ihrer Abwicklungsperiode erworben wurden,
  • Bewertungsparameter bei Zwischenabschlüssen

Darüber hinaus führen einige Teilnehmer in deren Stellungnahmen auch bisher unberücksichtigte Problemstellungen und Umsetzungsfragen an. Um gegebenenfalls Maßnahmen einzuleiten, werden sämtliche Themen, welche bisher nicht Gegenstand der Diskussionen zu IFRS 17 waren, entsprechend analysiert und dem Board in einer zukünftigen Sitzung vorgelegt. Gleichzeitig werden jedoch Bedenken geäußert, dass zum aktuellen Zeitpunkt der Implementierung weitere Änderungen eher nachteilig sein können.

Das Staff weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass mögliche Änderungen weder die Grundprinzipien des IFRS 17 verletzen dürfen, die bereits laufenden Umsetzungen unangemessen beeinträchtigen sollen noch eine weitere Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts zur Folge haben.

Next Steps:

Das IASB wird auf Basis der gelieferten Ausarbeitungen zu den Rückmeldungen hinsichtlich der vom Staff genannten Sachverhalte urteilen und über die nächsten Schritte entscheiden. Das Staff plant, dem Board entsprechende Ausarbeitungen zu einzelnen Fragestellungen in den Sitzungen im Zeitraum von Dezember 2019 bis Februar 2020 vorzulegen. Der gewählte Zeitplan ermöglicht es, das Feedback weiter zu prüfen und die daraus resultierenden Änderungen im Einklang mit dem im Exposure Draft dargelegten Zeitplan bis Mitte 2020 abzuschließen.

Für weitere Informationen können die Sitzungsunterlagen unter nachfolgendem Link aufgerufen werden: https://www.ifrs.org/news-and-events/calendar/2019/november/international-accounting-standards-board/

IDW ERS BFA 7 – Einladung zu einem Fachgespräch

Das IDW lädt für den 5. Dezember 2019 zu einem Fachgespräch zur Bilanzierung von Pauschalwertberichtigungen von Instituten nach IDW ERS BFA 7 ein. Hierzu hat das IDW auf seiner Homepage eine Diskussionsgrundlage veröffentlicht. Das Fachgespräch ist Teil des Due Process des IDW.

Abschnitt 3 der Diskussionsgrundlage beinhaltet die Grundsätze zur Ermittlung der Pauschalwertberichtigung. Inhaltlich sind folgende Punkte hervorzuheben:

  • Das Handelsrecht gewährt grundsätzlich Methodenfreiheit.
  • Die gewählte Methode muss eine nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung sachgerechte und vorsichtige Schätzung der erwarteten Verluste über die Restlaufzeit ermöglichen.
  • Ausgehend von den Erfahrungen der Vergangenheit sind aktuelle Informationen und Erwartungen zur Risikosituation zu berücksichtigen.
  • Die Ermittlung der Pauschalwertberichtigungen kann auf Portfolioebene getrennt für homogene Teilportfolien erfolgen.

Darüber hinaus geht die Diskussionsgrundlage im Abschnitt 4 auf drei Einzelfragen zur Ermittlung der Pauschalwertberichtigung ein:

  • Anrechnung von Bonitätsprämien
  • Bewertungsvereinfachungen und
  • Risikovorsorge nach IFRS 9.

Ad Anrechnung von Bonitätsprämien:

Bezogen auf das gesamte betrachtete Kreditportfolio gilt der Grundsatz, dass hinreichend konkretisierte, streng kausal zuordenbare zukünftige wirtschaftliche Vorteile bei der Bilanzierung zu berücksichtigen sind. Dieser für die Bemessung von Drohverlustrückstellungen entwickelte Grundsatz führt bei der Ermittlung von Pauschalwertberichtigungen zu einer Anrechnung der in den vertraglich vereinbarten Zinserträgen enthaltenen Bonitätsprämien gegen die erwarteten Verluste. Sofern Bonitätsprämien nicht für interne Risikosteuerungszwecke genutzt werden, ist ihre Anrechnung allein für Zwecke der Ermittlung von Pauschalwertberichtigungen nicht notwendig.

Ad Bewertungsvereinfachungen:

Für das Kreditgeschäft kann angenommen werden, dass sich bei Kreditausreichung erwartete Verluste und Bonitätsprämien entsprechen. Erfolgt davon ausgehend bei der Folgebewertung aus Vereinfachungsgründen kein Nachweis dieser Ausgeglichenheit durch Berechnung der erwarteten Verluste und Bonitätsprämien, ist es nicht zu beanstanden, wenn die Pauschalwertberichtigung in Höhe des erwarteten Verlusts über einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten ohne eine Anrechnung von Bonitätsprämien geschätzt wird.

Gilt die vorstehende genannte Annahme der Ausgeglichenheit nicht (mehr) bzw. hat sich das Adressenausfallrisiko des betreffenden Kreditbestands im Zeitablauf deutlich erhöht, ist unter Beachtung der eingangs beschriebenen Grundsätze zu beurteilen, ob ein höherer Betrag im Hinblick auf eine angemessene Risikovorsorge anzusetzen ist.

Ad Risikovorsorge nach IFRS 9:

Die vereinfachende Ermittlung der Pauschalwertberichtung nach der Methodik des IFRS 9 für die Stufen 1 und 2 nicht zu beanstanden.

EBA startet Konsultation bzgl. Anpassungen aufsichtsrechtlicher Meldungen aufgrund von CRR II und den aufsichtsrechtlichen Risikovorsorge-Backstop Vorschriften

Die European Banking Authortiy (EBA) hat am 16. Oktober 2019 eine Konsultation bzgl. Anpassungen aufsichtsrechtlicher Meldevorschriften gestartet. Ziel der Konsultation ist die Angleichung der Meldeanforderungen an die aufsichtsrechtlichen Änderungen bzw. Neuerungen aus 2019, insbesondere an

  • die CRR II (amending Regulation (EU) 2019/876 ) und
  • die Vorschriften zu der aufsichtsrechtlichen Risikovorsorge-Backstop Ermittlung (amending Regulation (EU) 2019/630).

Das Konsultationspapier betrifft eine breite Anzahl an aufsichtsrechtlichen Meldeanforderungen, u.a. hinsichtlich Eigenmittel, Kreditrisiko, Counterparty Risk, Großkredite, Verschuldungsquote, NSFR und FINREP.

Es ist geplant, dass die überarbeiteten Meldevorschriften ab dem Meldestichtag 30. Juni 2021 anzuwenden sind.

Hinsichtlich der FINREP Meldeanforderungen sind folgende Anpassungen geplant:

  • Es ist nicht mehr erforderlich POCI-Assets einer Stufe des IFRS 9-Risikovorsorgemodells zuzuordnen, sondern in den Tabellen F.4.X, F.7, F12.1 und F18 sind separate Spalten zum Ausweis von POCI-Assets vorgesehen.
  • Zu den Stufenbewegungen der Buchwerte (Tabelle F 12.2) werden Davon-Angaben hinsichtlich Forderungen ergänzt welche direkt von Stufe 1 in Stufe 3 bzw. vice versa gewechselt sind.
  • Für die Definition von Non-Performing Exposure wird nun auf Art. 47a CRR (Definition im Rahmen des NPE Backstop) verwiesen. 
  • Für die Definition von Forbearance wird nun auf Art. 47b CRR verwiesen.
  • Es wird eine umfangreiche Tabelle F.39 ergänzt in welcher Buchwerte, Nominalwerte und Risikovorsorge in Zeitbuckets aufzuteilen sind, entsprechend der Dauer seit erstmaliger Einstufung als Non-Performing.

 

Weiterführende Informationen zu der Konsultation der EBA sowie einer parallel gestarteten Konsultation hinsichtlich Anpassungen in der Offenlegung finden Sie unter folgenden Links. Sprechen Sie gerne unsere Experten an.

Link zu: Consultation on supervisory reporting changes related to CRR2 and Backstop Regulation (Framework 3.0)

Link zu: CP on on comprehensive ITS for financial institutions public disclosure

 

IASB finalisiert Phase 1 seines Projekts zur „IBOR-Reform“

Das IASB hat Änderungen an IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 veröffentlicht und damit die Phase 1 des Projekts „Interest Rate Benchmark Reform“ abgeschlossen. Die Vorschläge stehen im Zusammenhang mit der Reform von Referenzzinssätzen (z. B. LIBOR), speziell mit der gegenwärtig bestehenden Unsicherheit darüber, wann und wie die aktuellen Referenzzinssätze ersetzt werden.

Die Änderungen an IFRS 9 und IAS 39 haben zur Folge, dass Hedge-Beziehungen, die ansonsten in Folge dieser Unsicherheit zu beenden gewesen wären, fortzuführen sind. Dies wird dadurch erreicht, dass Unternehmen für Zwecke bestimmter zukunftsgerichteter Beurteilungen unterstellen sollen, dass der Referenzzinssatz, auf dem ein abgesicherter Zahlungsstrom oder die Zahlungsströme eines Sicherungsinstruments basieren, durch die Reform nicht verändert wird. Im Zusammenhang mit den vorgenannten Änderungen an IFRS 9 und IAS 39 wird IFRS 7 um Angabepflichten ergänzt, die insbesondere Art und Umfang der Betroffenheit des Unternehmens von der Reform der Referenzzinssätze betreffen.

Die Änderungen sind überwiegend deckungsgleich mit den Vorschlägen in ED/2019/1 „Interest Rate Benchmark Reform“. Im Vergleich zum ED umfassen die finalen Änderungen insbesondere eine zusätzliche Anpassung an IAS 39, wonach während der Unsicherheit durch die Reform auch solche Sicherungsbeziehungen weitergeführt werden können, deren Effektivität außerhalb der 80-125% Bandbreite liegt (wenn alle anderen Voraussetzungen erfüllt sind).
Die Änderungen sind erstmals für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnen, anzuwenden. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung ist möglich.

Die Finalisierung der Änderungen markiert zugleich den Beginn der Phase 2 des Projekts „Interest Rate Benchmark Reform“ (siehe dazu auch unseren Beitrag vom 25.09.2019), während der sich das IASB mit den potenziellen Auswirkungen der tatsächlichen Änderung von Referenzzinssätzen beschäftigen und die Notwendigkeit weiterer Standardänderungen erörtern wird.

IBOR Reform and the Effects on Financial Reporting – Phase 2

Im Fokus des IASB Meetings vom 25. September 2019 standen der vorläufige Umfang der in Phase 2 des IBOR Projekts zu behandelnden Fragestellungen im Zusammenhang mit der Umstellung der Referenzzinssätze sowie ein indikativer Zeitplan inkl. der wesentlichen Diskussionspunkte für zukünftige IASB Meetings.

Eine inhaltliche und zeitliche Zusammenfassung der 2. Phase kann folgender Tabelle entnommen werden:

Zeitpunkt Themengebiet
Oktober 2019 1.    Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten: Modifikationen, SPPI-Kriterium, Geschäftsmodell-Kriterium, Eingebettete Derivate
November 2019 2.    Hedge Accounting: Designation von Hedge-Beziehungen
Dezember 2019

3.    Hedge Accounting (Fortsetzung): Ende der Erleichterungsbestimmungen

4.    Weitere IFRS: Potenzielle Auswirkungen auf andere IFRS-Standards

Januar / Februar 2020

5.    Sonstige/neue identifizierte Probleme

6.    Disclosures: Notwendigkeit für zusätzliche Offenlegungsanforderungen

Das vom Staff vorgeschlagene Vorgehen zur Analyse der aus der IBOR Reform resultierenden Problemstellungen sieht folgende Schritte vor:

  • Identifizierung potenzieller Bilanzierungsprobleme, die auftreten können, wenn ein bestehender Benchmark-Zins reformiert oder durch einen alternativen Benchmark-Satz ersetzt wird;
  • Prüfung, ob die IFRS-Standards eine ausreichende Grundlage bieten, um zu regeln, wie die im Zusammenhang mit der Reform möglicherweise auftretenden Rechnungslegungsfragen zu bilanzieren sind; und
  • Beurteilung, ob die aus der Anwendung der IFRS-Standards resultierende Bilanzierung die nützlichsten Informationen für die Adressaten von Abschlüssen liefern würde.

Der Webcast und die dem Meeting zugrundeliegenden Agenda-Paper können unter folgendem Link abgerufen werden: https://www.ifrs.org/news-and-events/calendar/2019/september/international-accounting-standards-board/

IASB Meeting zur IBOR-Reform am 28.08.2019

Das IASB hat in seiner Sitzung am 28. August 2019 die Vorschläge zu den Änderungen, die aus dem Feedback zum Exposure Draft „ED/2019/1 Interest Rate Benchmark Reform (Vorgeschlagene Änderungen an IFRS 9 und IAS 39)“ in der Juli-Sitzung hervorgegangen sind, besprochen. Zudem hat das IASB eine Entscheidung über das Abstimmungsverfahren hinsichtlich der Änderungen an IFRS 9 und IAS 39 getroffen.

Veröffentlichung der vorgeschlagenen Änderungen an IFRS 9 und IAS 39 (Agenda Paper 14A)

Folgende Entscheidungen wurden durch das IASB vorläufig getroffen:

  • IAS 39 soll um eine Ausnahme zur retrospektiven Bewertung erweitert werden, so dass während der Unsicherheit durch die Reform auch solche Sicherungsbeziehungen weitergeführt werden können, deren Effektivität außerhalb der 80-125% Bandbreite liegt.

Dieser Vorschlag wurde von 10 Mitgliedern des IASB befürwortet, vier Mitglieder stimmten dagegen.

  • Makro-Hedges sollten dahingehend beurteilt werden, ob eine nicht vertraglich festgelegte Risikokomponente separat identifizierbar ist, wenn das abgesicherte Grundgeschäft innerhalb des Makro-Hedges designiert wird. Für ein Grundgeschäft, das innerhalb eines Makro-Hedges designiert wurde, sollte keine Neubeurteilung dahingehend durchgeführt werden, ob die Risikokomponente bei einer späteren Neugestaltung dieses Grundgeschäfts in derselben Sicherungsbeziehung separat identifizierbar ist.

Alle 14 IASB-Mitglieder stimmten dieser Entscheidung zu.

  • Die endgültigen Änderungen an IFRS 9 und IAS 39 sollen sicherstellen, dass für als Grundgeschäfte designierte Gruppen die im ED vorgeschlagenen Vorschriften zum Ende der Anwendung für jedes Grundgeschäft innerhalb der designierten Gruppe gelten.

Alle 14 Mitglieder stimmten dieser Entscheidung zu.

  • Vorgeschlagene Änderungen des Anwendungsbereichs sollten nur insoweit angenommen werden, dass die Ausnahmen lediglich für solche Sicherungsbeziehungen gelten, die direkt von der Unsicherheit auf zinsbenchmark-basierte Cashflows aus der IBOR-Reform betroffen sind. Handelt es sich um Sicherungsbeziehungen, bei denen das Zinsrisiko nicht das einzige abgesicherte Risiko darstellt, beziehen sich die vorgeschlagenen Änderungen lediglich auf IBOR-bezogene Cashflows.

Diesem Vorschlag stimmten alle 14 IASB-Mitglieder zu.

  • Eine Ausnahme von den Offenlegungsanforderungen in Paragraph 28(f) des IAS 8 soll bei der erstmaligen Anwendung der Änderungen gelten. Die Offenlegungsanforderungen zu den im ED vorgeschlagenen Ausnahmen sollen ebenfalls vereinfacht werden, so dass im Anhang des Jahresabschlusses die folgenden Angaben enthalten sein sollten:
    • eine Beschreibung der wesentlichen Benchmark-Zinssätze, denen die Sicherungsbeziehungen ausgesetzt sind;
    • eine Erläuterung, wie der Übergang zur Verwendung eines alternativen Benchmark-Zinssatzes gesteuert wird sowie die Auswirkungen auf die Risikomanagementstrategie;
    • eine Erläuterung der wesentlichen Annahmen oder Ermessensspielräume, die bei der Anwendung der Ausnahmen auf diese Sicherungsbeziehungen im Rahmen der Änderungen zu treffen sind;
    • der Nominalbetrag der Sicherungsinstrumente und das Ausmaß des gesteuerten Risiko-Exposures, das von der Reform betroffen ist.

Von 12 der 14 IASB-Mitgliedern wurden die Vorschläge befürwortet.

Konsultationsprozess und Genehmigung des Abstimmungsverfahrens (Agenda Paper 14B)

Alle 14 Mitglieder des Staffs stimmten zu, die Änderungen an IFRS 9 und IAS 39 nicht erneut zur öffentlichen Kommentierung freizugeben.

Verlautbarung der ESMA zu Forbearance und IFRS 9 Stufentransfermethodik

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat am 16. Juli 2019 die 23. Sammlung von Auszügen aus der EECS-Datenbank zu Enforcement-Entscheidungen zur IFRS-Bilanzierung veröffentlicht. (Link zum Report)

In diesem Zusammenhang geht die ESMA auch auf Wechselwirkungen zwischen der aufsichtlichen Forbearance Einstufung und dem IFRS 9 Stufenmodell ein (Punkt V „Impact of forbearance on assessment of significant increase in credit risk“).

Der Enforcer stellt dabei klar, dass eine Forbearance-Maßnahme als Ereignis für einen signifikanten Anstieg des Kreditrisikos („significant increase in credit risk“, SICR) anzusehen ist und somit die Vermögenswerte mindestens Stufe 2, mit Bildung eines „Lifetime Expected Loss“, zuzuordnen sind. Weiterhin ist im Zuge der Forbearance-Maßnahme zu überprüfen, ob die Vermögenswerte nicht als „credit-impaired“ und somit in Stufe 3 einzuordnen sind. Der Enforcer verweist an dieser Stelle auf die im IFRS 9 Appendix A dargestellten Ereignisse die zu einem Impairment führen können und stellt dabei insbesondere auf folgenden Sachverhalt ab: „the lender(s) of the borrower, for economic or contractual reasons relating to the borrower’s financial difficulty, having granted to the borrower a concession(s) that the lender(s) would not otherwise consider“.

Sollten Sie Fragen zu dem Thema haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

EBA veröffentlicht finale Meldevorschriften für FINREP 2.9

Die European Banking Authority (EBA) hat am 16. Juli 2019 die finalen FinRep-Meldevorschriften zu Datenpunktmodell 2.9 veröffentlicht. Die Anpassungen im Rahmen von DPM 2.9 beziehen sich auf die Darstellung von Forbearance und Non-Performing Exposures, auf Angaben in der Gewinn- und Verlustrechnung sowie zu IFRS 16 Leasing. Von den Anpassungen sind sowohl IFRS-Anwender als auch nGAAP-Anwender betroffen. Das Datenpunktmodeil 2.9. ist erstmalig zum Meldestichtag 30. Juni 2020 anzuwenden.

Im Vergleich zum Konsultationspapier vom 27. August 2018 beinhalten die Meldevorschriften folgende Anpassungen:

  • Die Erstanwendung von DPM 2.9 wird um ein Quartal auf den 30. Juni 2020 verschoben
  • Informationen zu Inflows und Outflows von Non-Performing Exposures sowie Aufgliederungen der Kundengruppen „Nicht finanzielle Unternehmen“ und „Haushalte“ nach Commercial Real Estate Loans und LTV-Ratio wurden aus Template 18 herausgelöst und sind jeweils in einem separaten Template zu zeigen:
    • F18.1: Inflows and outflows of non-performing exposures – loans and advances by counterparty sector
    • F18.2: Commercial Real Estate (CRE) loans and additional information on loans secured by immovable property
  • Die Templates F6.1, F20.4 und F20.5 werden um eine zusätzliche Spalte „of which: defaulted“ ergänzt und somit mit den Offenlegungstabellen gemäß EBA Guideline on the disclosure of non-performing exposures and forborne exposures (EBA/GL/2018/10) in Einklang gebracht
  • F12.1 wird um eine Spalte “Gains or losses on derecognition of debt instruments” erweitert
  • F48 – Additional information – wurde gelöscht

Unverändert zum Konsultationspapier bleiben die Anforderungen hinsichtlich der erweiterten Angaben zu erhaltenen Sicherheiten und Garantien (F 13 – Collateral and guarantees received) sowie die Ergänzungen zu GuV- Aufgliederungen (F16 – Breakdown of selected statement of profit or loss items und F22.1 Asset management, custody and other service functions) bestehen.

Für Institute die ein NPL-Ratio größer oder gleich 5% aufweisen und die Kriterien von „small and non-complex” gemäß CRR II nicht erfüllen sind zur Überwachung der NPE-Strategie weitere umfassende Templates zu melden:

  • F23 – Loans and advances: additional information
  • F24 – Flows of non performing exposures, impairment & write offs since the end of the last financial year
  • F25 – Collateral obtained by taking possession and execution processes
  • F26 – Forbearance management and quality of forbearance
  • F47 –  Loans and advances: Average duration and recovery periods

Die finalen Meldevorschritfen zu DPM 2.9 müssen noch in europäisches Recht übernommen werden. Die Erstanwendung der EBA Guideline on the disclosure of non-performing exposures and forborne exposures (EBA/GL/2018/10) bleibt unverändert der 31. Dezember 2019.

Unter folgendem Link finden Sie weitere Informationen zu finalen Anpassungen der FINREP-Meldevorschriften (DPM 2.9): https://eba.europa.eu/-/eba-amends-implementing-technical-standards-on-supervisory-reporting-with-regard-to-financial-information-finrep-

IASB veröffentlicht Exposure Draft zu Änderungen an IFRS 17

Am 26. Juni 2019 hat das International Accounting Standard Board (IASB) den Exposure Draft (ED) zur Änderung von IFRS 17 veröffentlicht. Die vorgeschlagenen Änderungen sind darauf gerichtet, das Risiko einer Beeinträchtigung der bereits laufenden Umsetzung zu minimieren, die Grundprinzipien des Standards nicht zu ändern und die Möglichkeiten der Informationsgewinnung für die Anleger beizubehalten.

Der Exposure Draft umfasst die folgenden zu ändernden IFRS 17 Themen:

  1. Ausnahme vom Anwendungsbereich von Kreditkarten und anderen Darlehen, die ein Versicherungsrisiko übernehmen
  2. Wertaufholung i. Z. m. Abschlusskosten für Erneuerungsrechte außerhalb der Vertragsgrenze
  3. Ausweitung der Definition der vertraglichen Servicemarge bzgl. Kapitalanlage-bezogenen Dienstleistungen und Kapitalrendite-bezogenen Dienstleistungen
  4. Gehaltene Rückversicherungsverträge: Verlustausgleich bei erstmaliger Erfassung, wenn zugrundeliegende Versicherungsverträge verlustträchtig sind
  5. Darstellung in der Bilanz – Ausweis auf Basis von Portfolio von Verträgen und nicht länger Gruppen von Verträgen
  6. Anwendbarkeit der Risikominderungsoption
  7. Zeitpunkt des Inkrafttretens von IFRS 17 und der temporären Befreiung von IFRS 9 Finanzinstrumente
  8. Modifikationen und Erleichterungen im Übergangszeitpunkt

Dementsprechend enthält der Exposure Draft Änderungen am Anhang, den Illustrative Examples und der Basis for conclusion von IFRS 17.

Das Board hat im Hinblick auf die Änderungen vorgeschlagen, das Inkrafttreten des Standards wie erwartet um ein Jahr auf 2022 zu verschieben.

Über den folgenden Link gelangen Sie direkt zum Exposure Draft:
https://www.ifrs.org/-/media/project/amendments-to-ifrs-17/ed-amendments-to-ifrs-17.pdf?la=de

Die Öffentlichkeit hat bis zum 25. September 2019 die Möglichkeit den Exposure Draft zu kommentieren. Alle schriftlich eingereichten Kommentare werden berücksichtigt und das Board wird entscheiden, ob es mit den vorgeschlagenen Änderungen an IFRS 17 fortfahren wird.

Das IASB ist jedoch der Meinung, dass die Stakeholder genug Zeit hatten, alle Herausforderungen und Bedenken zu identifizieren. Deshalb erwartet es keine Themen, die zu weiteren Änderungen führen würden.

Die aus dem Exposure Draft entstandenen Änderungen sollen erst Mitte 2020 veröffentlicht werden.

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