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IASB veröffentlicht neuen Exposure Draft zu IFRS 9 Phase 1

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat am 28. November 2012 im Rahmen seines IAS 39 Replacement-Projekts einen Entwurf zur Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten veröffentlicht. Der Entwurf (Exposure Draft) bezieht sich damit auf die eigentlich bereits im Oktober 2010 final verabschiedete Phase 1 des IFRS 9.

Gegenstand des neuen Entwurfs ist insbesondere die Einführung einer weiteren Kategorie, die eine Bewertung zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value) mit GuV-neutraler Erfassung der Wertänderungen im Sonstigen Ergebnis (other comprehensive income) nach sich zieht. Die neue Kategorie ist für Fremdkapitalinstrumente anzuwenden, die dem – ebenfalls mit dem Entwurf neu eingeführten – Geschäftsmodell „Halten & Verkäufe“ zuzuordnen sind und die lediglich Zahlungsströme in Form von Zinsen und Tilgungen aufweisen (CCC-Kriterium).

Gleichzeitig hat das IASB in dem Entwurf Klarstellungen hinsichtlich der Zuordnung von finanziellen Vermögenswerten zum Geschäftsmodell „Halten“ vorgenommen. Aus dem Geschäftsmodell „Halten“ dürften demnach bonitätsinduzierte Verkäufe von Vermögenswerten vorgenommen werden, sofern der betreffende finanzielle Vermögenswert nicht mehr der dokumentierten Investitionspolitik entspricht. Darüber hinaus sind unregelmäßige Verkäufe – auch wenn diese wesentlich sind – oder unwesentliche Verkäufe – auch wenn diese regelmäßig getätigt werden – mit dem Geschäftsmodell „Halten“ vereinbar. Abgrenzungsmerkmal des neuen Geschäftsmodells „Halten & Verkäufe“ ist eine höhere Frequenz oder ein höheres Volumen an Verkäufen als im Geschäftsmodell „Halten“.

Hinsichtlich der Analyse der vertraglichen Zahlungsströme (CCC-Kriterium) sind nach dem Entwurf zusätzlich Analyseschritte erforderliche, sofern ein finanzieller Vermögenswert „modifizierte“ vertragliche Zahlungsströme aufweist. Liegt eine Modifikation der Zahlungsströme vor (z.B. wenn die Frequenz der Zinsanpassung nicht zum zugrunde liegenden Referenzzins passt), ist zu beurteilen, ob das CCC-Kriterium trotz Modifikation erfüllt ist.

Zwei IASB-Mitglieder haben dem Entwurf nicht zugestimmt, da sie die neuen Regelungen als zu komplex und die Abgrenzung des zusätzlich eingeführten Geschäftsmodells als unklar erachten.

Mit dem neuen Entwurf hat das IASB Änderungen bei den Möglichkeiten zur vorzeitigen Anwendung vorgenommen. Keine Änderung hingegen enthält der Entwurf bezüglich des verpflichtenden Erstanwendungszeitpunkts. Dieser bleibt zumindest vorerst weiter bei 2015.

IASB beschließt weitere Details zur Kategorisierung nach IFRS 9

Am 13. Juni 2012 haben das IASB und das FASB wie erwartet entschieden, dass die GuV-neutrale Fair-Value-Bewertung von Fremdkapitalinstrumenten (Kategorie Fair Value OCI) nur für solche Finanzinstrumente zulässig ist, deren vertragliche Cashflows ausschließlich Zinsen und Tilgungen darstellen (CCC-Kriterium) und die in einem Geschäftsmodell gehalten werden, dessen Ziel es ist, sowohl die vertraglich vereinbarten Zahlungsströme zu vereinnahmen (Halte-Absicht) als auch Verkäufe zu tätigen.

Darüber hinaus wurde beschlossen, dass die Fair-Value-Option bei Vorliegen eines Accounting Mismatch auf Finanzinstrumente ausgeweitet wird, die eigentlich der Kategorie Fair Value OCI zuzuordnen wären.

 

Um Trends und Perspektiven der Internationalen Rechnungslegung geht es bei unserem 12. Expertenforum am 18. und 19. September 2012. Weitere Informationen finden sie auf unserer Website

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