IFRS 9 Phase II – IASB Meeting (Oktober 2013)

Die Regelungen zur Ermittlung und Bilanzierung von erwarteten Verlusten aus finanziellen Vermögenswerten (IFRS 9 – Phase 2) waren Gegenstand des IASB Meeting am 31. Oktober 2013. Wesentliche Änderungen des Exposure Draft (ED) Financial Instruments: Expected Credit Losses vom März 2013 (siehe Blogbeitrag vom 8. März 2013) wurden nicht beschlossen, jedoch vereinzelte Aspekte des general models bestätigt und verdeutlicht.

Unter anderem wurden folgende Themen in dem Meeting behandelt:

  • Es wurde bestätigt, dass bei signifikanter Verschlechterung der Bonität (credit deterioration) ein lifetime expected credit loss erfasst werden muss. Die Beurteilung einer signifikanten Verschlechterung der Bonität kann vereinfachend auch auf Basis eines maximal akzeptierten Kreditrisikos für ein bestimmtes Portfolio untersucht werden. Es wurde ferner diskutiert, dass bei der Untersuchung der Bonität weiterhin vorrangig auf die Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) abzustellen ist, wobei jedoch z.B. eine Verschlechterung des LGD als Indikator für eine Verschlechterung der Kreditqualität dienen könnte.
  • Die operationellen Erleichterungen des ED sollen bestehen bleiben. Folglich gilt die widerlegbare Vermutung, dass ein Zahlungsverzug von 30 Tagen als signifikante Verschlechterung der Bonität angesehen wird. Ebenfalls bestätigt wurde die Vereinfachung, dass für Finanzinstrumente, die am Bilanzstichtag ein geringes Bonitätsrisiko aufweisen, angenommen werden kann, dass für diese Finanzinstrumente keine signifikante Verschlechterung der Kreditqualität vorliegt.
  • Im Rahmen der Diskussion zur Berechnung des expected credit loss bestätigte das IASB den überwiegenden Teil der Vorschläge des Staff aus dem ED. Abgelehnt wurde hingegen der Vorschlag bei der Ermittlung des expected credit loss weiterhin „jeden angemessenen Zinssatz“ als Diskontsatz zu akzeptieren, der zwischen dem risikolosen Zinssatz und dem ursprünglichen Effektivzinssatz (Effective Interest Rate, EIR) liegt. Das Board schlägt nun vor, grundsätzlich den EIR als Diskontzinssatz vorzugeben, sofern vorhanden. Falls nicht vorhanden, soll ein approximativer EIR ermittelt und zur Berechnung des expected credit loss herangezogen werden
  • Den Vorschlägen des Staff in Bezug auf modifizierte Finanzinstrumente wurde zugestimmt. Somit beschränkt sich z.B. der Anwendungsbereich nicht nur auf Modifikationen, die im Zusammenhang mit Restrukturierungen erfolgen, sondern umfasst alle Modifikationen. Darüber hinaus sollen modifizierte Finanzinstrumente nicht von der Anwendung des general model ausgeschlossen werden. Eine durch die Modifikation eingetretene Verringerung des Kreditrisikos in einem Maße, dass im Vergleich zum Zugangszeitpunkt keine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos mehr vorliegt, führt somit zu einer Risikovorsorge in Höhe des 12-month expected credit loss.

 

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