Kategorie: Aktuelles

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IFRS Foundation diskutiert ĂŒber ihr veröffentlichtes Konsultationspapier zur Nachhaltigkeitsberichterstattung

Die TreuhĂ€nder der IFRS Foundation haben am 17. November 2020 zwei Webcasts durchgefĂŒhrt, in denen sie ĂŒber die Einrichtung eines zentralen Standardsetters fĂŒr die Regulierung von nichtfinanziellen Informationen diskutiert haben. Basis der Diskussion stellte das im September 2020 von der IFRS Foundation veröffentlichte Konsultationspapier zur Nachhaltigkeitsberichterstattung dar (Consultation Paper on Sustainability Reporting), in dem hinterfragt wird, ob der Markt grundsĂ€tzlich den Bedarf fĂŒr einen zentralen Standardsetter sieht, welche Rolle das IASB dabei einnehmen sollte und wie der Umfang dieser Rolle zu definieren wĂ€re.

Die TreuhĂ€nder der IFRS Foundation sind der Auffassung, dass die Errichtung eines “Sustainability Standards Board” (SSB) unter der Schirmherrschaft der IFRS Foundation möglich ist. In Bezug auf die inhaltliche Entwicklung von Standards wĂŒrde das SSB auf den bereits erarbeiteten Anforderungen anderer Institutionen und Initiativen, wie bspw. TCFD, IIRC, GRI und SASB, aufsetzen und sich insbesondere auf klimabezogene Risiken konzentrieren.

Die konkrete Ausgestaltung einer (verpflichtenden) Übernahme solcher Standards fĂŒr alle IFRS-Anwender soll dabei, vor allem auch in Zusammenarbeit mit Vertretern verschiedener Interessengruppen, zu einem spĂ€teren Zeitpunkt genauer ausgearbeitet werden. 

Die Kommentierungsfrist zum Konsultationspapier endet am 31. Dezember 2020. Im ersten Quartal 2021 erfolgt die Analyse der RĂŒckmeldungen sowie die nĂ€chste Diskussion der IFRS Foundation TreuhĂ€nder. Das Konsultationspapier finden Sie hier.

EBA veröffentlicht Reporting Anforderungen zu COVID 19

Die EBA hat heute Reporting-Anforderungen im Zusammenhang mit COVID-19 veröffentlicht. Zum einen sollen Meldeanforderungen zu COVID-19 in das aufsichtsrechtliche FinRep/CoRep Datenmodell (DPM 2.10) integriert werden, d.h. neue Tabellen F90 bis F93 sollen ergĂ€nzt werden. Außerdem sollen die Anforderungen an die Offenlegung um COVID-19 spezifische Tabellen ergĂ€nzt werden.

Inhaltlich erfordern die neuen Reportinganforderungen u.a. folgende Aspekte:

  • Angaben zu gewĂ€hrten Maßnahmen im Rahmen von EBA-konformen Moratorien (gesetzlich/nicht gesetzlich): Anzahl der betroffenen VertrĂ€ge, Bruttobuchwert und Aufteilung nach Dauer der Moratorien
  • Forbearance-Maßnahmen im Zusammenhang mit COVID-19
  • Im Zusammenhang mit COVID-19 ausgegebene Kredite mit staatlichen Garantien
  • Aufteilung nach Non-Performing und Performing im Zusammenhang mit Maßnahmen im Rahmen von COVID-19
  • Aufteilung nach NACE-Code von durch COVID-19 Maßnahmen betroffenen Krediten
  • Angaben zu Zinsertrag und Provisionsergebnis aus von COVID-19 Maßnahmen betroffenen Krediten
  • Staatliche Garantien

Die Tabellen im Rahmen von DPM 2.10 sollen quartalsweise zu berichten sein. Als erster Berichtsstichtag (reporting reference date and the disclosure reference date) ist der 30. Juni 2020 vorgesehen. Die Vorgaben der EBA mĂŒssen noch von den nationalen Aufsichtsbehörden ĂŒbernommen werden. Mögliche Vereinfachungen nach dem ProportionalitĂ€tsprinzip sind ebenfalls durch die nationalen Aufsichtsbehörden festzulegen.

Die Tabellen inkl. der AusfĂŒllanleitungen finden Sie unter folgendem Link: https://eba.europa.eu/eba-issues-guidelines-address-gaps-reporting-data-and-public-information-context-covid-19

Phase 2 der IBOR-Reform: Implikationen fĂŒr die Praxis

Der Exposure Draft (ED) des IASB zur 2. Phase des IBOR-Projekts (siehe auch den Beitrag im Accounting Aktuell Blog „IBOR-Reform: Exposure Draft zur Phase 2 veröffentlicht“) sieht Änderungen an IFRS 9, IAS 39, IFRS 7, IFRS 4 und IFRS 16 vor.

Gegenstand der geplanten Regelungen ist die Bilanzierung von bestimmten Modifikationen vertraglicher Zahlungsströme, die als direkte Konsequenz aus der IBOR-Reform erforderlich geworden sind. DarĂŒber hinaus sieht der ED Regelungen fĂŒr die Abbildung solcher Anpassungen bei GeschĂ€ften im Hedge Accounting vor.

Nachfolgend werden die VorschlĂ€ge des IASB in Bezug auf Finanzinstrumente und wesentliche Handlungsfelder daraus im Überblick dargestellt:

Modifikationen von Finanzinstrumenten  

Eine Änderung der vertraglichen Zahlungsströme ist nach dem ED dann aufgrund der IBOR-Reform erforderlich geworden, wenn die folgenden beiden Voraussetzungen erfĂŒllt sind:

  1. Die Modifikation ist als direkte Konsequenz aus der IBOR-Reform erforderlich und
  2. die neue und alte Basis (d.h. die Basis unmittelbar vor der Änderung) fĂŒr die Bestimmung der vertraglichen Zahlungsströme sind wirtschaftlich Ă€quivalent.

FĂŒr solche Modifikationen, die entweder durch eine formale Vertragsanpassung oder durch bereits vereinbarte und nunmehr ‚aktivierte‘ Fallback-Klauseln vorgenommen werden, ist als praktische Vereinfachung (practical expedient) die Anwendung der Regelungen des IFRS 9.B5.4.5 (ehem. IAS 39.AG7) vorgesehen. Danach wird kein Modifikationsgewinn oder -verlust erfasst; die Behandlung erfolgt vielmehr analog zu einer Aktualisierung des variablen Referenzzinssatzes bilanziert. D.h. ab dem Zeitpunkt der Zinssatzanpassung ist das Zinsergebnis auf Basis der geĂ€nderten Zinsvereinbarung zu erfassen.

Worauf sollten Sie sich vorbereiten?

  • Beurteilung, ob Änderungen eine „direkte Folge“ der IBOR-Reform sind und auf „wirtschaftlich ausgeglichener“ Basis erfolgen (Ermessensentscheidung);
  • Anwendung des practical expedient zur Vermeidung von Modifikationsergebnissen bei nicht-derivativen Finanzinstrumenten, welche die Voraussetzungen erfĂŒllen;
  • Erfassung von Modifikationsergebnissen fĂŒr andere vertragliche Anpassungen.

Hedge Accounting

Die Ausnahmeregelungen ermöglichen die FortfĂŒhrung von designierten Hedgebeziehungen, auch dann, wenn durch die IBOR-Reform eine erforderliche Anpassung der GrundgeschĂ€fte oder Sicherungsinstrumente erfolgt und dies in der Hedge-Dokumentation angepasst wird (Designation eines neuen Referenzzinssatzes als gesichertes Risiko sowie entsprechende Aktualisierung der Hedge-Dokumentation).

Ein neuer Referenzzinssatz soll als Risikokomponente im Rahmen des Hedge Accountings abgesichert werden können, auch wenn dieser zum Zeitpunkt der Designation nicht das „separately identifiable“-Kriterium erfĂŒllt. Voraussetzung hierfĂŒr ist jedoch, dass das Unternehmen die begrĂŒndete Erwartungshaltung hat, dass der neue Referenzzinssatz binnen 24 Monaten ab seiner Designation als nicht-vertraglich spezifizierte Risikokomponente das „separately identifiable“-Kriterium erfĂŒllen wird. Eine verlĂ€ssliche Bewertbarkeit muss bereits bei Designation gegeben sein.

ZusĂ€tzlich beinhaltet der ED eine weitere Ausnahme, wonach ein Recycling der Cashflow-Hedge-RĂŒcklage in Folge der Änderung vertraglicher Zahlungsströme verhindert werden soll.

Worauf sollten Sie sich vorbereiten?

  • Aktualisierung der bestehenden Hedge-Dokumentation aufgrund der IBOR-Reform;
  • Aufteilung abgesicherter Gruppen von GrundgeschĂ€ften in zwei Teilmengen (i.S.v. Gruppen-Hedges), in AbhĂ€ngigkeit der zugrundeliegenden Risiken (IBOR-Referenzzinssatz vs. neuer Referenzzinssatz);
  • Absicherung einer neuen, noch nicht einzeln identifizierbaren Risikokomponente in Form eines neuen Referenzzinssatzes in bestehenden und neuen Sicherungsbeziehungen, sofern die begrĂŒndete Erwartungshaltung besteht, dass die Einzelidentifizierbarkeit binnen 24 Monaten gegeben sein wird (Ermessensentscheidung);
  • Wiederherstellung von Sicherungsbeziehungen, die vor Inkrafttreten der Amendments aufgrund von Änderungen aufgelöst wurden, die durch die IBOR Reform erforderlich waren.

Offenlegungspflichten

Ziel der qualitativen und quantitativen Angaben ist es, den Abschlussadressaten in die Lage zu versetzen, Art und Umfang der Risiken, die sich aus der IBOR-Reform fĂŒr das Unternehmen ergeben, den Umgang mit diesen Risiken sowie die Fortschritte des Unternehmens beim Übergang auf neue ReferenzzinssĂ€tze, nachvollziehen zu können.

Worauf sollten Sie sich vorbereiten?

  • Analyse des Datenhaushalts und, falls erforderlich, Entwicklung von Best Practices zur Erhebung der Art und des Ausmaßes der Risiken je Art von Finanzinstrument, die sich aus der IBOR-Reform auf das Unternehmen ergeben;
  • Definition von BewertungsmaßstĂ€ben, um zum Berichtszeitpunkt eine belastbare Aussage ĂŒber den Fortschritt des Übergangs auf alternative ReferenzzinssĂ€tze sowie die damit verbundenen Risiken treffen zu können.

 

Die vorgeschlagenen Änderungen des IFRS 4 soll es Versicherern, die IFRS 9 noch nicht anwenden, ermöglichen die Erleichterungen zur Abbildung von Modifikationen von Finanzinstrumenten unter IAS 39 analog anzuwenden.

Das IASB schlĂ€gt vor, dass die Änderungen fĂŒr GeschĂ€ftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2021 beginnen, anzuwenden sind. Eine vorzeitige Anwendung soll zulĂ€ssig sein.

Die Kommentierungsfrist endet am 25. Mai 2020. Die Veröffentlichung der finalen angepassten Standards ist fĂŒr Q3 2020 geplant.

Weitere Informationen sowie den Exposure Draft finden Sie auf der Homepage des IASB unter: https://www.ifrs.org/projects/work-plan/ibor-reform-and-its-effects-on-financial-reporting-phase-2/#current-stage

EZB veröffentlicht Verordnung zum Meldeumfang unter FinRep DPM 2.9

Die EZB hat am 09.04.2020 eine Verordnung (ECB/2020/22) zur Änderung der Verordnung 2015/534 ĂŒber die Meldung aufsichtlicher Finanzinformationen veröffentlicht. Die Änderungen beziehen sich auf die Festlegung des Meldeumfangs unter FinRep DPM 2.9 fĂŒr Simplified, Over-Simplified und Datapoints FinRep-Anwender.

FĂŒr Simplified und Over-Simplified FinRep-Anwender ergibt sich folgender angepasster Meldeumfang:

  • Die im Rahmen von FinRep DPM 2.9 ergĂ€nzten Tabellen 18.1 (NPE Inflow/Outflow) und 18.2 (Aufgliederung nach LTV-Ratio) sind an die Aufsicht zu melden.
  • Tabelle 16.8 (Aufgliederung von Verwaltungsaufwendungen) ist nicht zu melden.
  • Eine Meldepflicht fĂŒr die im Zusammenhang mit FinRep DPM 2.9 ergĂ€nzten Tabellen 23 bis 26 (NPE Module 2) besteht fĂŒr Simplified und Over-Simplified FinRep-Anwender nicht.
  • Der bestehende Meldeumgang fĂŒr Simplified und Over-Simplified FinRep-Anwender bleibt unverĂ€ndert. Die Anpassungen der bestehenden Tabellen sind zu berĂŒcksichtigen.
  • Informationen zu in Besitz genommenen Sicherheiten (Tabelle 13.2.1 und 13.2.2) sind nur von Simplified FinRep-Anwendern zu melden.

Der Meldeumfang fĂŒr Datapoints FinRep-Anwendern bleibt unverĂ€ndert.

Die Verordnung tritt am zwanzigsten Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EuropÀischen Union in Kraft. Der Erstanwendungszeitpunkt ist der 01.06.2020.

Das EZB-Verordnung, inklusive der AnhÀnge I-IV, ist unter folgendem Link abrufbar.

EZB Guidance zu IFRS 9 und Veröffentlichung von makroökonomischen Szenarien

Die EZB hat sich mit ergĂ€nzender Guidance im Zusammenhang mit der SchĂ€tzung von Expected Credit Losses wĂ€hrend der COVID-19 Pandemie geĂ€ußert. Diese ist – Ă€hnlich wie die Verlautbarungen anderer Gremien wie ESMA, EBA, IASB – auf die Vermeidung von zu stark prozyklisch wirkender Annahmen gerichtet und geht u.a. auf die

  1. Anwendung der Regelungen zur Beurteilung eines SICR auf Gruppenebene (the collective assessment of the significant increase in credit risk (SICR));
  2. Verwendung von langfristigen makroökonomischen Forecasts (the use of long-term macroeconomic forecasts); und
  3. Verwendung von makroökonomischen Forecasts fĂŒr bestimmte Jahre (the use of macroeconomic forecasts for specific years) ein.

Die EZB weist darauf hin, dass die Institute ihre eigenen Annahmen und Entscheidungen ĂŒber die Höhe des erforderlichen IFRS-9-ECL treffen. Sie geht gleichwohl davon aus, dass die Guidance angesichts der erhöhten Unsicherheit und der begrenzten VerfĂŒgbarkeit von reasonable & supportable forward-looking Informationen ĂŒber die Auswirkungen von COVID-19 dabei – auch bereits in Q1 2020 – BerĂŒcksichtigung findet.

DarĂŒber hinaus hat die EZB auf ihrer Website makroökonomische Szenarien veröffentlicht: https://www.ecb.europa.eu/pub/projections/html/index.en.html

IASB Ă€ußert sich zur ECL-Ermittlung im Zusammenhang mit COVID-19

und ermuntert Bilanzierende die diesbezĂŒglichen Leitlinien der Regulatoren zu berĂŒcksichtigen.

ErgĂ€nzend zu den Veröffentlichungen verschiedener Regulatoren (wir haben berichtet) hat sich das IASB zur Ermittlung der Risikovorsore nach IFRS 9 im Zusammenhang mit COVID-19 geĂ€ußert. Das IASB weist u.a. darauf hin, dass IFRS 9

  • keine ‚bright lines‘ und kein mechanistisches Vorgehen zur Bestimmung ob ein Lifetime ECL zu bilanzieren ist, vorgibt
  • Ermessensentscheidungen erfordert und eine Anpassung der Vorgehensweise zur ECL-Ermittlung gleichermaßen erfordert und erlaubt, wenn geĂ€nderte UmstĂ€nde vorherrschen (z.B. wenn mehrere Annahmen und ZusammenhĂ€nge, die bei der IFRS 9-EinfĂŒhrung galten aktuell nichtmehr zutreffend sind)
  • Vorsieht, die VerĂ€nderung des Ausfallrisikos (SICR) bezogen auf die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments zu beurteilen.

Bilanzierende mĂŒssen SchĂ€tzungen auf Grundlage der besten verfĂŒgbaren Informationen ĂŒber die Vergangenheit sowie aktuelle und zukĂŒnftige Bedingungen vornehmen. Bei der EinschĂ€tzung kĂŒnftiger Rahmenbedingungen sollen sowohl die COVID-19 Auswirkungen als auch die StĂŒtzungsmaßnahmen der Regierungen BerĂŒcksichtigung finden.

VerĂ€nderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen sollten in den makroökonomischen Szenarien und deren Gewichtung reflektiert werden. Sofern eine BerĂŒcksichtigung der COVID-19 Effekte in den Modellen nicht möglich ist, sind ‚post model overlays or adjustments‘ zu erwĂ€gen.

Angesichts der relativ hohen Unsicherheit im Rahmen der ECL-SchÀtzung kommt der Berichterstattung eine wichtige Bedeutung zur Schaffung von Transparenz zu.

Das IASB ermuntert Bilanzierende die in diesem Zusammenhang durch die Regulatoren veröffentlichten Leitlinien zu berĂŒcksichtigen.

Den IASB Beitrag können Sie hier einsehen: IFRS 9 ECL and Covid-19

EBA gibt ErklĂ€rung zur Anwendung des aufsichtsrechtlichen Rahmenwerkes im Zusammenhang mit COVID-19 Maßnahmen ab

Mit der ErklÀrung beabsichtigt die EBA zu einer konsistenten Anwendung der Regularien zur Default-Definition, Forbearance und IFRS 9 in der EU beizutragen und ruft zur Nutzung der vollen FlexibilitÀt dieser Regularien auf. 

Nach Auffassung der EBA fĂŒhren Moratorien, die nicht schuldnerspezifisch, sondern breiter angelegt sind, nicht automatisch zu einer Klassifizierung als forborne bzw. defaulted und nicht notwendigerweise zu einem Stufentransfer im IFRS 9 ECL-Modell.

Es wird betont, dass bei der Beurteilung ob ein signifikanter Anstieg des Ausfallrisikos vorliegt, 

  • die gesamte Laufzeit des Finanzinstruments, 
  • der erwartete Verlauf des Schocks und 
  • die Frage, ob die KreditwĂŒrdigkeit des Schuldners auf lange Sicht durch diese Krise nicht wesentlich beeintrĂ€chtigt wird

zu betrachten sind. Zudem gilt es sorgfĂ€ltig abzuwĂ€gen, welche Informationen aktuell als „resonable & supportable“ einzuwerten sind.  

Die ErklÀrung der EBA finden Sie unter folgendem Link:

EBA – Statement on the application of the prudential framework regarding Default, Forbearance and IFRS9 in light of COVID-19 measures

BFA-Hinweis zu Wertminderungen von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 im Quartalsabschluss von Banken zum 31.03.2020

Der IDW Bankenfachausschuss (BFA) hat den unter Mitwirkung des IDW Arbeitskreises Finanzinstrumente nach IFRS erarbeiteten fachlichen Hinweis zu den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf Wertminderungen von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 im Quartalsabschluss von Banken zum 31.03.2020 verabschiedet und veröffentlicht.

Der BFA unterstĂŒtzt die von der ESMA im Rahmen des Public Statements „Accounting implications of the COVID19 outbreak on the calculation of expected credit losses in accordance with IFRS 9” veröffentlichten Auffassungen. 

Wesentliche Aussagen sind: 

  • Staatliche Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft sollen bei der Beurteilung eines signifikanten Anstiegs des Kreditrisikos berĂŒcksichtigt werden und sollten nicht bereits alleine dazu fĂŒhren, dass ein Stufentransfer vorgenommen wird. 
  • Im Falle eines Zahlungsverzugs von grĂ¶ĂŸer 30 Tagen ist sorgfĂ€ltig zu prĂŒfen, ob die Vermutung eines signifikanten Anstiegs des Kreditrisikos widerlegt werden kann.
  • Bei GewĂ€hrung eines ZugestĂ€ndnisses in Folge der Corona-Pandemie ist unter BerĂŒcksichtigung aller Fakten und UmstĂ€nde zu wĂŒrdigen, ob es sich um eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos handelt oder nur ein temporĂ€rer LiquiditĂ€tsengpass vorliegt. Im letzteren Fall ist kein Stufentransfer vorzunehmen.
  • Auf langfristige stabile Szenarien soll ein höheres Gewicht gelegt werden und somit kurzfristige Entwicklungen nicht ĂŒbergewichtet werden.  
  • Öffentliche Garantien: Der Wert von Sicherheiten oder das Schlagendwerden einer Garantie haben keine Auswirkung auf die signifikante Erhöhung des Kreditausfallrisikos. Öffentliche Garantien sind grundsĂ€tzlich im Rahmen der Bemessung der erwarteten Verluste zu berĂŒcksichtigen. Die konkreten bilanziellen Folgen hĂ€ngen allerdings von der genauen Ausgestaltung der öffentlichen Garantien ab.
  • Vertragsmodifikationen: Es ist sorgfĂ€ltig zu analysieren, ob die staatlichen Stabilisierungsmaßnahmen zu einer Modifikation eines Finanzinstruments fĂŒhren mit der Folge, dass dieses – sofern substanziell – auszubuchen und als neues Finanzinstrument wieder angesetzt werden mĂŒsste.

Den fachlichen Hinweis des BFA finden Sie unter folgendem Link: https://www.idw.de/idw/idw-aktuell/auswirkungen-der-coronavirus-pandemie-auf-wertminderungenvon-finanzinstrumenten-nach-ifrs-9-im-quartalsabschluss-von-banken-zum-31-03-2020–fachlicher-hinweis-des-idw-/122896

Die Veröffentlichung der ESMA vom 25. MÀrz 2020 erreichen Sie hier: https://www.esma.europa.eu/press-news/esma-news/esma-issues-guidance-accounting-implications-covid-19

 

Ihre Ansprechpartner:

Judith Gehrer
Tel: +49 175 5860054
judith.gehrer@pwc.com

Joachim Krakuhn
Tel: +49 175 9368663
joachim.krakuhn@pwc.com

Peter SchĂŒz
Tel: +49 151 14261208
peter.schuez@pwc.com

 

Auswirkungen von COVID-19 auf Bilanzierung und Berichterstattung

Die COVID-19 Pandemie stellt Unternehmen vor weitreichende Herausforderungen. FĂŒr Banken ergeben sich auch wesentliche Auswirkungen auf die Bilanzierung und Berichterstattung.

Im folgenden Beitrag „PwC’s Banking Spotlight“ haben wir die Top 5 Bilanzierungsthemen fĂŒr Banken beleuchtet:

  • Risikovorsorge-Ermittlung
  • Identifikation eines „significant increase in credit risk“ (SICR)
  • Modifikationen und Forbearance
  • Berichterstattung
  • StĂŒtzungsmaßnahmen der Regierung

Sprechen Sie uns an. Gerne erörtern wir die Implikationen fĂŒr Ihr Haus mit Ihnen.

Ihre Ansprechpartner:

Judith Gehrer
Tel: +49 175 5860054
judith.gehrer@pwc.com

Joachim Krakuhn
Tel: +49 175 9368663
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Peter SchĂŒz
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Die neuen Regelungen des IDW RS BFA 7

Am 8. Februar 2020 hat der Bankenfachausschuss (BFA) des Instituts der WirtschaftsprĂŒfer (IDW) die finale Fassung des IDW RS BFA 7 veröffentlicht (BFA 7). Dieser konkretisiert das Vorgehen zur Ermittlung einer Risikovorsorge fĂŒr vorhersehbare, noch nicht individuell konkretisierte Adressenausfallrisiken im KreditgeschĂ€ft (Pauschalwertberichtigung) im handelsrechtlichen Jahresabschluss von Kreditinstituten. FĂŒr die Bilanzierenden stellen sich in diesem Kontext u.a. die nachfolgend aufgefĂŒhrten Fragen:

  • Wer hat die neuen Regelungen des BFA 7 zu berĂŒcksichtigen und ab wann sind sie anzuwenden?

Relevant sind die Vorgaben in erster Linie fĂŒr Kreditinstitute, die unter die Definitionen des § 1 KWG fallen. Erstmalig anzuwenden ist BFA 7 fĂŒr GeschĂ€ftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2021 beginnen und damit, bei IdentitĂ€t von Kalenderjahr und GeschĂ€ftsjahr, erstmalig im FinRep-Reporting zum 31. MĂ€rz 2022. Eine vorzeitige Anwendung ist zulĂ€ssig.

  • Wie bestimmen sich sachlicher Anwendungsbereich und Bemessungsgrundlage?

Anzuwenden sind die Regelungen auf die Bilanzposten Forderungen an Kreditinstitute und Kunden (§§ 14, 15 RechKredV). DarĂŒber hinaus fallen auch Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen (§§ 26, 27 RechKredV) in den sachlichen Anwendungsbereich, soweit mit ihrer Inanspruchnahme ernsthaft zu rechnen ist.
Die Bemessungsgrundlage fĂŒr die Berechnung der Pauschalwertberichtigung ist der handelsrechtliche Buchwert bzw. Verpflichtungsumfang der GeschĂ€fte. Stille oder offene Vorsorgereserven fĂŒr allgemeine Bankrisiken (i.S.d. §§ 340f und 340g HGB) mindern die Bemessungsgrundlage nicht.

  • Welche Regelungen und Vereinfachungen enthĂ€lt BFA 7? 

BFA 7 stellt zunĂ€chst GrundsĂ€tze dar, die bei der Ermittlung der Risikovorsorge zu berĂŒcksichtigen sind. Ein zentraler Grundsatz besteht darin, dass die Pauschalwertberichtigung die erwarteten Verluste ĂŒber die gesamte Restlaufzeit (ELL) der im Anwendungsbereich befindlichen GeschĂ€fte berĂŒcksichtigen soll. Zu deren Ermittlung beschreibt BFA 7 keine konkrete Methode, sieht aber vor, dass das Vorgehen nicht hinter die im internen Risikomanagement verwendeten Methoden zurĂŒckfallen darf. Daneben werden weitere GrundsĂ€tze formuliert. 

Sofern der Bilanzierende aus dem Kreditisikomanagement ĂŒber eindeutig identifizierbare BonitĂ€tsprĂ€mien verfĂŒgt, muss er diese – sofern das Anrechnungsverfahren zur Anwendung kommt – dem erwarteten Verlust ĂŒber die Restlaufzeit gegenĂŒberstellen. Es ist zulĂ€ssig dies zu tun, wenn die KreditrisikoprĂ€mien zwar nicht in der Steuerung verwendet, aber eindeutig ermittelt werden können.

  • Welche Bewertungsvereinfachungen enthĂ€lt BFA 7? 

Als Bewertungsvereinfachung dĂŒrfen die Bilanzierenden auf Basis der Annahme einer Ausgeglichenheit zwischen BonitĂ€tsprĂ€mein und erwartetem Verlust im Zugangszeitpunkt vereinfachend den 12-Monats-Expected Loss (12-M-EL) als Pauschalwertberichtigung berĂŒcksichtigen. 

Im Rahmen der Folgebewertung muss geprĂŒft werden, ob diese Annahme immer noch Bestand hat bzw. ist nachzuweisen, dass keine deutliche Risikoerhöhung seit Kreditvergabe eingetreten ist. Ist dies nicht erfĂŒllt, ist das Grundmodell anzuwenden; also eine SchĂ€tzung des erwarteten Verlust ĂŒber die Restlaufzeit (ggf. – sofern die Voraussetzungen erfĂŒllt sind – unter BerĂŒcksichtigung der Gegenrechnung von KreditrisikoprĂ€mien). Um dies zu gewĂ€hrleisten muss eine entsprechende Analyse implement werden. Ebenso muss es dem Bilanzierenden möglich sein, das Grundmodell anzuwenden, da a priori nicht bestimmt werden kann, ob die erforderlichen  Nachweise fĂŒr die Beibehaltung der Bewertungsvereinfachung immer fĂŒr den gesamten Bestand gelingen. 

Als weitere Bewertungsvereinfachung darf auch die IFRS-9-Methodik fĂŒr die Stufen 1 und 2  ĂŒbernommen und auf die HGB-Bemessungsgrundlage angewendet werden. Diese vom IDW als Vereinfachung bezeichnete Methodik dĂŒrfte nur fĂŒr IFRS-Bilanzierer eine Vereinfachung darstellen, auch wenn sie allen Bilanzierenden zugĂ€nglich ist. Insgesamt ergeben sich danach die folgenden AnsĂ€tze zur Ermittlung der Pauschalwertberichtigung:

  • Ist es möglich, innerhalb eines Instituts auch verschiedene Verfahren anzuwenden?

Ja, BFA 7 gewĂ€hrt grundsĂ€tzlich Methodenfreiheit. Demzufolge kommen auch unterschiedliche Methoden in Betracht, wenn dies entsprechend begrĂŒndet werden kann.

  • Welche praktischen Auswirkungen ergeben sich? 

ZunĂ€chst gilt es zu entscheiden, ob eine der im BFA 7 genannten Bewertungsvereinfachungen oder ein anderes Verfahren (unter Beachtung des Grundmodells) angewendet werden soll. Relevant ist in diesem Kontext u.a. die Frage, ob verlĂ€sslich ermittelbare BonitĂ€tsprĂ€mien zur VerfĂŒgung gestellt werden können. In diesem Fall kommt die Anwendung des Anrechnungsverfahrens in Betracht. Dieses fĂŒhrt erwartungsgemĂ€ĂŸ zu einer vergleichsweise geringen Pauschalwertberichtigung, stellt aber auch höhere Prozessanforderungen. FĂŒr IFRS-Bilanzierer kann auch die Anwendung der IFRS-9-Methodik im HGB-Abschluss relevant sein, um von Ă€hnlichen  Prozessen zu profitieren und die Risikovorsorge nach HGB und IFRS anzugleichen. 

Insgesamt gilt es die folgenden Aspekte gegeneinander abzuwĂ€gen und darauf basierend die Entscheidung fĂŒr ein Umsetzungsvorgehen zu treffen: Implementierungsaufwand, laufende Prozesskosten, Ergebniseffekte und Auswirkungen auf das (regulatorische) Eigenkapital. 


Eine detaillierte Darstellung der neuen Vorgaben und deren Implikationen haben wir in unserem Beitrag Pauschalwertberichtigungen fĂŒr latente Adressenausfallrisiken im handelsrechtlichen Jahresabschluss von Kreditinstituten – Die neuen Regelungen des IDW RS BFA 7 vom MĂ€rz 2020 in der IRZ – Zeitschrift fĂŒr Internationale Rechnungslegung vorgenommen
(IRZ, Heft 3, 2020).

 

 

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