Zusammenfassung des IASB Board Meeting vom 21.09.2011 zu Impairment

Das IASB und FASB haben die Agenda Paper zum Thema Impairment diskutiert (eine Zusammenfassung des Inhalts der Agenda Paper siehe weiter unten)

Agenda Paper 4A:

Das Agenda Paper 4A hatte eher informativen Charakter fĂŒr das Board. Die PrĂ€ferenzen der Teilnehmer des Impairment Summit sowie des Meetings mit der Financial Instrument Working Group (FIWG) wurden zur Kenntnis genommen. Aufgrund der relativ klaren Ablehnung des relativen Kreditrisikomodells durch die Praxis, ist das absolute Kreditrisikomodell wieder stĂ€rker in den Fokus der Diskussion getreten, auch wenn die Mehrheit der Boardmitglieder das relative Modell aus konzeptionellen GrĂŒnden bevorzugt. Es ist zu begrĂŒĂŸen, dass das Board die RĂŒckmeldungen der Praxis ernst nimmt und Lösungsmöglichkeiten sucht.

Agenda Paper 4B:

Es wurde insbesondere das Day one loss-Problem des absoluten Kreditrisikomodells diskutiert. Der Ausweis eines day-one-loss bei Vergabe/Erwerb eines Kredits wird als ökonomisch nicht sachgerecht empfunden. Es wurde die BefĂŒrchtung geĂ€ußert, dass wesentliche day one losses bei Vergabe von Krediten mit schlechter KreditqualitĂ€t, zu einer EinschrĂ€nkung der Kreditvergabe fĂŒhren könnte. Eine Milderung des Problems bestĂŒnde darin, die Grenze, wann ein Kredit dem Bucket 2 zuzuordnen ist, so niedrig anzusetzen, dass nur wenig neu ausgegebene Kredite direkt dem Bucket 2 zuzuordnen wĂ€ren. In diesem Fall wĂŒrde der ĂŒberwiegende Teil der neu ausgegebenen Kredite dem Bucket 1 zugeordnet, was mit einem geringen day one loss einhergeht (12-Monats expected loss). Es wurde diskutiert, dass bei einer sehr niedrigen Schwelle, Bucket 2 keinen wesentlichen Bestand aufweisen wĂŒrde. Im Ergebnis bestĂŒnde dann kein großer Unterschied mehr zum Incurred loss-Model des IAS 39. Dennoch wurde vorlĂ€ufig entschieden, das absolute Kreditrisikomodell weiter zu verfolgen.

Zwei Herausforderungen wurden wÀhrend des Board Meetings identifiziert.

  1. FĂŒr Unternehmen, die auf die Vergabe von Krediten im Subprime Markt spezialisiert sind (potenziell Kredite, die dem Bucket 2 zuzuordnen wĂ€ren), muss noch eine Lösung gefunden werden.
  2. Es wurde der Auftrag ans Staff erteilt, Regelungen fĂŒr gekaufte Kredite mit bereits verschlechterter KreditqualitĂ€t zu identifizieren. Eine verschlechterte KreditqualitĂ€t wird bei Zugang durch einen entsprechenden Discount auf den Kaufpreis berĂŒcksichtigt. Eine zusĂ€tzliche Risikovorsorge wĂ€re in diesem Fall wirtschaftlich nicht sachgerecht. 

Agenda Paper 4C:

Bei der Diskussion zu Agenda Paper 4C wurden die verschiedenen Möglichkeiten von Indikatoren/Prinzipien fĂŒr den Transfer zwischen den drei Buckets erlĂ€utert. Es wurde hervorgehoben, dass das Board keine "bright line" vorgeben möchte (z.B. Bucket 2 ab Ratingklasse BBB). Vielmehr sollen fĂŒr den zukĂŒnftigen Standard Prinzipien entwickelt werden, die anhand von Anwendungsbeispielen konkretisiert werden sollen. Als eine Leitlinie fĂŒr die Zuordnung zu Bucket 2 wurde "Unsicherheit ĂŒber Einbringung der zukĂŒnftigen Cashflows eines Kredits" oder "Kredite mit wesentlichem Kreditrisiko (substantial credit risk)" genannt. Dies soll vor dem Hintergrund der Day-one-loss-Thematik im nĂ€chsten Board Meeting weiter diskutiert werden.

Zusammenfassung der Agenda Paper zum Thema Impairment des September Board Meetings

Agenda Paper 4a:

Das IASB und FASB haben den 3-Bucket-Approach im Wesentlichen mit Kreditrisikomanagern verschiedener Banken ("Impairment Summit") als auch mit der Financial Instruments Working Group ("FIWG") diskutiert. Als einheitliches Feedback haben sich beide Gruppen fĂŒr ein einheitliches Impairment-Modell fĂŒr alle Finanzinstrumente ausgesprochen und bevorzugen eine Risikovorsorge in Höhe des 12 Monats-EL fĂŒr Bucket 1.

WĂ€hrend die FIWG eine PrĂ€ferenz fĂŒr das relative Kreditrisikomodell Ă€ußert, besteht jedoch bei Kreditrisikomanagern eine klare PrĂ€ferenz fĂŒr das absolute Kreditrisikomodell. Die jeweiligen Vor- und Nachteile sind ausfĂŒhrlich in Agenda Paper 4B dargelegt.

Agenda Paper 4b:

Der Hauptvorteil des absoluten Kreditrisikomodells besteht in der vergleichsweise einfachen Umsetzbarkeit (z.B. durch Mapping von Ratingklassen auf die Buckets). Der Hauptnachteil besteht darin, dass fĂŒr Kredite, die bei Ausgabe direkt Bucket 2 oder 3 zugeordnet werden eine Risikovorsorge in Höhe des lifetime expected loss gebildet werden muss. Dies hĂ€tte einen hohen day-one loss zur Folge.

Das relative Kreditrisikomodell entspricht eher der Zielsetzung des Board, die Verschlechterung der KreditqualitĂ€t im Zeitablauf darzustellen. Neu ausgegebene Kredite sollen nach dem Modell auch bei zweifelhafter BonitĂ€t zunĂ€chst Bucket 1 zugeordnet werden, da sie entsprechend ihrer BonitĂ€t marktgerecht verzinst sind und so bereits eine Kompensation fĂŒr das höhere Kreditrisiko besteht. Erst bei einer weiteren Verschlechterung der BonitĂ€t ist eine Zuordnung zu Bucket 2 oder 3 vorzunehmen. Der wesentliche Nachteil dieses Modells liegt darin, dass die VerĂ€nderung der KreditqualitĂ€t nachverfolgt werden muss (tracking issue).

Vom Staff werden die folgenden beiden Variationen des absoluten Kreditrisikomodells vorgeschlagen:

  1. Änderung der Bucket spezifischen ELL-Ermittlung:
    – Bucket 1 = 12 Monats-EL
    – Bucket 2 = 24 Monats-EL (oder mehr oder Wahlmöglichkeit in bestimmten Bandbreiten)
    – Bucket 3 = lifetime EL
  2. Wahlmöglichkeit zwischen:
    – Anwendung des relativen Kreditrisikomodells (inkl. Umsetzung eines Tracking)
    – Anwendung des absoluten Kreditrisikomodells (unter BerĂŒcksichtigung von day-one-losses)

Agenda Paper 4c:

Im Agenda Paper 4c werden verschiedene Prinzipien fĂŒr den Transfer zwischen den Buckets diskutiert (unabhĂ€ngig von der Entscheidung fĂŒr ein relatives oder absolutes Kreditrisikomodell). Eine nur minimale oder in einem bestimmten Maße geĂ€nderte KreditqualitĂ€t soll keinen Transfer in ein anderes Bucket auslösen. Vielmehr ist ein Transfer vorgesehen, wenn die KreditqualitĂ€t ein Niveau erreicht hat, ab dem die Einbringlichkeit zukĂŒnftiger Cashflows unsicher erscheint. FĂŒr eine Umsetzung in einen prinzipienbasierten Ansatz werden z.B. Ratingdefinitionen, Kreditrisikomanagement-Ziele als auch die Ausfallwahrscheinlichkeit bzw. Ratingklassen als mögliche Indikatoren fĂŒr die KreditqualitĂ€t diskutiert. Es bestehen noch keine klaren Vorstellungen darĂŒber, welches Niveau an KreditqualitĂ€t fĂŒr einen Transfer letztendlich ausschlaggebend sein soll.

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