Finaler Standard “Insurance Contracts” – Diskussionspunkte aus dem IASB Meeting im Juni 2015

Im Rahmen des Juni Meetings des IASB wurde auch eine Diskussion („educational session“) zur Frage der Verschiebung des IFRS 9 vor dem Hintergrund des Auseinanderfallens mit dem IFRS 4 Standard abgehalten.

Erstanwendung des IFRS 9 vor dem Hintergrund der Erstanwendung des IFRS 4

Das IASB hat sog. Outreach-Aktivitäten angestoßen, um die Probleme der Versicherungsindustrie in diesem Punkt besser verstehen zu können. Diese Umfragen sind bisher noch nicht abgeschlossen. Es wurde dabei vor allem der Punkt des temporären Anstiegs eines accounting mismatch zwischen Kapitalanlagen und versicherungstechnischen Verpflichtungen angeführt.

Darüber hinaus hat das IASB Alternativen zur Verschiebung des IFRS 9 diskutiert. Es wurden die folgenden Alternativen besprochen:

  • Anpassung der aktuellen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden unter IFRS 4 Phase 1 durch den Bilanzierenden, z.B. durch die Anwendung von aktuellen Marktzinssätzen zur Bewertung von versicherungstechnischen Verpflichtungen oder die Anwendung von shadow accounting für überschussberechtigtes Geschäft
  • Anpassung des aktuellen IFRS 4 Standards als Übergangslösung (z.B. Möglichkeiten im Zusammenhang mit shadow accounting, Anpassungsbuchung für IAS 39/IFRS 9 Unterschiede)

Es wurden die folgenden drei Ansätze für eine Verschiebung identifiziert: reporting entity level, legal entity level, insurance activities level. Insbesondere bei den beiden letzten Modellen sind Anforderungen an die Konsistenz der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (IAS 8), die Kosten einer Doppelbilanzierung nach IFRS 9/IAS 39 sowie die Komplexität bei konzerninternen Verkäufen wesentliche Kritikpunkte.

Hierzu wurden keine Entscheidungen getroffen.

Hedge Accounting bei Versicherungen

Das IASB hat außerdem Ansätze zur Vermeidung potentieller accounting mismatches bei der Anwendung des variable fee approachs diskutiert. Ein accounting mismatch kann z.B. daraus entstehen, dass ein Unternehmen eine Hedgebeziehung mit einem Derivat begründet, dessen Fair-Value-Veränderungen jedoch nicht in der Servicemarge, sondern vollständig in der GuV ausgewiesen werden. Zu den diskutierten Ansätzen gehören:

  • Beschränkte Anwendung des variable fee approach
  • Kein Ausweis von Wertänderungen der Garantien sowie von Veränderungen des Anteils des Versicherungsunternehmens an den zugrundeliegenden Kapitalanlageerträgen in der Servicemarge, sondern in der GuV
  • Designation des die Hedge Beziehung begründenden Derivats als underlying item für das überschussberechtigte Geschäft

Eine versicherungsspezifische Anpassung der IAS 39/IFRS 9 Hedge Accounting Modelle wird durch das IASB grundsätzlich nicht favorisiert.

Auch hierzu wurden keine Entscheidungen getroffen.

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