IASB beschließt mit knapper Mehrheit die Diskussion einzelner Regelungen zur Klassifizierung und Bewertung nach IFRS 9

Frankfurt, 13. Dezember 2011 Das IASB hat auf seiner heutigen Sitzung mit knapper Mehrheit entschieden, dass wie vom Staff vorgeschlagen, die folgenden drei Themenstellungen im Rahmen des eigentlich bereits final veröffentlichten Standards zur „Klassifizierung und Bewertung“ nach IFRS 9 zur ausführlichen weiteren Diskussion auf die Agenda des Boards genommen werden:

(1) Contractual Cashflow Characteristics Test: Die bestehenden Regelungen – insbesondere die Application Guidance einschließlich einiger Beispiele (z.B. in Bezug auf Finanzinstrumente bei denen der Referenzzinssatz nicht der Referenzzinsperiode entspricht) – sollen daraufhin beleuchtet werden, ob diese stets zu den gewünschten Ergebnissen führen.

(2) Trennungspflicht von finanziellen Vermögenswerten: Das Board will in diesem Zusammenhang diskutieren, ob sich nach einer möglichen Klarstellung der Regelungen zur Analyse der Contractual Cashflow Characteristics noch das Erfordernis der Untersuchung einer Trennungspflicht von finanziellen Vermögenswerten ergibt.

(3) Einführung eines dritten Business Models oder Bewertung bestimmter Fremdkapitalinstrumente durch das OCI: Im Zusammenhang mit dem Insurance-Projekt des IASB und dem aktuellen Projekt des FASB zur Überarbeitung der Financial Instruments Standards wird das Board prüfen, ob die Regelungen, wann eine Fair Value-Bewertung durch das OCI zulässig oder erforderlich ist, anzupassen sind.

Über den Vorschlag des Staff hinausgehend wurde außerdem beschlossen, die Frage einer „Cost Exemption“ bzgl. der Fair Value-Bewertung für bestimmte Eigenkapitalinstrumente erneut aufzugreifen. Dieser Punkt soll jedoch außerhalb des IFRS 9 in den begleitenden Materialien (educational material) des IFRS 13 behandelt werden.

Eine Vielzahl der Mitglieder des Boards hat im Rahmen der Beratungen betont, dass die derzeitigen Regelungen des IFRS 9 zur „Klassifizierung und Bewertung“ grundsätzlich angemessen sind und die Komplexität des Standards durch die aktuellen Diskussionen nicht weiter erhöht werden sollte.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

/* */