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Kleine Schritte zu einem Makro Hedge Accounting Modell

Am 16. November hat das IASB zwei Modelle für die Abbildung des Makro Hedge Accountings diskutiert. Derzeit fokussiert sich das IASB auf das Beispiel des Zinsrisiko-Managements in der Finanzindustrie und wird im zweiten Schritt andere Risiken und Industrien berücksichtigten. Es wurde keine Entscheidung getroffen und wenig Fortschritte gemacht. Das Board war sich jedoch einig, für zukünftige Diskussionen das 'Valuation Concept' zu verfolgen.

Das Valuation Concept beinhaltet, Sicherungsderivate zum Fair Value through Profit or Loss zu bilanzieren und die abgesicherte Position in der Bilanz anzusetzen – ähnlich zu den bestehenden Vorschriften des IAS 39. Das 'Accrual Concept', in dem die Sicherungsderivate nicht zum Fair Value sondern zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden, soll nicht weiterverfolgt werden. Zur Bewertung der abgesicherten Position gab es keine Aussagen. Die weitere Entwicklung und die zeitliche Planung sind offen.

IASB wird Regelungen zur Klassifizierung und Bewertung nach IFRS 9 erneut überarbeiten

Frankfurt, 15. November 2011 Das IASB hat entschieden, dass wie vom Staff vorgeschlagen, die eigentlich bereits final veröffentlichten Regelungen zu „Klassifizierung und Bewertung“ nach IFRS 9, noch einmal geändert werden. Das IASB hat betont, dass die Anpassungen in einer Form vorgenommen werden sollen, die möglichst geringe Auswirkungen bei jenen Unternehmen verursachen, die bereits intensive Anstrengungen zur Vorbereitung der Anwendung unternommen haben. Ebenso soll durch die neuerlichen Beratungen keine weitere Verzögerung im IFRS 9-Gesamtprojekt verursacht werden.

IASB berät über Änderungen an den IFRS 9-Regelungen zur Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten

Das IASB wird in seiner Sitzung am 15.11.2011 darüber beraten, ob an den Regelungen des IFRS 9 zur Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten punktuelle Anpassungen vorgenommen werden sollen. Zunächst soll eine Grundsatzentscheidung gefällt werden, ob Beratungen über mögliche Anpassungen an den Regelungen aufgenommen werden. Der Staff empfiehlt dem Board eine Neubeurteilung bzgl. potenzieller Verbesserungen an IFRS 9 Phase 1 vor dem Hintergrund der folgenden Punkte:

  • Beurteilung der Zusammenhänge zwischen IFRS 9 und den geplanten Anpassungen an IFRS 4: Ziel ist eine Vermeidung von accounting mismatches, die aufgrund einer unterschiedlichen Folgebewertung von "insurance liabilities" und den diesen Verpflichtungen gegenüberstehenden finanziellen Vermögenswerten entstehen würden.
  • Prüfung des Konvergenzziels mit den US GAAP: Die sich abzeichnenden erheblichen Unterschiede sollten i.R.d. Beratungen zu den Anpassungen an IFRS 9 Phase 1 berücksichtigt werden können.
  • Beseitigung von spezifischen Anwendungsproblemen noch vor dem Zeitpunkt der verpflichtenden Erstanwendung: die Mehrzahl der aus der Praxis genannten "application issues" können nach Ansicht des Staff durch Klarstellungen beseitigt werden. Andere Anwendungsprobleme bedürfen allerdings einer Anpassung des IFRS 9.

Die Anpassungen sollen in einer Form vorgenommen werden, die möglichst geringe Auswirkungen ("disruptions") bei jenen Unternehmen verursachen, die IFRS 9 bereits anwenden oder bereits intensive Anstrengungen zur Vorbereitung der Anwendung unternommen haben. Ebenso soll durch die neuerlichen Beratungen keine weitere Verzögerung im IFRS 9-Gesamtprojekt verursacht werden.

Wichtige Beschlüsse des IASB zu IFRS 9 (Meeting 7. November 2011)

Das IASB hat auf seiner Sitzung am 7. November 2011 den Vorschlag aus dem ED Mandatory Effective Date of IFRS 9 beschlossen, IFRS 9 erst für Geschäftsjahre anzuwenden, die am 1. Januar 2015 oder später beginnen. Abgelehnt hat das IASB dagegen den Vorschlag des Staff, den Erstanwendungszeitpunkt in Abhängigkeit vom Fortgang des IFRS 9-Projektes laufend auf den Prüfstand zu stellen („subject to review“). Verschiebungen des Erstanwendungszeitpunkts sind bei weiteren Verzögerungen der Phasen Impairment oder Hedge Accounting jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen. Das IASB betont damit aber seine Absicht, das IFRS 9-Projekt Projekt zügig abzuschließen.

Darüber hinaus hat das IASB beschlossen, auf die Umstellung der Vergleichszahlen für das Vorjahr zu verzichten. Stattdessen sollen im Erstanwendungszeitpunkt  Anhangangaben zur Überleitung von IAS 39 auf IFRS 9 („comparative transition disclosures“) veröffentlicht werden. Die Klassifizierungsregelungen sollen jedoch weiterhin retrospektiv angewendet werden. Das bedeutet, dass Banken ab dem 1. Januar 2015 ihre Finanzinstrumente so bilanzieren müssen, als ob IFRS 9 schon immer gegolten hätte.

IASB und FASB beschließen die Entwicklung eines prinzipienbasierten Impairmentmodells

Als Reaktion auf das uneinheitliche Feedback aus der Praxis haben die beiden Boards entschieden, ein prinzipienbasiertes Impairment-Modell auf Basis des relativen Kreditrisikomodells (Bucket 1 Approach) zu entwickeln. Das in der Sitzung des IASB vom September präferierte absolute Kreditrisikomodell (Credit Quality Approach) wird nun doch nicht weiterverfolgt.

Bei der Entwicklung des prinzipienbasierten Impairment-Modells sollen insbesondere die folgenden Punkte berücksichtigt werden:  

  • Abgrenzung der Buckets
  • Indikatoren für ein Impairment
  • Anhangangaben

Die beiden Boards haben den Staff beauftragt, einen Entwurf bis zur Sitzung des IASB und FASB im Dezember zu entwickeln.

Re-Exposure für Impairment zum Jahresende rückt in weite Ferne

Das IASB wird zwei Agenda Paper zum Thema Impairment im Board Meeting im Oktober diskutieren:

  • Agenda Paper 3A: Originated financial assets at lower credit qualities
  • Agenda Paper 3B: Purchases and business combinations, including those of assets at lower credit qualities

Die genannten Themen wurden im letzten Board Meeting im September identifiziert.

Agenda Paper 3A:

Das IASB Board hat sich im letzten Board Meeting für die weitere Verfolgung des absoluten Kreditrisikomodells ausgesprochen (jetzt als Credit Quality Approach bezeichnet). Der wesentliche Nachteil dieses Ansatzes besteht darin, dass neu ausgegebene Kredite mit niedriger Kreditqualität bei Zugang direkt dem Bucket 2 zugeordnet werden müssten. Die dann zu bildende Risikovorsorge in Höhe des lifetime expected loss würde zu einem day one loss führen.

In dem Agenda Paper werden verschiedene Lösungsalternativen diskutiert:

A: Ausnahmeregelung für Unternehmen, die primär Kredite mit niedriger Kreditqualität vergeben (Wahlrecht oder Verpflichtung zur Anwendung des relativen Kreditrisikomodells – jetzt als Bucket 1 Approach bezeichnet)

B: Verpflichtende Anwendung des Credit Quality Approach für alle Unternehmen

C: Änderung der Risikovorsorge des Bucket 2 auf (mindestens) 24-Monats expected loss

D: Änderung der Zuordnungskriterien für die einzelnen Buckets in Abhängigkeit von der Kreditqualität und der Zielsetzung des Managements

Der Staff spricht sich nicht für eine der genannten Alternativen aus, da jede gewisse Vor- und Nachteile aufweise. Alternative D wird jedoch als zu komplex betrachtet und daher nicht empfohlen.

Agenda Paper 3B:

Im Board Meeting im September wurde darauf hingewiesen, dass eine Verschlechterung der Kreditqualität bei gekauften Krediten durch einen entsprechenden Abschlag vom Kaufpreis berücksichtigt wird. Eine zusätzliche Risikovorsorgebildung ist daher nicht notwendig. Der Staff schlägt in Agenda Paper 3B folgende Lösungsalternativen vor:

Zusammenfassung des IASB Board Meeting vom 21.09.2011 zu Impairment

Das IASB und FASB haben die Agenda Paper zum Thema Impairment diskutiert (eine Zusammenfassung des Inhalts der Agenda Paper siehe weiter unten)

Agenda Paper 4A:

Das Agenda Paper 4A hatte eher informativen Charakter für das Board. Die Präferenzen der Teilnehmer des Impairment Summit sowie des Meetings mit der Financial Instrument Working Group (FIWG) wurden zur Kenntnis genommen. Aufgrund der relativ klaren Ablehnung des relativen Kreditrisikomodells durch die Praxis, ist das absolute Kreditrisikomodell wieder stärker in den Fokus der Diskussion getreten, auch wenn die Mehrheit der Boardmitglieder das relative Modell aus konzeptionellen Gründen bevorzugt. Es ist zu begrüßen, dass das Board die Rückmeldungen der Praxis ernst nimmt und Lösungsmöglichkeiten sucht.

Agenda Paper 4B:

Es wurde insbesondere das Day one loss-Problem des absoluten Kreditrisikomodells diskutiert. Der Ausweis eines day-one-loss bei Vergabe/Erwerb eines Kredits wird als ökonomisch nicht sachgerecht empfunden. Es wurde die Befürchtung geäußert, dass wesentliche day one losses bei Vergabe von Krediten mit schlechter Kreditqualität, zu einer Einschränkung der Kreditvergabe führen könnte. Eine Milderung des Problems bestünde darin, die Grenze, wann ein Kredit dem Bucket 2 zuzuordnen ist, so niedrig anzusetzen, dass nur wenig neu ausgegebene Kredite direkt dem Bucket 2 zuzuordnen wären. In diesem Fall würde der überwiegende Teil der neu ausgegebenen Kredite dem Bucket 1 zugeordnet, was mit einem geringen day one loss einhergeht (12-Monats expected loss). Es wurde diskutiert, dass bei einer sehr niedrigen Schwelle, Bucket 2 keinen wesentlichen Bestand aufweisen würde. Im Ergebnis bestünde dann kein großer Unterschied mehr zum Incurred loss-Model des IAS 39. Dennoch wurde vorläufig entschieden, das absolute Kreditrisikomodell weiter zu verfolgen.

Zwei Herausforderungen wurden während des Board Meetings identifiziert.

  1. Für Unternehmen, die auf die Vergabe von Krediten im Subprime Markt spezialisiert sind (potenziell Kredite, die dem Bucket 2 zuzuordnen wären), muss noch eine Lösung gefunden werden.
  2. Es wurde der Auftrag ans Staff erteilt, Regelungen für gekaufte Kredite mit bereits verschlechterter Kreditqualität zu identifizieren. Eine verschlechterte Kreditqualität wird bei Zugang durch einen entsprechenden Discount auf den Kaufpreis berücksichtigt. Eine zusätzliche Risikovorsorge wäre in diesem Fall wirtschaftlich nicht sachgerecht. 

Agenda Paper 4C:

Bei der Diskussion zu Agenda Paper 4C wurden die verschiedenen Möglichkeiten von Indikatoren/Prinzipien für den Transfer zwischen den drei Buckets erläutert. Es wurde hervorgehoben, dass das Board keine "bright line" vorgeben möchte (z.B. Bucket 2 ab Ratingklasse BBB). Vielmehr sollen für den zukünftigen Standard Prinzipien entwickelt werden, die anhand von Anwendungsbeispielen konkretisiert werden sollen. Als eine Leitlinie für die Zuordnung zu Bucket 2 wurde "Unsicherheit über Einbringung der zukünftigen Cashflows eines Kredits" oder "Kredite mit wesentlichem Kreditrisiko (substantial credit risk)" genannt. Dies soll vor dem Hintergrund der Day-one-loss-Thematik im nächsten Board Meeting weiter diskutiert werden.

IASB Webcast zum Hedge Accounting

Das IASB hat am 4. August einen Webcast zum aktuellen Stand des Hedge Accounting-Projekts im Rahmen der Abösung des IAS 39 durch IFRS 9 durchgeführt. Wesentliche neue Erkenntnisse ergaben sich daraus nicht. Gleichwohl möchte ich den aktuellen Diskussionsstand nachfolgend kurz zusammenfassen:

Im Vergleich zum ED/2010/13 ergeben sich folgende vorläufige Änderungen:

Cashflow Hedge für Netto-Positionen (Mikro)

Die Anwendung des Cashflow Hedge Accounting für Nettopositionen zukünftig erwarteter Tranaktionen zur Absicherung von Währungsrisiken soll auch zulässig sein, wenn die Ergebniseffekte in der GuV in unterschiedlichen Perioden anfallen. Zu Beginn der Hedge-Beziehung muss aber sowohl Art als auch Volumen sowie der Zeitpunkt, in dem die GuV beeinflusst wird, festgelegt sein. Der Ausweis soll in der GuV in einem separaten Posten erfolgen (Blog-Beitrag vom 26. Juli 2011).

Own-use contracts

Own-use Verträge, die auf Fair value-Basis gesteuert werden, sollten nach den vorgesehenen Regelungen im Entwurf als Derivate zum fair value bilanziert werden. Diese Möglichkeit der Fair value-Bewertung wurde dahingehend geändert, dass die Fair Value Option im IFRS 9 nunmehr auch auf Own-use Verträge im Falle eines Accounting Mismatch erweitert werden soll. 

Forward Points

In Anlehnung an die Behandlung des Zeitwerts von Optionen dürfen die zu Beginn der Sicherungsbeziehung bestehenden Forward Points über die Laufzeit systematisch in der GuV verteilt werden.

Offenlegung

Angaben zu Höhe, Zeitpunkt und Unsicherheit zukünftiger Zahlungsströme wurden (z.B. Detailangaben zu Cashflows) erleichtert (siehe Beitrag vom 4. August 2011).
Die Angabenpflicht aus dem Entwurf wurde ansonsten bestätigt.

Der Standardentwurf wurde in folgenden Punkten bestätigt:

Hedge Effectiveness

Es muss eine ökonomische Beziehung zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument bestehen, das Grundgeschäft darf nicht wesentlich dem Kreditrisiko unterliegen und die Hedge Ratio darf nicht willkürlich oder ergebnisorientiert gewählt werden.

Rebalancing

Die Anpassung der designierten Beträge des Sicherungsinstruments oder Grundgeschäfts (Hedge Ratio) ist verpflichtend, wenn sich die Sicherungsbeziehung im Risikomanagment geändert hat. Ebenso ist die Hedge Ratio anzupassen, wenn für Hedge Accounting Zwecke die Effektivität optimiert werden muss (Blog-Beitrag vom 27. Mai 2011).

Optionen

Die Bilanzierung der Optionsprämie soll wie vorgeschlagen bleiben. Das heißt, die Optionsprämie ist in Abhängigkeit des abgesicherten Grundgeschäfts zu erfassen. Handelt es sich um Anschaffungsnebenkosten, ist die Optionsprämie als Teil der Anschaffungskosten zu bilanzieren („transaction related“). Wird hingegen ein Risiko über die Laufzeit der Hedge-Beziehung abgesicher, ist die Optionsprämie zu verteilen (“ time period related“).
Die Designation (Stand alone) geschriebener Optionen zusammen mit erworbenen Optionen als Sicherungsinstrument (ein oder mehrere Verträge) ist zulässig, solange die dabei entstehende Nettoposition keine geschriebene Option darstellt. Voraussetzung ist, dass dieselben Anforderungen erfüllt sind, wie sie für die Verwendung von Collars im Rahmen des Hedge Accounting gelten.

Freiwillige Beendigung einer Sicherungsbeziehung

Eine Sicherungsbeziehung darf nicht freiwillig de-designiert werden, solange das Risikomanagementziel und die Hedge Accounting-Voraussetzungen weiterhin erfüllt sind. Das IASB wird den Begriff „Risikomanagementziel und -strategie“ weiter erläutern (siehe Beitrag vom 27. Mai 2011).

Aggregated Exposure

Ein Derivat darf zusammen mit einem nicht-derivativen Finanzinstrument als Grundgeschäft designiert werden. Das Derivat wird stets separat bilanziert (kein synthetic accounting) (Blog-Beitrag vom 4. August 2011).

Risikokomponenten

Die Kriterien für absicherbare finanzielle als auch nicht-finanzielle Risikokomponenten bleiben separate Identifizierbarkeit und verlässliche Messbarkeit. Das Verbot der Absicherung von Inflationsrisiken wurde vom Board bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen aufgehoben (Blog-Beitrag vom 4. August 2011).

Exposure Draft zur Verschiebung des IFRS 9 effective date

Das IASB hat den angekündigten Exposure Draft (ED/2011/3) zur Verschiebung des verpflichtenden effective date des IFRS 9 vom 1. Januar 2013 auf den 1. Januar 2015, veröffentlicht. Neben der zeitlichen Verschiebung ergeben sich keine Änderungen des Standards, insbesondere keine Änderung der in IFRS 9 enthaltenen Vorschriften zur Erstellung von Vergleichsangaben. Die Kommentierungsfrist zum Exposure Draft endet am 21. Oktober 2011.

IASB Meeting im Juli: Neues zu der Angabe von Vorjahresvergleichszahlen nach IFRS 9 und zu Hedge Accounting

Keine weiteren Erleichterungen bei der Angabe von Vorjahresvergleichszahlen nach IFRS 9

Im IASB Meeting vom 28.Juli 2011 ist das Board der Empfehlung des Staffs gefolgt und hat zunächst keine weiteren Erleichterungen hinsichtlich der Angabe von Vergleichzahlen im ersten IFRS-Abschluss unter Anwendung des IFRS 9 beschlossen. Das Board wird das Thema im Rahmen des Exposure Drafts zur Verschiebung des IFRS 9-effective dates vom 1. Januar 2013 auf den 1. Januar 2015 aufgreifen und in Form einer Frage adressieren. Die Frage des Staffs zur Klärung des Begriffs „Reporting Period“ soll nicht im Rahmen des Exposure Drafts diskutiert werden. Das Board stellte im Rahmen der Diskussion aber klar, dass es mit Reporting Period die Interim Period meint.

Hedge Accounting

Disclosures (Agenda Paper 1):

Das Board hat die im ED/2010/13 unterbreiteten Vorschläge zu den Angabepflichten zum Hedge Accounting bestätigt. Zusätzlich wurde entschieden, dass sich die Angabepflichten des ED/2010/13 ausschließlich auf  diejenigen Risiken beziehen, die ein Unternehmen im Rahmen seines Risikomanagements behandelt und die Gegenstand des Hedge Accounting sind. Für die verbleibenden Risiken gilt unverändert IFRS 7. Zudem wurde beschlossen die im ED/2010/13 vorgeschlagenen Angaben zur Risikomanagementstrategie zu übernehmen. Die Angaben sollen ein ausreichendes Bild über die Risikomanagementstrategie vermitteln und verdeutlichen wie der gewünschte Sicherungseffekt erzielt wird.

Im ED/2010/13 wurde vorgeschlagen, die Auswirkung des Hedge Accounting auf die GuV und das sonstige Gesamtergebnis (OCI) sowie auf die Bilanz in tabellarischer Form und getrennt nach Risikoart und Sicherungsart anzugeben. Das Board hat beschlossen, dass die tabellarischen Angaben zu erweitern sind. Danach sind die Bilanzposten anzugeben in der die designierten Grund- und Sicherungsgeschäfte ausgewiesen werden. Zusätzlich sind die für die Berechnung der Ineffektivität verwendeten Wertänderungen der Grund- und Sicherungsgeschäfte anzugeben.

Um zu verhindern, dass nicht designierte Finanzinstrumente als „spekulativ“ interpretiert werden können, hat das Board entschieden keine Angabe zur Abgrenzung von zum Sicherungsgeschäft designierten und nicht designierten Finanzinstrumenten zu verlangen. Zu den Angaben zum Ursprung von Hedge Ineffektivitäten bei Cash Flow Hedges gab es zum ED/2010/13 kritische Rückmeldungen von Bilanzierern, dass die vorgeschlagenen Angaben zu Höhe, Zeitpunkt und Unsicherheit zukünftiger Zahlungsströme vertrauliche Wirtschaftsinformationen der Zukunft darstellen. Das Board hat beschlossen, dass lediglich folgende Angaben zur Ursache von Ineffektivitäten gemacht werden müssen:

  • Informationen je Risikokategorie über Sicherungsgeschäfte,
  • Informationen über den Tilgungsbetrag (bspw. Nominalvolumen) und
  • zeitliches Profil für das Sicherungsgeschäft.

Zuletzt beschloss das Board, dass eine separate Angabepflicht für dynamische Hedging-Strategien notwendig ist. Jedoch muss vom Staff noch herausgearbeitet werden, welche Informationen hierzu erforderlich sind.

Linked Presentation von Fair Value Hedges (Agenda Paper 2):

Das Board bestätigte seine Entscheidung vom April 2011 verbundenen Ausweis („linked Presentation“) von Fair Value Hedges nicht zuzulassen. Linked Presentation heißt, dass Vermögenswerte und Verbindlichkeiten die in einer Sicherungsbeziehung designiert sind, verbunden in der Bilanz dargestellt werden. Dies meint keinen Nettoausweis aber eine Darstellung in der dem Bilanzleser deutlich wird, in welcher Beziehung die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten stehen.

Designation von Risikokomponenten (Agenda Paper 3):

Das Board hat entschieden, dass ein Kriterien-basierter Ansatz zur Bestimmung der Eignung von Risikokomponenten als Grundgeschäft beibehalten werden soll. Die Kriterien für finanzielle als auch nicht-finanzielle Risikopositionen bleiben separate Identifizierbarkeit und verlässliche Messbarkeit der Komponente. Zur besseren Verständlichkeit des Ansatzes sollen erläuternde Beispiele ausgearbeitet werden. Das im ED/2010/13 explizit aufgeführte Verbot von Inflationsrisiken als mögliches Grundgeschäft  wurde vom Board aufgehoben. Es soll jeweils ein Beispiel ausgearbeitet werden in dem das Inflationsrisiko eine erlaubte bzw. nicht erlaubte Risikokomponente ist.

Verwendung von Kreditderivaten zur Absicherung von Bonitätsrisiken (Agenda Paper 5):

Das Board unterstützt die Fortführung der Diskussion zur Frage der bilanziellen Abbildung der Absicherung von kreditrisikobezogenenen Wertänderungen durch Kreditderivate (bspw. Credit Default Swaps) und verschob die weitere Diskussion auf das September-Meeting.

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