Accounting FS Blog

Auswirkungen von COVID-19 auf Bilanzierung und Berichterstattung

Die COVID-19 Pandemie stellt Unternehmen vor weitreichende Herausforderungen. F√ľr Banken ergeben sich auch wesentliche Auswirkungen auf die Bilanzierung und Berichterstattung.

Im folgenden Beitrag „PwC’s Banking Spotlight“ haben wir die Top 5 Bilanzierungsthemen f√ľr Banken beleuchtet:

  • Risikovorsorge-Ermittlung
  • Identifikation eines „significant increase in credit risk“ (SICR)
  • Modifikationen und Forbearance
  • Berichterstattung
  • St√ľtzungsma√ünahmen der Regierung

Sprechen Sie uns an. Gerne er√∂rtern wir die Implikationen f√ľr Ihr Haus mit Ihnen.

Ihre Ansprechpartner:

Judith Gehrer
Tel: +49 175 5860054
judith.gehrer@pwc.com

Joachim Krakuhn
Tel: +49 175 9368663
joachim.krakuhn@pwc.com

Peter Sch√ľz
Tel: +49 151 14261208
peter.schuez@pwc.com

Die neuen Regelungen des IDW RS BFA 7

Am 8. Februar 2020 hat der Bankenfachausschuss (BFA) des Instituts der Wirtschaftspr√ľfer (IDW) die finale Fassung des IDW RS BFA 7 ver√∂ffentlicht (BFA 7). Dieser konkretisiert das Vorgehen zur Ermittlung einer Risikovorsorge f√ľr vorhersehbare, noch nicht individuell konkretisierte Adressenausfallrisiken im Kreditgesch√§ft (Pauschalwertberichtigung) im handelsrechtlichen Jahresabschluss von Kreditinstituten. F√ľr die Bilanzierenden stellen sich in diesem Kontext u.a. die nachfolgend aufgef√ľhrten Fragen:

  • Wer hat die neuen Regelungen des BFA 7 zu ber√ľcksichtigen und ab wann sind sie anzuwenden?

Relevant sind die Vorgaben in erster Linie f√ľr Kreditinstitute, die unter die Definitionen des ¬ß 1 KWG fallen. Erstmalig anzuwenden ist BFA 7 f√ľr Gesch√§ftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2021 beginnen und damit, bei Identit√§t von Kalenderjahr und Gesch√§ftsjahr, erstmalig im FinRep-Reporting zum 31. M√§rz 2022. Eine vorzeitige Anwendung ist zul√§ssig.

  • Wie bestimmen sich sachlicher Anwendungsbereich und Bemessungsgrundlage?

Anzuwenden sind die Regelungen auf die Bilanzposten Forderungen an Kreditinstitute und Kunden (¬ß¬ß 14, 15 RechKredV). Dar√ľber hinaus fallen auch Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen (¬ß¬ß 26, 27 RechKredV) in den sachlichen Anwendungsbereich, soweit mit ihrer Inanspruchnahme ernsthaft zu rechnen ist.
Die Bemessungsgrundlage f√ľr die Berechnung der Pauschalwertberichtigung ist der handelsrechtliche Buchwert bzw. Verpflichtungsumfang der Gesch√§fte. Stille oder offene Vorsorgereserven f√ľr allgemeine Bankrisiken (i.S.d. ¬ß¬ß 340f und 340g HGB) mindern die Bemessungsgrundlage nicht.

  • Welche Regelungen und Vereinfachungen enth√§lt BFA 7?¬†

BFA 7 stellt zun√§chst Grunds√§tze dar, die bei der Ermittlung der Risikovorsorge zu ber√ľcksichtigen sind. Ein zentraler Grundsatz besteht darin, dass die Pauschalwertberichtigung die erwarteten Verluste √ľber die gesamte Restlaufzeit (ELL) der im Anwendungsbereich befindlichen Gesch√§fte ber√ľcksichtigen soll. Zu deren Ermittlung beschreibt BFA 7 keine konkrete Methode, sieht aber vor, dass das Vorgehen nicht hinter die im internen Risikomanagement verwendeten Methoden zur√ľckfallen darf. Daneben werden weitere Grunds√§tze formuliert.¬†

Sofern der Bilanzierende aus dem Kreditisikomanagement √ľber eindeutig identifizierbare Bonit√§tspr√§mien verf√ľgt, muss er diese – sofern das Anrechnungsverfahren zur Anwendung kommt – dem erwarteten Verlust √ľber die Restlaufzeit gegen√ľberstellen. Es ist zul√§ssig dies zu tun, wenn die Kreditrisikopr√§mien zwar nicht in der Steuerung verwendet, aber eindeutig ermittelt werden k√∂nnen.

  • Welche Bewertungsvereinfachungen enth√§lt BFA 7?¬†

Als Bewertungsvereinfachung d√ľrfen die Bilanzierenden auf Basis der Annahme einer Ausgeglichenheit zwischen Bonit√§tspr√§mein und erwartetem Verlust im Zugangszeitpunkt vereinfachend den 12-Monats-Expected Loss (12-M-EL) als Pauschalwertberichtigung ber√ľcksichtigen.¬†

Im Rahmen der Folgebewertung muss gepr√ľft werden, ob diese Annahme immer noch Bestand hat bzw. ist nachzuweisen, dass keine deutliche Risikoerh√∂hung seit Kreditvergabe eingetreten ist. Ist dies nicht erf√ľllt, ist das Grundmodell anzuwenden; also eine Sch√§tzung des erwarteten Verlust √ľber die Restlaufzeit (ggf. – sofern die Voraussetzungen erf√ľllt sind – unter Ber√ľcksichtigung der Gegenrechnung von Kreditrisikopr√§mien). Um dies zu gew√§hrleisten muss eine entsprechende Analyse implement werden. Ebenso muss es dem Bilanzierenden m√∂glich sein, das Grundmodell anzuwenden, da a priori nicht bestimmt werden kann, ob die erforderlichen¬† Nachweise f√ľr die Beibehaltung der Bewertungsvereinfachung immer f√ľr den gesamten Bestand gelingen.¬†

Als weitere Bewertungsvereinfachung darf auch die IFRS-9-Methodik f√ľr die Stufen 1 und 2¬† √ľbernommen und auf die HGB-Bemessungsgrundlage angewendet werden. Diese vom IDW als Vereinfachung bezeichnete Methodik d√ľrfte nur f√ľr IFRS-Bilanzierer eine Vereinfachung darstellen, auch wenn sie allen Bilanzierenden zug√§nglich ist. Insgesamt ergeben sich danach die folgenden Ans√§tze zur Ermittlung der Pauschalwertberichtigung:

  • Ist es m√∂glich, innerhalb eines Instituts auch verschiedene Verfahren anzuwenden?

Ja, BFA 7 gew√§hrt grunds√§tzlich Methodenfreiheit. Demzufolge kommen auch unterschiedliche Methoden in Betracht, wenn dies entsprechend begr√ľndet werden kann.

  • Welche praktischen Auswirkungen ergeben sich?¬†

Zun√§chst gilt es zu entscheiden, ob eine der im BFA 7 genannten Bewertungsvereinfachungen oder ein anderes Verfahren (unter Beachtung des Grundmodells) angewendet werden soll. Relevant ist in diesem Kontext u.a. die Frage, ob verl√§sslich ermittelbare Bonit√§tspr√§mien zur Verf√ľgung gestellt werden k√∂nnen. In diesem Fall kommt die Anwendung des Anrechnungsverfahrens in Betracht. Dieses f√ľhrt erwartungsgem√§√ü zu einer vergleichsweise geringen Pauschalwertberichtigung, stellt aber auch h√∂here Prozessanforderungen. F√ľr IFRS-Bilanzierer kann auch die Anwendung der IFRS-9-Methodik im HGB-Abschluss relevant sein, um von √§hnlichen¬† Prozessen zu profitieren und die Risikovorsorge nach HGB und IFRS anzugleichen.¬†

Insgesamt gilt es die folgenden Aspekte gegeneinander abzuw√§gen und darauf basierend die Entscheidung f√ľr ein Umsetzungsvorgehen zu treffen: Implementierungsaufwand, laufende Prozesskosten, Ergebniseffekte und Auswirkungen auf das (regulatorische) Eigenkapital.¬†


Eine detaillierte Darstellung der neuen Vorgaben und deren Implikationen haben wir in unserem Beitrag Pauschalwertberichtigungen f√ľr latente Adressenausfallrisiken im handelsrechtlichen Jahresabschluss von Kreditinstituten – Die neuen Regelungen des IDW RS BFA 7 vom M√§rz 2020 in der IRZ – Zeitschrift f√ľr Internationale Rechnungslegung vorgenommen
(IRZ, Heft 3, 2020).

 

 

IDW veröffentlicht BFA 7 zu Pauschalwertberichtigungen bei Kreditinstituten

Der Bankenfachausschuss (BFA) des Instituts der Wirtschaftspr√ľfer hat am 8. Februar die IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung: ‚ÄěRisikovorsorge f√ľr vorhersehbare, noch nicht individuell konkretisierte Adressenausfallrisiken im Kreditgesch√§ft von Kreditinstituten (‚ÄěPauschalwertberichtigungen‚Äú)‚Äú (IDW RS BFA 7) in der Zeitschrift ‚ÄěIDW Life‚Äú ver√∂ffentlicht.¬†

Gegen√ľber der im November 2019 als Diskussionsgrundlage ver√∂ffentlichten Fassung, gab es keine inhaltlichen √Ąnderungen mehr. Ausf√ľhrungen zu Anhang und Lagebericht wurden erg√§nzt. √úber die Diskussionsgrundlage hatten wir bereits in unserem FS Accounting Blog vom 27. Januar berichtet („Neues zu IDW RS BFA 7„).

  • Die nun ver√∂ffentlichte Stellungnahme sieht vor, dass Pauschalwertberichtigungen zuk√ľnftig auf Basis eines Modells zu ermitteln sind, das die erwarteten Verluste f√ľr die Restlaufzeit ber√ľcksichtigt.
  • Die Gegenrechnung von Bonit√§tspr√§mien ist grunds√§tzlich vorgesehen.
  • Soweit sich Bonit√§tspr√§mien und erwartete Verluste ausgleichen, ist keine Pauschalwertberichtigung zu bilden.
  • Zur Ermittlung der erwarteten Verluste √ľber die Restlaufzeit gew√§hrt der BFA 7 dem Bilanzierenden Methodenfreiheit.
  • Die Ermittlung ist auf Einzelgesch√§fts- oder Portfoliobasis m√∂glich.
  • Als Bewertungsvereinfachung wird bei Erf√ľllung bestimmter Bedingungen auch die Verwendung der erwarteten Verluste f√ľr die kommenden 12 Monate f√ľr zul√§ssig erachtet.
  • Auch die Anwendung der IFRS-Methodik f√ľr die Stufen 1 und 2 des IFRS 9-Impairment-Modells ist alternativ m√∂glich.

Zu Einzelheiten vgl auch den Beitrag im Accounting Aktuell Blog.

Regierungsentwurf zu ESEF wurde beschlossen

Umsetzungsgesetz zur Transparenzrichtlinie-√Ąnderungsrichtlinie f√ľr ein europ√§isches einheitliches elektronisches Format (ESEF) f√ľr Jahresfinanzberichte

Am 22. Januar 2020 wurde der Regierungsentwurf des Gesetzes zur Umsetzung der Transparenzrichtlinie-√Ąnderungsrichtlinie f√ľr ein einheitliches elektronisches Berichtsformat (European Single Electronic Format, ESEF) beschlossen. Danach m√ľssen kapitalmarktorientierte Unternehmen ihre Jahresfinanzberichte in einem einheitlichen elektronischen Format ver√∂ffentlichen. Die neuen Formatvorgaben sind erstmals auf Jahres- und Konzernabschl√ľsse sowie Lage- und Konzernlageberichte anzuwenden, die f√ľr das nach dem 31. Dezember 2019 beginnende Gesch√§ftsjahr aufgestellt werden.

Am vorangegangenen Referentenentwurf war insbesondere kritisiert worden, dass es sich durch den Bezug zu ESEF in den sogenannten ‚ÄěAufstellungsparagraphen‚Äú des HGB bei dem neuen Format nicht um ein reines Offenlegungsformat wie in den anderen EU-L√§ndern handeln w√ľrde. Dieser Bezug, sowie die Pflicht zu einer elektronischen Signatur des Formats, wurden im Regierungsentwurf entfernt.

Der Aufstellungsprozess sowie das Verfahren zur Feststellung des Jahresabschlusses und zur Billigung des Konzernabschlusses bleiben somit unber√ľhrt, wie es in der Gesetzesbegr√ľndung hei√üt. Gleichwohl wird zuk√ľnftig die Pr√ľfung des Offenlegungsformats durch den Abschlusspr√ľfer im Rahmen der Abschlusspr√ľfung verlangt, der dar√ľber in einem gesonderten Abschnitt des Best√§tigungsvermerks berichten muss.

Die berichtenden Unternehmen m√ľssen somit eine ESEF-konforme Offenlegung der Abschl√ľsse und Lageberichte sicherstellen. Die Offenlegung erfolgt im sogenannten XHTML-Format inklusive einer Auszeichnung (‚ÄěTagging‚Äú) der IFRS-Konzernabschl√ľsse in der iXBRL-Technologie mithilfe der ESEF-Taxonomie. Diese basiert gr√∂√ütenteils auf der IFRS-Taxonomie und wird analog zu dieser regelm√§√üig aktualisiert.

Handlungsbedarf

Unternehmen m√ľssen jetzt die ESEF-Taxonomie auf ihre bestehenden Gliederungsstrukturen und Darstellungsformen im Konzernabschluss anwenden. Die fachliche Herausforderung liegt hierbei in der Zuordnung der individuellen IFRS-Abschlusselemente zu den Taxonomie-Elementen, insbesondere wenn diese nicht eindeutig ist. Von der Taxonomie abweichende Bilanzstrukturen, zum Beispiel aufgrund von Bank- oder Versicherungsspezifika, die in der Taxonomie nicht ber√ľcksichtigt sind, k√∂nnen dazu f√ľhren, dass ein Unternehmen sogenannte Erweiterungen (‚ÄúExtensions‚ÄĚ) zur Taxonomie einf√ľhren und eine Verankerung auf ein bestehendes Taxonomie-Element durchf√ľhren muss.

Zur Erstellung des elektronischen Formats und zur Unterst√ľtzung des Taggings sollte rechtzeitig eine unterst√ľtzende Software ausgew√§hlt werden und Auswirkungen auf die bestehenden Berichtsprozesse und erforderliche Anpassungen an Tools, die daf√ľr aktuell im Einsatz sind (z.B. Disclosure Management Tools), analysiert und umgesetzt werden.

Auch die ESMA hat das Thema ESEF in den Pr√ľfungsschwerpunkten f√ľr die in 2020 durchzuf√ľhrenden Pr√ľfungen kommuniziert. Sie erwartet, dass die betroffenen Inlandsemittenten alle notwendigen Schritte unternehmen, um die neuen ESEF-Anforderungen zeitnah zu erf√ľllen.

Pr√ľfungsrisiken k√∂nnen durch fr√ľhzeitiges Probetagging und Qualit√§tssicherung minimiert werden.

Den Gesetzestext finden Sie auf den Seiten des Bundesministerium f√ľr Justiz und f√ľr Verbraucherschutz (BMJV) https://www.bmjv.de/SharedDocs/Gesetzgebungsverfahren/DE/Format_Jahresfinanzrichtlinie.html

Neues zu IDW RS BFA 7

Die Ermittlung der Risikovorsorge f√ľr vorhersehbare, noch nicht individuell konkretisierte Adressenausfallrisiken im handelsrechtlichen Jahres- und Konzernabschluss von Instituten („Pauschalwertberichtigungen“) wird reformiert. Der bisher anzuwendende IDW St/BFA 1/1990 soll durch den IDW RS BFA 7 ersetzt werden, der f√ľr Gesch√§ftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2021 beginnen, anzuwenden sein wird. Eine vorzeitige Anwendung ist zul√§ssig.

Das IDW hatte nach der Ver√∂ffentlichung des Entwurfs IDW ERS BFA 7 im Dezember 2018 und den hierzu erfolgten Kommentaren ein gegen√ľber dem Entwurf angepasstes¬† Diskussionspapier erstellt und am 5. Dezember 2019 √∂ffentlich in einem Fachgespr√§ch diskutiert. Die Eckpunkte der Diskussionsgrundlage sind im Fachgespr√§ch auf Zustimmung gesto√üen. Zwischenzeitlich hat das IDW auf seiner Website den Status ‚Äúendg√ľltig‚ÄĚ f√ľr den IDW RS BFA 7 ver√∂ffentlicht. Inhalte wurden noch nicht dargestellt. Nach der im Fachgespr√§ch vorgestellten Diskussionsgrundlage kann die¬† Pauschalwertberichtigung wie folgt ermittelt werden:¬†

  • Anwendung eines Anrechnungsmodells, in dem Pauschalwertberichtigungen auf Basis der erwarteten Verluste √ľber die Restlaufzeit ermittelt und die vertraglich vereinbarten Bonit√§tspr√§mien zur Deckung des Adressenausfallrisikos risikomindernd angerechnet werden d√ľrfen, sofern sie hinreichend verl√§sslich ermittelt werden k√∂nnen
  • Verwendung des 12-Monats-Expected Loss, sofern eine Ausgeglichenheit zwischen Risikopr√§mien und Risikoerwartung zum Zeitpunkt der Kreditvergabe besteht und sich das Adressenausfallrisiko zum Stichtag nicht deutlich erh√∂ht hat
  • Anwendung der IFRS-9-Methodik unter Ber√ľcksichtigung der HGB-Bemessungsgrundlage.

W√§hrend die √úbernahme der IFRS-9-Methodik f√ľr IFRS Bilanzierer ggf. prozessuale Erleichterungen mit sich bringt und zu einer Ann√§herung der Risikovorsorge nach HGB an IFRS f√ľhrt, hat diese gegen√ľber der Verwendung des 12-Monats-Expected Loss (sofern anwendbar) den Nachteil einer h√∂heren Risikovorsorge. Das Anrechnungsmodell kann demgegen√ľber zu einer weiteren Reduzierung der Risikovorsorge f√ľhren, weil f√ľr jedes Gesch√§ft dem erwarteten Verlust √ľber die verbleibende Laufzeit die in den Konditionen antizipierten Risiken in Form der Bonit√§tspr√§mie gegen√ľbergestellt werden. Insofern bildet das Anrechnungsmodell die Risiken im Portfolio √∂konomisch am besten ab.

Die Diskussionsgrundlage f√ľr das Fachgespr√§ch kann auf der Website des IDW unter folgendem Link abgerufen werden: https://www.idw.de/blob/120504/76f99631453ea1892cc95ca719a55bdb/diskussionsgrundlage-fachgespraech-data.pdf

Weihnachtsgr√ľ√üe

Liebe Leserinnen und Leser,

wir w√ľnschen Ihnen und Ihren Familien ein ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest und f√ľr das neue Jahr Gesundheit, Gl√ľck und Zufriedenheit.

Wir freuen uns schon, Sie im kommenden Jahr weiterhin √ľber aktuelle Themen im Accounting und in der Finanzfunktion zu informieren.

Ihre
Judith Gehrer, Mich√®le F√§rber, Peter Flick, Joachim Krakuhn, Sven Meyer und Peter Sch√ľz

Follow-up zur Diskussionsbereitschaft des IASB bzgl. der √Ąnderungen an IFRS 17

In seiner Sitzung am 20.¬†November 2019 wurden dem International Accounting Standard Board (IASB) vom Staff die wesentlichen Ergebnisse der 122 eingereichten Stellungnahmen zum ED/2019/4 zur Entscheidung √ľber das weitere Vorgehen vorgelegt (siehe auch unseren Blogbeitrag vom 13. November 2019).

Das Feedback aus den Stellungnahmen wurde vom Staff in die folgenden drei Kategorien zusammengefasst (√úberblick √ľber die Themen):

  1. Vorgeschlagene √Ąnderungen, mit der Empfehlung, sie zu best√§tigen (sechs Themen)
  2. Themen zur Klärung (13 Themen)
  3. Sachverhalte, die aus Sicht des Staffs nicht weiter zu betrachten sind (14 Themen)

Alle 14 Boardmitglieder sind damit einverstanden, die sechs vorgeschlagenen √Ąnderungen, die das IASB Staff als abgeschlossen ansieht, in einer zuk√ľnftigen Sitzung zu best√§tigen.

Gleichzeitig einigen sich die 14 Boardmitglieder, √ľber m√∂gliche √Ąnderungen an den 13 vom Staff vorgeschlagenen Themen auf Basis einer weiteren Analyse durch das Staff in den Sitzungen im Zeitraum von Dezember 2019 bis Februar 2020 zu entscheiden.

Dabei nennt das Staff die folgenden 13 Themen, welche dem Board auf Grundlage des Feedbacks zur Klärung vorlegt werden (Link):

  • Ausschluss vom Anwendungsbereich f√ľr Kreditkarten,
  • Erwartete Wertaufholung der Cashflows i. Z. m. Abschlusskosten,
  • Behandlung der CSM, die auf Investment Services bei Versicherungsvertr√§gen ohne direkte √úberschussbeteiligung entf√§llt,
  • Deckung von Verlusten aus zugrunde liegenden Versicherungsvertr√§gen bei gehaltenen R√ľckversicherungsvertr√§gen,
  • Anwendbarkeit der Risikominderungsoption,
  • Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts von IFRS 17,
  • Verl√§ngerung einer tempor√§ren Befreiung von IFRS 9,
  • √úbergangserleichterungen f√ľr die Risikominderungsoption,
  • Geringf√ľgige √Ąnderungen,
  • Ebene der aggregierten j√§hrlichen Kohorten f√ľr Versicherungsvertr√§ge mit generations√ľbergreifender Risikoverteilung zwischen den Versicherungsnehmern,
  • Unternehmenszusammenschl√ľsse ‚Äď Vertr√§ge, die in ihrer Abwicklungsperiode erworben wurden,
  • Bewertungsparameter bei Zwischenabschl√ľssen,
  • Zus√§tzliche spezifische √úbergangsmodifikationen und Erleichterungen.

Weiterhin stimmen 13 Boardmitglieder zu, dass bez√ľglich der 14 Sachverhalte, welche aus Sicht des Staffs durch das Board nicht weiter zu betrachten sind, kein erneuter Diskussionsbedarf besteht. Die Boardmitglieder verst√§ndigen sich zudem darauf, einzelne in dieser Kategorie aufgef√ľhrte Themen auf Grund von Wechselwirkungen mit √§hnlichen Fragestellungen gegebenenfalls erneut zu diskutieren.

Die n√§chste Sitzung des IASB findet vom 9. – 12. Dezember 2019 statt. Wir werden Sie zeitnah √ľber die Entscheidungen und Ergebnisse aus den Diskussionen des Boards informieren.

Weitere Informationen können unter nachfolgenden Links aufgerufen werden:

ED/2019/4 zu √Ąnderungen an IFRS 17: M√∂gliche Diskussionsbereitschaft des IASB

Nach dem Feedback zum Exposure Draft (ED/2019/4) zu √Ąnderungen von IFRS¬†17 besteht die M√∂glichkeit der Diskussionsbereitschaft des IASB zu ausgew√§hlten Themen

Am 20. November 2019 tagt das International Accounting Standard Board (IASB) mit dem Ziel, die wesentlichen Ergebnisse der 122 eingereichten Stellungnahmen zum ED/2019/4 zu er√∂rtern und √ľber weitere Vorgehensweisen zu entscheiden.

Diesbez√ľglich wird durch das Staff das Feedback aus den Stellungnahmen in die folgenden drei Kategorien zusammengefasst:

  1. Vorgeschlagene √Ąnderungen, welche das Staff dem Board empfiehlt zu best√§tigen
  2. Sachverhalte, welche aus Sicht des Staffs durch das Board nicht weiter zu betrachten sind
  3. Themen, welche das Staff dem Board zur Klärung vorlegt

Zu den sechs vorgeschlagenen √Ąnderungen, die das IASB Staff als abgeschlossen ansieht, z√§hlen (Link):

  • Vereinfachter Ausweis von Versicherungsvertr√§gen in der Bilanz auf Grundlage von Portfolioebene statt auf Gruppenebene von Versicherungsvertr√§gen
  • Behandlung der CSM, die auf Investment Services bei Versicherungsvertr√§gen mit direkter √úberschussbeteiligung entf√§llt.

Unter die 14 aus Sicht des Staffs nicht weiter zu betrachtenden Sachverhalte fallen unter anderem Themen wie (Link):

  • die Erstellung von Vergleichszahlen zur erstmaligen Anwendung von IFRS 17,
  • die Zahlungsstr√∂me innerhalb der Vertragsgrenzen in Zusammenhang mit gehaltenen R√ľckversicherungsvertr√§gen,
  • der Anwendungsbereich des Variable Fee Approaches im Hinblick auf aktive und passive R√ľckversicherungsvertr√§ge.

Bez√ľglich der 13 Themen, welche dem Board auf Grundlage des Feedbacks zur Kl√§rung vorlegt werden, nennt das Staff beispielsweise (Link):

  • die Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts von IFRS¬†17,
  • die Verl√§ngerung einer tempor√§ren Befreiung von IFRS¬†9,
  • die erwartete Wertaufholung der Cashflows i.¬†Z.¬†m. Abschlusskosten,
  • die Behandlung der CSM, die auf Investment Services bei Versicherungsvertr√§gen ohne direkte √úberschussbeteiligung entf√§llt,
  • die Deckung von Verlusten aus zugrunde liegenden Versicherungsvertr√§gen bei gehaltenen R√ľckversicherungsvertr√§gen,
  • Unternehmenszusammenschl√ľsse – Vertr√§ge, die in ihrer Abwicklungsperiode erworben wurden,
  • Bewertungsparameter bei Zwischenabschl√ľssen

Dar√ľber hinaus f√ľhren einige Teilnehmer in deren Stellungnahmen auch bisher unber√ľcksichtigte Problemstellungen und Umsetzungsfragen an. Um gegebenenfalls Ma√ünahmen einzuleiten, werden s√§mtliche Themen, welche bisher nicht Gegenstand der Diskussionen zu IFRS¬†17 waren, entsprechend analysiert und dem Board in einer zuk√ľnftigen Sitzung vorgelegt. Gleichzeitig werden jedoch Bedenken ge√§u√üert, dass zum aktuellen Zeitpunkt der Implementierung weitere √Ąnderungen eher nachteilig sein k√∂nnen.

Das Staff weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass m√∂gliche √Ąnderungen weder die Grundprinzipien des IFRS¬†17 verletzen d√ľrfen, die bereits laufenden Umsetzungen unangemessen beeintr√§chtigen sollen noch eine weitere Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts zur Folge haben.

Next Steps:

Das IASB wird auf Basis der gelieferten Ausarbeitungen zu den R√ľckmeldungen hinsichtlich der vom Staff genannten Sachverhalte urteilen und √ľber die n√§chsten Schritte entscheiden. Das Staff plant, dem Board entsprechende Ausarbeitungen zu einzelnen Fragestellungen in den Sitzungen im Zeitraum von Dezember 2019 bis Februar 2020 vorzulegen. Der gew√§hlte Zeitplan erm√∂glicht es, das Feedback weiter zu pr√ľfen und die daraus resultierenden √Ąnderungen im Einklang mit dem im Exposure Draft dargelegten Zeitplan bis Mitte 2020 abzuschlie√üen.

F√ľr weitere Informationen k√∂nnen die Sitzungsunterlagen unter nachfolgendem Link aufgerufen werden:¬†https://www.ifrs.org/news-and-events/calendar/2019/november/international-accounting-standards-board/

IDW ERS BFA 7 РEinladung zu einem Fachgespräch

Das IDW l√§dt f√ľr den 5. Dezember 2019 zu einem Fachgespr√§ch zur Bilanzierung von Pauschalwertberichtigungen von Instituten nach IDW ERS BFA 7 ein. Hierzu hat das IDW auf seiner Homepage eine Diskussionsgrundlage ver√∂ffentlicht. Das Fachgespr√§ch ist Teil des Due Process des IDW.

Abschnitt 3 der Diskussionsgrundlage beinhaltet die Grundsätze zur Ermittlung der Pauschalwertberichtigung. Inhaltlich sind folgende Punkte hervorzuheben:

  • Das Handelsrecht gew√§hrt grunds√§tzlich Methodenfreiheit.
  • Die gew√§hlte Methode muss eine nach vern√ľnftiger kaufm√§nnischer Beurteilung sachgerechte und vorsichtige Sch√§tzung der erwarteten Verluste √ľber die Restlaufzeit erm√∂glichen.
  • Ausgehend von den Erfahrungen der Vergangenheit sind aktuelle Informationen und Erwartungen zur Risikosituation zu ber√ľcksichtigen.
  • Die Ermittlung der Pauschalwertberichtigungen kann auf Portfolioebene getrennt f√ľr homogene Teilportfolien erfolgen.

Dar√ľber hinaus geht die Diskussionsgrundlage im Abschnitt 4 auf drei Einzelfragen zur Ermittlung der Pauschalwertberichtigung ein:

  • Anrechnung von Bonit√§tspr√§mien
  • Bewertungsvereinfachungen und
  • Risikovorsorge nach IFRS 9.

Ad Anrechnung von Bonitätsprämien:

Bezogen auf das gesamte betrachtete Kreditportfolio gilt der Grundsatz, dass hinreichend konkretisierte, streng kausal zuordenbare zuk√ľnftige wirtschaftliche Vorteile bei der Bilanzierung zu ber√ľcksichtigen sind. Dieser f√ľr die Bemessung von Drohverlustr√ľckstellungen entwickelte Grundsatz f√ľhrt bei der Ermittlung von Pauschalwertberichtigungen zu einer Anrechnung der in den vertraglich vereinbarten Zinsertr√§gen enthaltenen Bonit√§tspr√§mien gegen die erwarteten Verluste. Sofern Bonit√§tspr√§mien nicht f√ľr interne Risikosteuerungszwecke genutzt werden, ist ihre Anrechnung allein f√ľr Zwecke der Ermittlung von Pauschalwertberichtigungen nicht notwendig.

Ad Bewertungsvereinfachungen:

F√ľr das Kreditgesch√§ft kann angenommen werden, dass sich bei Kreditausreichung erwartete Verluste und Bonit√§tspr√§mien entsprechen. Erfolgt davon ausgehend bei der Folgebewertung aus Vereinfachungsgr√ľnden kein Nachweis dieser Ausgeglichenheit durch Berechnung der erwarteten Verluste und Bonit√§tspr√§mien, ist es nicht zu beanstanden, wenn die Pauschalwertberichtigung in H√∂he des erwarteten Verlusts √ľber einen Betrachtungszeitraum von zw√∂lf Monaten ohne eine Anrechnung von Bonit√§tspr√§mien gesch√§tzt wird.

Gilt die vorstehende genannte Annahme der Ausgeglichenheit nicht (mehr) bzw. hat sich das Adressenausfallrisiko des betreffenden Kreditbestands im Zeitablauf deutlich erhöht, ist unter Beachtung der eingangs beschriebenen Grundsätze zu beurteilen, ob ein höherer Betrag im Hinblick auf eine angemessene Risikovorsorge anzusetzen ist.

Ad Risikovorsorge nach IFRS 9:

Die vereinfachende Ermittlung der Pauschalwertberichtung nach der Methodik des IFRS 9 f√ľr die Stufen 1 und 2 nicht zu beanstanden.

EBA startet Konsultation bzgl. Anpassungen aufsichtsrechtlicher Meldungen aufgrund von CRR II und den aufsichtsrechtlichen Risikovorsorge-Backstop Vorschriften

Die European Banking Authortiy (EBA) hat am 16. Oktober 2019 eine Konsultation bzgl. Anpassungen aufsichtsrechtlicher Meldevorschriften gestartet. Ziel der Konsultation ist die Angleichung der Meldeanforderungen an die aufsichtsrechtlichen √Ąnderungen bzw. Neuerungen aus 2019, insbesondere an

  • die CRR II (amending Regulation (EU) 2019/876 ) und
  • die Vorschriften zu der aufsichtsrechtlichen Risikovorsorge-Backstop Ermittlung (amending Regulation (EU) 2019/630).

Das Konsultationspapier betrifft eine breite Anzahl an aufsichtsrechtlichen Meldeanforderungen, u.a. hinsichtlich Eigenmittel, Kreditrisiko, Counterparty Risk, Großkredite, Verschuldungsquote, NSFR und FINREP.

Es ist geplant, dass die √ľberarbeiteten Meldevorschriften ab dem Meldestichtag 30. Juni 2021 anzuwenden sind.

Hinsichtlich der FINREP Meldeanforderungen sind folgende Anpassungen geplant:

  • Es ist nicht mehr erforderlich POCI-Assets einer Stufe des IFRS 9-Risikovorsorgemodells zuzuordnen, sondern in den Tabellen F.4.X, F.7, F12.1 und F18¬†sind separate Spalten zum Ausweis von POCI-Assets vorgesehen.
  • Zu den Stufenbewegungen¬†der Buchwerte (Tabelle F 12.2) werden Davon-Angaben hinsichtlich Forderungen erg√§nzt welche direkt von Stufe 1 in Stufe 3 bzw. vice versa gewechselt sind.
  • F√ľr die Definition von Non-Performing Exposure wird nun auf Art. 47a CRR¬†(Definition im Rahmen des NPE Backstop) verwiesen.¬†
  • F√ľr die Definition von Forbearance wird nun auf Art. 47b CRR verwiesen.
  • Es wird eine umfangreiche Tabelle F.39 erg√§nzt in welcher Buchwerte, Nominalwerte und Risikovorsorge in Zeitbuckets¬†aufzuteilen sind, entsprechend der Dauer seit erstmaliger Einstufung als Non-Performing.

 

Weiterf√ľhrende Informationen zu der Konsultation der EBA sowie einer parallel gestarteten Konsultation hinsichtlich Anpassungen in der Offenlegung finden Sie unter folgenden Links. Sprechen Sie gerne unsere Experten an.

Link zu: Consultation on supervisory reporting changes related to CRR2 and Backstop Regulation (Framework 3.0)

Link zu: CP on on comprehensive ITS for financial institutions public disclosure

 

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