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IASB veröffentlicht ED zu Phase 1 des IBOR Projekts

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat wie avisiert (siehe Blog-Beitrag vom 20. März 2019) am 3. Mai 2019 den Exposure Draft Interest Rate Benchmark Reform – Proposed amendments to IFRS 9 and IAS 39 (ED/2019/1) zur ersten Phase des IBOR Projekts veröffentlicht.

Der ED/2019/01 ist eine Reaktion des IASB auf die Auswirkungen in der Bilanzierung aufgrund der Umstellung der Benchmark-Zinssätze (z.B. LIBOR und EURIBOR). Er beinhaltet im Wesentlichen Vorschläge zur Anpassung der Hedge Accounting Regelungen des IFRS 9 und IAS 39. Themen, die nach der Umstellung der Benchmark-Zinssätze an Relevanz gewinnen, bspw. Modifikation vs. Abgang von Finanzinstrumenten als Konsequenz aus Vertragsanpassungen, werden vom IASB separat behandelt.

Die folgenden Punkte skizzieren die wesentlichen in IFRS 9 und IAS 39 zu ergänzenden Erleichterungsbestimmungen:

  • Das highly probable Kriterium soll angepasst werden. Bei der Beurteilung der Wahrscheinlichkeit, dass eine geplante Transaktion stattfinden wird, kann davon ausgegangen werden, dass die IBOR-basierten Vertragsbedingungen durch die IBOR-Reform nicht geändert werden;
  • Die prospektive Effektivitätsbeurteilung von Hedge-Beziehungen soll unter der Annahme durchgefĂĽhrt werden, dass die IBOR-basierten vertraglichen Cashflows aus dem Sicherungsinstrument und dem Grundgeschäft durch die IBOR-Reform nicht verändert werden;
  • Bestehende Hedge-Beziehungen, die eine nicht vertraglich festgelegte IBOR-Risikokomponente absichern, sollen fortgefĂĽhrt werden, wenn die separate identifiable Anforderung zu Beginn der Sicherungsbeziehung als erfĂĽllt galt, auch wenn die Anforderung zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr erfĂĽllt wird.

Die vorstehenden Erleichterungsbestimmungen sollen die Fortführung von bestimmten Hedge-Beziehungen ermöglichen, die ansonsten aufgrund von Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Umstellung der Benchmark-Zinssätze ggf. beendet werden müssten. Die Anwendung soll verpflichtend sein, bis entweder keine Unsicherheit mehr über den Zeitpunkt und die Höhe der Cashflows besteht oder die relevanten Hedge-Beziehungen beendet werden und zum anderen sowohl für bestehende als auch für neue Hedge-Beziehungen gelten.

Die Kommentierungsfrist für den ED/2019/1 endet am 17. Juni 2019. Die Veröffentlichung des finalen Standards wird für Ende 2019 erwartet, mit verpflichtendem Erstanwendungszeitpunkt zum 1. Januar 2020.

Weitere Informationen finden Sie im PwC In brief: The effect on hedge accounting of the reform of LIBOR and other similar rates.

 

Zwischenergebnisse des IASB-Projekts zur IBOR-Reform

Das International Accounting Standards Board (IASB) beschäftigt sich im IBOR Projekt mit den Auswirkungen des Ersatzes der Benchmark-Zinssätze (z.B. LIBOR und EURIBOR). Die Änderung dieser Zinssätze kann erhebliche Auswirkungen auf die Bilanzierung haben. Diesbezüglich hat das IASB diverse Meetings abgehalten und entschieden, in einem ersten Schritt die kurzfristigen Auswirkungen auf das Hedge Accounting zu behandeln. Eine Übersicht über das IASB Projekt finden Sie hier (https://www.ifrs.org/projects/work-plan/ibor-reform-and-the-effects-on-financial-reporting/).

Die folgenden Punkte stellen die wichtigsten Entscheidungen der IASB-Meetings im Februar und März 2019 dar:

  • BezĂĽglich des highly probable-Kriteriums beim Cash Flow Hedge Accounting sollen Erleichterungen gewährt werden, um die Auswirkungen von Unsicherheiten (Zeitpunkt und genaue Ausgestaltung der neuen IBORs) zu verringern. Insbesondere soll der Bilanzierende fĂĽr Zwecke der Beurteilung der Wahrscheinlichkeit, dass eine forecast transaction eintreten wird, davon ausgehen, dass die IBOR-basierten Vertragsbedingungen unverändert bleiben.
  • Die Beurteilung ob eine wirtschaftliche Beziehung zwischen Grund- und Sicherungsgeschäft besteht (IFRS 9) bzw. die prospektive Beurteilung der Effektivität (IAS 39), soll auf der Grundlage der gegenwärtigen vertraglichen Cashflows aus dem Sicherungsinstrument und dem Grundgeschäft vorgenommen werden.
  • Die Erleichterungen sind obligatorisch anzuwenden bis keine Unsicherheiten (Zeitpunkt und Betrag der Cash Flows) bestehen bzw. maximal bis zur Beendigung der Sicherungsbeziehung.

Das IASB plant die Veröffentlichung eines Exposure Drafts im zweiten Quartal 2019 mit einer sich anschließenden 45-tägigen Kommentierungsfrist. Die geplanten Änderungen sollen im Januar 2020 in Kraft treten.

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