Accounting FS Blog

EU-Kommission veröffentlicht ESEF-Verordnung

Im Rahmen der Transparenzrichtlinie aus dem Jahr  2013 wurde die europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) von der europäischen Kommission beauftragt, technische Regulierungsstandards (RTS) für ein einheitliches digitales Berichtsformat „European Single Electronic Format“ (ESEF) zu entwerfen.
Ende vergangenen Jahres wurde der Vorschlag der ESMA von der Europäischen Kommission angenommen. Da seitens des Europäischen Rats keine Einwände vorgebracht wurden, tritt die Verordnung ab dem 18.06.2019 in Kraft. Demzufolge sind ab dem Jahr 2020 alle Unternehmen, die Wertpapiere (Aktien oder Schuldverschreibungen) am regulierten Markt emittieren, dazu verpflichtet ihre IFRS-Konzernjahresabschlüsse in dem einheitlichen elektronischen Berichtsformat ESEF zu veröffentlichen. Konkret sieht die ESMA vor, dass alle Abschlüsse in einem XHTML-Format erstellt werden müssen. IFRS-Konzernjahresabschlüsse sind zusätzlich mit iXBRL-Etiketten zu versehen (Tagging), welche auf der IFRS-Taxonomie basieren und eine Maschinenlesbarkeit ermöglichen. Ziel der Verordnung ist es u.a., die Vergleichbarkeit von Abschlüssen mit ggf. unterschiedlichen Strukturen unter Berücksichtigung neuerer technologischer Möglichkeiten zu erhöhen.

Wertvolle Informationen zu den aktuellen ESEF-Entwicklungen finden Sie auf unserer Website

IFRS 17 – Zusammenfassung des EFRAG Board Meeting am 13. Mai 2019

Am 13. Mai 2019 traten die Mitglieder des EFRAG Board und EFRAG TEG zu einer Sitzung zusammen. Wesentliches Ziel der Sitzung war es, das gesamte Board über die Inhalte und Ergebnisse des EFRAG TEG Meetings im April 2019 zu informieren und mögliche Fragen zu diskutieren.

Erster Themenschwerpunkt des EFRAG TEG Meetings waren die wesentlichen Ergebnisse aus der EFRAG IAWG Sitzung im März 2019:

  • Transition: Optionalität und Vergleichsangaben im IFRS 17: Derzeit verlangt der IFRS 17 Vergleichsinformationen für ein Jahr anzugeben. Ein EFRAG TEG Mitglied wies jedoch darauf hin, dass nach IFRS 9 keine Vergleichsinformationen vorzuhalten sind. Diskutiert wurde ob die Anforderungen im IFRS 9 und IFRS 17 hinsichtlich dieses Punktes angeglichen werden sollten.
  • Transition: Option zur Risikominderung und OCI: Festgehalten werden kann, dass insbesondere hinsichtlich des Hedge Accounting aus Sicht von EFRAG noch mehr Input notwendig ist. Um die erforderlichen Informationen zu erlangen, wird ein Fragebogen zum Thema Hedge Accounting veröffentlicht. In diesem Zusammenhang hat das IASB vorläufig beschlossen, Unternehmen die Möglichkeit zu geben, die Option zur Risikominderung prospektiv ab dem Übergangszeitpunkt von IFRS 17 (d.h. ein Jahr vor dem Inkrafttreten von IFRS 17 zum 1. Januar 2022) anzuwenden.
  • Behandlung von Investmentkomponenten innerhalb eines Versicherungsvertrags: Das TRG diskutierte bereits am 4. April 2019 ob die Schärfung des Begriffs und der Definition der Investmentkomponente nach IFRS 17 zu einem besseren Verständnis führen würde. Im Ergebnis wurde seitens des TRG kein Änderungsbedarf festgestellt. Die EFRAG kam zu keiner abweichenden Entscheidung.

Darüber hinaus wurden von der EFRAG als änderungsbedürftig identifizierte Punkte im IFRS 17 diskutiert:

Bereits im September 2018 hatte die EFRAG ihre Bedenken hinsichtlich bestimmter Aspekte des IFRS 17 in einem Schreiben an das IASB zum Ausdruck gebracht. Insgesamt identifizierte die EFRAG sechs Themenfelder die in Vorbereitung eines Entwurfs für eine Endorsement Empfehlung weiter geprüft werden sollten:

Drei der sechs Punkte wurden im EFRAG TEG Meeting am 17. April 2019 zur Diskussion gestellt:

  • CSM Amortisation (Verträge, die eine Investmentkomponente beinhalten): In seiner Sitzung im Januar hat das IASB vorläufig entschieden, dass die Amortisation der CSM nach dem allgemeinen Model dahingehend geändert werden soll, dass diese sowohl den Versicherungsschutz als auch die Investmentbezogene Dienstleistung reflektiert, soweit der Vertrag eine Investmentkomponente enthält. Einige EFRAG Mitglieder merkten in diesem Zusammenhang an, dass es Vertragskonstellationen geben kann, in denen es Investmentbezogene Aufwendungen gibt aber keine Investmentkomponente oder umgekehrt. Beispielhaft wurde in diesem Zusammenhang eine aufgeschobene Rentenversicherung aus UK genannt.
  • Rückversicherungen (verlustbringende Erstversicherungsverträge, die nach Rückversicherung profitabel sind: Das IASB hat sich in seiner Sitzung im Januar 2019 vorläufig darauf geeinigt, IFRS 17 so zu ändern, dass der Gewinn aus der Rückversicherung sofort erfolgswirksam wird, wenn ein Verlust aus einem zugrundeliegenden belasteten Versicherungsvertrag erfasst wird. Nach Ansicht des IASB besteht bei proportionalen Verträgen ein direkter Zusammenhang zwischen der Rückversicherung und den zugrundeliegenden Verträgen bei Vertragsabschluss. Das heißt, Schäden werden vom Rückversicherer zu einem bestimmten Prozentsatz der dem Versicherer entstandenen Schäden erstattet. Auf ihrer Februar-Sitzung erklärten die Mitglieder der EFRAG IAWG, dass die vorläufige Entscheidung zwar willkommen sei, das Ergebnis jedoch von der Definition der proportionalen Rückversicherung abhänge und eine Lösung für die nichtproportionale Rückversicherung gefunden werden müsse.
  • Transition (modifizierter retrospektiver Ansatz)

Für das IAWG Meeting am 16. Mai 2019 wurde ein Fragebogen entwickelt, um die Problemstellungen hinsichtlich der CSM Amortisation und nicht proportionalen Rückversicherung zu verifizieren und Lösungen zu entwickeln.

Erste Lösungsansätze werden am 16. Mai 2019 erwartet.

Das EFRAG Board hatte keine weiteren Anmerkungen zu den hier genannten Punkten.

Die dem Meeting zugrundeliegenden Agenda-Paper können unter folgenden Links gefunden werden:
EFRAG Board:
https://www.efrag.org/Meetings/1806151206144483/EFRAG-Board-webcast-meeting-May-2019

EFRAG TEG/EFRAG IAWG:
https://www.efrag.org/Meetings/1807131508459721/EFRAG-TEG-meeting-April-2019

TRG:
https://www.ifrs.org/news-and-events/calendar/2019/april/ifrs-17-transition-resource-group/

EFRAG Technical Expert Group (TEG) diskutiert Accounting Fragestellungen i.Z.m. der IBOR Reform

Die EFRAG TEG hat sich am 9. Mai 2019 mit der Kommentierung des IASB ED/2019/1 Interest Rate Benchmark Reform – Proposed amendments to IFRS 9 and IAS 39 befasst .

Die TEG hält die Projektstruktur des IASB, die eine Unterteilung des IBOR Projekts in zwei Phasen vorsieht, aufgrund der Dringlichkeit der Hedge Accounting Fragestellungen für angemessen und befürwortet die vom IASB vorgeschlagenen Erleichterungsbestimmungen sowie deren verpflichtende und befristete Anwendung (Details siehe Blogbeitrag vom 06.05.2019). Darüber hinaus regt die TEG eine teilweise Parallelisierung der beiden Phasen an.

Die erste Phase des Projekts betreffend, hat die TEG u.a. die Frage des Umfangs und des Detaillierungsgrads der vom IASB vorgeschlagenen Anhangangaben zu den Erleichterungsbestimmungen für das Hedge Accounting sowie den verpflichtenden Erstanwendungszeitpunkt diskutiert. Während einige Teilnehmer den Vorschlag des IASB befürworten, der den 1. Januar 2020 als Erstanwendungszeitpunkt vorsieht, haben sich andere Teilnehmer für eine frühere Erstanwendung (in 2019) ausgesprochen. Eine einheitliche Auffassung zwischen den Teilnehmern wurde nicht erzielt.

Die zweite Phase des IASB Projekts betreffend, hat die TEG in ihrer Kommentierung bereits verschiedene Accounting-Themen identifiziert, die für die Umstellung der Benchmark-Zinssätze von Relevanz sind.
Diese beziehen sich im Wesentlichen auf

  • Modifikation vs. Abgang von Finanzinstrumenten
  • Hedge Accounting
  • Schätzungsänderung vs. Änderung der Accounting Policy nach IAS 8
  • IFRS 9 SPPI- und Geschäftsmodell-Kriterium
  • Bewertung von Versicherungsverträgen und Zinsgarantien nach IFRS 17

Die TEG wird ihren Comment Letter insbesondere im Hinblick auf die Phase 2 überarbeiten.

Der im Webcast diskutierte Entwurf des Comment Letter ist auf der Homepage der EFRAG abrufbar: https://www.efrag.org/Meetings/1904231436172814/EFRAG-TEG-webcast-meeting-May-2019

IASB veröffentlicht ED zu Phase 1 des IBOR Projekts

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat wie avisiert (siehe Blog-Beitrag vom 20. März 2019) am 3. Mai 2019 den Exposure Draft Interest Rate Benchmark Reform – Proposed amendments to IFRS 9 and IAS 39 (ED/2019/1) zur ersten Phase des IBOR Projekts veröffentlicht.

Der ED/2019/01 ist eine Reaktion des IASB auf die Auswirkungen in der Bilanzierung aufgrund der Umstellung der Benchmark-Zinssätze (z.B. LIBOR und EURIBOR). Er beinhaltet im Wesentlichen Vorschläge zur Anpassung der Hedge Accounting Regelungen des IFRS 9 und IAS 39. Themen, die nach der Umstellung der Benchmark-Zinssätze an Relevanz gewinnen, bspw. Modifikation vs. Abgang von Finanzinstrumenten als Konsequenz aus Vertragsanpassungen, werden vom IASB separat behandelt.

Die folgenden Punkte skizzieren die wesentlichen in IFRS 9 und IAS 39 zu ergänzenden Erleichterungsbestimmungen:

  • Das highly probable Kriterium soll angepasst werden. Bei der Beurteilung der Wahrscheinlichkeit, dass eine geplante Transaktion stattfinden wird, kann davon ausgegangen werden, dass die IBOR-basierten Vertragsbedingungen durch die IBOR-Reform nicht geändert werden;
  • Die prospektive Effektivitätsbeurteilung von Hedge-Beziehungen soll unter der Annahme durchgeführt werden, dass die IBOR-basierten vertraglichen Cashflows aus dem Sicherungsinstrument und dem Grundgeschäft durch die IBOR-Reform nicht verändert werden;
  • Bestehende Hedge-Beziehungen, die eine nicht vertraglich festgelegte IBOR-Risikokomponente absichern, sollen fortgeführt werden, wenn die separate identifiable Anforderung zu Beginn der Sicherungsbeziehung als erfüllt galt, auch wenn die Anforderung zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr erfüllt wird.

Die vorstehenden Erleichterungsbestimmungen sollen die Fortführung von bestimmten Hedge-Beziehungen ermöglichen, die ansonsten aufgrund von Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Umstellung der Benchmark-Zinssätze ggf. beendet werden müssten. Die Anwendung soll verpflichtend sein, bis entweder keine Unsicherheit mehr über den Zeitpunkt und die Höhe der Cashflows besteht oder die relevanten Hedge-Beziehungen beendet werden und zum anderen sowohl für bestehende als auch für neue Hedge-Beziehungen gelten.

Die Kommentierungsfrist für den ED/2019/1 endet am 17. Juni 2019. Die Veröffentlichung des finalen Standards wird für Ende 2019 erwartet, mit verpflichtendem Erstanwendungszeitpunkt zum 1. Januar 2020.

Weitere Informationen finden Sie im PwC In brief: The effect on hedge accounting of the reform of LIBOR and other similar rates.

 

Transition Resource Group (TRG) für IFRS 17 diskutiert im April Investmentkomponenten

Die TRG traf am 4. April 2019 in London zu ihrem 5. Meeting zusammen, um Themen im Zusammenhang mit der Behandlung von Investmentkomponenten in IFRS 17 sowie weitere Themen zu diskutieren. Das IASB hat insgesamt 127 Anträge erhalten, von denen 46 in dieser Sitzung behandelt wurden.

Im Vordergrund der Diskussion stand das Paper zu Investment Komponenten. Darin wurden drei Fragestellungen analysiert:

1. Bestimmung, ob ein Versicherungsvertrag eine Investmentkomponente beinhaltet

Unter einer Investmentkomponente werden alle Beträge verstanden, die ein Versicherungsunternehmen an einen Versicherungsnehmer zurückzuzahlen hat, selbst dann, wenn kein Versicherungsfall eintritt (IFRS 17, Anhang und IFRS 17BC34). Entscheidend ist dabei, dass die Zahlung in jedem Fall zu leisten ist.

Wesentlicher Diskussionspunkt des Meetings war die Frage, ob die Definition des Begriffs der Investmentkomponente nicht hinreichend klar ist. Die TRG-Mitglieder diskutierten dabei, ob eine Anpassung der Definition der Investmentkomponente durch den Zusatz, dass diese „unter allen Umständen“ zu zahlen ist, das Begriffsverständnis präzisieren würde. Einige Mitglieder führten hiergegen an, dass die Präzisierung durch den Zusatz „unter allen Umständen“ die Gefahr birgt, dass die Definition der Investmentkomponente dadurch zu sehr eingegrenzt und mögliche Sonderfälle in der Umsetzung des Standards zu Schwierigkeiten führen könnten.

Die Mitglieder des TRG Mitglieder kamen insgesamt zu dem Schluss, dass der Begriff zu präzisieren ist und empfehlen dem IASB insoweit die Anpassung des Standards.

2. Beurteilung, ob die Investmentkomponente „distinct“ ist

IFRS 17 verlangt, dass abgrenzbare („distinct“) Investmentkomponenten von einem Versicherungsvertrag zu trennen – und gemäß IFRS 9 zu bilanzieren sind. Die TRG-Mitglieder diskutierten dabei insbesondere, wann die Kriterien für „distinct“ in IFRS17.B31 und „not highly interrelated“ erfüllt sind, was bedeutet, dass die Investmentkomponente und die Versicherungskomponente nicht einzeln bewertbar sind und eine Komponente ohne Existenz der anderen keinen Nutzen bringt.

Hinsichtlich des Themas ergaben sich keine großen Diskussionspunkte und keine Änderungswünsche an das IASB.

3. Ermittlung des Betrages dieser Investmentkomponente.

Soweit die Investmentkomponente „distinct“ ist, erfolgt die Bewertung nach IFRS 9. Ist die Investmentkomponente jedoch „nicht distinct“, regelt IFRS 17, dass der Betrag, der einer Investmentkomponente zuzurechnen ist, nicht als Teil des „insurance revenue“ oder der „insurance service expenses“ auszuweisen ist. Darüber hinaus regelt IFRS 17, dass eine seperate Bewertung des Betrags einer Investmentkomponente erst im Moment der Erfassung des Versicherungsergebnisses erfolgt.

Das Board hat beschlossen, dass Unternehmen die Investmentkomponente identifizieren müssen, wenn Umsätze und angefallene Ansprüche erfasst werden. Der Standard erläutert jedoch nicht, wie dieser Betrag zu ermitteln ist.

Die TRG-Mitglieder kamen zu dem Entschluss, dass es auch bei einer nicht unterscheidbaren Investmentkomponente Möglichkeiten gibt, diese zu bestimmen. Es könnte beispielsweise bei einem unkündbaren Lebensversicherungsvertrag (Auszahlung ab Todesfall oder Fälligkeit) eine Barwertberechnung möglich sein. Dies setzt voraus, dass der Betrag bei Fälligkeit auf den Todeszeitpunkt abgezinst wird. Hingegen betonten mehrere TRG-Mitglieder, dass in vielen Fällen, wie zum Beispiel bei einem vertraglich geregelten Barauszahlungsbetrag, keine zusätzliche Berechnung erforderlich sei. Angesichts einer unterscheidbaren Investmentkomponente wäre die Berechnung des Barwerts oder die Unterscheidung zwischen Beitragsrückerstattung und Investmentkomponente nicht notwendig.

 

Die Transition Resource Group unterstützt das IASB bei Umsetzungsfragen im Zusammenhang mit der Implementierung von IFRS 17.

Die dem Meeting zugrundeliegenden Agenda Papers können unter dem folgenden Link abgerufen werden: https://www.ifrs.org/news-and-events/calendar/2019/april/ifrs-17-transition-resource-group/

Die PwC Zusammenfassung des Meetings kann in unserem In Transition Dokument nachgelesen werden

Robotic Process Automation (RPA) – Praxisbezug für Leasinggesellschaften

Sowohl bei Großbanken als auch bei kleineren Finanzdienstleistungsgesellschaften gewinnt das Thema “Robotic Process Automation (RPA)“ mehr und mehr an Bedeutung.

Was sich hinter diesem Begriff verbirgt und ob sich diese neue Technologie auch für die digitale Transformation von Leasinggesellschaften eignet, klärt ein Interview mit dem PwC-Experten Sven Meyer.

„Die Kostenersparnis durch RPA ist bei Prozessen, die häufig durchlaufen werden, bereits nach wenigen Monaten größer als die Implementierungskosten. Wichtig ist, dass die Prozesse regelbasiert sind, d.h. wenn die Handlungsanweisung einem definierten Entscheidungsbaum folgt.“
Sven Meyer, Director im Bereich Capital Markets & Accounting Advisory Services bei PwC

Das vollständige Interview mit Sven Meyer lesen Sie auf www.pwc.de.

 

IFRS 17 Round Table – PwC Munich

For the English version please scroll down.

Intensiver Austausch der Versicherer beim aktuellen IFRS 17 Round Table bei PwC

Die im PwC Office in München Ende letzter Woche durchgeführte Veranstaltung rund um das Thema IFRS 17 war ein großer Erfolg. Eine Vielzahl von Teilnehmern großer deutscher Versicherungskonzerne, wie auch Vertreter von Tochterunternehmen internationaler Versicherungsgruppen, kamen zusammen und konnten die Gelegenheit nutzen, intensiv über Status und aktuelle Erfahrungen zu IFRS 17 zu sprechen.

Es wurde deutlich, dass es sich bei der IFRS 9/IFRS 17 Implementierung um mehr als eine bloße Umsetzung eines technischen Accounting Standards handelt. So brachte es ein Teilnehmer auf den Punkt, indem er sagte, dass die gesamte traditionelle Organisation des Unternehmens durch IFRS berührt sein wird und die traditionellen Abteilungsgrenzen in Folge der notwendigen intensiven Zusammenarbeit schwinden. Die Erfahrungen aus den Projekten zeigen weiterhin, dass ein modernes Mindset, u.a. von Aktuaren mit tiefem Accounting-Backround, aber genauso auch umgekehrt von Accountants mit entsprechendem Verständnis für die versicherungstechnische Bewertung ein Schlüssel bei der Implementierung und auch beim erfolgreichen Regelbetrieb in der Zukunft sein wird.

Weiterhin ist nach den ersten Erfahrungen der Teilnehmer Actuarial Modernization für die Unternehmen in Zusammenhang mit IFRS 17 mehr als nur ein Schlagwort: Um die Timeline in den engen Berichtsfristen halten zu können, ist es erforderlich, „end-to-end“ auf die Abläufe zu blicken. Ein von Beginn an klarer strategischer Blick auf den Gesamtprozess, Datenfluss und die Zielarchitektur werden zum wesentlichen Erfolgsfaktor. Dazu gehört natürlich auch, dass schnelle Rechentools und auch das Nutzen von Cloud-basierten Rechenkapazitäten wichtige Bausteine bei der FastClose-fähigen Umsetzung des Standards sind.

Selbstverständlich durfte in einem aktuellen Austausch zu IFRS 17 nicht fehlen, dass man auch einen Blick auf grundlegende Einschätzungen zur Standard-Interpretation trifft. Hervorzuheben sind dabei die Diskussionen, die zum Thema Level of Aggregation / Group of Contract geführt wurden und bei denen sich zeigte, dass in der Branche unterschiedliche Strategien für eine optimale, individuelle Implementierung gefahren werden – dies gilt nicht nur für das langlaufende Geschäft in der Personenversicherung, sondern bereits für die landläufig als einfacher erachtete Umsetzung der Standard-Anforderungen für das P&C Geschäft. Gerade hierbei wurde deutlich, welche vielfältigen Fragen sich ergeben, wenn strategische Herausforderungen hinsichtlich der Revolutionierung der traditionellen Pricings und eines verstärkten dynamischen Wettbewerbsumfelds auf eine neue Account-Welt treffen.

Last but not least wurde in der Diskussionsrunde betont, dass der IFRS 17 Standard eigentlich das Ziel habe, die Kommunikation mit den Stakeholdern am Kapitalmarkt, Investoren und Analysten, zu verbessern. In dem Zusammenhang ist die Festlegung einer neuen geeigneten KPI-Metrix und die Fähigkeit der Unternehmen, die Geschäftsentwicklung anhand dieser Kenngrößen den Stakeholdern darlegen zu können, ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Der Erfahrungsaustausch Ende letzter Woche zeigte, dass diese Grundgedanken bereits frühzeitig beim Aufsatz der Implementierungsprojekte berücksichtigt werden sollten und dann auch wertvolle Impulse bringen, damit die individuellen Lösungen der Unternehmen sich strategisch in die richtige Richtung bewegen und die richtige Fokussierung in theoretischen Diskussionen nicht verloren geht.

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an Dr. Alexander Dotterweich oder Sven Stark

First of our European IFRS 17/Finance Transformation Round Table in Munich

In our PwC office in Munich we had a successful round table meeting on Thursday afternoon where almost all of the German insurance companies next to subsidiaries from international insurance groups came together and discussed intensely about their status and experiences on IFRS 17.

It got obvious that IFRS 9/IFRS 17 is much more than only technical standard interpretation. One of the participant made the point that the whole traditional organization of the companies will be affected as one of the core needs of IFRS 17 is to bring people from different departments together. People with modern technical mindset, being actuaries with good actuarial mindset and vice versa are the best resources.

It also was clear that actuarial modernization is key and that the companies advanced in IFRS 17 have a clear strategic view on the whole processes and data flow, actuarial architecture in an end to end view.

There had as well been an intense discuss on closing process acceleration known as one of the key challenges for IFRS 9/17 implementation and it got confirmed that faster actuarial toolset and cloud solutions will be key items for a successful implementation.

Of course there had been shared experience on basic questions in the early parts of IFRS9/17 projects, as an example on granularity of segmentation and definition of group of contracts and it got obvious that there are really different views on the optimal strategy for each company. – Not only for the more complex long-term business but already under the quite simple PAA for P&C business — Here thinking ahead on new products and pricing technics and needed flexibility in pricing also is already a key topic for the market players that will impact the accounting approach.

One of the last but most important points was that it got clear that it would be the wrong way to forget that IFRS 9/17 standard had been initiated to improve communication of the insurance companies to their investors and financial analysts. The KPI metrics and getting the company in position to present the IFRS results and its drivers to the market, this needs to be taken into the scope of project at an early stage to get and stay on the best way for a successful implementation.

If you have any questions please contact  Dr. Alexander Dotterweich or Sven Stark.

Zwischenergebnisse des IASB-Projekts zur IBOR-Reform

Das International Accounting Standards Board (IASB) beschäftigt sich im IBOR Projekt mit den Auswirkungen des Ersatzes der Benchmark-Zinssätze (z.B. LIBOR und EURIBOR). Die Änderung dieser Zinssätze kann erhebliche Auswirkungen auf die Bilanzierung haben. Diesbezüglich hat das IASB diverse Meetings abgehalten und entschieden, in einem ersten Schritt die kurzfristigen Auswirkungen auf das Hedge Accounting zu behandeln. Eine Übersicht über das IASB Projekt finden Sie hier (https://www.ifrs.org/projects/work-plan/ibor-reform-and-the-effects-on-financial-reporting/).

Die folgenden Punkte stellen die wichtigsten Entscheidungen der IASB-Meetings im Februar und März 2019 dar:

  • Bezüglich des highly probable-Kriteriums beim Cash Flow Hedge Accounting sollen Erleichterungen gewährt werden, um die Auswirkungen von Unsicherheiten (Zeitpunkt und genaue Ausgestaltung der neuen IBORs) zu verringern. Insbesondere soll der Bilanzierende für Zwecke der Beurteilung der Wahrscheinlichkeit, dass eine forecast transaction eintreten wird, davon ausgehen, dass die IBOR-basierten Vertragsbedingungen unverändert bleiben.
  • Die Beurteilung ob eine wirtschaftliche Beziehung zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft besteht (IFRS 9) bzw. die prospektive Beurteilung der Effektivität (IAS 39), soll auf der Grundlage der gegenwärtigen vertraglichen Cashflows aus dem Sicherungsinstrument und dem Grundgeschäft vorgenommen werden.
  • Die Erleichterungen sind obligatorisch anzuwenden bis keine Unsicherheiten (Zeitpunkt und Betrag der Cash Flows) bestehen bzw. maximal bis zur Beendigung der Sicherungsbeziehung.

Das IASB plant die Veröffentlichung eines Exposure Drafts im zweiten Quartal 2019 mit einer sich anschließenden 45-tägigen Kommentierungsfrist. Die geplanten Änderungen sollen im Januar 2020 in Kraft treten.

IFRS 17: IASB folgt den Vorschlägen des Staffs

In seinem Meeting vom 14. März 2019 hat das IASB über die letzten noch ausstehenden Themenfelder entschieden.

Das IASB folgte bei allen verbliebenen offenen Themen den Empfehlungen des Staffs:

  • Gruppenbildung („Level of aggregation“)
    Agenda Papers 2A-2C
    Das IASB hat vorläufig entschieden, die Verpflichtung Versicherungsverträge nach IFRS 17 in Jahreskohorten zu gruppieren, beizubehalten. Das Board betonte in seiner Sitzung erneut, dass die Bildung von Jahreskohorten einer der wesentlichen Vorteile des neuen Standards, dessen Ziel es ist die Vergleichbarkeit und Transparenz von Versicherungsunternehmen zu erhöhen, darstellen. Die Bildung von Jahreskohorten erhöht die Transparenz auf die Profitabilität eines Versicherungsunternehmens (frühzeitige Erkennung von Trends) und vermeidet eine Gewinnrealisierung erst nach Ende der Deckungsperiode. Das IASB sieht darin erheblichen Nutzen sowohl für die Anleger als auch für das Management. Hans Hoogervorst wies ergänzend auf die Bedeutung dieses Prinzips als Beitrag zur Finanzstabilität hin.
    Dem Board ist bewusst, dass die Änderungen enorme Implementierungskosten bergen und wies gleichzeitig auf die bereits eingeräumten Zugeständnisse im Hinblick auf die Gruppenbildung hin (z.B. Privatkundenkredite für die es unter IFRS 9 keine Möglichkeit gibt diese zusammen zu fassen). Daneben wies das Board bzgl. des illustrierten Beispiels zur Mutualisierung daraufhin hin, dass auch weitere Zahlungsstromallokationsmechanismen für eine Gruppenbildung anwendbar sein können. Ferner ist das IASB der Branche hinsichtlich zusätzlicher Aggregierung bereits durch die vorläufige Entscheidung entgegengekommen, dass Versicherungsverträge zukünftig auf höherer Aggregationsebene als bisher (Portfolien statt Gruppen) getrennt nach Verträgen in Asset-Position und solchen in Liability-Position auszuweisen sind.
  • Kreditkartenversicherungen („Credit cards that provide insurance coverage“)
    Agenda Papers 2D
    Kreditkartenversicherungen, für die das Risiko für den Einzelvertrag nicht individuell bestimmt werden kann, werden vom Anwendungsbereich des IFRS 17 ausgeschlossen. Eine der wesentlichen Gründe für diese Entscheidung, ist die nach IFRS 17 viel stärker vorgesehene Trennung von Versicherungskomponenten und Finanzkomponenten.
  • Änderung der Übergangsvorschriften: Option der Risikominderung („Transition requirements- risk mitigation option“)
    Agenda Paper 2E
    Die Übergangsvorschriften sollen dahingehend geändert werden, dass den Unternehmen die Möglichkeit eröffnet wird, die Option zur Risikominderung prospektiv ab dem Übergangszeitpunkt von IFRS 17 anzuwenden.
    Macht das Unternehmen von der Option zur Risikominderung Gebrauch, hat das Unternehmen zum „Transition date“ die Möglichkeit Verträge mit direkter Überschussbeteiligung, für die der retrospektive Transitionansatz anzuwenden wäre, stattdessen prospektiv zum Fair Value Transitionansatz zu bewerten
  • Darlehen, die ein erhebliches Versicherungsrisiko übertragen („Transition requirements- Loans that transfer significant insurance risk“)
    Agenda Paper 2F
    Die Übergangsvorschriften in IFRS 17 für Darlehen, die ein bedeutendes Versicherungsrisiko übertragen, wenn ein Unternehmen beschließt, die Vorschriften des IFRS 17 auf solche Portfolien anzuwenden, sollen beibehalten werden.
    Die Übergangsvorschriften solche Darlehen nach IFRS 9 zu bewerten, sollen ebenfalls beibehalten werden, soweit die erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS 9 zeitlich nicht auseinanderfallen.
    Die Mitarbeiter des IASB sieht jedoch Änderungsbedarf bei den Übergangsvorschriften des IFRS 9, wenn Erstanwendungszeitpunkt von IFRS 17 und IFRS 9 zeitlich auseinanderfallen. Die Änderungsempfehlungen für die Übergangsvorschriften solcher Darlehen in IFRS 9 sind in Agenda Paper 2F erläuternd dargestellt.
  • Änderungen der Angabepflichten („Amendments to disclosure requirements resulting from the Board`s tentative decisions to date“)
    Agenda Paper 2G
    Die Angabepflichten sollen im Hinblick auf eine quantitative Angabe der erwarteten Erfassung in der Gewinn- und Verlustrechnung der am Ende der Berichtsperiode verbleibenden vertraglichen Servicemarge angepasst werden (Wegfall der Möglichkeit nur qualitative Angaben zu machen). Ferner sollen sie um eine spezifische Angabe des Ansatzes zur Bewertung der relativen Gewichtung der Leistungen aus Versicherungsschutz und anlagebezogenen Dienstleistungen oder Renditeerzielungsleistung erweitert werden.
    Darüber hinaus sollen Vermögenswerte, die durch den Erwerb von Versicherungsgeschäften geschaffen wurden und zu Beginn und am Ende der Periode noch nicht in der Bewertung einer Gruppe von Versicherungsverträgen enthalten sind, übergeleitet werden und um eine quantitative Angabe der erwarteten Einbeziehung dieser Erwerbs-Cashflows in die Bewertung von zugehörigen Versicherungsverträgen ergänzt werden, wenn die entsprechenden Versicherungsverträge erfasst werden

Die folgenden Agenda Papiere lagen dem Meeting zugrunde: (https://www.ifrs.org/news-and-events/calendar/2019/march/international-accounting-standards-board/

Im April 2019 will das IASB die Entscheidungen über die Themenfelder als „Gesamtänderungspaket“ überprüfen. Geplant ist noch im ersten Halbjahr 2019 einen Exposure Draft zu veröffentlichen.

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