ED/2019/4 zu Änderungen an IFRS 17: Mögliche Diskussionsbereitschaft des IASB

Nach dem Feedback zum Exposure Draft (ED/2019/4) zu Änderungen von IFRS 17 besteht die Möglichkeit der Diskussionsbereitschaft des IASB zu ausgewählten Themen

Am 20. November 2019 tagt das International Accounting Standard Board (IASB) mit dem Ziel, die wesentlichen Ergebnisse der 122 eingereichten Stellungnahmen zum ED/2019/4 zu erörtern und über weitere Vorgehensweisen zu entscheiden.

Diesbezüglich wird durch das Staff das Feedback aus den Stellungnahmen in die folgenden drei Kategorien zusammengefasst:

  1. Vorgeschlagene Änderungen, welche das Staff dem Board empfiehlt zu bestätigen
  2. Sachverhalte, welche aus Sicht des Staffs durch das Board nicht weiter zu betrachten sind
  3. Themen, welche das Staff dem Board zur Klärung vorlegt

Zu den sechs vorgeschlagenen Änderungen, die das IASB Staff als abgeschlossen ansieht, zählen (Link):

  • Vereinfachter Ausweis von Versicherungsverträgen in der Bilanz auf Grundlage von Portfolioebene statt auf Gruppenebene von Versicherungsverträgen
  • Behandlung der CSM, die auf Investment Services bei Versicherungsverträgen mit direkter Überschussbeteiligung entfällt.

Unter die 14 aus Sicht des Staffs nicht weiter zu betrachtenden Sachverhalte fallen unter anderem Themen wie (Link):

  • die Erstellung von Vergleichszahlen zur erstmaligen Anwendung von IFRS 17,
  • die Zahlungsströme innerhalb der Vertragsgrenzen in Zusammenhang mit gehaltenen Rückversicherungsverträgen,
  • der Anwendungsbereich des Variable Fee Approaches im Hinblick auf aktive und passive Rückversicherungsverträge.

Bezüglich der 13 Themen, welche dem Board auf Grundlage des Feedbacks zur Klärung vorlegt werden, nennt das Staff beispielsweise (Link):

  • die Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts von IFRS 17,
  • die Verlängerung einer temporären Befreiung von IFRS 9,
  • die erwartete Wertaufholung der Cashflows i. Z. m. Abschlusskosten,
  • die Behandlung der CSM, die auf Investment Services bei Versicherungsverträgen ohne direkte Überschussbeteiligung entfällt,
  • die Deckung von Verlusten aus zugrunde liegenden Versicherungsverträgen bei gehaltenen Rückversicherungsverträgen,
  • Unternehmenszusammenschlüsse – Verträge, die in ihrer Abwicklungsperiode erworben wurden,
  • Bewertungsparameter bei Zwischenabschlüssen

Darüber hinaus führen einige Teilnehmer in deren Stellungnahmen auch bisher unberücksichtigte Problemstellungen und Umsetzungsfragen an. Um gegebenenfalls Maßnahmen einzuleiten, werden sämtliche Themen, welche bisher nicht Gegenstand der Diskussionen zu IFRS 17 waren, entsprechend analysiert und dem Board in einer zukünftigen Sitzung vorgelegt. Gleichzeitig werden jedoch Bedenken geäußert, dass zum aktuellen Zeitpunkt der Implementierung weitere Änderungen eher nachteilig sein können.

Das Staff weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass mögliche Änderungen weder die Grundprinzipien des IFRS 17 verletzen dürfen, die bereits laufenden Umsetzungen unangemessen beeinträchtigen sollen noch eine weitere Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts zur Folge haben.

Next Steps:

Das IASB wird auf Basis der gelieferten Ausarbeitungen zu den Rückmeldungen hinsichtlich der vom Staff genannten Sachverhalte urteilen und über die nächsten Schritte entscheiden. Das Staff plant, dem Board entsprechende Ausarbeitungen zu einzelnen Fragestellungen in den Sitzungen im Zeitraum von Dezember 2019 bis Februar 2020 vorzulegen. Der gewählte Zeitplan ermöglicht es, das Feedback weiter zu prüfen und die daraus resultierenden Änderungen im Einklang mit dem im Exposure Draft dargelegten Zeitplan bis Mitte 2020 abzuschließen.

Für weitere Informationen können die Sitzungsunterlagen unter nachfolgendem Link aufgerufen werden: https://www.ifrs.org/news-and-events/calendar/2019/november/international-accounting-standards-board/

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