Ergebnisse der Veranstaltung der EFRAG und des DRSC zu aktuellen Themen – Diskussionsforum Financial Instruments vom 9. Mai 2011

EFRAG und DRSC haben interessierte Personen und Organisationen am Montag, den 9. Mai, zu einem Diskussionsforum zu aktuellen IASB-Projekten eingeladen. Als Vertreter des IASB war Frau Elke König anwesend. Interessant und wichtig für alle Bilanzierenden waren die Ausführungen der Vertreter der EFRAG zum Stand des Financial Instrument-Projekts.

IASB Projekt Plan / Zeitplan des EU Endorsement

Die EFRAG wird an ihrem bisherigen Standpunkt festhalten und eine Entscheidung über das Endorsement von IFRS 9 erst nach Abschluss aller drei Phasen treffen. Derzeit ist nur die Phase I zur Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten vom IASB verabschiedet (IFRS 9). Für die Phase II zur Neuregelung der Impairment hat das IASB im Januar 2011 ein ergänzendes Dokument zum ED/2009/12 (Supplement vom 31. Januar 2011; Newsletter IFRS direkt: Wertminderung finanzieller Vermögenswerte) veröffentlicht;  für die Phase III zur Neufassung der Hedge Accounting-Vorschriften liegt ein Entwurf für Teilbereiche des Hedge Accounting vor (Exposure Draft vom 9. Dezember 2010; Newsletter IFRS direkt: Hedge Accounting). Insbesondere die noch offen stehenden Regelungen zum Macro Hedging sind ein Kernpunkt für die Frage des Endorsement.

Hinweis: Ein umfangreiches Newsletter-Archiv findet sich hier im registrierungspflichtigen CIS Client Information System von PwC.

In diesem Zusammenhang hat Frau König (IASB) klargestellt, dass ein einheitlicher Erstanwendungszeitpunkt für alle drei Phasen erwartet wird, ebenso wie ein einheitlicher Zeitpunkt für die Erstanwendung von IFRS 4 (Versicherungen) und IFRS 9. Ein Vertreter der EU konnte sich eine verpflichtende Anwendung frühestens ab dem Jahr 2015 vorstellen.

Phase I Classification and Measurement

Die EFRAG äußert nach wie vor Kritik an den Regelungen zur Trennung von eingebetteten Derivaten (keine Trennung auf der Aktivseite und Trennung auf der Passivseite), zum sog. Recyling-Verbot für realisierte Gewinne aus GuV-neutral bewerteten Eigenkapitalinstrumenten und bei der Frage der Konvergenz mit den entsprechenden FASB-Regelungen. Die EFRAG sieht auch einige Widersprüche zwischen den Regelungen der Phase I und dem Entwurf zu Hedge Accounting. Frau König versicherte aber, dass bei Abschluss aller drei Phasen von Seiten des IASB noch mal eine Gesamtkontrolle hinsichtlich der Konsistenz erfolgt.

Phase II Impairment

Die Fertigstellung des Standards zum Impairment ist aus Sicht des IASB derzeit einer der wichtigsten Schritte. Das Board plant die zentralen Diskussionspunkte bis Ende Juni abzuschließen und dann eine Entscheidung über einen gegebenenfalls zu veröffentlichenden Neuentwurf (Re-Exposure Draft) zu treffen. Die anschließende Diskussion hat gezeigt, dass ein Thema, was die Praktiker besonders beschäftigt, das Erfordernis des sog. floors ist, d.h. einen Mindestrisikovorsorgebestand für das Good Book zusätzlich zu der zeitanteilig zu erfassenden Ausfallerwartung über die Gesamtlaufzeit (vgl. dazu auch unsere Pressemitteilung “ IASB reagiert auf Kritik: Überarbeitete Regelungen zur Risikovorsorgeermittlung veröffentlicht “ vom 31. Januar 2011). Eine schnelle Entscheidung über die zukünftigen Regelungen zum Impairment wäre wünschenswert, da diese Regelungen für Banken von hoher Bedeutung sind.

Phase III Hedge Accounting

Die Mehrheit der anwesenden Praktiker einschl. der EFRAG begrüßen weite Teile des Entwurfs zum Hedge Accounting, insbesondere die Vereinfachungen wie die Abschaffung des retrospektiven Effektivitätstests mit den einzuhaltenden Grenzen von 80 bis 125%. Die Position der EFRAG ist, dass derzeit bestehende regelbasierten Einschränkungen beim Hedge Accounting wie die Absicherung von Inflationsrisiken, Kreditrisiken und sogenannte Sub Libor-Hedges beseitigt werden sollten. Dass bei der Frage der Absicherung von Risikokomponenten die zugrundeliegenden Prinzipien noch mehr herausgearbeitet werden müssten, zeigt auch unsere aktuelle Zusammenstellung zur Abbildung von Sicherungsbeziehungen: Von IAS 39 über § 254 HGB zu IFRS 9 – einen Annäherung an der Risikomanagement für Kreditinstitute (Barz/Weigel, in der IRZ, Heft 5, Mai 2011).

Der ausstehende Entwurf zum Macro Hedging soll im III. oder IV. Quartal 2011 veröffentlicht werden.

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