Kategorie: Reporting

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IFRS Foundation diskutiert über ihr veröffentlichtes Konsultationspapier zur Nachhaltigkeitsberichterstattung

Die Treuhänder der IFRS Foundation haben am 17. November 2020 zwei Webcasts durchgeführt, in denen sie über die Einrichtung eines zentralen Standardsetters für die Regulierung von nichtfinanziellen Informationen diskutiert haben. Basis der Diskussion stellte das im September 2020 von der IFRS Foundation veröffentlichte Konsultationspapier zur Nachhaltigkeitsberichterstattung dar (Consultation Paper on Sustainability Reporting), in dem hinterfragt wird, ob der Markt grundsätzlich den Bedarf für einen zentralen Standardsetter sieht, welche Rolle das IASB dabei einnehmen sollte und wie der Umfang dieser Rolle zu definieren wäre.

Die Treuhänder der IFRS Foundation sind der Auffassung, dass die Errichtung eines “Sustainability Standards Board” (SSB) unter der Schirmherrschaft der IFRS Foundation möglich ist. In Bezug auf die inhaltliche Entwicklung von Standards würde das SSB auf den bereits erarbeiteten Anforderungen anderer Institutionen und Initiativen, wie bspw. TCFD, IIRC, GRI und SASB, aufsetzen und sich insbesondere auf klimabezogene Risiken konzentrieren.

Die konkrete Ausgestaltung einer (verpflichtenden) Ăśbernahme solcher Standards fĂĽr alle IFRS-Anwender soll dabei, vor allem auch in Zusammenarbeit mit Vertretern verschiedener Interessengruppen, zu einem späteren Zeitpunkt genauer ausgearbeitet werden. 

Die Kommentierungsfrist zum Konsultationspapier endet am 31. Dezember 2020. Im ersten Quartal 2021 erfolgt die Analyse der Rückmeldungen sowie die nächste Diskussion der IFRS Foundation Treuhänder. Das Konsultationspapier finden Sie hier.

Regierungsentwurf zu ESEF wurde beschlossen

Umsetzungsgesetz zur Transparenzrichtlinie-Änderungsrichtlinie für ein europäisches einheitliches elektronisches Format (ESEF) für Jahresfinanzberichte

Am 22. Januar 2020 wurde der Regierungsentwurf des Gesetzes zur Umsetzung der Transparenzrichtlinie-Änderungsrichtlinie für ein einheitliches elektronisches Berichtsformat (European Single Electronic Format, ESEF) beschlossen. Danach müssen kapitalmarktorientierte Unternehmen ihre Jahresfinanzberichte in einem einheitlichen elektronischen Format veröffentlichen. Die neuen Formatvorgaben sind erstmals auf Jahres- und Konzernabschlüsse sowie Lage- und Konzernlageberichte anzuwenden, die für das nach dem 31. Dezember 2019 beginnende Geschäftsjahr aufgestellt werden.

Am vorangegangenen Referentenentwurf war insbesondere kritisiert worden, dass es sich durch den Bezug zu ESEF in den sogenannten „Aufstellungsparagraphen“ des HGB bei dem neuen Format nicht um ein reines Offenlegungsformat wie in den anderen EU-Ländern handeln würde. Dieser Bezug, sowie die Pflicht zu einer elektronischen Signatur des Formats, wurden im Regierungsentwurf entfernt.

Der Aufstellungsprozess sowie das Verfahren zur Feststellung des Jahresabschlusses und zur Billigung des Konzernabschlusses bleiben somit unberührt, wie es in der Gesetzesbegründung heißt. Gleichwohl wird zukünftig die Prüfung des Offenlegungsformats durch den Abschlussprüfer im Rahmen der Abschlussprüfung verlangt, der darüber in einem gesonderten Abschnitt des Bestätigungsvermerks berichten muss.

Die berichtenden Unternehmen müssen somit eine ESEF-konforme Offenlegung der Abschlüsse und Lageberichte sicherstellen. Die Offenlegung erfolgt im sogenannten XHTML-Format inklusive einer Auszeichnung („Tagging“) der IFRS-Konzernabschlüsse in der iXBRL-Technologie mithilfe der ESEF-Taxonomie. Diese basiert größtenteils auf der IFRS-Taxonomie und wird analog zu dieser regelmäßig aktualisiert.

Handlungsbedarf

Unternehmen müssen jetzt die ESEF-Taxonomie auf ihre bestehenden Gliederungsstrukturen und Darstellungsformen im Konzernabschluss anwenden. Die fachliche Herausforderung liegt hierbei in der Zuordnung der individuellen IFRS-Abschlusselemente zu den Taxonomie-Elementen, insbesondere wenn diese nicht eindeutig ist. Von der Taxonomie abweichende Bilanzstrukturen, zum Beispiel aufgrund von Bank- oder Versicherungsspezifika, die in der Taxonomie nicht berücksichtigt sind, können dazu führen, dass ein Unternehmen sogenannte Erweiterungen (“Extensions”) zur Taxonomie einführen und eine Verankerung auf ein bestehendes Taxonomie-Element durchführen muss.

Zur Erstellung des elektronischen Formats und zur Unterstützung des Taggings sollte rechtzeitig eine unterstützende Software ausgewählt werden und Auswirkungen auf die bestehenden Berichtsprozesse und erforderliche Anpassungen an Tools, die dafür aktuell im Einsatz sind (z.B. Disclosure Management Tools), analysiert und umgesetzt werden.

Auch die ESMA hat das Thema ESEF in den PrĂĽfungsschwerpunkten fĂĽr die in 2020 durchzufĂĽhrenden PrĂĽfungen kommuniziert. Sie erwartet, dass die betroffenen Inlandsemittenten alle notwendigen Schritte unternehmen, um die neuen ESEF-Anforderungen zeitnah zu erfĂĽllen.

Prüfungsrisiken können durch frühzeitiges Probetagging und Qualitätssicherung minimiert werden.

Den Gesetzestext finden Sie auf den Seiten des Bundesministerium fĂĽr Justiz und fĂĽr Verbraucherschutz (BMJV) https://www.bmjv.de/SharedDocs/Gesetzgebungsverfahren/DE/Format_Jahresfinanzrichtlinie.html

EU-Kommission veröffentlicht ESEF-Verordnung

Im Rahmen der Transparenzrichtlinie aus dem Jahr  2013 wurde die europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) von der europäischen Kommission beauftragt, technische Regulierungsstandards (RTS) fĂĽr ein einheitliches digitales Berichtsformat „European Single Electronic Format“ (ESEF) zu entwerfen.
Ende vergangenen Jahres wurde der Vorschlag der ESMA von der Europäischen Kommission angenommen. Da seitens des Europäischen Rats keine Einwände vorgebracht wurden, tritt die Verordnung ab dem 18.06.2019 in Kraft. Demzufolge sind ab dem Jahr 2020 alle Unternehmen, die Wertpapiere (Aktien oder Schuldverschreibungen) am regulierten Markt emittieren, dazu verpflichtet ihre IFRS-Konzernjahresabschlüsse in dem einheitlichen elektronischen Berichtsformat ESEF zu veröffentlichen. Konkret sieht die ESMA vor, dass alle Abschlüsse in einem XHTML-Format erstellt werden müssen. IFRS-Konzernjahresabschlüsse sind zusätzlich mit iXBRL-Etiketten zu versehen (Tagging), welche auf der IFRS-Taxonomie basieren und eine Maschinenlesbarkeit ermöglichen. Ziel der Verordnung ist es u.a., die Vergleichbarkeit von Abschlüssen mit ggf. unterschiedlichen Strukturen unter Berücksichtigung neuerer technologischer Möglichkeiten zu erhöhen.

Wertvolle Informationen zu den aktuellen ESEF-Entwicklungen finden Sie auf unserer Website

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