Kategorie: Allgemein

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Neue IFRS-Regeglung zur Saldierung (Financial Asset and Liability Offsetting)

Das IASB hat am 16. Dezember neue Anwendungshinweise (Application Guidance) zu den Verrechnungsvorschriften des IAS 32 „offsetting financial assets and liabilites“ veröffentlicht. Die bisherigen Voraussetzungen für die Verrechnung bleiben unverändert, sie wurden nur um Erläuterungen für die praktische Abwicklung ergänzt. Um die Vergleichbarkeit mit den US-amerikanischen Regelungen zu erleichtern (siehe Beitrag vom 30. Juni 2011), wurden in diesem Zusammenhang zusätzliche Offenlegungsanforderungen formuliert, die im IFRS 7 aufgenommen sind. Die Änderungen im IAS 32 sind retrospektiv (Anpassung der Vergleichszahlen) für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2014 verpflichtend anzuwenden. Die begleitenden IFRS 7 Offenlegungspflichten gelten aber schon für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2013.

Die neuen Anwendungshinweise erläutern die beiden Voraussetzungen des IAS 32.42 zur Verrechnung:

  1. Kriterium des „jederzeit rechtlich durchsetzbaren Anspruchs zur Verrechnung“: Für eine Saldierung eines finanziellen Vermögenswerts und einer finanziellen Verbindlichkeit darf der Verrechnungsanspruch nicht abhängig sein von zukünftigen Ereignissen und muss auch im Falle von Zahlungsunfähigkeit, Insolvenz und Konkurs des Geschäftspartners Bestand haben. Bei dieser Würdigung müssen die jeweiligen landesspezifischen rechtlichen Bestimmungen berücksichtigt werden.
  2. Kriterium der „Absicht zur gleichzeitigen Abwicklung“: Werden Transaktionen mit Finanzinstrumenten über Abwicklungssysteme (z.B. ein Clearinghaus) abgewickelt, erfordert eine Verrechnung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten, dass die Transaktion ohne Entstehung von Kredit und Liquiditätsrisiken und innerhalb eines Abwicklungsprozess oder  zyklus stattfindet. 

Nach den neuen Offenlegungsvorschriften des IFRS 7 sollen sowohl die Bruttobeträge vor Verrechnung als auch die Nettobeträge nach Verrechnung gemäß IAS 32.42 angegeben werden. Darüber hinaus müssen auch solche Finanzinstrumente angegeben werden, deren Abwicklung ein rechtlich durchsetzbares Masternetting-Arrangement bzw. eine vergleichbare Vereinbarung zugrunde liegt, die aber die Voraussetzungen für eine Verrechnung nach IAS 32.42 nicht erfüllen. Die Darstellung ist in geeigneter Form (z.B. tabellarisch) getrennt für Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu machen, wobei eine Zusammenfassung zu Klassen, Kontrahenten oder ähnlichem möglich ist.

Änderungen des IAS 1 und IAS 19

Änderungen des IAS 1 zum Ausweis der Gesamtergebnisrechnung

Das IASB hat am 16. Juni ein Amendment zu IAS 1 „Darstellung von Posten des Sonstigen Ergebnisses (other comprehensive income OCI)“ verabschiedet. Danach wird zukünftig – entgegen anderslautender Entwürfe – weiterhin das Wahlrecht bestehen, die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) und das Sonstige Ergebnis (OCI) entweder gemeinsam gemäß dem „Single Statement Approach“ oder getrennt voneinander gemäß dem „Two Statement Approach“ darzustellen. Der Ausweis von Bestandteilen des Sonstigen Ergebnisses, die in Folgeperioden in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden und von Bestandteilen, die nicht umgegliedert werden, soll nunmehr getrennt erfolgen. Die Änderungen sind für Geschäftsjahre beginnend ab dem 1. Juli 2012 verpflichtend anzuwenden.

Änderungen des IAS 19 zur Bilanzierung von Leistungen an Arbeitnehmer

Am 16. Juni wurden die Änderungen zum IAS 19 veröffentlicht (siehe mein Blogbeitrag vom 10. Juni). Die Änderungen sind für Geschäftsjahre beginnend ab dem 1. Januar 2013 verpflichtend anzuwenden.

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