Schlagwort: Fair-Value-Bewertung

Bleiben Sie auf dem laufenden - der Fair-Value-Bewertung RSS-Feed

IASB beschließt weitere Details zur Kategorisierung nach IFRS 9

Am 13. Juni 2012 haben das IASB und das FASB wie erwartet entschieden, dass die GuV-neutrale Fair-Value-Bewertung von Fremdkapitalinstrumenten (Kategorie Fair Value OCI) nur für solche Finanzinstrumente zulässig ist, deren vertragliche Cashflows ausschließlich Zinsen und Tilgungen darstellen (CCC-Kriterium) und die in einem Geschäftsmodell gehalten werden, dessen Ziel es ist, sowohl die vertraglich vereinbarten Zahlungsströme zu vereinnahmen (Halte-Absicht) als auch Verkäufe zu tätigen.

Darüber hinaus wurde beschlossen, dass die Fair-Value-Option bei Vorliegen eines Accounting Mismatch auf Finanzinstrumente ausgeweitet wird, die eigentlich der Kategorie Fair Value OCI zuzuordnen wären.

 

Um Trends und Perspektiven der Internationalen Rechnungslegung geht es bei unserem 12. Expertenforum am 18. und 19. September 2012. Weitere Informationen finden sie auf unserer Website

IASB und FASB setzen die Beratungen zu IFRS 9 fort

Klassifizierung und Bewertung: Fair Value OCI auch für Fremdkapitalinstrumente

Das IASB hat am 21. Mai 2012 vorläufig beschlossen, unter bestimmten Voraussetzungen eine GuV-neutrale Fair-Value-Bewertung von Fremdkapitalinstrumenten (Kategorie Fair Value OCI) vorzusehen. Die Zuordnung zur Kategorie Fair Value OCI ist an zwei Voraussetzungen geknüpft: Einerseits handelt es sich bei den vertraglichen Cashflows ausschließlich um Zahlungen von Zins und Tilgung (Cashflow-Kriterium), andererseits wird das Finanzinstrument in einem Geschäftsmodell gehalten, dessen Ziel es ist, sowohl die vertraglich vereinbarten Zahlungsströme zu vereinnahmen (Halte-Absicht) als auch Verkäufe zu tätigen. Diese Voraussetzungen werden häufig für Wertpapiere der Liquiditätsreserve erfüllt sein. Detaillierte Vorgaben zur Abgrenzung der Geschäftsmodelle sollen in die Application Guidance des IFRS 9 aufgenommen werden.

In der Kategorie Fair Value OCI erfolgt eine GuV-wirksame Vereinnahmung von Zinserträgen nach der Effektivzinsmethode sowie eine Anwendung der Impairment-Regelungen. Ein Recycling ist – anders als bei denjenigen Eigenkapitalinstrumenten, für die das entsprechende Wahlrecht einer GuV-neutralen Fair-Value-Bewertung ausgeübt wurde – vorgesehen.

Das IASB führt damit eine neue Bewertungsklasse für Fremdkapitalinstrumente ein, deren bilanzielle Behandlung mit GuV-neutraler Fair-Value-Bewertung Parallelen zur bisherigen IAS-39-Kategorie available-for-sale (AFS) aufweist.

Impairment: Weitere Konkretisierungen des Three-Bucket-Approach

Im Rahmen des Mai Meetings des IASB wurden weitere vorläufige Entscheidungen zur Konkretisierung des geplanten Impairment Modells getroffen.

Auf Basis der bisherigen vorläufigen Entscheidungen des IASB, dass die Ermittlung der erwarteten Verluste barwertig zu erfolgen hat (siehe meinen Blog-Eintrag vom 19. April 2012), wurde am 22. Mai 2012 diskutiert, welcher Zinssatz bei der Diskontierung der erwarteten Verluste heranzuziehen ist.

Vor dem Hintergrund, dass sich in der Praxis insbesondere in offenen Portfolien operationelle Schwierigkeiten ergeben, den ursprünglichen Effektivzinssatze zu ermitteln bzw. nachzuhalten, hat der Staff vorgeschlagen, eine Bandbreite vom risikolosen Zinssatz bis zum Effektivzinssatz – wie nach den Vorschriften des derzeitigen IAS 39 berechnet – für die Diskontierung zuzulassen. Dieser Vorschlag wurde vom Board mit zwei Ergänzungen angenommen. Einerseits soll der ursprüngliche Effektivzins als Zielgröße definiert werden. Vereinfachungen, die angesichts operationeller Schwierigkeiten unvermeidbar sind, können als zulässige Approximation an diese Zielgröße berücksichtigt werden. Andererseits soll klargestellt werden, dass der Diskontsatz im Zeitablauf unverändert anzuwenden ist.

Darüber hinaus hat das Board vorläufige Entscheidungen zur Behandlung von modifizierten Vermögenswerten getroffen. Das sind solche Vermögenswerte, deren vertragliche Bedingungen nachträglich geändert wurden, ohne dass durch diese Änderungen ein Abgang stattgefunden hätte, z.B. durch vertragliche Anpassungen des Tilgungsplans im Rahmen einer Restrukturierung. Das IASB hat den vorläufigen Beschluss gefasst, dass modifizierte Vermögenswerte in Hinblick auf den Bucket-Transfer wie nicht modifizierte Vermögenswerte zu behandeln sind. Das bedeutet, dass ein Rücktransfer in Bucket 1 auch für modifizierte Vermögenswerte grundsätzlich möglich ist und dafür die gleichen Voraussetzungen gelten, d.h. ein Vergleich mit der ursprünglichen Kreditqualität vorzunehmen ist. Die Modifikation selbst ist als Minderung des Buchwerts, nicht als Erhöhung des Wertminderungsbetrags, darzustellen.

Bei der Behandlung von modifizierten Vermögenswerten ergeben sich Unterschiede zum vorläufigen Impairment-Modell des FASB, das einen Rücktransfer von modifizierten Assets in Bucket 1 nicht vorsieht

/* */