Bankenfachausschuss des IDW veröffentlicht fachlichen Hinweis zu den Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf Wertminderungen von Finanzinstrumenten im Jahres- und Konzernabschluss von Kreditinstituten zum 31.12.2020

Der Bankenfachausschuss des IDW (BFA) hat am 18. Dezember einen weiteren fachlichen Hinweis zu den Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf Wertminderungen von Finanzinstrumenten im Jahres- und Konzernabschluss von Kreditinstituten zum 31.12.2020 veröffentlicht. Der Hinweis umfasst als Update wesentliche Einschätzungen und Anmerkungen zur Risikovorsorge von Kreditinstituten nach HGB und IFRS. Insgesamt erwartet der BFA zum Jahresende 2020 eine im Vergleich zu 2019 erhöhte Risikovorsorge, weißt aber auch darauf hin, dass der konkrete Effekt vom institutsindividuellen Kreditportfolio abhängig ist.

Der BFA betont, dass bestehende Schätzungsunsicherheiten und Ermessensspielräume bei der Bilanzierung sachgerecht zu berücksichtigen bzw. auszuüben sind. Eine temporäre Aussetzung der Rechnungslegungsvorschriften in Bezug auf die Ermittlung der Risikovorsorge kommt für den BFA nicht in Frage. Sowohl die Regelungen nach HGB als auch IFRS ermöglichen nach Auffassung des BFA eine sachgerechte und transparente Abbildung der Auswirkungen der COVID-19 Pandemie in der Finanzberichterstattung von Kreditinstituten. Außerdem stellt der BFA die Wichtigkeit einer transparenten Darlegung der wesentlichen Annahmen bei der Ermittlung der Risikovorsorge heraus, auch vor dem Hintergrund der entsprechenden Prüfungsschwerpunkte 2021 der ESMA und DPR. Neben den allgemeinen Hinweisen äußert sich der BFA auch zu HGB und IFRS Spezifika.

Besondere Hinweise zu HGB

  • Eine rein vergangenheitsorientierte Betrachtung ist für die Pauschalwertberichtigung nicht sachgerecht. Für eine angemessene Bewertung der aktuellen besonderen Entwicklungen ist daher eine unangepasste Anwendung der Vorgaben des BMF-Schreibens vom 10.01.1994 nicht geeignet.

Besondere Hinweise zu IFRS

  • Grundsätzlich wird auf den Hinweis des IASB zum Umgang mit den durch die COVID-19 Pandemie hervorgerufenen Unsicherheiten bei der Ermittlung der Risikovorsorge nach IFRS 9 vom 27.03.2020 verwiesen.
  • Die Auswirkungen von COVID-19 sollen nicht zu einem undifferenzierten, automatischen Transfer nach Stufe 2 oder Stufe 3 führen. Der BFA stellt aber auch klar, dass ein undifferenzierter Verbleib in Stufe 1 nicht sachgerecht ist.
  • Es ist zu untersuchen, ob die auf Basis der im Einsatz befindlichen Kreditrisikomodelle ermittelte Risikovorsorge einer Anpassung bedarf und die Kreditrisikomodelle bzw. Prognosen an die aktuellen Entwicklungen anzupassen sind.
  • Der BFA betont den temporären Charakter von ggf. notwendigen COVID-19 bedingten sog. Post Model Adjustments.

 

Den fachlichen Hinweis finden Sie auf der Seite des IDW unter folgendem Link: https://www.idw.de/idw/verlautbarungen/fachliche-hinweise/auswirkungen-der-coronavirus-pandemie-auf-wertminderungen-von-finanzinstrumenten-im-jahres–und-konzernabschluss-von-kreditinstituten-zum-31-12-2020–fachlicher-hinweis-des-bfa-/127948

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