Kategorie: Versicherungen

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Insurance Contracts – Update aus den IASB Sitzungen von April bis Juli 2014

Das IASB hat in den letzten Monaten einige vorläufige Entscheidungen getroffen, die zentral für das weitere Vorgehen im Projekt sind.

  • Zum einen hat das IASB die Anforderungen bezüglich der Darstellung des sog. „Insurance contract revenue“ in der P&L (Earned Premium Approach) aus dem Re-ED/2013/7 bestätigt und dabei auch weiterhin den Ausschluss von sog. Investmentkomponenten gefordert. Die gewohnten Informationen zum Prämien-Volumen der jeweiligen Periode erscheinen dabei nicht im Statement of comprehensive income.
  • Zum anderen hat das IASB die Vorschläge des Re-ED/2013/7 zur systematischen Erfassung der vertraglichen Servicemarge (CSM, contractual service margin) in der P&L basierend auf der Service-Erbringung bestätigt.
  • Änderungen wurden unter anderem in der Definition eines Portfolio vorläufig beschlossen: So sollen zukünftig Versicherungsverträge mit einer Deckung für ähnliche Risiken („similar risks“), die zusammen als ein Teilbestand gemanaged werden („managed together as a single pool“), als ein Portfolio behandelt werden. Das zusätzliche Kriterium der ähnlichen Tarifierung bezüglich des versicherten Risikos („priced similarly relative to the risk taken on“), wie im Re-ED/2013/7 noch gefordert, wird dabei wegen einiger Bedenken nicht mehr gestellt. Einerseits wird das Kriterium zur Erreichung des Ziels „verlusterzeugende“ mit profitablen Verträgen nicht zu kombinieren, als zu restriktiv angesehen. Andererseits adressiert es nach Ansicht des IASB Staff nicht ausreichend die Aspekte im Kontext der Folgebewertung der CSM, da das Kriterium nicht zum Erreichen folgender Ziele beiträgt: vollständige Erfassung der CSM in P&L zum Ende des Vertrages sowie Erfassung eines Verlustes bei unvorteilhaften Schätzänderungen, wenn die CSM aufgebraucht ist.
  • Weiter hat das IASB in den Sitzungen am 17. Juni und am 22. Juli 2014 die Behandlung von überschussberechtigten Verträgen aufgegriffen und diskutiert. Dabei wurden noch keine Entscheidungen hinsichtlich der Akzeptanz seitens des IASB bezüglich der Vorschläge aus der Industrie getroffen.

Für nich tüberschussberechtigte Verträge hat das IASB in der Sitzung am 22. Juli 2014 die Anforderung des Re-ED/2013/7 bezüglich der Verwendung der eingelockten Zinsstrukturkurve vom Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zur Bestimmung des Zinsaufwandes für die CSM sowie deren Anpassungen (sog. Unlocking) bestätigt. Der Vorschlag einzelner Board-Mitglieder, ein Wahlrecht zwischen der Verwendung einer solch eingelockten Zinsstrukturkurve und den aktuellen Zinsen für die Accounting Policy zuzulassen, wurde vom IASB abgelehnt.

IASB trifft erste Entscheidungen zum finalen Standard „Insurance Contracts“

Das IASB hat die erhaltenen comment letter zum Re-ED/2013/7 ausgewertet und die inhaltliche Diskussion zur Bilanzierung von Versicherungsverträgen nach IFRS in seiner Sitzung am 18. März 2014 wieder aufgenommen.

In diesem Meeting wurden zwei der fünf wesentlichen Diskussionspunkte des Re-ED diskutiert und hierzu vorläufige Entscheidungen getroffen.

  • Zum einen hat das IASB beschlossen, dass die Servicemarge nicht nur für Änderungen von Zahlungsströmen für künftigen Versicherungsschutz angepasst werden soll. Zukünftig soll auch eine Anpassung für Änderungen in der Risikomarge für künftigen Versicherungsschutz vorgesehen werden.
  • Zum anderen wurde entschieden, dass Versicherungsunternehmen künftig auf Portfolioebene ein Wahlrecht erhalten, nachdem Effekte aus Änderungen in den Diskontierungsraten entweder erfolgsneutral im OCI oder erfolgswirksam in der P&L gezeigt werden können. Zugleich sollen umfangreiche Anhangangaben verpflichtend werden, damit die Nutzer den ausgewiesenen Zinsaufwand verstehen können und somit die Vergleichbarkeit der Abschlüsse nicht beeinträchtigt wird.

Zuvor hatte das FASB in seiner Sitzung am 19. Februar 2014 bereits den Scope seines Projekts zur Bilanzierung von Versicherungsverträgen geändert. Das FASB beabsichtigt, nur ausgewählte Verbesserungen zur Bilanzierung von lang laufenden Verträgen zu beschließen. Die Bilanzierung von kurzlaufenden Verträgen soll unverändert bleiben und nur durch Anhangangaben ergänzt werden. Damit hat sich das FASB de facto von einer Konvergenz mit dem IASB verabschiedet.

IASB veröffentlicht Re-Exposure Draft zur Bilanzierung von Versicherungsverträgen

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat heute einen erneuten Entwurf (Re-Exposure Draft) für die künftige Bilanzierung von Versicherungsverträgen nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) veröffentlicht. Am ersten Vorschlag der Standardsetzer zur Neufassung des IFRS 4 aus dem Jahr 2010 hatte vor allem die Assekuranz umfassende Kritik geäußert. Die Regelungen, die das IASB seinerzeit vorschlug, hätten erhebliche Schwankungen in den Ergebnissen der Versicherungskonzerne bewirkt.

In fünf Kernbereichen hat das IASB seinen ersten Vorschlag aus dem Jahr 2010 überarbeitet, um einer Ablösung des derzeit gültigen IFRS 4 den Weg zu ebnen:

  • Other Comprehensive Income
    Zinsinduzierte Änderungen der versicherungstechnischen Rückstellungen sollen künftig erfolgsneutral erfasst werden; die neuen Vorschriften für die Bilanzierung von Kapitalanlagen nach IFRS 9 wurden entsprechend ergänzt. Dadurch soll das Zusammenspiel von Aktiv- und Passiv-Seite entsprechend dem Geschäftsmodell der Versicherer besser reflektiert und kurzfristige Ergebnisschwankungen vermieden werden.
  • Mirroring
    In diesem Zusammenhang wurde ebenfalls der Vorschlag zur Abbildung des überschussbeteiligten Geschäfts stark diskutiert. Gemäß dem Re-Exposure Draft soll nun der entsprechende Teil der Verpflichtung „gespiegelt“ zu den Kapitalanlagen bewertet werden (sog. „Mirroring“).
  • Unlocking der Contractual Service Margin
    Des Weiteren sieht der Re-Exposure Draft eine Anpassung der Contractual Service Margin (ehemals Residual Margin) bei Schätzänderungen von künftigen Zahlungsflüssen als weitere Maßnahme vor. Die Auflösung der Contractual Service Margin orientiert sich am Schema der Serviceerbringung.
  • Earned Premium Approach
    Im Vergleich zum Margenansatz des Exposure Drafts will das IASB mit dem sogenannten „Earned Premium Approach“ künftig zusätzlich Volumeninformationen in der Gewinn- und Verlustrechnung der Assekuranzen zeigen. Die vorgeschlagene „Earned Premium“ entspricht allerdings nicht den bisher bekannten Kennzahlen der gebuchten Bruttoprämie.
  • Übergangsregelungen
    Der überarbeitete Diskussionsvorschlag des IASB sieht vor, bei der Erstanwendung des finalen Standards das Bewertungsmodell retrosprektiv anzuwenden. Erlaubt werden allerdings Vereinfachungen, um sowohl die Risikomarge als auch die Contractual Service Margin zum Zeitpunkt des Übergangs bestimmen zu können. Zusätzlich soll eine Re-Klassifizierung der Kapitalanlagen nach IFRS 9 möglich sein.

Drei Monate gibt das IASB Zeit für Kommentare und Stellungnahmen zu dem Re-Exposure Draft. Solange haben Versicherer Zeit sich zu äußern, ob die geänderten Vorschläge – auch im Zusammenspiel mit den aufsichtsrechtlichen Anforderungen zur Solvabilität nach Solvency II – praktikabel sind und es ihnen ermöglichen, ihr Geschäftsmodell adäquat in ihren Bilanzen abzubilden.

 

Lesen Sie hierzu auch in unserem Accounting Aktuell Blog

Diskussionen zum Re-Exposure Draft zur Bilanzierung von Versicherungsverträgen weitgehend abgeschlossen

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat in seinem Meeting vom 29. – 31. Januar 2013 mehrere Aspekte der Bilanzierung von Versicherungsverträgen besprochen und diskutiert. Nach den vorläufigen Entscheidungen des IASB sowie des FASB soll das Verteilungsmuster der Erträge in der GuV immer dann prospektiv angepasst werden, wenn die Verteilung der erwarteten Schäden sich ändert.

Zusätzlich wurden die beabsichtigten Übergangsvorschriften zur Erstanwendung des künftigen Standards diskutiert. Hierbei hat das IASB entschieden, dass grundsätzlich eine retrospektive Erstanwendung vorgesehen ist. Es wird allerdings die Vereinfachung geben, dass die Risikomarge zu den Erkenntnissen im Erstanwendungszeitpunkt geschätzt wird und somit keine vollständig retrospektive Anwendung notwendig ist.

Letztendlich hat das IASB mit diesen Entscheidungen alle wesentlichen Teilbereiche abgeschlossen, sodass beim nächsten IASB-Meeting im Februar bereits über die Länge der Kommentierungsfrist entschieden werden soll. Eine Veröffentlichung des Re-Exposure Drafts im 2. Quartal 2013 wird damit immer wahrscheinlicher.

Versicherungsverträge

Das IASB hat in der Woche vom 15. bis 19. Oktober die Diskussionen zur Bilanzierung von Versicherungsverträgen fortgesetzt, wobei mit dem Ausweis von Beiträgen in der Gesamtergebnisrechnung, den Übergangsvorschriften sowie der Bilanzierung von Verträgen mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung drei Themen auf der Agenda standen, die das IASB auch im Re-Exposure Draft zur Kommentierung stellen wird. Daneben wurden Einzelheiten zur Festlegung der Diskontsätze im vereinfachten Bewertungsmodell (Premium Allocation Approach) sowie zum Ansatzzeitpunkt von Finanzinstrumenten mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung besprochen.

Eine wesentliche Entscheidung betraf das Zusammenspiel zwischen IFRS 4 und IFRS 9. Das IASB hat entschieden, dass beide Standards nicht mehr zwingend gleichzeitig erstanwendbar werden. Dies würde für Versicherungsunternehmen de facto zu einer doppelten Erstanwendung von IFRS 9 in 2015 und 2018 (im Zeitpunkt der Erstanwendung von IFRS 4) führen. Im Zeitpunkt der Erstanwendung von IFRS 4 Phase II sollen Versicherungsunternehmen die Möglichkeit erhalten, eine Reklassifizierung ihrer Finanzinstrumente zur Vermeidung von Accounting Mismatches vornehmen zu können.

Daneben hat sich das IASB mit der sogenannten earned premium method zum Ausweis von Volumensgrößen in der Gesamtergebnisrechnung geeinigt. Nach dieser Methode werden die Beiträge in Abhängigkeit des erwarteten Schadenverlaufs auf die Versicherungsperioden verteilt und Sparkomponenten abgetrennt.

Abschließend wurde entschieden, dass es eine vereinfachte Berechnungsmethodik der Residualmarge zum Zeitpunkt des Übergangs geben soll, um eine vollständige retrospektive Anwendung zu vermeiden.

Das IASB wird sich planmäßig wieder in der zweiten und dritten Novemberwoche mit der Bilanzierung von Versicherungsverträgen beschäftigen.

 

Übrigens: alle aktuellen Entwicklungen rund um IFRS für Versicherungen erhalten Sie in unserer Recherche-Applikation CIS. Mehr dazu im CIS Blog.

IFRS 4 Phase II: Richtungsentscheidung zum weiteren Projektvorgehen

Am 26. September 2012 hat das International Accounting Standards Board (IASB) eine Richtungsentscheidung zum weiteren Projektverlauf von IFRS 4 Phase II beschlossen. Noch im vierten Quartal 2012 wird ein Re-Exposure Draft mit eingeschränkter Kommentierungsmöglichkeit erwartet, in dem lediglich wesentliche Abweichungen von den Vorschlägen des ED/2010/8 zur Diskussion gestellt werden. Das IASB hat noch keinen offiziellen Termin für einen endgültigen Standard veröffentlicht. Unter Berücksichtigung einer Kommentierungsperiode von rund vier Monaten rechnet der IASB Staff nun mit einem finalen IFRS 4 frühestens im Mai 2014.

Bereits in den letzten Monaten wurden im IASB mehrere wesentliche Änderungen an dem bisherigen Exposure Draft beschlossen, die das IASB zur Diskussion stellen möchte. Zuvor wird sich das Board noch mit den offenen Themen wie z.B. den Übergangsvorschriften beschäftigen. Zu den aktuellen Entwicklungen und dem aktuellen Stand der Diskussionen informieren wir gerne über unseren Newsletter, der unter http://www.pwc.de/de/newsletter/finanzdienstleistung/newsletter-ifrs-fuer-versicherungen.jhtml abonniert werden kann.

Erneute Anpassung des Zeitplans

Das IASB hat am 26. Juli auf seiner Homepage den Zeitplan zur Fertigstellung des Standards zur Bilanzierung von Versicherungsverträgen erneut angepasst. Demnach soll der Re-Exposure Draft bzw. Review Draft entweder im 4. Quartal 2011 oder erst in 2012 veröffentlicht werden. Bisher war geplant, den Re-Exposure Draft Ende 2011 und den finalen Standard im ersten Halbjahr 2012 zu veröffentlichen.

Für den finalen Standard gibt das IASB mittlerweile kein Zieldatum mehr an. Es bleibt also abzuwarten, bis wann ein finaler Standard zur Bilanzierung von Versicherungsverträgen veröffentlicht wird.

Zeitplan des IASB aktualisiert

Das IASB hat seinen Zeitplan aktualisiert. Die Regelungen zum impairment werden danach vom IASB erneut überarbeitet und bis Ende des Jahres als neuer Entwurf (re-exposure oder review draft) veröffentlicht. Ein Zeitpunkt für die Verabschiedung des endgültigen Standards wird aber nicht mehr genannt.
Die Standards zu Leasing und zu Versicherungsverträgen werden voraussichtlich im ersten Halbjahr 2012 endgültig verabschiedet. Bis Ende des Jahres ist ebenfalls geplant, den Entwurf zum Macro Hedge Accounting und den endgültigen Standard zum Offsetting (Verrechnung von finanziellen Vermögenswerten und Verpflichtungen) zu veröffentlichen.

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