Kategorie: IBOR Reform

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IASB finalisiert Phase 1 seines Projekts zur „IBOR-Reform“

Das IASB hat Änderungen an IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 veröffentlicht und damit die Phase 1 des Projekts „Interest Rate Benchmark Reform“ abgeschlossen. Die Vorschläge stehen im Zusammenhang mit der Reform von Referenzzinssätzen (z. B. LIBOR), speziell mit der gegenwärtig bestehenden Unsicherheit darüber, wann und wie die aktuellen Referenzzinssätze ersetzt werden.

Die Änderungen an IFRS 9 und IAS 39 haben zur Folge, dass Hedge-Beziehungen, die ansonsten in Folge dieser Unsicherheit zu beenden gewesen wären, fortzuführen sind. Dies wird dadurch erreicht, dass Unternehmen für Zwecke bestimmter zukunftsgerichteter Beurteilungen unterstellen sollen, dass der Referenzzinssatz, auf dem ein abgesicherter Zahlungsstrom oder die Zahlungsströme eines Sicherungsinstruments basieren, durch die Reform nicht verändert wird. Im Zusammenhang mit den vorgenannten Änderungen an IFRS 9 und IAS 39 wird IFRS 7 um Angabepflichten ergänzt, die insbesondere Art und Umfang der Betroffenheit des Unternehmens von der Reform der Referenzzinssätze betreffen.

Die Änderungen sind überwiegend deckungsgleich mit den Vorschlägen in ED/2019/1 „Interest Rate Benchmark Reform“. Im Vergleich zum ED umfassen die finalen Änderungen insbesondere eine zusätzliche Anpassung an IAS 39, wonach während der Unsicherheit durch die Reform auch solche Sicherungsbeziehungen weitergeführt werden können, deren Effektivität außerhalb der 80-125% Bandbreite liegt (wenn alle anderen Voraussetzungen erfüllt sind).
Die Änderungen sind erstmals für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2020 beginnen, anzuwenden. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung ist möglich.

Die Finalisierung der Änderungen markiert zugleich den Beginn der Phase 2 des Projekts „Interest Rate Benchmark Reform“ (siehe dazu auch unseren Beitrag vom 25.09.2019), während der sich das IASB mit den potenziellen Auswirkungen der tatsächlichen Änderung von Referenzzinssätzen beschäftigen und die Notwendigkeit weiterer Standardänderungen erörtern wird.

IBOR Reform and the Effects on Financial Reporting – Phase 2

Im Fokus des IASB Meetings vom 25. September 2019 standen der vorläufige Umfang der in Phase 2 des IBOR Projekts zu behandelnden Fragestellungen im Zusammenhang mit der Umstellung der Referenzzinssätze sowie ein indikativer Zeitplan inkl. der wesentlichen Diskussionspunkte für zukünftige IASB Meetings.

Eine inhaltliche und zeitliche Zusammenfassung der 2. Phase kann folgender Tabelle entnommen werden:

Zeitpunkt Themengebiet
Oktober 2019 1.    Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten: Modifikationen, SPPI-Kriterium, Geschäftsmodell-Kriterium, Eingebettete Derivate
November 2019 2.    Hedge Accounting: Designation von Hedge-Beziehungen
Dezember 2019

3.    Hedge Accounting (Fortsetzung): Ende der Erleichterungsbestimmungen

4.    Weitere IFRS: Potenzielle Auswirkungen auf andere IFRS-Standards

Januar / Februar 2020

5.    Sonstige/neue identifizierte Probleme

6.    Disclosures: Notwendigkeit für zusätzliche Offenlegungsanforderungen

Das vom Staff vorgeschlagene Vorgehen zur Analyse der aus der IBOR Reform resultierenden Problemstellungen sieht folgende Schritte vor:

  • Identifizierung potenzieller Bilanzierungsprobleme, die auftreten können, wenn ein bestehender Benchmark-Zins reformiert oder durch einen alternativen Benchmark-Satz ersetzt wird;
  • Prüfung, ob die IFRS-Standards eine ausreichende Grundlage bieten, um zu regeln, wie die im Zusammenhang mit der Reform möglicherweise auftretenden Rechnungslegungsfragen zu bilanzieren sind; und
  • Beurteilung, ob die aus der Anwendung der IFRS-Standards resultierende Bilanzierung die nützlichsten Informationen für die Adressaten von Abschlüssen liefern würde.

Der Webcast und die dem Meeting zugrundeliegenden Agenda-Paper können unter folgendem Link abgerufen werden: https://www.ifrs.org/news-and-events/calendar/2019/september/international-accounting-standards-board/

IASB Meeting zur IBOR-Reform am 28.08.2019

Das IASB hat in seiner Sitzung am 28. August 2019 die Vorschläge zu den Änderungen, die aus dem Feedback zum Exposure Draft „ED/2019/1 Interest Rate Benchmark Reform (Vorgeschlagene Änderungen an IFRS 9 und IAS 39)“ in der Juli-Sitzung hervorgegangen sind, besprochen. Zudem hat das IASB eine Entscheidung über das Abstimmungsverfahren hinsichtlich der Änderungen an IFRS 9 und IAS 39 getroffen.

Veröffentlichung der vorgeschlagenen Änderungen an IFRS 9 und IAS 39 (Agenda Paper 14A)

Folgende Entscheidungen wurden durch das IASB vorläufig getroffen:

  • IAS 39 soll um eine Ausnahme zur retrospektiven Bewertung erweitert werden, so dass während der Unsicherheit durch die Reform auch solche Sicherungsbeziehungen weitergeführt werden können, deren Effektivität außerhalb der 80-125% Bandbreite liegt.

Dieser Vorschlag wurde von 10 Mitgliedern des IASB befürwortet, vier Mitglieder stimmten dagegen.

  • Makro-Hedges sollten dahingehend beurteilt werden, ob eine nicht vertraglich festgelegte Risikokomponente separat identifizierbar ist, wenn das abgesicherte Grundgeschäft innerhalb des Makro-Hedges designiert wird. Für ein Grundgeschäft, das innerhalb eines Makro-Hedges designiert wurde, sollte keine Neubeurteilung dahingehend durchgeführt werden, ob die Risikokomponente bei einer späteren Neugestaltung dieses Grundgeschäfts in derselben Sicherungsbeziehung separat identifizierbar ist.

Alle 14 IASB-Mitglieder stimmten dieser Entscheidung zu.

  • Die endgültigen Änderungen an IFRS 9 und IAS 39 sollen sicherstellen, dass für als Grundgeschäfte designierte Gruppen die im ED vorgeschlagenen Vorschriften zum Ende der Anwendung für jedes Grundgeschäft innerhalb der designierten Gruppe gelten.

Alle 14 Mitglieder stimmten dieser Entscheidung zu.

  • Vorgeschlagene Änderungen des Anwendungsbereichs sollten nur insoweit angenommen werden, dass die Ausnahmen lediglich für solche Sicherungsbeziehungen gelten, die direkt von der Unsicherheit auf zinsbenchmark-basierte Cashflows aus der IBOR-Reform betroffen sind. Handelt es sich um Sicherungsbeziehungen, bei denen das Zinsrisiko nicht das einzige abgesicherte Risiko darstellt, beziehen sich die vorgeschlagenen Änderungen lediglich auf IBOR-bezogene Cashflows.

Diesem Vorschlag stimmten alle 14 IASB-Mitglieder zu.

  • Eine Ausnahme von den Offenlegungsanforderungen in Paragraph 28(f) des IAS 8 soll bei der erstmaligen Anwendung der Änderungen gelten. Die Offenlegungsanforderungen zu den im ED vorgeschlagenen Ausnahmen sollen ebenfalls vereinfacht werden, so dass im Anhang des Jahresabschlusses die folgenden Angaben enthalten sein sollten:
    • eine Beschreibung der wesentlichen Benchmark-Zinssätze, denen die Sicherungsbeziehungen ausgesetzt sind;
    • eine Erläuterung, wie der Übergang zur Verwendung eines alternativen Benchmark-Zinssatzes gesteuert wird sowie die Auswirkungen auf die Risikomanagementstrategie;
    • eine Erläuterung der wesentlichen Annahmen oder Ermessensspielräume, die bei der Anwendung der Ausnahmen auf diese Sicherungsbeziehungen im Rahmen der Änderungen zu treffen sind;
    • der Nominalbetrag der Sicherungsinstrumente und das Ausmaß des gesteuerten Risiko-Exposures, das von der Reform betroffen ist.

Von 12 der 14 IASB-Mitgliedern wurden die Vorschläge befürwortet.

Konsultationsprozess und Genehmigung des Abstimmungsverfahrens (Agenda Paper 14B)

Alle 14 Mitglieder des Staffs stimmten zu, die Änderungen an IFRS 9 und IAS 39 nicht erneut zur öffentlichen Kommentierung freizugeben.

IASB veröffentlicht ED zu Phase 1 des IBOR Projekts

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat wie avisiert (siehe Blog-Beitrag vom 20. März 2019) am 3. Mai 2019 den Exposure Draft Interest Rate Benchmark Reform – Proposed amendments to IFRS 9 and IAS 39 (ED/2019/1) zur ersten Phase des IBOR Projekts veröffentlicht.

Der ED/2019/01 ist eine Reaktion des IASB auf die Auswirkungen in der Bilanzierung aufgrund der Umstellung der Benchmark-Zinssätze (z.B. LIBOR und EURIBOR). Er beinhaltet im Wesentlichen Vorschläge zur Anpassung der Hedge Accounting Regelungen des IFRS 9 und IAS 39. Themen, die nach der Umstellung der Benchmark-Zinssätze an Relevanz gewinnen, bspw. Modifikation vs. Abgang von Finanzinstrumenten als Konsequenz aus Vertragsanpassungen, werden vom IASB separat behandelt.

Die folgenden Punkte skizzieren die wesentlichen in IFRS 9 und IAS 39 zu ergänzenden Erleichterungsbestimmungen:

  • Das highly probable Kriterium soll angepasst werden. Bei der Beurteilung der Wahrscheinlichkeit, dass eine geplante Transaktion stattfinden wird, kann davon ausgegangen werden, dass die IBOR-basierten Vertragsbedingungen durch die IBOR-Reform nicht geändert werden;
  • Die prospektive Effektivitätsbeurteilung von Hedge-Beziehungen soll unter der Annahme durchgeführt werden, dass die IBOR-basierten vertraglichen Cashflows aus dem Sicherungsinstrument und dem Grundgeschäft durch die IBOR-Reform nicht verändert werden;
  • Bestehende Hedge-Beziehungen, die eine nicht vertraglich festgelegte IBOR-Risikokomponente absichern, sollen fortgeführt werden, wenn die separate identifiable Anforderung zu Beginn der Sicherungsbeziehung als erfüllt galt, auch wenn die Anforderung zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr erfüllt wird.

Die vorstehenden Erleichterungsbestimmungen sollen die Fortführung von bestimmten Hedge-Beziehungen ermöglichen, die ansonsten aufgrund von Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Umstellung der Benchmark-Zinssätze ggf. beendet werden müssten. Die Anwendung soll verpflichtend sein, bis entweder keine Unsicherheit mehr über den Zeitpunkt und die Höhe der Cashflows besteht oder die relevanten Hedge-Beziehungen beendet werden und zum anderen sowohl für bestehende als auch für neue Hedge-Beziehungen gelten.

Die Kommentierungsfrist für den ED/2019/1 endet am 17. Juni 2019. Die Veröffentlichung des finalen Standards wird für Ende 2019 erwartet, mit verpflichtendem Erstanwendungszeitpunkt zum 1. Januar 2020.

Weitere Informationen finden Sie im PwC In brief: The effect on hedge accounting of the reform of LIBOR and other similar rates.

 

Zwischenergebnisse des IASB-Projekts zur IBOR-Reform

Das International Accounting Standards Board (IASB) beschäftigt sich im IBOR Projekt mit den Auswirkungen des Ersatzes der Benchmark-Zinssätze (z.B. LIBOR und EURIBOR). Die Änderung dieser Zinssätze kann erhebliche Auswirkungen auf die Bilanzierung haben. Diesbezüglich hat das IASB diverse Meetings abgehalten und entschieden, in einem ersten Schritt die kurzfristigen Auswirkungen auf das Hedge Accounting zu behandeln. Eine Übersicht über das IASB Projekt finden Sie hier (https://www.ifrs.org/projects/work-plan/ibor-reform-and-the-effects-on-financial-reporting/).

Die folgenden Punkte stellen die wichtigsten Entscheidungen der IASB-Meetings im Februar und März 2019 dar:

  • Bezüglich des highly probable-Kriteriums beim Cash Flow Hedge Accounting sollen Erleichterungen gewährt werden, um die Auswirkungen von Unsicherheiten (Zeitpunkt und genaue Ausgestaltung der neuen IBORs) zu verringern. Insbesondere soll der Bilanzierende für Zwecke der Beurteilung der Wahrscheinlichkeit, dass eine forecast transaction eintreten wird, davon ausgehen, dass die IBOR-basierten Vertragsbedingungen unverändert bleiben.
  • Die Beurteilung ob eine wirtschaftliche Beziehung zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft besteht (IFRS 9) bzw. die prospektive Beurteilung der Effektivität (IAS 39), soll auf der Grundlage der gegenwärtigen vertraglichen Cashflows aus dem Sicherungsinstrument und dem Grundgeschäft vorgenommen werden.
  • Die Erleichterungen sind obligatorisch anzuwenden bis keine Unsicherheiten (Zeitpunkt und Betrag der Cash Flows) bestehen bzw. maximal bis zur Beendigung der Sicherungsbeziehung.

Das IASB plant die Veröffentlichung eines Exposure Drafts im zweiten Quartal 2019 mit einer sich anschließenden 45-tägigen Kommentierungsfrist. Die geplanten Änderungen sollen im Januar 2020 in Kraft treten.

Zins-Benchmark-Reformen und die Auswirkungen auf die Bilanzierung

Gegenwärtig unterliegen die bisher verwendeten Zins-Benchmarks wie EONIA, EURIBOR und LIBOR einem Reformprozess, an dessen Ende modifizierte und neue Benchmarks sowie eine veränderte Produkt- und Zinsmanagement-Welt stehen werden. Getrieben ist dieser Reformprozess durch die Regulierung (EU-Benchmark-Verordnung mit Ablauf der Übergangsfrist zum 31. Dezember 2019) und die Notwendigkeit, eine Lösung dafür zu finden, dass der unbesicherte Interbanken-Geldmarkt, dessen Renditen die bisherigen Indizes abbilden sollen, nicht mehr hinreichend liquide ist, um ausreichend transaktionsbasierte Daten zu liefern.

Wie der Zielzustand der Produkt- und Zinsmanagement-Welt nach Abschluss der Übergangszeit aussehen wird, ist noch nicht in jeder Hinsicht absehbar, zumal die Anpassungen in den Produktwelten nicht koordiniert erfolgen. Es liegt im Bereich des Möglichen, dass sich in den Märkten für Kassa-Instrumente und derivative Instrumente unterschiedliche Lösungen entwickeln, mit der Folge des Entstehens von Zins-Basisrisiken, wo bisher keine waren.

Im Zusammenhang mit den begonnenen und noch bevorstehenden Veränderungen stellen sich zahlreiche Bilanzierungsfragen:

Bewertungsfragen

  • Wie lange können zinsvariable Cashflows, die auf den alten Indizes basieren, noch ausgerollt, d.h. die nötigen Forward-Zinssätze noch aus liquiden Kurven abgeleitet werden, und wie ist vorzugehen, wenn dies nicht mehr möglich ist?
  • Wie lange sollen die bisher verwendeten Bewertungskurven noch für die Fair-Value-Ermittlung (einschließlich Notes-Fair-Values) verwendet werden bzw. ist ein Wechsel auf neue, liquidere Kurven geboten?
  • Folgefrage: (Wie) kann das Entstehen einer Fair-Value-Sprungstelle im Moment des Wechsels der Kurven vermieden werden? Oder ist eine solche Sprungstelle sachgerecht?
  • Gibt es Bewertungen jenseits der Finanzinstrumente, in denen die Bewertungskurven auszutauschen oder anzupassen sind, weil bisher Swapsätze in diese Bewertungen eingeflossen sind (Rückstellungen, Leasing, etc.).
  • Für Häuser, die in ihrer Finanzberichtserstattung alternative Performance-Measures (Non-GAAP-Financial-Measures) verwenden: Wann werden bezüglich dieser Messgrößen die Bewertungskurven gewechselt und wie gestaltet sich der Umgang mit einer Sprungstelle?

Modifikations-/Abgangs-/Klassifizierungsfragen

  • Wann liegt bei zinsvariablen originären oder derivativen Produkten, die im Zuge der Reformen angepasst werden, bilanziell ein Abgang- und Neuzugang und wann eine Modifikation ohne Abgangsfolge vor?
  • Ändern sich die Einstufungen in der dreistufigen Fair-Value-Hierarchie in Folge der Verringerung der Liquidität bezogen auf alte Kurven von Level 2 auf Level 3?

Hedge-Accounting-Fragen

  • Bei Cash-Flow-Hedges von zinsvariablen Zahlungsströmen, deren Kupons an die alten Indizes geknüpft sind, stellt sich die Frage, wie lange diese Zahlungsströme der Höhe nach noch verlässlich bestimmt werden können bzw. ggf. noch grundsätzlicher die Frage, wie lange diese Zahlungsströme hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit noch als hochwahrscheinlich eingestuft werden können.
  • Bei Fair-Value-Hedges stellt sich die Frage, ob und wann der Austausch des Hedged Risk von der bisher verwendeten Swapkurve (z.B. 3M- oder 6M-basierte-Swapkurve) zu Gunsten von einer der neuen Kurven erfolgen sollte bzw. muss, mit der Folgefrage, ob ein solcher Wechsel in einer fortlaufenden Hedge-Designation möglich ist oder zwingend eine Neu-Designation erfolgen muss.
  • Sofern produktseitige Anpassungen bei Produkten mit variablen Zinsen (einschließlich Swaps) bilanziell zu einem Abgang und Neuzugang führen, stellt sich die Frage, ob Hedge-Accounting in dieser Situation stetig fortgesetzt werden kann oder ob das Board hierfür eine Ausnahmeregelung schaffen muss (ähnlich wie dies im Jahr 2013 beim Übergang auf das OTC-Clearing geschehen ist).
  • Ggf. entsteht ein Bedarf an ganz neuen Hedge-Accounting-Lösungen (z.B. für Zins-Basis-Swaps, die als Overlay zu den variablen Legs der Zinsswaps oder Cross-Currency-Swaps gehandelt werden, um Zins-Basisrisiken auszusteuern).

Zinsergebnisvereinnahmungsfragen (Effektivzinsmethode)

  • Wenn in der neuen Produktwelt die Höhe von variablen Zinskupons u.U. erst am Ende der Zinsperiode feststeht (weil beispielsweise in der neuen Welt ein 3-Monats-Zinskupon als Höhe des Durchschnitts der Overnight-Zinsen der Periode ermittelt wird), stellt sich die Frage, wie in diesem Fall die in der Bilanz abzugrenzenden Zinsen der Höhe nach bestimmt werden sollen.
  • Sofern die Anpassung eines zinsvariablen Produkts nicht bilanziell als Neuzugang abgebildet wird, stellt sich die Frage, wie die Effektivzinsmethode anzuwenden ist.

Einige dieser Fragestellungen können schon in der Übergangszeit eine Abschlussrelevanz bekommen, z.B. die Fragestellungen zum Cashflow-Ausrollen bei variabel verzinslichen Produkten, zum Austausch von Bewertungskurven zu Gunsten von neuen liquideren Kurven und zum Wechsel des Hedged Risk, andere Fragestellungen werden erst mit bzw. nach dem Wechsel schlagend.

Vor dem Hintergrund der zuvor beschriebenen Entwicklungen und Fragestellungen hat das IASB in seinem Meeting am 12. Dezember 2018 beschlossen,

  • die IBOR & Reference Rate Reform auf das IASB-Standard-Setting-Programm zu nehmen und
  • die Analyse von denjenigen Aspekten, die bereits eine Abschlussrelevanz vor dem eigentlichen Wechsel haben bzw. bekommen können, zu priorisieren und erst anschließend solche Fragestellungen zu analysieren, die erst mit oder nach dem Zeitpunkt des Wechsels schlagend werden.

Das Board ist sich der hohen Komplexität und Dringlichkeit des Themas bewusst und ist sich zudem darüber einig, dass bei diesem Thema eine proaktive und flexible inhaltliche Analyse unter Einbezug der betroffenen Marktteilnehmer erforderlich ist und als einer der nächsten Schritte auch erfolgen wird.

Unsere Experten unterstützen Sie gerne bei der Vorbereitung auf die anstehenden Änderungen. Sprechen Sie uns an.

Judith Gehrer, Peter Flick, Joachim Krakuhn und Peter Schüz

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