Kategorie: IFRS 9

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IFRS für Banken – die 6. Auflage ist da

Das Praxishandbuch „IFRS für Banken“ ist jetzt in der 6. Auflage im Bank-Verlag erschienen.

Im Mittelpunkt des branchenbezogenen Handbuchs stehen unverändert die Vorschriften zur Erfassung und Bewertung von Finanzinstrumenten. Die Kommentierung erfolgt erstmals unter Zugrundelegung der neuen Vorschriften des IFRS 9. Darüber hinaus erfolgt, wie in den Vorauflagen bewährt, eine postenbezogene Darstellung und Kommentierung der Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften für Kreditinstitute. Wegen der zahlreichen neuen Standards wurden diese Kapitel gegenüber der vorangegangenen Auflage vollständig überarbeitet. Dies gilt auch für die Vorschriften zur Konsolidierung (IFRS 10 bis IFRS 12) und zur Umsatzrealisierung (IFRS 15).

Die weiteren Kapitel umfassen die Darstellung der Rahmenbedingungen der internationalen Rechnungslegung und einen Überblick über die neuen Bilanzierungsvorschriften für Leasingverträge (IFRS 16) und Versicherungsverträge (IFRS 17).
Zahlreiche Abbildungen und Beispiele erleichtern die Lesbarkeit und erhöhen den Praxisbezug.

Das Buch kann beim Bank-Verlag bestellt werden.

GPPC: Risiko wesentlicher Fehldarstellungen aus Schätzungen der erwarteten Kreditverluste

Die Implementierung und Anwendung von Expected Credit Loss-Modellen stellt eine der größten Herausforderungen für Banken bei der Umsetzung der IFRS-9-Anforderungen dar.

Das Global Public Policy Committee (GPPC) – ein Netzwerk der weltweit sechs größten Wirtschaftsprüfungsinstitute – nahm dies in ihrer kürzlich veröffentlichten Publikation zum Anlass, um Banken für dieses Thema zu sensibilisieren sowie einen hohen Qualitätsstandard bei der Bilanzierung erwarteter Kreditverluste zu fördern. Die Publikation „The Auditor’s Response to the Risks of Material Misstatement Posed by Estimates of Expected Credit Losses under IFRS 9“  bildet die zweite Veröffentlichung des GPPC zum Thema Wertminderungsvorschriften unter IFRS 9 und richtet sich primär an Prüfungsausschüsse systemrelevanter Banken (systemically important banks, „SIBs“).

Die Publikation umfasst insgesamt sieben Themenblöcke sowie eine Liste wesentlicher Key Questions, die als Leitfaden bzw. Diskussionsgrundlage bei der Beurteilung von erwarteten Kreditverlusten herangezogen werden kann.

Die vollständige Fassung sowie eine kurze Zusammenfassung der Publikation des GPPC finden Sie auf PwC Inform.

EBA veröffentlicht Ergebnisse des zweiten Impact Assessments zu IFRS 9

Nachdem die EBA die Ergebnisse ihrer ersten Auswirkungsanalyse (Impact Assessment) zur Implementierung des IFRS 9 bei Kreditinstituten in der EU veröffentlicht hatte, startete sie im November 2016 eine weitere Umfrage, um mehr Einblick zu spezielleren Teilen der Umsetzung zu bekommen. Diese Ergebnisse hat die EBA am 13. Juli 2017 veröffentlicht.

Ziel der EBA ist es, ein besseres Verständnis über den Status der Implementierung des IFRS 9 in verschiedenen Banken, die Auswirkungen auf das regulatorische Kapital sowie für weitere regulatorische Wechselwirkungen und Herausforderungen der Implementierung zu erlangen.

Als Ergebnis der Analyse kann festgehalten werden, dass die qualitativen und quantitativen Ergebnisse aus der ersten Auswirkungsanalyse zur Umsetzung des IFRS 9 bestätigt werden, aber auch neue Herausforderungen aufgetreten sind. Die wesentlichen Ergebnisse der zweiten Auswirkungsanalyse lassen sich in den folgenden Punkten zusammenfassen:

  • Im Vergleich zur ersten Auswirkungsanalyse haben die Kreditinstitute weitere Fortschritte bei der Implementierung des IFRS 9 erzielt, einige komplexere Sachverhalte sind jedoch noch in Bearbeitung.
  • Quantitativ zeigt die Auswirkungsanalyse dass die wesentliche Auswirkung von IFRS 9 aus den neuen Impairment-Vorschriften resultiert. Der geschätzte Anstieg des Risikovorsorgebedarfs aufgrund der Umstellung auf IFRS 9 beträgt ca. 13% verglichen zum aktuellen Risikovorsorgebedarf nach IAS 39. Die CET1-Kennzahlen (Common Equity Tier 1) werden voraussichtlich um 45 Basispunkte sinken. Das ist insgesamt eine geringere Auswirkung als in der ersten Auswirkungsanalyse dargestellt. Dabei erwarten kleinere Institute, die hauptsächlich den Standardansatz für die Messung von Kreditrisiken verwenden, einen größeren Einfluss auf deren Eigenkapitalquoten als größere Banken aus der Stichprobe.
  • Besorgniserregend für die EBA ist das Ergebnis, dass Institute häufig von ihrem Vorhaben einen „Parallel Run von IAS 39 und IFRS 9“ durchzuführen Abstand genommen bzw. den Umfang reduziert haben. Die EBA fordert die Banken auf, ihre neuen Prozesse und Ansätze intensiv zu testen um eine hohe Qualität des Ergebnisses zu erzielen.
  • Den Ergebnissen des Berichtes zufolge verwenden Institute bei der „Expected Loss Model“ Berechnung verschiedene Datenquellen, Prozesse und Modelle. Aufgrund der daraus resultierenden fehlenden Vergleichbarkeit zwischen den Instituten betont die EBA die Bedeutung der Angaben im Anhang. Grundsätzlich stellt die EBA heraus, dass das Reporting eine Schlüsselaufgabe in der Umsetzung des IFRS 9 darstellt.
  • Die EBA stellt fest, dass die meisten Banken noch keinen Validierungsprozess für den ECL haben. Die EBA glaubt, dass ein robuster Validierungsprozess von großer Bedeutung ist um eine hohe Qualität in der Umsetzung des IFRS 9 sicherzustellen.

Die EBA sieht die Fortführung in der Abstimmung mit den Instituten und deren Abschlussprüfern hinsichtlich der aufgetretenen Umsetzungsprobleme als wesentlichen Aspekt der Umsetzung des IFRS 9 und ermutigt die Institute ihre bisherigen Anstrengungen zur Implementierung des IFRS 9 auf einem sehr hohen Qualitätsniveau fortzuführen. Die EBA erwartet zudem dass einzelne Aspekte in der Umsetzung nach der Erstanwendung in 2018 optimiert werden.

Mittel- bis langfristig plant die EBA ein Verständnis zu erlangen wie sich die unterschiedlichen Vorgehensweisen bei der Umsetzung auf die die Ermittlung der Expected Credit Losses auswirken.

Weitere Informationen sowie den Bericht über die Auswirkungsanalyse finden Sie unter folgendem Link:

http://www.eba.europa.eu/-/eba-updates-on-the-impact-of-ifrs-9-on-banks-across-the-eu-and-highlights-current-implementation-issues

Neben der Veröffentlichung der Auswirkungsanalyse hat die EBA eine öffentliche Konsultation zu „Guidelines on uniform disclosure of IFRS 9 transitional arrangements“ gestartet. Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link:

https://www.eba.europa.eu/-/eba-consults-on-guidelines-on-uniform-disclosure-of-ifrs-9-transitional-arrangements

Übernahme der finalen FinRep-Tabellen für IFRS 9 durch EU Kommission

Am 29.06.2017 hat die Europäische Kommission die finalen FinRep-Tabellen für IFRS 9 übernommen. Die Veröffentlichung im EU-Amtsblatt ist noch ausstehend.

Die erstmalige Meldung der IFRS 9 Templates hat zum 31. März 2018 zu erfolgen. Die Tabellen bleiben unverändert zu jenen aus dem finalen Entwurf der EBA vom November 2016 (s. meinen Beitrag vom 1. Dezember 2016).

Die offiziellen Tabellen finden Sie hier auf der Seite der EBA.

Sollten Sie hierzu Fragen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

IASB veröffentlicht ED zur Anpassung von IFRS 9 hinsichtlich negativer Vorfälligkeitsentschädigungen

Nach der Ankündigung im Januar [siehe Blog-Beitrag vom 24. Januar 2017] hat sich das IASB entschlossen, IFRS 9 bzgl. der Klassifizierung von Finanzinstrumenten mit vertraglich vereinbarten Vorfälligkeitsentschädigungen anzupassen. Nach der bisherigen Regelung des IFRS 9 konnten Finanzinstrumente mit einer negativen Vorfälligkeitsentschädigung nur dann zu fortgeführten Anschaffungskosten (oder FVOCI) bilanziert werden, wenn derjenige, der von seinem Kündigungsrecht Gebrauch macht, eine angemessene Entschädigung entrichten muss.

Mit dem am 21. April 2017 veröffentlichten Änderungsentwurf des IASB (ED/2017/3) stimmte das IASB den Schlussfolgerungen des Interpretations Committee betreffend negativer Vorfälligkeitsentschädigungen („Prepayment Features with Negative Compensation“) zu. Dies bedeutet, dass auch im Falle einer Kündigung und einer dadurch verursachten Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung vom Gläubiger an den Schuldner eine Bilanzierung zu fortgeführten Anschaffungskosten (oder FVOCI) möglich ist. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der beizulegende Zeitwert des Kündigungsrechts beim erstmaligen Ansatz des finanziellen Vermögenswerts unwesentlich ist.

Die Änderung soll zeitgleich mit dem Inkrafttreten des IFRS 9 am 1. Januar 2018 verpflichtend anzuwenden sein. Die Kommentierungsfrist des Exposure Drafts endet am 24. Mai 2017.

Weitere Informationen finden Sie hier auf der Seite des IASB.

EBA-Meinung zu den Übergangsvorschriften aufgrund von IFRS 9

EBA äußert ihre Meinung zu den Übergangsvorschriften und der Zuordnung der Risikovorsorge zu SCRA oder GCRA aufgrund der Einführung von IFRS 9

Am 22. November 2016 hat die EU der Implementierung von IFRS 9 und damit der Ablösung von IAS 39 zur Bilanzierung und Bewertung von Finanzinstrumenten zugestimmt. Für die Bewertung von Krediten ist damit auch der Wechsel vom sogenannten „incurred loss“ model zum „expected credit loss“ model (ECL) verbunden. Allerdings besteht die Sorge, dass dieser Wechsel bei der erstmaligen Einführung von IFRS 9 ab Januar 2018 zu ungewollten negativen Auswirkungen auf die Eigenkapitalquoten und damit letztlich auf die Fähigkeit der Banken zur Kreditvergabe führen könnte.

Deshalb hat die European Banking Authority (EBA) am 6. März 2017 ihre Position zu einer möglichen Übergangsvorschrift zur Berücksichtigung der Risikovorsorge nach IFRS 9 in den ersten Jahren nach der Erstanwendung veröffentlicht. Sie nimmt darin unter anderem zu den Vorschlägen der EU Kommission zum Phase-in von IFRS 9 Effekten im Rahmen der aktuellen CRR II Konsultation Stellung. Dabei betont die EBA, dass sie einen statischen Ansatz zur Verteilung des Effektes bevorzugt, da dieser einfacher nachzuvollziehen und umzusetzen ist. Bei einer Umsetzung eines dynamischen Ansatzes, wie ihn die EU Kommission in der CRR II vorschlägt, müssten stringente Anforderungen an die Offenlegung definiert werden, um eine harmonisierte Implementierung und Transparenz sicherzustellen.

Des Weiteren ist die EBA der Meinung, dass der Effekt auf die Risikovorsorge nach IFRS 9 nicht voll neutralisiert werden sollte, wie es aktuell der Entwurf der CRR II vorschlägt. Die EBA empfindet außerdem eine Verteilung des Erstanwendungseffektes über vier Jahre ab Januar 2018 als angemessen, wohingegen fünf Jahre vorgeschlagen wurden.

Laut EBA sollte die Anwendung der Übergangsregelung verpflichtend (baseline regulatory requirement) sein, um eine einheitliche Handhabung zu gewährleisten. Instituten sei es jedoch erlaubt, ihren Erstanwendungseffekt zum 01.01.2018 voll im Eigenkapital zu berücksichtigen. Eine nachträgliche Anwendung der Übergangsregelungen sollte nicht möglich sein. Die Entscheidung zur Nutzung der Übergangsregelung ist offen zu legen.

Die EBA hat in dieser Veröffentlichung außerdem ihre Meinung zur Zuordnung der Risikovorsorge nach IFRS 9 beschrieben. Die Risikovorsorge sollte laut EBA den SCRA zugeordnet werden, da die Risikovorsorge auf bestimmte Einzelgeschäfte zurückzuführen ist.

IFRS 9 Musterabschluss für Banken

PwC hat die Broschüre „IFRS 9 for banks – Illustrative disclosures“ veröffentlicht.

Die Publikation stellt die unter IFRS 9 geänderten Ausweis- und Angabevorschriften am Beispiel einer fiktiven Bank dar.

Neben den Vorschriften zur Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten, den Impairment- und Hedge-Accounting-Angaben enthält das Dokument zusätzliche „Best-Practice“-Beispiele und Hinweise. Die Ausführungen in der Publikation können als Referenz bei der Aufstellung eines IFRS 9 Abschlusses verwendet werden und sind dabei als veranschaulichendes Beispiel zu verstehen.

 

IFRS 9 soll vor Inkrafttreten nochmal angepasst werden

Das IASB hat in seiner Sitzung am 18. Januar 2017 vorläufig entschieden, eine Änderung des IFRS 9 vorzuschlagen. Konkret geht es um die Klassifizierung von Finanzinstrumenten mit vertraglich vereinbarten Vorfälligkeitsentschädigungen.

Die Änderung bezieht sich auf vertraglich vereinbarte symmetrische Zahlungsverpflichtungen für den Fall der vorzeitigen Kündigung eines Finanzinstruments. Diese könnten dann zu amortised cost bzw. FVOCI bilanziert werden. Das bedeutet, dass z.B. bei vorzeitiger Kündigung eines Kreditvertrags ein Ausgleich auch zugunsten des Kreditnehmers denkbar ist und nicht nur eine Vorfälligkeitsentschädigung zugunsten der finanzierenden Bank.

Das IASB schlägt ferner vor, dass diese Änderung zeitgleich mit IFRS 9 zum 1. Januar 2018 anzuwenden sein soll. Das IASB wird in seiner nächsten Sitzung im Februar 2017 die Kommentierungsfrist und den Due Process beraten. Für Ende April ist die Veröffentlichung eines Exposure Draft geplant, und die Änderung des IFRS 9 soll dann bis Ende Oktober 2017 erfolgen.

Das Staff Paper des IASB finden Sie hier: http://www.ifrs.org/Meetings/MeetingDocs/IASB/2017/January/AP03-IFRS-9-FI.pdf

EBA veröffentlicht angepasste IFRS 9 FinRep Tabellen

Nach der Übernahme von IFRS 9 in EU-Recht (siehe Blogbeitrag vom 30.11.2016) hat die EBA am 30. November 2016 die finalen IFRS 9 FinRep Tabellen veröffentlicht. Im Vergleich zu den Entwürfen aus dem Konsultationspapier vom Dezember 2015 wurden einige Anpassungen vorgenommen. Diese beziehen sich u.a. auf

  • den Bruttobuchwert,
  • kumulierte Fair value-Änderungen und
  • Angaben zu ökonomischen Hedge-Beziehungen.

Außerdem wurde die Struktur des Impairmentspiegels (Tabelle F 12.1) angepasst.
Die IFRS 9 FinRep Tabellen sind erstmalig zum Meldestichtag 31. März 2018 zu befüllen.

Auch die nGAAP FinRep Tabellen wurden im Rahmen der IFRS-9-Anpassungen überarbeitet, so dass von den Änderungen alle FinRep-Anwender betroffen sind.

Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link http://www.eba.europa.eu/-/eba-amends-supervisory-reporting-standards-due-to-the-new-ifrs-9.

Entscheidung der EU Kommission: Übernahme von IFRS 9 in EU-Recht

Die EU-Kommission hat entschieden, IFRS 9 Finanzinstrumente in das EU-Recht zu übernehmen. Diese Entscheidung wurde auf der Internetseite der EU-Kommission veröffentlicht (http://ec.europa.eu/finance/company-reporting/index_de.htm). Die Veröffentlichung der Verordnung (EG) Nr. 2016/2067 im EU-Amtsblatt erfolgte am 29. November 2016.

Der neue Standard tritt gemäß der Mitteilung der EU-Kommission am 1. Januar 2018 in Kraft und ersetzt den derzeit geltenden IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung. Eine freiwillige vorzeitige Anwendung ist zulässig. Was das Problem des unterschiedlichen Geltungsbeginns von IFRS 9 und IFRS 17 (dem künftigen Standard für Versicherungsverträge) betrifft, so befürwortet die Kommission die optionale befristete Verschiebung des Geltungsbeginns von IFRS 9 für die Versicherungsbranche.