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IASB/FASB Meeting im Juli: Neues zum Effective Date von IFRS 9, Impairment, Leasing, Hedge Accounting und Offsetting

Erstanwendungszeitpunkt IFRS 9

Das IASB hat beschlossen, die verpflichtende Erstanwendung für IFRS 9 auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2015 beginnen, zu verschieben.

Aufgrund der hierzu erforderlichen Änderung des bestehenden IFRS 9 wird entsprechend den Statuten des IASB ein Exposure Draft veröffentlicht. Der Exposure Draft soll Anfang August 2011 veröffentlicht werden und eine 60-tägige Kommentierungsfrist enthalten.

Aktueller Stand Impairment nach dem Board Meeting am 20. Juli 2011

Im Rahmen des Board Meeting haben IASB und FASB am 20. Juli die Phase II Impairment des IFRS 9-Projekts weiter diskutiert. In diesem Zusammenhang wurden die Fragen aus den Staff Papers 7a (Transfer zwischen Buckets) und 7b (Bucket 1: Measurement) adressiert. Zu den Inhalten der beiden Staff Papers vgl. den Blogeintrag vom 11. Juli 2011.

Transfer zwischen Buckets (Staff Paper 7a)

Es wurde entschieden, dass der Kreditrisiko-Management Approach und damit eine Zuordnung in die einzelnen Buckets in Anlehnung an das interne Risikomanagement der Institute weiter verfolgt werden soll. Der „Event-basierte Approach“ (Vorschlag 1) wurde dagegen als nicht operabel verworfen.

Die Boards einigten sich außerdem auf die Umsetzung des Vorschlags 2b) „Relatives Kreditrisiko-Modell“. Nach diesem Ansatz sind alle originären und gekauften finanziellen Vermögenswerte bei Zugang dem Bucket 1 zuzuordnen und im Falle einer Erhöhung des Kreditrisikos in die Buckets 2 und 3 zu transferieren. Bei der Diskussion wurde die Behandlung von Krediten, die aufgrund von vorherigen Verlusten mit einem Abschlag erworben wurden, ausgeklammert.

Die Entscheidung gegen den Vorschlag 2a) „Absolutes Kreditrisiko-Modell“ wurde insbesondere dadurch begründet, dass dieser Ansatz bei Instituten deren Geschäftsmodell auch risikobehaftetes Geschäft (z.B. gekaufte Subprime Darlehen) beinhaltet, sofort zu einem Day 1 Loss führen würde, da annahmegemäß Subprime Darlehen im „Absolute Approach“ direkt in Bucket 2 gemappt würden. Damit würde das Modell der Anforderung nicht mehr genügen, die Verschlechterung der Kreditqualität angemessen abzubilden.

Bucket 1: Measurement (Staff Paper 7b)

Die Boards stimmten dem Vorschlag des Staff Paper zu, die Berechnung der Risikovorsorge in Bucket 1 so einfach wie möglich zu gestalten, auch wenn dies zu „Bright Line“-Effekten führen könnte.

Impairment Phase II – Juli 2011 IASB/FASB Board Meeting

Neue Wendung im Impairment Projekt

IASB Agenda Paper 7a/7b – FASB Agenda reference 100/101 für das IASB/FASB Meeting am 20. Juli 2011.

Transfers between buckets / Bucket 1 Measurement

Das IASB und FASB werden am 20. Juli die Phase II Impairment weiter diskutieren. Der im Juni-Meeting vorgestellte 3 Bucket Approach soll in Bezug auf die Abgrenzung der Buckets (IASB Agenda Paper 7a) sowie der Risikovorsorgeermittlung in Bucket 1 (IASB Agenda Paper 7b) doch noch einmal eine andere Richtung bekommen.

Transfers between buckets

In dem Paper werden verschiedene Möglichkeiten der Zuordnung von Krediten zu den einzelnen Buckets diskutiert. Die grundsätzliche Zielsetzung einer Bucket-Zuordnung in Bezug auf den Grad der Verschlechterung der Kreditqualität (phases of credit deterioration) wird weiter verfolgt. Jedoch soll eine Zuordnung auf Grundlage von Events, die auf eine Verschlechterung des Kreditrisikos hindeuten, verworfen werden (Approach 1). Stattdessen soll sich die Zuordnung stärker dem Kreditrisikomanagement von Unternehmen annähern (Approach 2a und 2b).

Zeitplan des IASB aktualisiert

Das IASB hat seinen Zeitplan aktualisiert. Die Regelungen zum impairment werden danach vom IASB erneut überarbeitet und bis Ende des Jahres als neuer Entwurf (re-exposure oder review draft) veröffentlicht. Ein Zeitpunkt für die Verabschiedung des endgültigen Standards wird aber nicht mehr genannt.
Die Standards zu Leasing und zu Versicherungsverträgen werden voraussichtlich im ersten Halbjahr 2012 endgültig verabschiedet. Bis Ende des Jahres ist ebenfalls geplant, den Entwurf zum Macro Hedge Accounting und den endgültigen Standard zum Offsetting (Verrechnung von finanziellen Vermögenswerten und Verpflichtungen) zu veröffentlichen.

IASB/FASB Meeting im Juni: Neues zu Leasing, Offsetting und Revenue Recognition

Leasing

Im Juni haben sich das IASB und das FASB besonders mit der Leasinggeberbilanzierung, Subleases und kurzfristigen Leasingverhältnissen befasst.

Leasinggeber

Das IASB und FASB haben sich im Juni mit einem möglichen Single-Approach für den Leasinggeber beschäftigt. Diskutiert wurde die Erfassung einer Leasingforderung und eines Vermögenswerts in Höhe des Restbuchwerts des Objektes, in der Bilanz des Leasinggebers zum Zeitpunkt des Vertragsbeginns.

Subleases

Für Headlease und Sublease Verträge wurde die mögliche Behandlung unter dem Right-of-use Modell näher erörtert. Die Boards konnten sich auf folgende Punkte vorläufig verständigen:

  • Head- und Sublease Verträge sollen als eigenständige Verträge angesehen und behandelt werden.
  • Der zwischenliegende Leasinggeber hat die allgemeinen Bilanzierungsvorschriften des neuen Standards, sowie die für Leasinggeber (Sublease), als auch die für Leasingnehmer einschlägigen Regelungen (Headlease) anzuwenden.
  • Wenn sich die Boards bei der Leasinggeberbilanzierung nicht für einen Single-Approach, sondern z.B. für den Hybrid-Approach entscheiden, dann sollen Leasinggeber in Subleases den anzuwendenden Ansatz (Derecognition oder Purchase Obligation) nach dem Right-of-Use Asset aus dem Headlease ableiten.

 Kurzfristige Leasingverhältnisse

Die aus dem Exposure Draft bekannten Vereinfachungsregelungen, für Leasingverhältnisse mit einer maximalen Laufzeit von 12 Monaten, wurden nochmals bestätigt. Zusätzlich könnte ein Wahlrecht gewährt werden, welches auch den Ansatz kurzfristiger Leasingverträge, nach den allgemeinen Vorschriften des neuen Standards, beim Leasingnehmer ermöglicht. Durch erweiterte Anhangangaben soll dem Bilanzleser vermittelt werden, ob die aktuellen Leasingaufwendungen für kurzfristige Leasingverträge, in der Gewinn- und Verlustrechnung, auch repräsentativ für zukünftige Perioden sind.

Offsetting

Das IASB und das FASB haben drei Alternative zur Saldierung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten besprochen. Das IASB hat – wie im Standardentwurf vorgesehen – folgende Saldierungskriterien vorläufig festgelegt. Danach besteht die Pflicht zur Saldierung eines finanziellen Vermögenswerts und einer finanziellen Verbindlichkeit, wenn

  • ein unbedingter und rechtlich durchsetzbarer Anspruch auf Saldierung jederzeit und auch bei Zahlungunfähigkeit, Insolvenz oder Konkurs vorliegt und
  • das Unternehmen beabsichtigt, entweder den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden Vermögenswerts die zugehörige Verbindlichkeit abzulösen.

Das FASB hat sich aber – entgegen dem Standardentwurf – vorläufig für eine Ausnahme für Derivate mit Sicherheitsleistungen unter Master Netting Agreements ähnlich, wie es zur Zeit nach US GAAP gehandhabt wird, ausgesprochen. Das IASB und FASB werden hierzu detaillierte Notesangaben besprechen, um eine Einigung zu ermöglichen.

Revenue Recognition

Die Besprechungen über das Feedback zum Standardentwurf sind abgeschlossen. Der neue Standard soll retrospektiv angewendet werden, aber es werden Übergangsregelungen mit Vereinfachungsmöglichkeiten enthalten sein. Der überarbeitete Standardentwurf soll im dritten Quartal 2011 veröffentlicht werden.

Änderungen des IAS 1 und IAS 19

Änderungen des IAS 1 zum Ausweis der Gesamtergebnisrechnung

Das IASB hat am 16. Juni ein Amendment zu IAS 1 „Darstellung von Posten des Sonstigen Ergebnisses (other comprehensive income OCI)“ verabschiedet. Danach wird zukünftig – entgegen anderslautender Entwürfe – weiterhin das Wahlrecht bestehen, die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) und das Sonstige Ergebnis (OCI) entweder gemeinsam gemäß dem „Single Statement Approach“ oder getrennt voneinander gemäß dem „Two Statement Approach“ darzustellen. Der Ausweis von Bestandteilen des Sonstigen Ergebnisses, die in Folgeperioden in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden und von Bestandteilen, die nicht umgegliedert werden, soll nunmehr getrennt erfolgen. Die Änderungen sind für Geschäftsjahre beginnend ab dem 1. Juli 2012 verpflichtend anzuwenden.

Änderungen des IAS 19 zur Bilanzierung von Leistungen an Arbeitnehmer

Am 16. Juni wurden die Änderungen zum IAS 19 veröffentlicht (siehe mein Blogbeitrag vom 10. Juni). Die Änderungen sind für Geschäftsjahre beginnend ab dem 1. Januar 2013 verpflichtend anzuwenden.

IASB/FASB Meeting zum Three-Bucket Approach

In dem IASB/FASB Board Meeting vom 15. Juni wurde das Agenda Paper 8 "Three-bucket approach" zu den vorgeschlagenen Leitlinien eines neuen Impairment Modells diskutiert.

Folgende Entscheidungen wurden bezüglich der im Agenda Paper aufgeworfenen Fragen getroffen:

  1. Die Entwicklung eines Impairment Modells auf Grundlage des 3 Bucket Approach wird weiterverfolgt
  2. Der Abgrenzung der einzelnen Buckets in Bezug auf den Grad der Verschlechterung der Kreditqualität (phases of credit deterioration) wurde zugestimmt.Es wurde darauf hingewiesen, dass klare Abgrenzungsregeln (Indikatoren) zwischen den 3 Buckets entwickelt werden müssen. Das FASB betonte, dass insbesondere die Abgrenzung von Bucket 1 und 2 eine der wichtigsten Aufgaben darstellt.
  3. Die Risikovorsorge der den Buckets 2 und 3 zugeordnet Kredite und Wertpapiere, soll in Höhe des erwarteten Verlustes über die Gesamtlaufzeit (expected credit loss over lifetime) gebildet werden.
  4. Über die im Agenda Paper dargestellten drei Alternativen A, B und C in Bucket 1, gab es keine finale Entscheidung für die von der Working Group vorgeschlage Alternative C. Das Board hat der Working Group den Auftrag erteilt, bis zur nächsten Board Sitzung im Juli eine tiefergehende Analyse der Alternative C, insbesondere zu deren praktischen Umsetzbarkeit, vorzunehmen. Bei den Alternativen A und B wurde die notwendigkeit einer höheren Risikovorsorge diskutiert, um den sogenannten cliff effect bei Transfer in Bucket 2 zu reduzieren (z.B. 24 Monats expected loss oder ein Vielfaches des 12 Monats- Expected loss).

Neues Impairment-Modell, neuer IAS 19 und mehr..

Neues Impairment-Modell in Diskussion, neuer IAS 19 und Ergebnisse des Board Meeting Anfang Juni

 

IFRS 9 Impairment

Die Working Group aus IASB und FASB Mitgliedern hat eine alternativen Ansatz für Impairment vorgeschlagen. Dieser ist im Agenda Paper 8 des IASB beschrieben, das am 15. Juni dem Board vorgestellt und beschlossen werden soll. Die Ausarbeitung eines Alternativmodells ist vorgesehen, da die Regelungen des Supplements nur wenig Zuspruch gefunden haben.

Das beschriebene Modell versucht den Lebenszyklus von Krediten zu berücksichtigen, bei denen sich im Zeitablauf die Kreditqualität verschlechtert. Hierfür sind drei Gruppen (Buckets) vorgesehen, in die Kredite je nach Kreditqualität zugeordnet werden.

Zuordnung Bucket 1 (Portfoliosicht):

  • Keine beobachtbaren Ereignisse (observable events), mit direkter Auswirkung auf zukünftig mögliche Ausfälle dieser Kredite.
  • Änderungen in der Ausfallerwartung können sich aufgrund makroökonomischer Einflüsse ergeben, ohne dass eine Zuordnung zu Bucket 2 oder 3 vorgenommen werden muss.
  • Beispiel im Agenda Paper: Allgemeine GDP (Bruttosozialprodukt)-Verschlechterung

Zuordnung Bucket 2 (Portfoliosicht):

  • Es liegen beobachtbare Ereignisse vor, die einen direkten Rückschluss auf die zukünftigen Ausfälle in dem Kreditportfolio zulassen. Identifizierung einzelner ausfallgefährdeter Kredite ist noch nicht möglich.
  • Beispiel im Agenda Paper: Sinkende Häuserpreise in einer Stadt ABC, die einen direkten Rückschluss auf die Kreditqualität von Hypothekenkrediten dieser Stadt haben.

Zuordnung Bucket 3 (Einzelkreditsicht):

  • Umfasst Kredite, für die auf Einzelkreditebene spezifische Informationen über erwartete oder bereits eingetretene Ausfälle vorliegen.
  • Beispiel im Agenda Paper: Identifizierung einzelner ausfallgefährdeter oder bereits ausgefallender Hypothekenkredite der Stadt ABC.

Risikovorsorgeermittlung:

In Bucket 2 und 3 muss zum Bilanzstichtag Risikovorsorge in Höhe der erwarteten Verluste über die Gesamtlaufzeit gebildet sein (lifetime expected credit losses). Veränderungen in der Höhe der Risikovorsorge sind sofort zu erfassen.

In Bucket 1 werden drei mögliche Alternativen für die Berechnung der Risikovorsorge aufgezeigt. Danach muss die Risikovorsorge am Bilanzstichtag in folgender Höhe bestehen:

Alternative A: 12 Monats expected loss. Veränderungen in der Höhe des expected loss sind sofort zu erfassen und nicht über die Laufzeit zu verteilen.

Alternative B: Time proportionate amount. Veränderungen in der Höhe des lifetime expected loss sind zeitanteilig über die Laufzeit zu verteilen (zeitanteilige Erfassung des lifetime expected loss)

Alternative C: Anfänglicher 12 Monats expected loss + sofortige Erfassung von Änderungen in der lifetime expected loss-Erwartung. Die anfängliche Risikovorsorge in Höhe des 12 Monats expected loss ist sofort zu erfassen und ist im Zeitablauf nicht anzupassen. Änderungen des lifetime expected loss sind hingegen sofort erfolgswirksam zu erfassen.

IASB Meeting zum Hedge Accounting (2. Juni)

Vom 31. Mai bis 2. Juni findet wieder ein IASB / FASB Meeting statt.

Zum Hedge Accounting sind auf der IASB-Webseite hierzu drei Agenda-Papiere (8, 9 und 11) verfügbar.

Agenda Item 8: Rebalancing

Thema des Agenda-Punkts ist die Anpassung der Hedge-Ratio zur Minimierung der Ineffektivität (Rebalancing). Nach dem Vorschlag soll das Rebalancing nur noch zulässig sein, wenn die Hedge-Ratio im Risikomanagement angepasst wird, Für eine vom Risikomanagement abweichende Hedge-Ratio für Hedge Accounting müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Die Möglichkeit des "Proactive Rebalancing" soll gestrichen werden (Staff proposal Tz. 56 und 57).

Agenda Item 9: (no) voluntary discontinuation of hedge accounting – clarification

Diskutiert wird die Frage, ob Hedge Accounting freiwillig beendet werden darf. Der Staff-Vorschlag fordert hier klare Regelungen für den Zusammenhang zwischen Risikomanagementzielen und -strategie sowie Anleitungen für die Bilanzierung von Dynamic Hedges und Natural Hedges (Staff ProposalTz 57).

Agenda Item 11: Hedging a forecast purchase of an equity instrument (numerical example)

Der Agenda-Vorschlag enthält ein ausführliches Beispiel zur Absicherung eines geplanten Kaufs eines Eigenkapitalinstruments.

Podcast zum Projektstand IFRS 4

In einem Podcast vom 23. Mai 2011 stellt Warren McGregor, Mitglied des IASB, die aktuellen Entwicklungen in der Entwicklung eines Standards für Versicherungsverträge vor.

Insbesondere werden die aktuellen Entscheidungen zur Risikomarge, zum Unbundling sowie zur Abbildung der erfolgsabhängigen Überschussbeteiligung präsentiert und erläutert.

Auf dem nächsten gemeinsamen Meeting des IASB und FASB am 31. Mai und 1. Juni werden die Diskussionen zu IFRS 4 fortgeführt. Zum Podcast geht es hier.

Live Webcast des IASB

Zum Stand der Phase II (Impairment) und der Phase III (Hedge Accounting) des Financial Instrument-Projekts hat das IASB heute einen Webcast abgehalten.

Folgende Neuigkeiten haben sich ergeben:

Impairment

Bisher haben sich in den Diskussionen zu den Impairment-Entwürfen zwei Ansätze zur Berücksichtigung der erwarteten Ausfälle im Good Book herausgebildet: der IASB-Ansatz (Time proportionate amount: zeitanteilige Erfassung der Ausfallerwartung über die Gesamtlaufzeit) und der FASB-Ansatz (Floor: volle erfolgswirksame Erfassung des erwarteten Verlusts in der vorhersehbaren Zukunft).

Der im Januar veröffentlichte gemeinsame Entwurf von IASB und FASB (supplement) sieht für das Good Book den Ansatz des höheren dieser beiden Beträge vor. Das Feedback der Praktiker zeigt, dass dieses Model zu komplex und das Ergebnis schwer verständlich ist.

Gefordert wird zudem eine Klarstellung bezüglich der Abgrenzung zwischen Good Book und Bad Book und der Definition der vorhersehbaren Zukunft.

Zur weiteren Vorgehensweise wurden dem Board vier alternative Ansätze vorgestellt, wobei sich das Board für die vierte Alternative entschieden hat:

 

  1. Good Book mit zeitanteiliger Verteilung der Ausfallerwartung über die Restlaufzeit ohne Berücksichtigung eines zusätzlichen Floor (IASB-Ansatz)
  2. Sofortige Berücksichtigung der erwarteten Verluste der vorhersehbaren Zukunft (FASB-Ansatz)
  3. Fertigstellung des Projekts auf Basis des Ansatzes im supplement unter Berücksichtigung des erhaltenen Feedback
  4. Entwicklung einer Variation aus den bisherigen Vorschläge unter Berücksichtigung des Feedback zu den bisherigen Entwürfen (Exposure Draft und supplement).

Es wurde eine Sub-Group aus IASB und FASB-Mitgliedern gebildet, die ein Impairment-Modell basierend auf der 4. Alternative entwickeln und dieses im Juni-Meeting des Board vorstellen soll.

Wie geht es weiter?

In Abhängigkeit des Umfangs der Änderungen im Vergleich zu den ursprünglichen Entwürfen wird entschieden, ob ein erneuter Entwurf (Re-Exposure Draft) veröffentlicht wird.

 

Hedge Accounting

Das Feedback zum Entwurf zeigt, dass die Praxis zufrieden ist mit der Annäherung an das Risikomanagement und der Abschaffung der starren Effektivitätsgrenzen des IAS 39. Das Board hat auf Feedback zum Entwurf reagiert und die folgenden Änderungen gegenüber dem Entwurf vorläufig beschlossen:

  • So dürfen Eigenkapitalinstrumente, deren Fair Value-Änderungen im OCI erfasst werden, nunmehr für Hedge Accounting genutzt werden.
  • Die Absicherung einer Layer-Komponente bestehend aus Finanzinstrumenten mit Kündigungsrechten soll jetzt zulässig sein, soweit das Kündigungsrecht bei der Bewertung des Grundgeschäfts berücksichtigt wird.
  • Das bisher in der Bilanz gesondert auszuweisende Line Item für das Hedge Adjustment ist nicht mehr erforderlich und soll durch eine Angabe in den Notes ersetzt werden.

Klargestellt wurde in diesem Zusammenhang, dass Verbindlichkeiten, für die die Fair Value Option genutzt und die Änderungen des eigenen Kreditrisikos im OCI erfasst werden, nicht im Hedge Accounting genutzt werden können.

Die Absicherung von Sub-LIBOR Risiken im Hedge Accounting wird weiterhin abgelehnt.

Zu den Anforderungen an den Effektivitätstest fasste das IASB zusammen, dass eine ökonomische Beziehung zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument bestehen muss, das Grundgeschäft nicht wesentlich dem Kreditrisiko unterliegt und die Hedge Ratio nicht willkürlich oder ergebnisorientiert gewählt werden darf.

Der finale Standard zu den grundlegenden Vorschriften des Hedge Accounting soll im 2. Halbjahr 2011 verabschiedet werden. Eine Veröffentlichung des Entwurfs zum Makro Hedging ist für das 4. Quartal 2011 vorgesehen.