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Hedging für Versicherungsverträge

Im IASB Meeting im September 2015 wurde auch die Vermeidung eines Accounting Mismatch aus der Nutzung des „variable fee“-Approach in Kombination mit Hedging-Aktivitäten diskutiert.

Ein Accounting Mismatch tritt auf, wenn ein Versicherer ein zum Fair Value bewertetes Derivat nutzt, um das Marktrisiko aus einer eingebetteten Garantie zu reduzieren. Der Mismatch resultiert aus der Erfassung der Fair Value-Änderung des Derivats in der GuV, während die Wertänderung der (eingebetteten) Garantien als Anpassung der CSM über die Vertragslaufzeit verteilt wird.

Folgende drei Ansätze wurden vom Board diskutiert:

  1. Approach:
    Für Verträge mit direkter Partizipation darf – anstelle des „variable fee“-Approach – das allgemeine Modell zur Bilanzierung von Versicherungsverträgen angewendet werden;
  2. Approach:
    Es wird gestattet, Fair Value-Änderungen der (eingebetteten) Garantie in der GuV zu erfassen, ermittelt unter Verwendung von Erfüllungsbeträgen (fulfilment cash flows)
  3. Approach:
    Es wird gestattet, Fair Value-Änderungen der (eingebetteten) Garantie in der GuV zu erfassen.

Nach der Angemessenheitsbeurteilung soll Approach 2 angewendet werden können, wenn

(a) das Hedging konsistent mit der Risikomanagementstrategie ist,

(b) ein ökonomischer Ausgleich zwischen Garantie und Derivate besteht, ohne die bilanziellen Bewertungsunterschiede zu berücksichtigen und

(c) das Kreditrisiko diesen Ausgleich nicht dominiert.

Dies würde entsprechende Dokumentationsanforderungen nach sich ziehen.

IFRS 4 Phase II und IFRS 9 – Konsequenzen aus den unterschiedlichen Zeitpunkten des Inkrafttretens

Zusammenfassung des IASB-Meetings von 20. Juli 2015

Die Komplexität der Einführung von IFRS 9 vor Einführung des neuen Standards für Versicherungsverträge (IFRS 4 Phase II) wurde im Rahmen einer Education Session des IASB im Juni 2015 diskutiert. Mögliche Lösungsansätze sind ein „IFRS 4 Approach“ oder eine Verschiebung der IFRS-9-Erstanwendung.

Im IASB Meeting am 20. Juli 2015 wurde der „IFRS 4 Approach“ vom Board diskutiert.

Es wurden drei Ansätze zur Behebung möglicher accounting mismatches sowie der P&L Volatilität vorgestellt, die aus einer nicht zeitgleichen Einführung von IFRS 9 und IFRS 4 Phase II entstehen können.

Der IASB Staff empfiehlt den Ansatz, die Unterschiede aus der Bilanzierung bestimmter Finanzinstrumente nach IFRS 9 und IAS 39 GuV-neutral im sonstigen Ergebnis (OCI) und nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen. Dieser Ansatz erlaubt dem Bilanzierenden eine Anpassung der P&L um den Effekt aus einer verstärkten FVPL-Bewertung zu bereinigen, der sich aus einer Anwendung von IFRS 9 anstelle von IAS 39 ergibt.

Nach der Empfehlung des IASB Staff kann dieser Ansatz angewendet werden, wenn ein Unternehmen:

  1. Versicherungsverträge nach IFRS 4 im Bestand hält;
  2. IFRS 9 in Verbindung mit IFRS 4 anwendet;
  3. Kapitalanlagen gemäß IFRS 9 GuV-wirksam zum Fair Value bilanziert, wenn diese Kapitalanlagen bisher nach IAS 39 mit fortgeführten Anschaffungskosten (amortised cost) oder als available-for-sale bilanziert wurden.

Das Board stimmte einheitlich für die Änderung des IFRS 4 und betonte, dass sich das Wahlrecht ausschließlich auf die den „Versicherungstätigkeiten“ („insurance activities“) zugeordneten Kapitalanlagen bezieht und nur auf solche, die unter 3. beschrieben sind. Das Board erachtet weitere Konkretisierungen des Begriffs „Versicherungstätigkeiten“ als notwendig.

EFRAG-Umfrage

Aus der öffentlichen Konsultation zu IRFS 9 Financial Instruments möchte die EFRAG unter anderem Erkenntnisse zu den Auswirkungen des Auseinanderfallens der Erstanwendungs­zeitpunkte von IFRS 9 und dem neuen Standard für Versicherungsverträge IFRS 4 sowie eventuelle Vor- und Nachteile einer möglichen Verschieben der Erstanwendung von IFRS 9 für Unternehmen mit „insurance business“ gewinnen. Das Ergebnis der Befragung von 28 betroffenen Nutzern (Rating Agenturen, Analysten, Asset Manager, etc.) der Finanzinformationen wird im Folgenden kurz zusammengefasst:

  • Die große Mehrheit (89 %) bevorzugt einen „Big Bang“, also die gleichzeitige Erstanwendung von IFRS 9 und des neuen Standards für Versicherungsverträge IFRS 4.
  • Einige der Befragten wünschen eine Beschleunigung des Endorsementverfahrens für IFRS 4.
  • Eine Zweidrittelmehrheit unterstützt die Verschiebung des Inkrafttretens des IFRS 9 für Versicherer (bzw. Unternehmen mit „insurance business“). Nur 11 % der Befragten lehnen dies ab.
  • Ein Drittel der Befragten zeigte sich offen gegenüber des „IFRS-4-Approachs“ zur Reduktion des accounting mismatch bzw. Begrenzung der Volatilität.
  • Hinsichtlich der Frage, ob Anhangangaben ein hilfreiches Mittel sind, zeichnete sich ein uneinheitliches Bild ab. Während dies 46 % bejahten, war die Ablehnung mit 43 % ähnlich hoch.

IASB beschließt weitere Details zur Kategorisierung nach IFRS 9

Am 13. Juni 2012 haben das IASB und das FASB wie erwartet entschieden, dass die GuV-neutrale Fair-Value-Bewertung von Fremdkapitalinstrumenten (Kategorie Fair Value OCI) nur für solche Finanzinstrumente zulässig ist, deren vertragliche Cashflows ausschließlich Zinsen und Tilgungen darstellen (CCC-Kriterium) und die in einem Geschäftsmodell gehalten werden, dessen Ziel es ist, sowohl die vertraglich vereinbarten Zahlungsströme zu vereinnahmen (Halte-Absicht) als auch Verkäufe zu tätigen.

Darüber hinaus wurde beschlossen, dass die Fair-Value-Option bei Vorliegen eines Accounting Mismatch auf Finanzinstrumente ausgeweitet wird, die eigentlich der Kategorie Fair Value OCI zuzuordnen wären.

 

Um Trends und Perspektiven der Internationalen Rechnungslegung geht es bei unserem 12. Expertenforum am 18. und 19. September 2012. Weitere Informationen finden sie auf unserer Website

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