Accounting FS Blog

EBA gibt Erklärung zur Anwendung des aufsichtsrechtlichen Rahmenwerkes im Zusammenhang mit COVID-19 Maßnahmen ab

Mit der Erklärung beabsichtigt die EBA zu einer konsistenten Anwendung der Regularien zur Default-Definition, Forbearance und IFRS 9 in der EU beizutragen und ruft zur Nutzung der vollen Flexibilität dieser Regularien auf. 

Nach Auffassung der EBA fĂĽhren Moratorien, die nicht schuldnerspezifisch, sondern breiter angelegt sind, nicht automatisch zu einer Klassifizierung als forborne bzw. defaulted und nicht notwendigerweise zu einem Stufentransfer im IFRS 9 ECL-Modell.

Es wird betont, dass bei der Beurteilung ob ein signifikanter Anstieg des Ausfallrisikos vorliegt, 

  • die gesamte Laufzeit des Finanzinstruments, 
  • der erwartete Verlauf des Schocks und 
  • die Frage, ob die KreditwĂĽrdigkeit des Schuldners auf lange Sicht durch diese Krise nicht wesentlich beeinträchtigt wird

zu betrachten sind. Zudem gilt es sorgfältig abzuwägen, welche Informationen aktuell als „resonable & supportable“ einzuwerten sind.  

Die Erklärung der EBA finden Sie unter folgendem Link:

EBA – Statement on the application of the prudential framework regarding Default, Forbearance and IFRS9 in light of COVID-19 measures

BFA-Hinweis zu Wertminderungen von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 im Quartalsabschluss von Banken zum 31.03.2020

Der IDW Bankenfachausschuss (BFA) hat den unter Mitwirkung des IDW Arbeitskreises Finanzinstrumente nach IFRS erarbeiteten fachlichen Hinweis zu den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf Wertminderungen von Finanzinstrumenten nach IFRS 9 im Quartalsabschluss von Banken zum 31.03.2020 verabschiedet und veröffentlicht.

Der BFA unterstĂĽtzt die von der ESMA im Rahmen des Public Statements „Accounting implications of the COVID19 outbreak on the calculation of expected credit losses in accordance with IFRS 9” veröffentlichten Auffassungen. 

Wesentliche Aussagen sind: 

  • Staatliche MaĂźnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft sollen bei der Beurteilung eines signifikanten Anstiegs des Kreditrisikos berĂĽcksichtigt werden und sollten nicht bereits alleine dazu fĂĽhren, dass ein Stufentransfer vorgenommen wird. 
  • Im Falle eines Zahlungsverzugs von größer 30 Tagen ist sorgfältig zu prĂĽfen, ob die Vermutung eines signifikanten Anstiegs des Kreditrisikos widerlegt werden kann.
  • Bei Gewährung eines Zugeständnisses in Folge der Corona-Pandemie ist unter BerĂĽcksichtigung aller Fakten und Umstände zu wĂĽrdigen, ob es sich um eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos handelt oder nur ein temporärer Liquiditätsengpass vorliegt. Im letzteren Fall ist kein Stufentransfer vorzunehmen.
  • Auf langfristige stabile Szenarien soll ein höheres Gewicht gelegt werden und somit kurzfristige Entwicklungen nicht ĂĽbergewichtet werden.  
  • Ă–ffentliche Garantien: Der Wert von Sicherheiten oder das Schlagendwerden einer Garantie haben keine Auswirkung auf die signifikante Erhöhung des Kreditausfallrisikos. Ă–ffentliche Garantien sind grundsätzlich im Rahmen der Bemessung der erwarteten Verluste zu berĂĽcksichtigen. Die konkreten bilanziellen Folgen hängen allerdings von der genauen Ausgestaltung der öffentlichen Garantien ab.
  • Vertragsmodifikationen: Es ist sorgfältig zu analysieren, ob die staatlichen StabilisierungsmaĂźnahmen zu einer Modifikation eines Finanzinstruments fĂĽhren mit der Folge, dass dieses – sofern substanziell – auszubuchen und als neues Finanzinstrument wieder angesetzt werden mĂĽsste.

Den fachlichen Hinweis des BFA finden Sie unter folgendem Link: https://www.idw.de/idw/idw-aktuell/auswirkungen-der-coronavirus-pandemie-auf-wertminderungenvon-finanzinstrumenten-nach-ifrs-9-im-quartalsabschluss-von-banken-zum-31-03-2020–fachlicher-hinweis-des-idw-/122896

Die Veröffentlichung der ESMA vom 25. März 2020 erreichen Sie hier: https://www.esma.europa.eu/press-news/esma-news/esma-issues-guidance-accounting-implications-covid-19

 

Ihre Ansprechpartner:

Judith Gehrer
Tel: +49 175 5860054
judith.gehrer@pwc.com

Joachim Krakuhn
Tel: +49 175 9368663
joachim.krakuhn@pwc.com

Peter SchĂĽz
Tel: +49 151 14261208
peter.schuez@pwc.com

 

Auswirkungen von COVID-19 auf Bilanzierung und Berichterstattung

Die COVID-19 Pandemie stellt Unternehmen vor weitreichende Herausforderungen. FĂĽr Banken ergeben sich auch wesentliche Auswirkungen auf die Bilanzierung und Berichterstattung.

Im folgenden Beitrag „PwC’s Banking Spotlight“ haben wir die Top 5 Bilanzierungsthemen fĂĽr Banken beleuchtet:

  • Risikovorsorge-Ermittlung
  • Identifikation eines „significant increase in credit risk“ (SICR)
  • Modifikationen und Forbearance
  • Berichterstattung
  • StĂĽtzungsmaĂźnahmen der Regierung

Sprechen Sie uns an. Gerne erörtern wir die Implikationen für Ihr Haus mit Ihnen.

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Judith Gehrer
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Die neuen Regelungen des IDW RS BFA 7

Am 8. Februar 2020 hat der Bankenfachausschuss (BFA) des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) die finale Fassung des IDW RS BFA 7 veröffentlicht (BFA 7). Dieser konkretisiert das Vorgehen zur Ermittlung einer Risikovorsorge für vorhersehbare, noch nicht individuell konkretisierte Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft (Pauschalwertberichtigung) im handelsrechtlichen Jahresabschluss von Kreditinstituten. Für die Bilanzierenden stellen sich in diesem Kontext u.a. die nachfolgend aufgeführten Fragen:

  • Wer hat die neuen Regelungen des BFA 7 zu berĂĽcksichtigen und ab wann sind sie anzuwenden?

Relevant sind die Vorgaben in erster Linie für Kreditinstitute, die unter die Definitionen des § 1 KWG fallen. Erstmalig anzuwenden ist BFA 7 für Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2021 beginnen und damit, bei Identität von Kalenderjahr und Geschäftsjahr, erstmalig im FinRep-Reporting zum 31. März 2022. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig.

  • Wie bestimmen sich sachlicher Anwendungsbereich und Bemessungsgrundlage?

Anzuwenden sind die Regelungen auf die Bilanzposten Forderungen an Kreditinstitute und Kunden (§§ 14, 15 RechKredV). Darüber hinaus fallen auch Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen (§§ 26, 27 RechKredV) in den sachlichen Anwendungsbereich, soweit mit ihrer Inanspruchnahme ernsthaft zu rechnen ist.
Die Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Pauschalwertberichtigung ist der handelsrechtliche Buchwert bzw. Verpflichtungsumfang der Geschäfte. Stille oder offene Vorsorgereserven für allgemeine Bankrisiken (i.S.d. §§ 340f und 340g HGB) mindern die Bemessungsgrundlage nicht.

  • Welche Regelungen und Vereinfachungen enthält BFA 7? 

BFA 7 stellt zunächst Grundsätze dar, die bei der Ermittlung der Risikovorsorge zu berĂĽcksichtigen sind. Ein zentraler Grundsatz besteht darin, dass die Pauschalwertberichtigung die erwarteten Verluste ĂĽber die gesamte Restlaufzeit (ELL) der im Anwendungsbereich befindlichen Geschäfte berĂĽcksichtigen soll. Zu deren Ermittlung beschreibt BFA 7 keine konkrete Methode, sieht aber vor, dass das Vorgehen nicht hinter die im internen Risikomanagement verwendeten Methoden zurĂĽckfallen darf. Daneben werden weitere Grundsätze formuliert. 

Sofern der Bilanzierende aus dem Kreditisikomanagement ĂĽber eindeutig identifizierbare Bonitätsprämien verfĂĽgt, muss er diese – sofern das Anrechnungsverfahren zur Anwendung kommt – dem erwarteten Verlust ĂĽber die Restlaufzeit gegenĂĽberstellen. Es ist zulässig dies zu tun, wenn die Kreditrisikoprämien zwar nicht in der Steuerung verwendet, aber eindeutig ermittelt werden können.

  • Welche Bewertungsvereinfachungen enthält BFA 7? 

Als Bewertungsvereinfachung dĂĽrfen die Bilanzierenden auf Basis der Annahme einer Ausgeglichenheit zwischen Bonitätsprämein und erwartetem Verlust im Zugangszeitpunkt vereinfachend den 12-Monats-Expected Loss (12-M-EL) als Pauschalwertberichtigung berĂĽcksichtigen. 

Im Rahmen der Folgebewertung muss geprĂĽft werden, ob diese Annahme immer noch Bestand hat bzw. ist nachzuweisen, dass keine deutliche Risikoerhöhung seit Kreditvergabe eingetreten ist. Ist dies nicht erfĂĽllt, ist das Grundmodell anzuwenden; also eine Schätzung des erwarteten Verlust ĂĽber die Restlaufzeit (ggf. – sofern die Voraussetzungen erfĂĽllt sind – unter BerĂĽcksichtigung der Gegenrechnung von Kreditrisikoprämien). Um dies zu gewährleisten muss eine entsprechende Analyse implement werden. Ebenso muss es dem Bilanzierenden möglich sein, das Grundmodell anzuwenden, da a priori nicht bestimmt werden kann, ob die erforderlichen  Nachweise fĂĽr die Beibehaltung der Bewertungsvereinfachung immer fĂĽr den gesamten Bestand gelingen. 

Als weitere Bewertungsvereinfachung darf auch die IFRS-9-Methodik fĂĽr die Stufen 1 und 2  ĂĽbernommen und auf die HGB-Bemessungsgrundlage angewendet werden. Diese vom IDW als Vereinfachung bezeichnete Methodik dĂĽrfte nur fĂĽr IFRS-Bilanzierer eine Vereinfachung darstellen, auch wenn sie allen Bilanzierenden zugänglich ist. Insgesamt ergeben sich danach die folgenden Ansätze zur Ermittlung der Pauschalwertberichtigung:

  • Ist es möglich, innerhalb eines Instituts auch verschiedene Verfahren anzuwenden?

Ja, BFA 7 gewährt grundsätzlich Methodenfreiheit. Demzufolge kommen auch unterschiedliche Methoden in Betracht, wenn dies entsprechend begründet werden kann.

  • Welche praktischen Auswirkungen ergeben sich? 

Zunächst gilt es zu entscheiden, ob eine der im BFA 7 genannten Bewertungsvereinfachungen oder ein anderes Verfahren (unter Beachtung des Grundmodells) angewendet werden soll. Relevant ist in diesem Kontext u.a. die Frage, ob verlässlich ermittelbare Bonitätsprämien zur VerfĂĽgung gestellt werden können. In diesem Fall kommt die Anwendung des Anrechnungsverfahrens in Betracht. Dieses fĂĽhrt erwartungsgemäß zu einer vergleichsweise geringen Pauschalwertberichtigung, stellt aber auch höhere Prozessanforderungen. FĂĽr IFRS-Bilanzierer kann auch die Anwendung der IFRS-9-Methodik im HGB-Abschluss relevant sein, um von ähnlichen  Prozessen zu profitieren und die Risikovorsorge nach HGB und IFRS anzugleichen. 

Insgesamt gilt es die folgenden Aspekte gegeneinander abzuwägen und darauf basierend die Entscheidung für ein Umsetzungsvorgehen zu treffen: Implementierungsaufwand, laufende Prozesskosten, Ergebniseffekte und Auswirkungen auf das (regulatorische) Eigenkapital


Eine detaillierte Darstellung der neuen Vorgaben und deren Implikationen haben wir in unserem Beitrag Pauschalwertberichtigungen fĂĽr latente Adressenausfallrisiken im handelsrechtlichen Jahresabschluss von Kreditinstituten – Die neuen Regelungen des IDW RS BFA 7 vom März 2020 in der IRZ – Zeitschrift fĂĽr Internationale Rechnungslegung vorgenommen
(IRZ, Heft 3, 2020).

 

 

IDW veröffentlicht BFA 7 zu Pauschalwertberichtigungen bei Kreditinstituten

Der Bankenfachausschuss (BFA) des Instituts der WirtschaftsprĂĽfer hat am 8. Februar die IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung: „Risikovorsorge fĂĽr vorhersehbare, noch nicht individuell konkretisierte Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft von Kreditinstituten („Pauschalwertberichtigungen“)“ (IDW RS BFA 7) in der Zeitschrift „IDW Life“ veröffentlicht. 

GegenĂĽber der im November 2019 als Diskussionsgrundlage veröffentlichten Fassung, gab es keine inhaltlichen Ă„nderungen mehr. AusfĂĽhrungen zu Anhang und Lagebericht wurden ergänzt. Ăśber die Diskussionsgrundlage hatten wir bereits in unserem FS Accounting Blog vom 27. Januar berichtet („Neues zu IDW RS BFA 7„).

  • Die nun veröffentlichte Stellungnahme sieht vor, dass Pauschalwertberichtigungen zukĂĽnftig auf Basis eines Modells zu ermitteln sind, das die erwarteten Verluste fĂĽr die Restlaufzeit berĂĽcksichtigt.
  • Die Gegenrechnung von Bonitätsprämien ist grundsätzlich vorgesehen.
  • Soweit sich Bonitätsprämien und erwartete Verluste ausgleichen, ist keine Pauschalwertberichtigung zu bilden.
  • Zur Ermittlung der erwarteten Verluste ĂĽber die Restlaufzeit gewährt der BFA 7 dem Bilanzierenden Methodenfreiheit.
  • Die Ermittlung ist auf Einzelgeschäfts- oder Portfoliobasis möglich.
  • Als Bewertungsvereinfachung wird bei ErfĂĽllung bestimmter Bedingungen auch die Verwendung der erwarteten Verluste fĂĽr die kommenden 12 Monate fĂĽr zulässig erachtet.
  • Auch die Anwendung der IFRS-Methodik fĂĽr die Stufen 1 und 2 des IFRS 9-Impairment-Modells ist alternativ möglich.

Zu Einzelheiten vgl auch den Beitrag im Accounting Aktuell Blog.

Regierungsentwurf zu ESEF wurde beschlossen

Umsetzungsgesetz zur Transparenzrichtlinie-Änderungsrichtlinie für ein europäisches einheitliches elektronisches Format (ESEF) für Jahresfinanzberichte

Am 22. Januar 2020 wurde der Regierungsentwurf des Gesetzes zur Umsetzung der Transparenzrichtlinie-Änderungsrichtlinie für ein einheitliches elektronisches Berichtsformat (European Single Electronic Format, ESEF) beschlossen. Danach müssen kapitalmarktorientierte Unternehmen ihre Jahresfinanzberichte in einem einheitlichen elektronischen Format veröffentlichen. Die neuen Formatvorgaben sind erstmals auf Jahres- und Konzernabschlüsse sowie Lage- und Konzernlageberichte anzuwenden, die für das nach dem 31. Dezember 2019 beginnende Geschäftsjahr aufgestellt werden.

Am vorangegangenen Referentenentwurf war insbesondere kritisiert worden, dass es sich durch den Bezug zu ESEF in den sogenannten „Aufstellungsparagraphen“ des HGB bei dem neuen Format nicht um ein reines Offenlegungsformat wie in den anderen EU-Ländern handeln würde. Dieser Bezug, sowie die Pflicht zu einer elektronischen Signatur des Formats, wurden im Regierungsentwurf entfernt.

Der Aufstellungsprozess sowie das Verfahren zur Feststellung des Jahresabschlusses und zur Billigung des Konzernabschlusses bleiben somit unberührt, wie es in der Gesetzesbegründung heißt. Gleichwohl wird zukünftig die Prüfung des Offenlegungsformats durch den Abschlussprüfer im Rahmen der Abschlussprüfung verlangt, der darüber in einem gesonderten Abschnitt des Bestätigungsvermerks berichten muss.

Die berichtenden Unternehmen müssen somit eine ESEF-konforme Offenlegung der Abschlüsse und Lageberichte sicherstellen. Die Offenlegung erfolgt im sogenannten XHTML-Format inklusive einer Auszeichnung („Tagging“) der IFRS-Konzernabschlüsse in der iXBRL-Technologie mithilfe der ESEF-Taxonomie. Diese basiert größtenteils auf der IFRS-Taxonomie und wird analog zu dieser regelmäßig aktualisiert.

Handlungsbedarf

Unternehmen müssen jetzt die ESEF-Taxonomie auf ihre bestehenden Gliederungsstrukturen und Darstellungsformen im Konzernabschluss anwenden. Die fachliche Herausforderung liegt hierbei in der Zuordnung der individuellen IFRS-Abschlusselemente zu den Taxonomie-Elementen, insbesondere wenn diese nicht eindeutig ist. Von der Taxonomie abweichende Bilanzstrukturen, zum Beispiel aufgrund von Bank- oder Versicherungsspezifika, die in der Taxonomie nicht berücksichtigt sind, können dazu führen, dass ein Unternehmen sogenannte Erweiterungen (“Extensions”) zur Taxonomie einführen und eine Verankerung auf ein bestehendes Taxonomie-Element durchführen muss.

Zur Erstellung des elektronischen Formats und zur Unterstützung des Taggings sollte rechtzeitig eine unterstützende Software ausgewählt werden und Auswirkungen auf die bestehenden Berichtsprozesse und erforderliche Anpassungen an Tools, die dafür aktuell im Einsatz sind (z.B. Disclosure Management Tools), analysiert und umgesetzt werden.

Auch die ESMA hat das Thema ESEF in den PrĂĽfungsschwerpunkten fĂĽr die in 2020 durchzufĂĽhrenden PrĂĽfungen kommuniziert. Sie erwartet, dass die betroffenen Inlandsemittenten alle notwendigen Schritte unternehmen, um die neuen ESEF-Anforderungen zeitnah zu erfĂĽllen.

Prüfungsrisiken können durch frühzeitiges Probetagging und Qualitätssicherung minimiert werden.

Den Gesetzestext finden Sie auf den Seiten des Bundesministerium fĂĽr Justiz und fĂĽr Verbraucherschutz (BMJV) https://www.bmjv.de/SharedDocs/Gesetzgebungsverfahren/DE/Format_Jahresfinanzrichtlinie.html

Neues zu IDW RS BFA 7

Die Ermittlung der Risikovorsorge fĂĽr vorhersehbare, noch nicht individuell konkretisierte Adressenausfallrisiken im handelsrechtlichen Jahres- und Konzernabschluss von Instituten („Pauschalwertberichtigungen“) wird reformiert. Der bisher anzuwendende IDW St/BFA 1/1990 soll durch den IDW RS BFA 7 ersetzt werden, der fĂĽr Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2021 beginnen, anzuwenden sein wird. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig.

Das IDW hatte nach der Veröffentlichung des Entwurfs IDW ERS BFA 7 im Dezember 2018 und den hierzu erfolgten Kommentaren ein gegenĂĽber dem Entwurf angepasstes  Diskussionspapier erstellt und am 5. Dezember 2019 öffentlich in einem Fachgespräch diskutiert. Die Eckpunkte der Diskussionsgrundlage sind im Fachgespräch auf Zustimmung gestoĂźen. Zwischenzeitlich hat das IDW auf seiner Website den Status “endgĂĽltig” fĂĽr den IDW RS BFA 7 veröffentlicht. Inhalte wurden noch nicht dargestellt. Nach der im Fachgespräch vorgestellten Diskussionsgrundlage kann die  Pauschalwertberichtigung wie folgt ermittelt werden: 

  • Anwendung eines Anrechnungsmodells, in dem Pauschalwertberichtigungen auf Basis der erwarteten Verluste ĂĽber die Restlaufzeit ermittelt und die vertraglich vereinbarten Bonitätsprämien zur Deckung des Adressenausfallrisikos risikomindernd angerechnet werden dĂĽrfen, sofern sie hinreichend verlässlich ermittelt werden können
  • Verwendung des 12-Monats-Expected Loss, sofern eine Ausgeglichenheit zwischen Risikoprämien und Risikoerwartung zum Zeitpunkt der Kreditvergabe besteht und sich das Adressenausfallrisiko zum Stichtag nicht deutlich erhöht hat
  • Anwendung der IFRS-9-Methodik unter BerĂĽcksichtigung der HGB-Bemessungsgrundlage.

Während die Übernahme der IFRS-9-Methodik für IFRS Bilanzierer ggf. prozessuale Erleichterungen mit sich bringt und zu einer Annäherung der Risikovorsorge nach HGB an IFRS führt, hat diese gegenüber der Verwendung des 12-Monats-Expected Loss (sofern anwendbar) den Nachteil einer höheren Risikovorsorge. Das Anrechnungsmodell kann demgegenüber zu einer weiteren Reduzierung der Risikovorsorge führen, weil für jedes Geschäft dem erwarteten Verlust über die verbleibende Laufzeit die in den Konditionen antizipierten Risiken in Form der Bonitätsprämie gegenübergestellt werden. Insofern bildet das Anrechnungsmodell die Risiken im Portfolio ökonomisch am besten ab.

Die Diskussionsgrundlage für das Fachgespräch kann auf der Website des IDW unter folgendem Link abgerufen werden: https://www.idw.de/blob/120504/76f99631453ea1892cc95ca719a55bdb/diskussionsgrundlage-fachgespraech-data.pdf

WeihnachtsgrĂĽĂźe

Liebe Leserinnen und Leser,

wir wĂĽnschen Ihnen und Ihren Familien ein ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest und fĂĽr das neue Jahr Gesundheit, GlĂĽck und Zufriedenheit.

Wir freuen uns schon, Sie im kommenden Jahr weiterhin ĂĽber aktuelle Themen im Accounting und in der Finanzfunktion zu informieren.

Ihre
Judith Gehrer, Michèle Färber, Peter Flick, Joachim Krakuhn, Sven Meyer und Peter Schüz

Follow-up zur Diskussionsbereitschaft des IASB bzgl. der Ă„nderungen an IFRS 17

In seiner Sitzung am 20. November 2019 wurden dem International Accounting Standard Board (IASB) vom Staff die wesentlichen Ergebnisse der 122 eingereichten Stellungnahmen zum ED/2019/4 zur Entscheidung ĂĽber das weitere Vorgehen vorgelegt (siehe auch unseren Blogbeitrag vom 13. November 2019).

Das Feedback aus den Stellungnahmen wurde vom Staff in die folgenden drei Kategorien zusammengefasst (Ăśberblick ĂĽber die Themen):

  1. Vorgeschlagene Änderungen, mit der Empfehlung, sie zu bestätigen (sechs Themen)
  2. Themen zur Klärung (13 Themen)
  3. Sachverhalte, die aus Sicht des Staffs nicht weiter zu betrachten sind (14 Themen)

Alle 14 Boardmitglieder sind damit einverstanden, die sechs vorgeschlagenen Änderungen, die das IASB Staff als abgeschlossen ansieht, in einer zukünftigen Sitzung zu bestätigen.

Gleichzeitig einigen sich die 14 Boardmitglieder, über mögliche Änderungen an den 13 vom Staff vorgeschlagenen Themen auf Basis einer weiteren Analyse durch das Staff in den Sitzungen im Zeitraum von Dezember 2019 bis Februar 2020 zu entscheiden.

Dabei nennt das Staff die folgenden 13 Themen, welche dem Board auf Grundlage des Feedbacks zur Klärung vorlegt werden (Link):

  • Ausschluss vom Anwendungsbereich fĂĽr Kreditkarten,
  • Erwartete Wertaufholung der Cashflows i. Z. m. Abschlusskosten,
  • Behandlung der CSM, die auf Investment Services bei Versicherungsverträgen ohne direkte Ăśberschussbeteiligung entfällt,
  • Deckung von Verlusten aus zugrunde liegenden Versicherungsverträgen bei gehaltenen RĂĽckversicherungsverträgen,
  • Anwendbarkeit der Risikominderungsoption,
  • Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts von IFRS 17,
  • Verlängerung einer temporären Befreiung von IFRS 9,
  • Ăśbergangserleichterungen fĂĽr die Risikominderungsoption,
  • GeringfĂĽgige Ă„nderungen,
  • Ebene der aggregierten jährlichen Kohorten fĂĽr Versicherungsverträge mit generationsĂĽbergreifender Risikoverteilung zwischen den Versicherungsnehmern,
  • UnternehmenszusammenschlĂĽsse – Verträge, die in ihrer Abwicklungsperiode erworben wurden,
  • Bewertungsparameter bei ZwischenabschlĂĽssen,
  • Zusätzliche spezifische Ăśbergangsmodifikationen und Erleichterungen.

Weiterhin stimmen 13 Boardmitglieder zu, dass bezüglich der 14 Sachverhalte, welche aus Sicht des Staffs durch das Board nicht weiter zu betrachten sind, kein erneuter Diskussionsbedarf besteht. Die Boardmitglieder verständigen sich zudem darauf, einzelne in dieser Kategorie aufgeführte Themen auf Grund von Wechselwirkungen mit ähnlichen Fragestellungen gegebenenfalls erneut zu diskutieren.

Die nächste Sitzung des IASB findet vom 9. – 12. Dezember 2019 statt. Wir werden Sie zeitnah ĂĽber die Entscheidungen und Ergebnisse aus den Diskussionen des Boards informieren.

Weitere Informationen können unter nachfolgenden Links aufgerufen werden:

ED/2019/4 zu Änderungen an IFRS 17: Mögliche Diskussionsbereitschaft des IASB

Nach dem Feedback zum Exposure Draft (ED/2019/4) zu Ă„nderungen von IFRS 17 besteht die Möglichkeit der Diskussionsbereitschaft des IASB zu ausgewählten Themen

Am 20. November 2019 tagt das International Accounting Standard Board (IASB) mit dem Ziel, die wesentlichen Ergebnisse der 122 eingereichten Stellungnahmen zum ED/2019/4 zu erörtern und über weitere Vorgehensweisen zu entscheiden.

DiesbezĂĽglich wird durch das Staff das Feedback aus den Stellungnahmen in die folgenden drei Kategorien zusammengefasst:

  1. Vorgeschlagene Änderungen, welche das Staff dem Board empfiehlt zu bestätigen
  2. Sachverhalte, welche aus Sicht des Staffs durch das Board nicht weiter zu betrachten sind
  3. Themen, welche das Staff dem Board zur Klärung vorlegt

Zu den sechs vorgeschlagenen Änderungen, die das IASB Staff als abgeschlossen ansieht, zählen (Link):

  • Vereinfachter Ausweis von Versicherungsverträgen in der Bilanz auf Grundlage von Portfolioebene statt auf Gruppenebene von Versicherungsverträgen
  • Behandlung der CSM, die auf Investment Services bei Versicherungsverträgen mit direkter Ăśberschussbeteiligung entfällt.

Unter die 14 aus Sicht des Staffs nicht weiter zu betrachtenden Sachverhalte fallen unter anderem Themen wie (Link):

  • die Erstellung von Vergleichszahlen zur erstmaligen Anwendung von IFRS 17,
  • die Zahlungsströme innerhalb der Vertragsgrenzen in Zusammenhang mit gehaltenen RĂĽckversicherungsverträgen,
  • der Anwendungsbereich des Variable Fee Approaches im Hinblick auf aktive und passive RĂĽckversicherungsverträge.

Bezüglich der 13 Themen, welche dem Board auf Grundlage des Feedbacks zur Klärung vorlegt werden, nennt das Staff beispielsweise (Link):

  • die Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts von IFRS 17,
  • die Verlängerung einer temporären Befreiung von IFRS 9,
  • die erwartete Wertaufholung der Cashflows i. Z. m. Abschlusskosten,
  • die Behandlung der CSM, die auf Investment Services bei Versicherungsverträgen ohne direkte Ăśberschussbeteiligung entfällt,
  • die Deckung von Verlusten aus zugrunde liegenden Versicherungsverträgen bei gehaltenen RĂĽckversicherungsverträgen,
  • UnternehmenszusammenschlĂĽsse – Verträge, die in ihrer Abwicklungsperiode erworben wurden,
  • Bewertungsparameter bei ZwischenabschlĂĽssen

DarĂĽber hinaus fĂĽhren einige Teilnehmer in deren Stellungnahmen auch bisher unberĂĽcksichtigte Problemstellungen und Umsetzungsfragen an. Um gegebenenfalls MaĂźnahmen einzuleiten, werden sämtliche Themen, welche bisher nicht Gegenstand der Diskussionen zu IFRS 17 waren, entsprechend analysiert und dem Board in einer zukĂĽnftigen Sitzung vorgelegt. Gleichzeitig werden jedoch Bedenken geäuĂźert, dass zum aktuellen Zeitpunkt der Implementierung weitere Ă„nderungen eher nachteilig sein können.

Das Staff weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass mögliche Ă„nderungen weder die Grundprinzipien des IFRS 17 verletzen dĂĽrfen, die bereits laufenden Umsetzungen unangemessen beeinträchtigen sollen noch eine weitere Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts zur Folge haben.

Next Steps:

Das IASB wird auf Basis der gelieferten Ausarbeitungen zu den Rückmeldungen hinsichtlich der vom Staff genannten Sachverhalte urteilen und über die nächsten Schritte entscheiden. Das Staff plant, dem Board entsprechende Ausarbeitungen zu einzelnen Fragestellungen in den Sitzungen im Zeitraum von Dezember 2019 bis Februar 2020 vorzulegen. Der gewählte Zeitplan ermöglicht es, das Feedback weiter zu prüfen und die daraus resultierenden Änderungen im Einklang mit dem im Exposure Draft dargelegten Zeitplan bis Mitte 2020 abzuschließen.

FĂĽr weitere Informationen können die Sitzungsunterlagen unter nachfolgendem Link aufgerufen werden: https://www.ifrs.org/news-and-events/calendar/2019/november/international-accounting-standards-board/