Regierungsentwurf zu ESEF wurde beschlossen

Umsetzungsgesetz zur Transparenzrichtlinie-├änderungsrichtlinie f├╝r ein europ├Ąisches einheitliches elektronisches Format (ESEF) f├╝r Jahresfinanzberichte

Am 22. Januar 2020 wurde der Regierungsentwurf des Gesetzes zur Umsetzung der Transparenzrichtlinie-├änderungsrichtlinie f├╝r ein einheitliches elektronisches Berichtsformat (European Single Electronic Format, ESEF) beschlossen. Danach m├╝ssen kapitalmarktorientierte Unternehmen ihre Jahresfinanzberichte in einem einheitlichen elektronischen Format ver├Âffentlichen. Die neuen Formatvorgaben sind erstmals auf Jahres- und Konzernabschl├╝sse sowie Lage- und Konzernlageberichte anzuwenden, die f├╝r das nach dem 31. Dezember 2019 beginnende Gesch├Ąftsjahr aufgestellt werden.

Am vorangegangenen Referentenentwurf war insbesondere kritisiert worden, dass es sich durch den Bezug zu ESEF in den sogenannten ÔÇ×AufstellungsparagraphenÔÇť des HGB bei dem neuen Format nicht um ein reines Offenlegungsformat wie in den anderen EU-L├Ąndern handeln w├╝rde. Dieser Bezug, sowie die Pflicht zu einer elektronischen Signatur des Formats, wurden im Regierungsentwurf entfernt.

Der Aufstellungsprozess sowie das Verfahren zur Feststellung des Jahresabschlusses und zur Billigung des Konzernabschlusses bleiben somit unber├╝hrt, wie es in der Gesetzesbegr├╝ndung hei├čt. Gleichwohl wird zuk├╝nftig die Pr├╝fung des Offenlegungsformats durch den Abschlusspr├╝fer im Rahmen der Abschlusspr├╝fung verlangt, der dar├╝ber in einem gesonderten Abschnitt des Best├Ątigungsvermerks berichten muss.

Die berichtenden Unternehmen m├╝ssen somit eine ESEF-konforme Offenlegung der Abschl├╝sse und Lageberichte sicherstellen. Die Offenlegung erfolgt im sogenannten XHTML-Format inklusive einer Auszeichnung (ÔÇ×TaggingÔÇť) der IFRS-Konzernabschl├╝sse in der iXBRL-Technologie mithilfe der ESEF-Taxonomie. Diese basiert gr├Â├čtenteils auf der IFRS-Taxonomie und wird analog zu dieser regelm├Ą├čig aktualisiert.

Handlungsbedarf

Unternehmen m├╝ssen jetzt die ESEF-Taxonomie auf ihre bestehenden Gliederungsstrukturen und Darstellungsformen im Konzernabschluss anwenden. Die fachliche Herausforderung liegt hierbei in der Zuordnung der individuellen IFRS-Abschlusselemente zu den Taxonomie-Elementen, insbesondere wenn diese nicht eindeutig ist. Von der Taxonomie abweichende Bilanzstrukturen, zum Beispiel aufgrund von Bank- oder Versicherungsspezifika, die in der Taxonomie nicht ber├╝cksichtigt sind, k├Ânnen dazu f├╝hren, dass ein Unternehmen sogenannte Erweiterungen (ÔÇťExtensionsÔÇŁ) zur Taxonomie einf├╝hren und eine Verankerung auf ein bestehendes Taxonomie-Element durchf├╝hren muss.

Zur Erstellung des elektronischen Formats und zur Unterst├╝tzung des Taggings sollte rechtzeitig eine unterst├╝tzende Software ausgew├Ąhlt werden und Auswirkungen auf die bestehenden Berichtsprozesse und erforderliche Anpassungen an Tools, die daf├╝r aktuell im Einsatz sind (z.B. Disclosure Management Tools), analysiert und umgesetzt werden.

Auch die ESMA hat das Thema ESEF in den Pr├╝fungsschwerpunkten f├╝r die in 2020 durchzuf├╝hrenden Pr├╝fungen kommuniziert. Sie erwartet, dass die betroffenen Inlandsemittenten alle notwendigen Schritte unternehmen, um die neuen ESEF-Anforderungen zeitnah zu erf├╝llen.

Pr├╝fungsrisiken k├Ânnen durch fr├╝hzeitiges Probetagging und Qualit├Ątssicherung minimiert werden.

Den Gesetzestext finden Sie auf den Seiten des Bundesministerium f├╝r Justiz und f├╝r Verbraucherschutz (BMJV) https://www.bmjv.de/SharedDocs/Gesetzgebungsverfahren/DE/Format_Jahresfinanzrichtlinie.html

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