IASB veröffentlicht Agenda Papers für Meeting Ende Februar 2012

Ab dem 27. Februar tagen das IASB und das FASB erneut, um u.a. die Beratungen zur künftigen Bilanzierung von Finanzinstrumenten fortzuführen. Kürzlich wurden die Agenda Papers veröffentlicht, die Gegenstand der Beratungen sein werden. Nachfolgend stelle ich Ihnen die wesentlichen Inhalte (Klassifizierung und Bewertung, Impairment sowie Makro Hedge Accounting) dar. Über die Ergebnisse des gemeinsamen Meetings von IASB und FASB werde ich Sie dann im Anschluss zeitnah informieren.

Klassifizierung und Bewertung

Im Rahmen des Meetings soll im Wesentlichen die Beurteilung der contractual cash flow characteristics (CCC-Kriterium) diskutiert werden. Ziel ist, das an das IASB adressierte Feedback bzgl. der Anwendung des CCC-Kriteriums für einzelne finanzielle Vermögenswerte zu berücksichtigen und eine Annäherung der Regelungen des IFRS 9 und des FASB tentative model zu erreichen.

Die Beurteilung des CCC-Kriteriums führt nach Meinung des Staff bereits heute grundsätzlich zu einer identischen Klassifizierung und Bewertung von Derivaten und Eigenkapitalinstrumenten nach IFRS 9 und dem FASB tentative model. Auch für Fremdkapitaltitel schlägt der Staff nun einen angeglichenen Ansatz vor, der auf dem aus dem IFRS 9 bekannten „solely payments of principal and interest“ Ansatz basiert.

Der Staff empfiehlt in diesem Zusammenhang geringfügige Änderungen an IFRS 9 bzw. der application guidance zu IFRS 9. Bei der Beurteilung, ob ein finanzieller Vermögenswert ausschließlich solely payments of principal and interest aufweist, soll von den Bilanzierenden bei einer Modifikation der Zins- und Tilgungszahlungen analysiert werden, ob dies noch dem Gedanken der solely payments of principal and interest entspricht. Unter einer Modifikation versteht der Staff beispielsweise eine Abweichung in der Häufigkeit der Zinsanpassungsmöglichkeit (z.B. monatlich), die nicht zum zugrundeliegenden Referenzzinssatz (z.B. 3-Monats-Libor plus Aufschlag für das Kreditrisiko) passt. Bei den Regelungen zur Behandlung von Kündigungs- und Verlängerungsoptionen sowie sonstigen vertraglichen Vereinbarungen, die den Zeitpunkt oder die Höhe der Zahlungsströme beeinflussen, spricht sich der Staff allerdings gegen eine Änderung des Standardtextes aus.


Keine Vorschläge macht der Staff zu den Themen Trennungspflicht eingebetteter Derivate, Behandlung von Non-Recourse Finanzierungen und Bilanzierung von Verbriefungstiteln (contractually linked instruments). Die Beratungen hierzu sollen zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Impairment:

Beratungen zum Umgang mit Verbesserungen in der Kreditqualität sowie der Anwendung des Expected-Loss-Modells auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Beratungen der künftigen Impairment-Regelungen dauern an. Im Februarmeeting von IASB und FASB sollen weitere Konkretisierungen des Three Bucket Approach vorgenommen werden. Dem Auftrag der Boards folgend, hat der Staff Vorschläge erarbeitet, ob und unter welchen Umständen einmal wertgeminderte Finanzinstrumente aus Bucket 2 bzw. 3 in Bucket 1 zurücktransferiert werden sollen.

Für begebene und erworbene nicht wertgeminderte Finanzinstrumente empfiehlt der Staff den Boards nach Würdigung der Alternativen und Abwägung möglicher Umsetzungsschwierigkeiten, dass Finanzinstrumente, deren Kreditqualität sich wieder verbessert hat, aus Bucket 2 bzw. 3 in Bucket 1 zurücktransferiert werden sollen. Für die Beurteilung des Rücktransfers, sind die gleichen Kriterien und Indikatoren heranzuziehen wie für den vorherigen Transfer aus Bucket 1 in Bucket 2 bzw. 3. Für Finanzinstrumente, die bei Erwerb bereits eine Wertminderung aufweisen und bei Zugang folglich direkt in Bucket 2 bzw. 3 erfasst werden, empfiehlt der Staff vor dem Hintergrund der hohen Umsetzungskomplexität einen zwingenden Verbleib in Bucket 2 bzw. 3 auch im Falle einer späteren Verbesserung der Kreditqualität. Günstige als auch ungünstige Erwartungsänderungen an zukünftige Zahlungsströme würden somit direkt erfolgswirksam als Anpassung der Risikovorsorge erfasst.

Weiterer Schwerpunkt des Meetings wird sein, wie das entwickelte Impairment-Konzept auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen angewendet werden soll. Unter der Prämisse möglicher Vereinfachungen bei Anwendung des Konzepts, empfiehlt der Staff die Bildung der Risikovorsorge auch für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einer Finanzierungskomponente auf Grundlage eines Expected-Loss-Ansatzes. Begründet wird dies unter anderem dadurch, dass Forderungen aus Lieferungen und Leistungen die Definition eines Finanzinstruments erfüllen und daher auch keinem konzeptionell anderen Modell unterworfen werden sollten.

Makro Hedge Accounting: Beratungen werden fortgeführt

Im Rahmen des Meetings werden die Diskussionen zur Abbildung von Marko Hedging auf Basis der in den Boardmeetings im Dezember 2011 und Januar 2012 vorläufig getroffenen Entscheidungen fortgeführt. Im Fokus ist dabei weiterhin die bilanzielle Abbildung des Risikomanagements von Zinsänderungsrisiken (inkl. prepayments) bei Kreditinstituten. Die Berücksichtigung anderer Risiken sowie anderer Branchen werden später diskutiert. Grundlage des Ansatzes zum Makro Hedging ist das Valuation Concept mit einer GuV-wirksamen Bilanzierung der Sicherungsderivate und der abgesicherten Positionen zum Fair Value – ähnlich zu den bestehenden Vorschriften des IAS 39. Zur Bestimmung der Risikoposition wird im Gegensatz zum aktuellen IAS 39 das Prinzip des offenen Portfolio-Levels verfolgt, also die Betrachtung der gesamten Nettoposition aus einem abgesicherten (Kredit)-Portfolio und der refinanzierenden Verbindlichkeiten. In dem Ansatz sollte die abgesicherte (Netto-)Position um die auf das gesicherte Risiko bezogenen Fair-Value-Änderungen (Benchmarkzinssatz) angepasst werden. Im Rahmen der Beratungen werden weiterhin keine konkreten Fragen an das Board adressiert.

 

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