Live Webcast des IASB

Zum Stand der Phase II (Impairment) und der Phase III (Hedge Accounting) des Financial Instrument-Projekts hat das IASB heute einen Webcast abgehalten.

Folgende Neuigkeiten haben sich ergeben:

Impairment

Bisher haben sich in den Diskussionen zu den Impairment-Entw√ľrfen zwei Ans√§tze zur Ber√ľcksichtigung der erwarteten Ausf√§lle im Good Book herausgebildet: der IASB-Ansatz (Time proportionate amount: zeitanteilige Erfassung der Ausfallerwartung √ľber die Gesamtlaufzeit) und der FASB-Ansatz (Floor: volle erfolgswirksame Erfassung des erwarteten Verlusts in der vorhersehbaren Zukunft).

Der im Januar ver√∂ffentlichte gemeinsame Entwurf von IASB und FASB (supplement) sieht f√ľr das Good Book den Ansatz des h√∂heren dieser beiden Betr√§ge vor. Das Feedback der Praktiker zeigt, dass dieses Model zu komplex und das Ergebnis schwer verst√§ndlich ist.

Gefordert wird zudem eine Klarstellung bez√ľglich der Abgrenzung zwischen Good Book und Bad Book und der Definition der vorhersehbaren Zukunft.

Zur weiteren Vorgehensweise wurden dem Board vier alternative Ans√§tze vorgestellt, wobei sich das Board f√ľr die vierte Alternative entschieden hat:

 

  1. Good Book mit zeitanteiliger Verteilung der Ausfallerwartung √ľber die Restlaufzeit ohne Ber√ľcksichtigung eines zus√§tzlichen Floor (IASB-Ansatz)
  2. Sofortige Ber√ľcksichtigung der erwarteten Verluste der vorhersehbaren Zukunft (FASB-Ansatz)
  3. Fertigstellung des Projekts auf Basis des Ansatzes im supplement unter Ber√ľcksichtigung des erhaltenen Feedback
  4. Entwicklung einer Variation aus den bisherigen Vorschl√§ge unter Ber√ľcksichtigung des Feedback zu den bisherigen Entw√ľrfen (Exposure Draft und supplement).

Es wurde eine Sub-Group aus IASB und FASB-Mitgliedern gebildet, die ein Impairment-Modell basierend auf der 4. Alternative entwickeln und dieses im Juni-Meeting des Board vorstellen soll.

Wie geht es weiter?

In Abh√§ngigkeit des Umfangs der √Ąnderungen im Vergleich zu den urspr√ľnglichen Entw√ľrfen wird entschieden, ob ein erneuter Entwurf (Re-Exposure Draft) ver√∂ffentlicht wird.

 

Hedge Accounting

Das Feedback zum Entwurf zeigt, dass die Praxis zufrieden ist mit der Ann√§herung an das Risikomanagement und der Abschaffung der starren Effektivit√§tsgrenzen des IAS 39. Das Board hat auf Feedback zum Entwurf reagiert und die folgenden √Ąnderungen gegen√ľber dem Entwurf vorl√§ufig beschlossen:

  • So d√ľrfen Eigenkapitalinstrumente, deren Fair Value-√Ąnderungen im OCI erfasst werden, nunmehr f√ľr Hedge Accounting genutzt werden.
  • Die Absicherung einer Layer-Komponente bestehend aus Finanzinstrumenten mit K√ľndigungsrechten soll jetzt zul√§ssig sein, soweit das K√ľndigungsrecht bei der Bewertung des Grundgesch√§fts ber√ľcksichtigt wird.
  • Das bisher in der Bilanz gesondert auszuweisende Line Item f√ľr das Hedge Adjustment ist nicht mehr erforderlich und soll durch eine Angabe in den Notes ersetzt werden.

Klargestellt wurde in diesem Zusammenhang, dass Verbindlichkeiten, f√ľr die die Fair Value Option genutzt und die √Ąnderungen des eigenen Kreditrisikos im OCI erfasst werden, nicht im Hedge Accounting genutzt werden k√∂nnen.

Die Absicherung von Sub-LIBOR Risiken im Hedge Accounting wird weiterhin abgelehnt.

Zu den Anforderungen an den Effektivit√§tstest fasste das IASB zusammen, dass eine √∂konomische Beziehung zwischen Grundgesch√§ft und Sicherungsinstrument bestehen muss, das Grundgesch√§ft nicht wesentlich dem Kreditrisiko unterliegt und die Hedge Ratio nicht willk√ľrlich oder ergebnisorientiert gew√§hlt werden darf.

Der finale Standard zu den grundlegenden Vorschriften des Hedge Accounting soll im 2. Halbjahr 2011 verabschiedet werden. Eine Ver√∂ffentlichung des Entwurfs zum Makro Hedging ist f√ľr das 4. Quartal 2011 vorgesehen.

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