Schlagwort: Erstanwendungszeitpunkt

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Follow-up zur Diskussionsbereitschaft des IASB bzgl. der √Ąnderungen an IFRS 17

In seiner Sitzung am 20.¬†November 2019 wurden dem International Accounting Standard Board (IASB) vom Staff die wesentlichen Ergebnisse der 122 eingereichten Stellungnahmen zum ED/2019/4 zur Entscheidung √ľber das weitere Vorgehen vorgelegt (siehe auch unseren Blogbeitrag vom 13. November 2019).

Das Feedback aus den Stellungnahmen wurde vom Staff in die folgenden drei Kategorien zusammengefasst (√úberblick √ľber die Themen):

  1. Vorgeschlagene √Ąnderungen, mit der Empfehlung, sie zu best√§tigen (sechs Themen)
  2. Themen zur Klärung (13 Themen)
  3. Sachverhalte, die aus Sicht des Staffs nicht weiter zu betrachten sind (14 Themen)

Alle 14 Boardmitglieder sind damit einverstanden, die sechs vorgeschlagenen √Ąnderungen, die das IASB Staff als abgeschlossen ansieht, in einer zuk√ľnftigen Sitzung zu best√§tigen.

Gleichzeitig einigen sich die 14 Boardmitglieder, √ľber m√∂gliche √Ąnderungen an den 13 vom Staff vorgeschlagenen Themen auf Basis einer weiteren Analyse durch das Staff in den Sitzungen im Zeitraum von Dezember 2019 bis Februar 2020 zu entscheiden.

Dabei nennt das Staff die folgenden 13 Themen, welche dem Board auf Grundlage des Feedbacks zur Klärung vorlegt werden (Link):

  • Ausschluss vom Anwendungsbereich f√ľr Kreditkarten,
  • Erwartete Wertaufholung der Cashflows i. Z. m. Abschlusskosten,
  • Behandlung der CSM, die auf Investment Services bei Versicherungsvertr√§gen ohne direkte √úberschussbeteiligung entf√§llt,
  • Deckung von Verlusten aus zugrunde liegenden Versicherungsvertr√§gen bei gehaltenen R√ľckversicherungsvertr√§gen,
  • Anwendbarkeit der Risikominderungsoption,
  • Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts von IFRS 17,
  • Verl√§ngerung einer tempor√§ren Befreiung von IFRS 9,
  • √úbergangserleichterungen f√ľr die Risikominderungsoption,
  • Geringf√ľgige √Ąnderungen,
  • Ebene der aggregierten j√§hrlichen Kohorten f√ľr Versicherungsvertr√§ge mit generations√ľbergreifender Risikoverteilung zwischen den Versicherungsnehmern,
  • Unternehmenszusammenschl√ľsse ‚Äď Vertr√§ge, die in ihrer Abwicklungsperiode erworben wurden,
  • Bewertungsparameter bei Zwischenabschl√ľssen,
  • Zus√§tzliche spezifische √úbergangsmodifikationen und Erleichterungen.

Weiterhin stimmen 13 Boardmitglieder zu, dass bez√ľglich der 14 Sachverhalte, welche aus Sicht des Staffs durch das Board nicht weiter zu betrachten sind, kein erneuter Diskussionsbedarf besteht. Die Boardmitglieder verst√§ndigen sich zudem darauf, einzelne in dieser Kategorie aufgef√ľhrte Themen auf Grund von Wechselwirkungen mit √§hnlichen Fragestellungen gegebenenfalls erneut zu diskutieren.

Die n√§chste Sitzung des IASB findet vom 9. – 12. Dezember 2019 statt. Wir werden Sie zeitnah √ľber die Entscheidungen und Ergebnisse aus den Diskussionen des Boards informieren.

Weitere Informationen können unter nachfolgenden Links aufgerufen werden:

ED/2019/4 zu √Ąnderungen an IFRS 17: M√∂gliche Diskussionsbereitschaft des IASB

Nach dem Feedback zum Exposure Draft (ED/2019/4) zu √Ąnderungen von IFRS¬†17 besteht die M√∂glichkeit der Diskussionsbereitschaft des IASB zu ausgew√§hlten Themen

Am 20. November 2019 tagt das International Accounting Standard Board (IASB) mit dem Ziel, die wesentlichen Ergebnisse der 122 eingereichten Stellungnahmen zum ED/2019/4 zu er√∂rtern und √ľber weitere Vorgehensweisen zu entscheiden.

Diesbez√ľglich wird durch das Staff das Feedback aus den Stellungnahmen in die folgenden drei Kategorien zusammengefasst:

  1. Vorgeschlagene √Ąnderungen, welche das Staff dem Board empfiehlt zu best√§tigen
  2. Sachverhalte, welche aus Sicht des Staffs durch das Board nicht weiter zu betrachten sind
  3. Themen, welche das Staff dem Board zur Klärung vorlegt

Zu den sechs vorgeschlagenen √Ąnderungen, die das IASB Staff als abgeschlossen ansieht, z√§hlen (Link):

  • Vereinfachter Ausweis von Versicherungsvertr√§gen in der Bilanz auf Grundlage von Portfolioebene statt auf Gruppenebene von Versicherungsvertr√§gen
  • Behandlung der CSM, die auf Investment Services bei Versicherungsvertr√§gen mit direkter √úberschussbeteiligung entf√§llt.

Unter die 14 aus Sicht des Staffs nicht weiter zu betrachtenden Sachverhalte fallen unter anderem Themen wie (Link):

  • die Erstellung von Vergleichszahlen zur erstmaligen Anwendung von IFRS 17,
  • die Zahlungsstr√∂me innerhalb der Vertragsgrenzen in Zusammenhang mit gehaltenen R√ľckversicherungsvertr√§gen,
  • der Anwendungsbereich des Variable Fee Approaches im Hinblick auf aktive und passive R√ľckversicherungsvertr√§ge.

Bez√ľglich der 13 Themen, welche dem Board auf Grundlage des Feedbacks zur Kl√§rung vorlegt werden, nennt das Staff beispielsweise (Link):

  • die Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts von IFRS¬†17,
  • die Verl√§ngerung einer tempor√§ren Befreiung von IFRS¬†9,
  • die erwartete Wertaufholung der Cashflows i.¬†Z.¬†m. Abschlusskosten,
  • die Behandlung der CSM, die auf Investment Services bei Versicherungsvertr√§gen ohne direkte √úberschussbeteiligung entf√§llt,
  • die Deckung von Verlusten aus zugrunde liegenden Versicherungsvertr√§gen bei gehaltenen R√ľckversicherungsvertr√§gen,
  • Unternehmenszusammenschl√ľsse – Vertr√§ge, die in ihrer Abwicklungsperiode erworben wurden,
  • Bewertungsparameter bei Zwischenabschl√ľssen

Dar√ľber hinaus f√ľhren einige Teilnehmer in deren Stellungnahmen auch bisher unber√ľcksichtigte Problemstellungen und Umsetzungsfragen an. Um gegebenenfalls Ma√ünahmen einzuleiten, werden s√§mtliche Themen, welche bisher nicht Gegenstand der Diskussionen zu IFRS¬†17 waren, entsprechend analysiert und dem Board in einer zuk√ľnftigen Sitzung vorgelegt. Gleichzeitig werden jedoch Bedenken ge√§u√üert, dass zum aktuellen Zeitpunkt der Implementierung weitere √Ąnderungen eher nachteilig sein k√∂nnen.

Das Staff weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass m√∂gliche √Ąnderungen weder die Grundprinzipien des IFRS¬†17 verletzen d√ľrfen, die bereits laufenden Umsetzungen unangemessen beeintr√§chtigen sollen noch eine weitere Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts zur Folge haben.

Next Steps:

Das IASB wird auf Basis der gelieferten Ausarbeitungen zu den R√ľckmeldungen hinsichtlich der vom Staff genannten Sachverhalte urteilen und √ľber die n√§chsten Schritte entscheiden. Das Staff plant, dem Board entsprechende Ausarbeitungen zu einzelnen Fragestellungen in den Sitzungen im Zeitraum von Dezember 2019 bis Februar 2020 vorzulegen. Der gew√§hlte Zeitplan erm√∂glicht es, das Feedback weiter zu pr√ľfen und die daraus resultierenden √Ąnderungen im Einklang mit dem im Exposure Draft dargelegten Zeitplan bis Mitte 2020 abzuschlie√üen.

F√ľr weitere Informationen k√∂nnen die Sitzungsunterlagen unter nachfolgendem Link aufgerufen werden:¬†https://www.ifrs.org/news-and-events/calendar/2019/november/international-accounting-standards-board/

IFRS 17 РIASB beschließt Verschiebung um ein Jahr

Im November Meeting 2018 hat das IASB beschlossen, die Erstanwendung des IFRS 17 um ein Jahr zu verschieben. Im Einklang mit dieser Entscheidung wurde ebenfalls beschlossen auch die vor√ľbergehende Befreiung von IFRS 9 um ein Jahr auszudehnen. Der (sp√§test m√∂gliche) Erstanwendungszeitpunkt f√ľr Versicherer f√ľr beide Standards ist damit nunmehr der 1. Januar 2022.

F√ľr den europ√§ischen Versicherungsmarkt ist nun zu beobachten, wie die EFRAG mit diesem Thema umgehen wird und wann mit einem Endorsement des IFRS 17 und m√∂glicher noch folgender √Ąnderungen zu rechnen ist.

Im Dezember Meeting 2018 plant das Board, die von der Versicherungsbranche adressierten Themen zu untersuchen und das weitere Vorgehen zu erörtern. Zu den hierbei im Raum stehenden Themenstellungen, vgl. unseren Beitrag zum Oktober Meeting 2018.

Alex Bertolotti, IFRS 17 Leader bei PwC sieht die Entwicklung als positives Signal:

“Today’s announcement of a one-year delay to the implementation of IFRS 17  will be welcomed by many in the insurance community. The additional time will help alleviate some risk from existing plans, however many companies still have a lot to do and cannot afford to press pause.


Our message to insurers would be not to stop Рthere’s so much to do. If you haven’t started, get a move on. To stand still is to fall behind.
‚ÄĚ

Mitschnitte, Aufnahmen und Agendapapiere des November-Meetings des IASB können unter diesem Link eingesehen werden.

IASB mahnt zur Eile bei der Umsetzung von IFRS 16

Das IASB hat sich bei IFRS¬†16 u.a. deshalb f√ľr den Erstanwendungszeitpunkt 01.01.2019 entschieden, dass den Unternehmen drei Jahre Implementierungszeit zur Verf√ľgung stehen. Das IASB mahnt in einem Kurzartikel zur Eile, falls Unternehmen noch nicht mit der Umsetzung¬†begonnen haben und verweist z.B. auf die zeitaufwendige Identifizierung von Vertr√§gen und deren Erfassung in Accounting Systemen. In dem Kurzartikel stellt das IASB eine Zusammenfassung einiger der wesentlichen Herausforderungen bei der Umsetzung des IFRS¬†16 dar.

Angesprochene Themengebiete sind:

  • Entscheidung √ľber Vereinfachungen bei der Erstanwendung und deren Auswirkungen
  • Zeitaufwand f√ľr die Identifizierung und Erfassung von Vertr√§gen
  • Ermessensspielr√§ume bei der Beurteilung von Vertr√§gen
  • Herausforderungen bei der Bestimmung des Diskontierungszinssatzes
  • Vollst√§ndigkeit aktueller Notesangaben

Der IASB Artikel kann unter folgendem Link abgerufen werden: http://www.ifrs.org/Current-Projects/IASB-Projects/leases-implementation/Documents/IFRS16-Leases-Article-Jan2017.pdf

Wenn Sie mehr Details zu den angesprochenen Herausforderungen benötigen, sprechen Sie uns gerne an.

EFRAG Board Meeting zum Endorsement von IFRS 9 am 1. September 2015

Am 1. September 2015 fand das EFRAG Board Meeting statt, in dem √ľber einen Vorschlag an die Europ√§ische Kommission zum Endorsement des IFRS¬†9 Standards diskutiert wurde.

Der allgemeine Konsens im Board war, dass IFRS¬†9 eine Weiterentwicklung und Verbesserung der Berichterstattung darstellt und daher keine inhaltlichen Bedenken bestehen. Hingegen bestanden Unstimmigkeiten in Bezug auf den Erstanwendungszeitpunkt f√ľr Versicherungsunternehmen, da aufgrund des sp√§teren Erstanwendungszeitpunktes von IFRS¬†4 Phase¬†II im √úbergangszeitraum Diskrepanzen in der Bewertung und eine erh√∂hte P&L-Volatilit√§t auftreten k√∂nnten.

Nach l√§ngerer Diskussion hat das EFRAG (mit zwei Gegenstimmen) die Abgabe einer eingeschr√§nkten Empfehlung f√ľr ein Endorsement beschlossen. Das EFRAG empfiehlt der Europ√§ischen Kommission, IFRS¬†9 mit 1.¬†Januar 2018 verpflichtend anzuwenden, klammert Versicherungsunternehmen in dieser Empfehlung aber aus. Das Board hat einen Re-Draft f√ľr die finale Empfehlung (unter Ber√ľcksichtigung der Anpassungen f√ľr Versicherungsunternehmen) f√ľr den 11.¬†September angek√ľndigt. Die finale Empfehlung f√ľr ein Endorsement wird zum 21.¬†September 2015 erwartet.

Erstanwendungszeitpunkt IFRS 9: 1. Januar 2018

Das IASB hat in seiner heutigen Sitzung entschieden, dass IFRS¬†9 verpflichtend f√ľr Gesch√§ftsjahre anzuwenden ist, die ab dem 1.¬†Januar 2018 beginnen. Voraussetzung f√ľr eine Anwendung des IFRS¬†9 durch EU-Bilanzierer ist jedoch auch eine Endorsierung durch die EU.

Ausschlaggebend f√ľr die IASB-Entscheidung IFRS¬†9 erst ab den 1.¬†Januar 2018 (und nicht wie ebenfalls zur Diskussion stehend bereits ein Jahr fr√ľher) zur Anwendung zu bringen, waren insbesondere die folgenden Gr√ľnde:

  • Das IASB ist den Argumenten der Versicherungsindustrie gefolgt, die eine st√§rkere Ber√ľcksichtigung der Wechselwirkung mit dem IASB-Projekt zur √úberarbeitung der Vorschriften der Bilanzierung von Versicherungsvertr√§gen (IFRS¬†4) fordert, auch wenn der endg√ľltige Erstanwendungszeitpunkt f√ľr IFRS¬†4 noch nicht festgelegt wurde.
  • Die IFRS-Anwender haben einen Implementierungszeitraum von drei Jahren gefordert. Der endg√ľltige Standard zu IFRS¬†9 Phase¬†1 (Classification & Measurement) und Phase¬†2 (Impairment) wird f√ľr Ende des zweiten Quartals¬†2014 erwartet. Mit einem fr√ľheren verpflichtenden Erstanwendungszeitpunkt w√§re dieser Forderung nicht entsprochen worden. Das IASB will den Anwendern ausreichend Zeit f√ľr eine vollst√§ndige und qualitativ hochwertige Umsetzung gew√§hren. Dies wurde wichtiger eingesch√§tzt als eine m√∂glichst z√ľgige Umsetzung.

Die Entscheidung des IASB ist zu begr√ľ√üen, da den IFRS-Bilanzierern so ausreichend Zeit f√ľr eine effiziente und vollumf√§ngliche Umsetzung der IFRS-9-Vorschriften einger√§umt wird. Unsere Erfahrungen aus der Unterst√ľtzung zahlreicher IFRS-9-Vorstudien und Umstellungsprojekte bei Kreditinstituten im In- und Ausland zeigen, dass die f√ľr die Umsetzung verbleibende Zeit dennoch nicht √ľppig ist. Daher sollten IFRS-Bilanzierer, insbesondere Kreditinstitute und Versicherungen, zeitnah ein umfassendes Bild √ľber die Auswirkungen des IFRS¬†9 auf die Bilanzierung sowie die erforderlichen Anpassungen an den Prozessen und IT Systemen gewinnen und die Umsetzungsplanung zu IFRS¬†9 noch im Laufe des Jahres 2014 erstellen.

IFRS 9 – Endg√ľltiger Termin f√ľr verpflichtende Erstanwendung erwartet

Bereits im November 2013 hat das IASB beschlossen, dass IFRS¬†9 fr√ľhestens f√ľr die Gesch√§ftsjahre verpflichtend anzuwenden sein wird, die ab dem 1.¬†Januar 2017 beginnen. In der Sitzung am 20.¬†Februar 2014 soll nun vom IASB der endg√ľltige Erstanwendungszeitpunkt terminiert werden.

Vor dem Hintergrund der erhaltenen Feedbacks stellt der Staff des IASB zwei m√∂gliche Erstanwendungszeitpunkte f√ľr IFRS¬†9 zur Diskussion:

  • Gesch√§ftsjahre, die ab dem 1.¬†Januar 2017 beginnen oder
  • Gesch√§ftsjahre, die ab dem 1.¬†Januar 2018 beginnen.

Die Forderungen der Anwender nach einem Erstanwendungszeitpunkt ab dem 1.¬†Januar¬†2018 beruhen im Wesentlichen auf einer mit drei Jahren gesch√§tzten Dauer der Implementierung sowie einer st√§rkeren Ber√ľcksichtigung der Wechselwirkung mit dem Projekt zur Bilanzierung von Versicherungsvertr√§gen (IFRS¬†4). Hier wird vor allem eine zeitlich versetzte Anwendung des IFRS¬†9 und des IFRS¬†4 als kritisch erachtet.

Andere Anwender sehen hingegen mit dem 1.¬†Januar 2017 eine realistische Alternative. Hierdurch w√ľrde eine weitere Verz√∂gerung in der Anwendung des IFRS¬†9 verhindert, was insbesondere von regulatorischer Seite bevorzugt und empfohlen wird. Bez√ľglich der Herausforderungen im Hinblick auf die zeitlich versetzte Anwendung zu IFRS¬†4 wird angemerkt, dass die Wechselwirkungen z.B. auch im Rahmen der √úbergangsregelungen des IFRS¬†4 ber√ľcksichtigt werden k√∂nnten.

Der Staff gibt seinerseits keine Empfehlung f√ľr eine der beiden genannten Alternativen ab, da beide Varianten gewisse Vor- und Nachteile aufweisen.

Neben der Entscheidung zum Erstanwendungszeitpunkt wird weiterhin vorgeschlagen, mit der Formulierung des finalen Standards zu beginnen (balloting) und weder f√ľr Phase¬†1 noch f√ľr Phase¬†2 des IFRS¬†9 einen erneuten Exposure Draft zu ver√∂ffentlichen. Ferner wird der Staff fragen, ob das IASB die Ansicht teilt, dass die Anforderungen des Due Process des IFRS¬†9 Phase¬†2 (Impairment) erf√ľllt sind und ob es IASB Mitglieder gibt, die einer Ver√∂ffentlichung der Regelungen widersprechen.

Wir werden Sie zeitnah √ľber die Entscheidungen aus dem IASB Meeting in der n√§chsten Woche informieren.

IFRS 9-Erstanwendungszeitpunkt nicht vor dem 1. Januar 2017?

Das International Accounting Standards Board (IASB) wird in seiner f√ľr den 21.¬†November 2013 angesetzten Sitzung unter anderem dar√ľber entscheiden, ob f√ľr IFRS¬†9 ein fr√ľhestm√∂glicher verpflichtender Erstanwendungszeitpunkt festgelegt wird.

Der IASB Staff hat hierzu ein Agenda Paper vorbereitet, das die Gr√ľnde f√ľr eine solche Entscheidung √ľber einen fr√ľhestm√∂glichen verpflichtenden Erstanwendungszeitpunkt aus dem bislang erhaltenen Feedback zusammenfasst. Als Schlussfolgerung wird dem IASB darin empfohlen, zum jetzigen Zeitpunkt die Entscheidung zu treffen, dass IFRS¬†9 fr√ľhestens f√ľr Gesch√§ftsjahre verpflichtend anzuwenden sein wird, die ab dem 1.¬†Januar 2017 beginnen. Ein endg√ľltiger Erstanwendungszeitpunkt des IFRS¬†9 soll jedoch erst dann festgelegt werden, wenn die finalen Vorschriften zu IFRS¬†9 vorliegen.

Als Gr√ľnde f√ľr eine solche Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt f√ľhrt der IASB Staff unter anderem folgende Punkte an:

  • Die Umsetzung der bilanziellen Abbildung von Expected Credit Losses (IFRS¬†9 Phase¬†2 Impairment) erfordert umfassende Anpassungen der bestehenden Risikomodelle und die Einf√ľhrung g√§nzlich neuer Prozesse, z.B. zur Identifikation einer signifikanten Erh√∂hung des Kreditrisikos (entsprechend den Anforderungen des relativen Kreditrisikomodells, siehe hierzu meinen Blogbeitrag vom 8.¬†M√§rz 2013).
  • F√ľr die Umsetzung der k√ľnftigen Regelungen werden umfassende historische Daten und Trendinformationen ben√∂tigt, die f√ľr zahlreiche Portfolien derzeit noch nicht vorliegen und zun√§chst erhoben werden m√ľssen.
  • Zur Sicherstellung der Funktionsf√§higkeit der neuen bzw. angepassten Prozesse und IT-Systeme im Kreditrisikocontrolling wurde von Bilanzierenden angef√ľhrt, dass eine Parallelphase f√ľr Probel√§ufe und Auswirkungsanalysen ben√∂tigt wird.
  • Aufgrund der erwarteten Wechselwirkungen mit den regulatorischen Kapitalanforderungen soll Bilanzierenden und Regulatoren ausreichend Zeit einger√§umt werden, die komplexen Interaktionen verstehen und diese entsprechend steuern zu k√∂nnen.
  • Aufgrund weiterer kurzfristig umzusetzender regulatorischer Anforderungen sind die Risiko- und Finanzbereiche von Finanzinstituten derzeit ohnehin stark belastet.
  • Eine effiziente Umsetzung der Regelungen zur Abbildung der k√ľnftigen Vorschriften zur Abbildung von Expected Credit Losses erfordert den Abschluss der anderen IASB-Projekte zur √úberarbeitung von bestehenden Standards. Zum Beispiel kann der Anwendungsbereich, f√ľr welche Finanzinstrumente die Expected Credit Losses zu ermitteln und zu bilanzieren sind (IFRS¬†9 Phase¬†2), erst dann bestimmt werden, wenn die neuen Anforderungen zur Klassifizierung und Bewertung (IFRS¬†9 Phase¬†1) bekannt sind. Teilweise wurden in diesem Zusammenhang auch die Wechselwirkungen mit den aktuellen IASB-Beratungen zur Bilanzierung von Versicherungsvertr√§gen angef√ľhrt.

 

Erstanwendungszeitpunkt IFRS 9 verschoben

In seiner Sitzung vom 24.¬†Juli 2013 hat das IASB √ľber die Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts des IFRS¬†9 sowie die fr√ľhzeitige Anwendung der own credit requirements beraten.

Das IASB hat eine Verschiebung des verpflichtenden IFRS-9-Erstanwendungszeitpunkts (1.¬†Januar 2015) beschlossen, ohne jedoch einen neuen Erstanwendungszeitpunkt zu bestimmen. Die entsprechenden √Ąnderungen sollen mit den f√ľr das III.¬†Quartal 2013 angek√ľndigten finalen Vorschriften zum Thema General Hedge Accounting ver√∂ffentlicht werden. Dem Vorschlag des Staff, statt eines exakten Erstanwendungszeitpunktes eine Umsetzungsfrist von ca. 3¬†Jahren nach Ver√∂ffentlichung des finalen IFRS¬†9 in die Basis for Conclusion aufzunehmen, ist das IASB nicht gefolgt.

Im Rahmen des Meeting hat sich das IASB ebenfalls mit dem Anwendungszeitpunkt f√ľr den GuV-neutralen Ausweis von bonit√§tsbedingten Fair-Value-√Ąnderungen finanzieller Verpflichtungen (own credit requirements) auseinandergesetzt. Bislang sah der ED Classification and Measurement: Limited Amendments to IFRS¬†9 vor, dass Unternehmen nach Ver√∂ffentlichung aller Phasen des IFRS¬†9 eine freiwillige vorzeitige Anwendung der own credit requirements, ohne Umsetzung der sonstigen IFRS-9-Regelungen w√§hlen k√∂nnen. Das IASB ist nun jedoch dem Vorschlag des Staff gefolgt, bereits im Zusammenhang mit der Verabschiedung der finalen Regelungen zum General Hedge Accounting den bestehenden IFRS¬†9 (ver√∂ffentlicht im Oktober¬†2010) dahingehend zu √§ndern, dass eine freiwillige fr√ľhzeitige Anwendung der own credit requirements m√∂glich ist. Eine vorherige Finalisierung der Vorschriften zur Klassifizierung und Bewertung (Limited Amendments) und zur Erfassung von Expected Credit Losses ist damit nicht erforderlich. F√ľr in der EU ans√§ssige Unternehmen setzt die freiwillige fr√ľhzeitige Anwendung aber eine Endorsierung des aktuellen IFRS¬†9 (ver√∂ffentlicht im Oktober¬†2010 und erweitert um die Regelungen zum General Hedge Accounting sowie der Anwendungsvorschriften zu den own credit requirements) durch die EU voraus, die derzeit nicht absehbar ist.

Wichtige Beschl√ľsse des IASB zu IFRS 9 (Meeting 7. November 2011)

Das IASB hat auf seiner Sitzung am 7. November 2011 den Vorschlag aus dem ED Mandatory Effective Date of IFRS 9 beschlossen, IFRS 9 erst f√ľr Gesch√§ftsjahre anzuwenden, die am 1. Januar 2015 oder sp√§ter beginnen. Abgelehnt hat das IASB dagegen den Vorschlag des Staff, den Erstanwendungszeitpunkt in Abh√§ngigkeit vom Fortgang des IFRS 9-Projektes laufend auf den Pr√ľfstand zu stellen („subject to review“). Verschiebungen des Erstanwendungszeitpunkts sind bei weiteren Verz√∂gerungen der Phasen Impairment oder Hedge Accounting jedoch nicht g√§nzlich ausgeschlossen. Das IASB betont damit aber seine Absicht, das IFRS 9-Projekt Projekt z√ľgig abzuschlie√üen.

Dar√ľber hinaus hat das IASB beschlossen, auf die Umstellung der Vergleichszahlen f√ľr das Vorjahr zu verzichten. Stattdessen sollen im Erstanwendungszeitpunkt¬† Anhangangaben zur √úberleitung von IAS 39 auf IFRS 9 („comparative transition disclosures“) ver√∂ffentlicht werden. Die Klassifizierungsregelungen sollen jedoch weiterhin retrospektiv angewendet werden. Das bedeutet, dass Banken ab dem 1. Januar 2015 ihre Finanzinstrumente so bilanzieren m√ľssen, als ob IFRS 9 schon immer gegolten h√§tte.

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