Schlagwort: expected credit loss

Bleiben Sie auf dem Laufenden - der expected credit loss RSS-Feed

EZB Guidance zu IFRS 9 und Veröffentlichung von makroökonomischen Szenarien

Die EZB hat sich mit ergänzender Guidance im Zusammenhang mit der Schätzung von Expected Credit Losses während der COVID-19 Pandemie geäußert. Diese ist – ähnlich wie die Verlautbarungen anderer Gremien wie ESMA, EBA, IASB – auf die Vermeidung von zu stark prozyklisch wirkender Annahmen gerichtet und geht u.a. auf die

  1. Anwendung der Regelungen zur Beurteilung eines SICR auf Gruppenebene (the collective assessment of the significant increase in credit risk (SICR));
  2. Verwendung von langfristigen makroökonomischen Forecasts (the use of long-term macroeconomic forecasts); und
  3. Verwendung von makroökonomischen Forecasts für bestimmte Jahre (the use of macroeconomic forecasts for specific years) ein.

Die EZB weist darauf hin, dass die Institute ihre eigenen Annahmen und Entscheidungen über die Höhe des erforderlichen IFRS-9-ECL treffen. Sie geht gleichwohl davon aus, dass die Guidance angesichts der erhöhten Unsicherheit und der begrenzten Verfügbarkeit von reasonable & supportable forward-looking Informationen über die Auswirkungen von COVID-19 dabei – auch bereits in Q1 2020 – Berücksichtigung findet.

Darüber hinaus hat die EZB auf ihrer Website makroökonomische Szenarien veröffentlicht: https://www.ecb.europa.eu/pub/projections/html/index.en.html

In the Spotlight – IFRS 9 Expected Credit Loss

Thema ist die Sicherstellung der Fähigkeit des IFRS 9 Expected Credit Loss-Ansatzes zur Abwendung von Krisen

In der Dezember-Ausgabe unserer PwC-Publikation „In the Spotlight“ werden wesentliche Aspekte der Rechnungslegung im Zusammenhang mit der Ermittlung von Expected Credit Losses (ECL) nach IFRS 9 beleuchtet, die bei einem Konjunkturabschwung an Bedeutung gewinnen können. Diese umfassen insbesondere den Einfluss des zeitverzögerten Zugangs zu relevanten Informationen, die möglicherweise eingeschränkten Einsatzmöglichkeiten von Vereinfachungen und Hilfslösungen sowie erforderliche Anpassungen an den verwendeten multiplen ökonomischen Szenarien. Damit bei der ECL-Ermittlung Krisenszenarien angemessen berĂĽcksichtigt werden, sind diese Aspekte im Rahmen der IFRS 9 Anwendung zu berĂĽcksichtigen und es ist zu prĂĽfen, inwieweit ECL-Prozesse und –Kontrollen angepasst werden sollten.

Unsere Ausführungen enthalten Verlinkungen zum PwC Manual of Accounting, welches unter inform.pwc.com für Registrierte zugänglich ist.

GPPC: Risiko wesentlicher Fehldarstellungen aus Schätzungen der erwarteten Kreditverluste

Die Implementierung und Anwendung von Expected Credit Loss-Modellen stellt eine der größten Herausforderungen für Banken bei der Umsetzung der IFRS-9-Anforderungen dar.

Das Global Public Policy Committee (GPPC) – ein Netzwerk der weltweit sechs größten WirtschaftsprĂĽfungsinstitute – nahm dies in ihrer kĂĽrzlich veröffentlichten Publikation zum Anlass, um Banken fĂĽr dieses Thema zu sensibilisieren sowie einen hohen Qualitätsstandard bei der Bilanzierung erwarteter Kreditverluste zu fördern. Die Publikation „The Auditor’s Response to the Risks of Material Misstatement Posed by Estimates of Expected Credit Losses under IFRS 9“  bildet die zweite Veröffentlichung des GPPC zum Thema Wertminderungsvorschriften unter IFRS 9 und richtet sich primär an PrĂĽfungsausschĂĽsse systemrelevanter Banken (systemically important banks, „SIBs“).

Die Publikation umfasst insgesamt sieben Themenblöcke sowie eine Liste wesentlicher Key Questions, die als Leitfaden bzw. Diskussionsgrundlage bei der Beurteilung von erwarteten Kreditverlusten herangezogen werden kann.

Die vollständige Fassung sowie eine kurze Zusammenfassung der Publikation des GPPC finden Sie auf PwC Inform.

PwC Veröffentlichung zu IFRS 9 Expected Credit Losses

Nachdem in der vergangenen Woche bereits eine PwC-Broschüre zu den künftigen Klassifizierungs- und Bewertungsvorschriften des IFRS 9 veröffentlicht wurde (siehe mein Blogbeitrag vom 6. August 2014), steht nun auch eine Broschüre zu den künftigen IFRS-9-Vorschriften zur bilanziellen Abbildung der erwarteten Adressenausfallrisiken (Expected Credit Losses) für Sie zum Download bereit. Sie können die kostenfreie Broschüre unter diesem Link abrufen.

Die englischsprachige Broschüre enthält eine Darstellung des durch IFRS 9 eingeführten zweistufigen Expected Credit Loss-Ansatzes. Demnach ist für finanzielle Vermögenswerte künftig ab dem Zeitpunkt des Bilanzzugangs eine aufwandswirksame Risikovorsorge in Höhe des 12-Monats-Expected-Loss zu bilden. Verschlechtert sich die Bonität des Schuldners signifikant, ist die Risikovorsorge auf die über die Gesamtlaufzeit erwarteten Verluste (Lifetime Expected Credit Losses) zu erhöhen, es sei denn, das Ausfallrisiko ist insgesamt noch gering.

In der PwC-BroschĂĽre erhalten Sie zahlreiche Informationen und Hilfestellungen fĂĽr eine Interpretation der komplexen IFRS-9-Regelungen, z.B. zur Stufenabgrenzung, zur Ermittlung von (Lifetime) Expected Credit Losses und zu den Ausnahme- und Vereinfachungsregelungen des Standards.

IASB bestätigt Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 9 frühestens für Geschäftsjahre, die ab dem 1. Januar 2017 beginnen

Das IASB hat in der Sitzung vom 21. November 2013 den frühestmöglichen verpflichtenden Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 9 (alle Phasen) festgelegt. Es wurde entschieden, dass IFRS 9 frühestens für die Geschäftsjahre verpflichtend anzuwenden sein wird, die ab dem 1. Januar 2017 beginnen. Ein endgültiger Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 9 soll jedoch erst nach dem Vorliegen der finalen Vorschriften festgelegt werden.

In Bezug auf IFRS 9 Phase 2 – Expected Credit Losses, den neuen Vorschriften zur Risikovorsorge, hat das IASB eine Reihe von Entscheidungen getroffen. Das IASB hat bestätigt, dass das allgemeine Expected Loss-Modell auch auf unwiderrufliche Kreditzusagen und Finanzgarantien anzuwenden ist. Ferner ist der Zeithorizont fĂĽr die Ermittlung des Expected Credit Loss (ECL) bei revolvierenden Kreditlinien nicht auf die vertragliche Laufzeit beschränkt. Stattdessen soll der ECL ĂĽber das behavioural life – den Zeitraum dem das Unternehmen ökonomisch dem Bonitätsrisiko ausgesetzt ist – ermittelt werden. Hierzu soll dem IASB im Rahmen der nächsten Sitzung statt einer Ausnahmeregelung fĂĽr revolvierende Kreditlinien ein prinzipienbasierter Vorschlag unterbreitet werden, der fĂĽr alle Finanzinstrumente gilt. Den Entscheidungen des IASB aus dem Oktober 2013 folgend, wurde ebenfalls klargestellt, dass zur Berechnung des ECL der Effektivzinssatz – oder unter bestimmten Voraussetzungen eine Approximation davon – zu verwenden ist. Es wurde bestätigt, dass das allgemeine Expected Loss-Modell auch fĂĽr Finanzinstrumente anzuwenden ist, die GuV-neutral zum Fair Value bewertet werden (Kategorie FVOCI). Weiterhin soll fĂĽr Finanzinstrumente, bei denen objektive Hinweise auf ein Impairment vorliegen, der Zinsertrag auf Basis des Nettobuchwerts erfasst werden. Ebenfalls zugestimmt wurde dem Vorschlag, dass an den Sonderregelungen fĂĽr Finanzinstrumente, die bei Zugang als credit-impaired einzustufen sind, festgehalten werden soll.

Bereits am Vortag hatte sich das IASB über die Themen zur Klassifizierung und Bewertung beraten. Im Rahmen der Sitzung wurde die Beibehaltung der gegenwärtigen drei Geschäftsmodelle und der fair value through P&L-Kategorie als Residualkategorie bestätigt. Ferner wurde klargestellt, dass Umwidmungen nur bei einer Änderung des Geschäftsmodells vorzunehmen sind und eine Änderung des Geschäftsmodells lediglich bei Erwerb oder Aufgabe einer Geschäftssparte vorliegt. Zugestimmt wurde darüber hinaus dem Vorschlag, dass Verkäufe aufgrund von Kreditrisikokonzentrationen zur Vereinbarkeit mit dem Halten-Geschäftsmodell die gleichen Kriterien erfüllen müssen wie alle anderen Verkäufe – d.h. eine Verschlechterung der Bonität liegt vor oder die Verkäufe sind unregelmäßig oder unwesentlich.

IFRS 9 Phase II – IASB Meeting (Oktober 2013)

Die Regelungen zur Ermittlung und Bilanzierung von erwarteten Verlusten aus finanziellen Vermögenswerten (IFRS 9 – Phase 2) waren Gegenstand des IASB Meeting am 31. Oktober 2013. Wesentliche Änderungen des Exposure Draft (ED) Financial Instruments: Expected Credit Losses vom März 2013 (siehe Blogbeitrag vom 8. März 2013) wurden nicht beschlossen, jedoch vereinzelte Aspekte des general models bestätigt und verdeutlicht.

Unter anderem wurden folgende Themen in dem Meeting behandelt:

  • Es wurde bestätigt, dass bei signifikanter Verschlechterung der Bonität (credit deterioration) ein lifetime expected credit loss erfasst werden muss. Die Beurteilung einer signifikanten Verschlechterung der Bonität kann vereinfachend auch auf Basis eines maximal akzeptierten Kreditrisikos fĂĽr ein bestimmtes Portfolio untersucht werden. Es wurde ferner diskutiert, dass bei der Untersuchung der Bonität weiterhin vorrangig auf die Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) abzustellen ist, wobei jedoch z.B. eine Verschlechterung des LGD als Indikator fĂĽr eine Verschlechterung der Kreditqualität dienen könnte.
  • Die operationellen Erleichterungen des ED sollen bestehen bleiben. Folglich gilt die widerlegbare Vermutung, dass ein Zahlungsverzug von 30 Tagen als signifikante Verschlechterung der Bonität angesehen wird. Ebenfalls bestätigt wurde die Vereinfachung, dass fĂĽr Finanzinstrumente, die am Bilanzstichtag ein geringes Bonitätsrisiko aufweisen, angenommen werden kann, dass fĂĽr diese Finanzinstrumente keine signifikante Verschlechterung der Kreditqualität vorliegt.
  • Im Rahmen der Diskussion zur Berechnung des expected credit loss bestätigte das IASB den ĂĽberwiegenden Teil der Vorschläge des Staff aus dem ED. Abgelehnt wurde hingegen der Vorschlag bei der Ermittlung des expected credit loss weiterhin „jeden angemessenen Zinssatz“ als Diskontsatz zu akzeptieren, der zwischen dem risikolosen Zinssatz und dem ursprĂĽnglichen Effektivzinssatz (Effective Interest Rate, EIR) liegt. Das Board schlägt nun vor, grundsätzlich den EIR als Diskontzinssatz vorzugeben, sofern vorhanden. Falls nicht vorhanden, soll ein approximativer EIR ermittelt und zur Berechnung des expected credit loss herangezogen werden
  • Den Vorschlägen des Staff in Bezug auf modifizierte Finanzinstrumente wurde zugestimmt. Somit beschränkt sich z.B. der Anwendungsbereich nicht nur auf Modifikationen, die im Zusammenhang mit Restrukturierungen erfolgen, sondern umfasst alle Modifikationen. DarĂĽber hinaus sollen modifizierte Finanzinstrumente nicht von der Anwendung des general model ausgeschlossen werden. Eine durch die Modifikation eingetretene Verringerung des Kreditrisikos in einem MaĂźe, dass im Vergleich zum Zugangszeitpunkt keine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos mehr vorliegt, fĂĽhrt somit zu einer Risikovorsorge in Höhe des 12-month expected credit loss.

 

IASB und FASB setzen die Beratungen zu IFRS 9 fort

Klassifizierung und Bewertung: Beratungen zum Geschäftsmodell und zur Trennungspflicht

Das IASB und das FASB haben am Dienstag den 17. April 2012 drei Alternativen für Geschäftsmodelle diskutiert, die im Einklang mit einer Bewertung finanzieller Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten stehen. Dabei haben sich die Boards vorläufig darauf geeinigt, den derzeit in IFRS 9 enthaltenen Grundsatz beizubehalten. Das bedeutet, dass eine Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten dann möglich ist, wenn die betrachteten Finanzinstrumente in einem Geschäftsmodell gehalten werden, dessen Ziel es ist, die vertraglich vereinbarten Zahlungsströme zu vereinnahmen (Geschäftsmodell „hold to collect“ bzw. „Halten“). Es wurde ebenfalls beschlossen, den Anwendern eine klarere und umfassendere Application Guidance zur Verfügung zu stellen, aus der hervorgeht, welche Verkäufe mit einem solchen Geschäftsmodell vereinbar sind. In der Sitzung wurde nicht über die mögliche Einführung eines weiteren Geschäftsmodells, das eine GuV-neutrale Bewertung der enthaltenen Finanzinstrumente durch das Eigenkapital nach sich zieht, diskutiert. Dies soll in einem künftigen Termin erfolgen.

Darüber hinaus haben die Boards über die Trennungspflicht von finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten sowie eine mögliche Grundlage für die Trennungspflicht beraten. Hintergrund dessen waren insbesondere die Konvergenzbekundungen aus dem Januar 2012 sowie die Diskussion über das Erfordernis eines symmetrischen Kategorisierungsmodells (Gleichbehandlung von Vermögensgegenständen und Verbindlichkeiten). Das IASB hat sich vorläufig dazu entschieden, die in den Vorschriften des IFRS 9 vorgesehene Logik weiterzuverfolgen. Strukturierte Finanzinstrumente dürfen aus Investorensicht demnach künftig nicht getrennt werden, während dieselben Finanzinstrumente aus Emittentensicht bei Vorliegen der bereits aus IAS 39 bekannten Voraussetzungen zwingend zu trennen sind. Auch das FASB folgt dieser Logik.

Die vorläufigen Entscheidungen zu den beiden betrachteten Themenkomplexen bedeuten keinen Richtungswechsel im Vergleich zum veröffentlichten IFRS 9. Insbesondere aus den Klarstellungen zum Geschäftsmodell können sich im Detail jedoch Änderungen ergeben, die dann zu analysieren sind.

Impairment: Beratungen zur Expected Loss-Ermittlung

Die Boards haben sich auf eine Beschreibung der Vorgehensweise zur Ermittlung von Expected Credit Losses geeinigt. Demnach sind bei der Schätzung der erwarteten Ausfälle folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • alle angemessenen und vertretbaren Informationen die hinsichtlich einer prospektiven Schätzung relevant sind
  • eine Range möglicher Ergebnisse, welche die Eintrittswahrscheinlichkeit und Angemessenheit dieser Ergebnisse berĂĽcksichtigen (das heiĂźt, es handelt sich nicht nur um eine Schätzung des wahrscheinlichsten Ergebnisses).
  • der Zeitwert des Geldes

Darüber hinaus wurde über die ökonomische Begründung der Bildung einer Risikovorsorge für jene finanziellen Vermögenswerte beraten, die Bucket 1 zugeordnet sind (zur Darstellung der geplanten Bucketabgrenzung verweise ich auf meinen Blogbeitrag vom 30. Januar 2012). Dabei haben sich die Boards auf folgende Begründung geeinigt: Die Risikovorsorge für Bucket 1 soll die erwarteten Verluste über die gesamte Restlaufzeit für diejenigen finanziellen Vermögenswerte widerspiegeln, für die ein Ausfallereignis in den nächsten zwölf Monaten erwartet wird. Dabei stellten die Boards klar, dass in der Praxis verschiedene Methoden zur Ermittlung der Risikovorsorge für Bucket 1 herangezogen werden können. Zudem haben die Boards den Staff beauftragt, Erläuterungen zu einzelnen Begriffen (z.B. „loss event“, „lifetime“) vorzunehmen.

/* */