IASB veröffentlicht ein Diskussionspapier zum Macro Hedge Accounting

Das IASB hat heute ein Diskussionspapier mit dem Titel „Accounting for Dynamic Risk Management: a Portfolio Revaluation Approach to Macro Hedging“ veröffentlicht. Das Diskussionspapier befasst sich mit der für Banken wichtigen Frage der bilanziellen Abbildung von dynamisch gesteuerten Risikopositionen auf Nettobasis (offene Portfolien) auf.

Die Entwicklung neuer Regelungen zum Macro Hedging wurde vom IASB aufgrund der hohen Komplexität und der in der Praxis bestehenden heterogenen Risikosteuerungsansätze aus dem Anwendungsbereich des IFRS 9 ausgeklammert. Insbesondere Banken drängen jedoch auf eine Neuregelung in diesem Bereich, da die in IAS 39 enthaltenen Vorschriften zum Portfolio Hedge Accounting zur Abbildung von Fair Value Änderungen aus sich dynamisch verändernden, inhomogenen Portfolien gegen Zinsänderungsrisiken zahlreiche Einschränkungen und Restriktionen für die praktische Umsetzung mit sich bringen.

Beispielhaft seien hier die folgenden Punkte genannt:

  • Designationsverbot einer Netto-Risikoposition, zwingende Dedesignation bei Ineffektivitäten außerhalb der tolerierten Effektivitätsgrenzen,
  • Nicht-Berücksichtigung des Neugeschäfts während der Hedge-Periode,
  • Designationsverbot für jederzeit kündbare Einlagen,
  • Ausschluss von internen Derivaten aus der Absicherung.

Der im Diskussionspapier diskutierte „Portfolio Revaluation Approach“ zielt auf eine Neubewertung der in einem offenen Portfolio geführten Risikopositionen in Bezug auf das abgesicherte Risiko (z.B. Zinsänderungsrisiken) ab. Dieser Neubewertung stehen dann die gegenläufigen Bewertungseffekte aus den für Risikosteuerungszwecke gehaltenen Positionen (derivative Finanzinstrumente) gegenüber. Das IASB bekennt sich explizit zu einem operational einfachen Ansatz und geht auch das Thema der Behandlung interner Derivate an. Mit dem neuen Ansatz soll eine engere Verknüpfung zwischen der ökonomischen Risikosteuerung und deren bilanzieller Abbildung ermöglicht werden.

Aufgrund der Komplexität und der hohen Relevanz für nach IFRS bilanzierende Banken empfehlen wir eine Analyse der Auswirkungen auf und der Anwendbarkeit für den eigenen Risikosteuerungsansatz der einzelnen Häuser. Das IASB hat eine verlängerte Kommentierungsfrist von 180 Tagen (6 Monaten) eingeräumt. Über den weiteren Zeitplan im Hinblick auf die Veröffentlichung eines Entwurfs (Exposure Draft) und den voraussichtlichen Erstanwendungszeitpunkt der Macro Hedge Accounting-Vorschriften hat das IASB noch nicht beraten.

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