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IASB bestätigt Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 9 frühestens für Geschäftsjahre, die ab dem 1. Januar 2017 beginnen

Das IASB hat in der Sitzung vom 21. November 2013 den frühestmöglichen verpflichtenden Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 9 (alle Phasen) festgelegt. Es wurde entschieden, dass IFRS 9 frühestens für die Geschäftsjahre verpflichtend anzuwenden sein wird, die ab dem 1. Januar 2017 beginnen. Ein endgültiger Erstanwendungszeitpunkt des IFRS 9 soll jedoch erst nach dem Vorliegen der finalen Vorschriften festgelegt werden.

In Bezug auf IFRS 9 Phase 2 – Expected Credit Losses, den neuen Vorschriften zur Risikovorsorge, hat das IASB eine Reihe von Entscheidungen getroffen. Das IASB hat bestätigt, dass das allgemeine Expected Loss-Modell auch auf unwiderrufliche Kreditzusagen und Finanzgarantien anzuwenden ist. Ferner ist der Zeithorizont fĂĽr die Ermittlung des Expected Credit Loss (ECL) bei revolvierenden Kreditlinien nicht auf die vertragliche Laufzeit beschränkt. Stattdessen soll der ECL ĂĽber das behavioural life – den Zeitraum dem das Unternehmen ökonomisch dem Bonitätsrisiko ausgesetzt ist – ermittelt werden. Hierzu soll dem IASB im Rahmen der nächsten Sitzung statt einer Ausnahmeregelung fĂĽr revolvierende Kreditlinien ein prinzipienbasierter Vorschlag unterbreitet werden, der fĂĽr alle Finanzinstrumente gilt. Den Entscheidungen des IASB aus dem Oktober 2013 folgend, wurde ebenfalls klargestellt, dass zur Berechnung des ECL der Effektivzinssatz – oder unter bestimmten Voraussetzungen eine Approximation davon – zu verwenden ist. Es wurde bestätigt, dass das allgemeine Expected Loss-Modell auch fĂĽr Finanzinstrumente anzuwenden ist, die GuV-neutral zum Fair Value bewertet werden (Kategorie FVOCI). Weiterhin soll fĂĽr Finanzinstrumente, bei denen objektive Hinweise auf ein Impairment vorliegen, der Zinsertrag auf Basis des Nettobuchwerts erfasst werden. Ebenfalls zugestimmt wurde dem Vorschlag, dass an den Sonderregelungen fĂĽr Finanzinstrumente, die bei Zugang als credit-impaired einzustufen sind, festgehalten werden soll.

Bereits am Vortag hatte sich das IASB über die Themen zur Klassifizierung und Bewertung beraten. Im Rahmen der Sitzung wurde die Beibehaltung der gegenwärtigen drei Geschäftsmodelle und der fair value through P&L-Kategorie als Residualkategorie bestätigt. Ferner wurde klargestellt, dass Umwidmungen nur bei einer Änderung des Geschäftsmodells vorzunehmen sind und eine Änderung des Geschäftsmodells lediglich bei Erwerb oder Aufgabe einer Geschäftssparte vorliegt. Zugestimmt wurde darüber hinaus dem Vorschlag, dass Verkäufe aufgrund von Kreditrisikokonzentrationen zur Vereinbarkeit mit dem Halten-Geschäftsmodell die gleichen Kriterien erfüllen müssen wie alle anderen Verkäufe – d.h. eine Verschlechterung der Bonität liegt vor oder die Verkäufe sind unregelmäßig oder unwesentlich.

IASB schließt die Diskussionen zu IFRS 9 „Classification and Measurement“ ab

Das IASB hat in seiner Sitzung im September den Staff beauftragt, die Umsetzung der Limited Modifications an IFRS 9 (Oktober 2010) voranzutreiben und zeitnah einen Exposure Draft zur Abstimmung zu bringen.

Mit diesem Exposure Draft soll den Bilanzierenden auch die Möglichkeit eingeräumt werden, die neuen Regelungen zur Abbildung der bonitätsinduzierten Fair Value-Änderungen von zum Fair Value designierten finanziellen Verbindlichkeiten (sogenannte Own credit-Thematik) freiwillig vorzeitig anzuwenden, ohne den gesamten IFRS 9 vorzeitig anzuwenden. Dadurch wird den Bilanzierenden die Möglichkeit eröffnet, die bonitätsbedingten Fair Value Änderungen von finanziellen Verbindlichkeiten in der Fair Value Option bereits nach IAS 39 nicht mehr GuV-wirksam sondern GuV-neutral im Sonstigen Gesamtergebnis (other comprehensive income) zu zeigen.

Darüber hinaus hat sich das IASB mit den Übergangsvorschriften von IAS 39 auf IFRS 9 befasst und folgende vorläufigen Entscheidungen getroffen:

  • In der Periode der erstmaligen IFRS 9 – Anwendung wird keine BerĂĽcksichtigung der an die IFRS 9 – Vorschriften zur Klassifizierung und Bewertung oder zu Impairment angepassten Vorjahreswerte gefordert.
  • In der Periode der erstmaligen IFRS 9 – Anwendung werden keine Vergleichswerte der aktuellen Bilanzposten gefordert, die sich bei einer fortgesetzten Anwendung von IAS 39 ergeben hätten.

IASB und FASB setzen die Beratungen zu IFRS 9 fort

Klassifizierung und Bewertung: Fair Value OCI auch fĂĽr Fremdkapitalinstrumente

Das IASB hat am 21. Mai 2012 vorläufig beschlossen, unter bestimmten Voraussetzungen eine GuV-neutrale Fair-Value-Bewertung von Fremdkapitalinstrumenten (Kategorie Fair Value OCI) vorzusehen. Die Zuordnung zur Kategorie Fair Value OCI ist an zwei Voraussetzungen geknüpft: Einerseits handelt es sich bei den vertraglichen Cashflows ausschließlich um Zahlungen von Zins und Tilgung (Cashflow-Kriterium), andererseits wird das Finanzinstrument in einem Geschäftsmodell gehalten, dessen Ziel es ist, sowohl die vertraglich vereinbarten Zahlungsströme zu vereinnahmen (Halte-Absicht) als auch Verkäufe zu tätigen. Diese Voraussetzungen werden häufig für Wertpapiere der Liquiditätsreserve erfüllt sein. Detaillierte Vorgaben zur Abgrenzung der Geschäftsmodelle sollen in die Application Guidance des IFRS 9 aufgenommen werden.

In der Kategorie Fair Value OCI erfolgt eine GuV-wirksame Vereinnahmung von Zinserträgen nach der Effektivzinsmethode sowie eine Anwendung der Impairment-Regelungen. Ein Recycling ist – anders als bei denjenigen Eigenkapitalinstrumenten, für die das entsprechende Wahlrecht einer GuV-neutralen Fair-Value-Bewertung ausgeübt wurde – vorgesehen.

Das IASB fĂĽhrt damit eine neue Bewertungsklasse fĂĽr Fremdkapitalinstrumente ein, deren bilanzielle Behandlung mit GuV-neutraler Fair-Value-Bewertung Parallelen zur bisherigen IAS-39-Kategorie available-for-sale (AFS) aufweist.

Impairment: Weitere Konkretisierungen des Three-Bucket-Approach

Im Rahmen des Mai Meetings des IASB wurden weitere vorläufige Entscheidungen zur Konkretisierung des geplanten Impairment Modells getroffen.

Auf Basis der bisherigen vorläufigen Entscheidungen des IASB, dass die Ermittlung der erwarteten Verluste barwertig zu erfolgen hat (siehe meinen Blog-Eintrag vom 19. April 2012), wurde am 22. Mai 2012 diskutiert, welcher Zinssatz bei der Diskontierung der erwarteten Verluste heranzuziehen ist.

Vor dem Hintergrund, dass sich in der Praxis insbesondere in offenen Portfolien operationelle Schwierigkeiten ergeben, den ursprünglichen Effektivzinssatze zu ermitteln bzw. nachzuhalten, hat der Staff vorgeschlagen, eine Bandbreite vom risikolosen Zinssatz bis zum Effektivzinssatz – wie nach den Vorschriften des derzeitigen IAS 39 berechnet – für die Diskontierung zuzulassen. Dieser Vorschlag wurde vom Board mit zwei Ergänzungen angenommen. Einerseits soll der ursprüngliche Effektivzins als Zielgröße definiert werden. Vereinfachungen, die angesichts operationeller Schwierigkeiten unvermeidbar sind, können als zulässige Approximation an diese Zielgröße berücksichtigt werden. Andererseits soll klargestellt werden, dass der Diskontsatz im Zeitablauf unverändert anzuwenden ist.

Darüber hinaus hat das Board vorläufige Entscheidungen zur Behandlung von modifizierten Vermögenswerten getroffen. Das sind solche Vermögenswerte, deren vertragliche Bedingungen nachträglich geändert wurden, ohne dass durch diese Änderungen ein Abgang stattgefunden hätte, z.B. durch vertragliche Anpassungen des Tilgungsplans im Rahmen einer Restrukturierung. Das IASB hat den vorläufigen Beschluss gefasst, dass modifizierte Vermögenswerte in Hinblick auf den Bucket-Transfer wie nicht modifizierte Vermögenswerte zu behandeln sind. Das bedeutet, dass ein Rücktransfer in Bucket 1 auch für modifizierte Vermögenswerte grundsätzlich möglich ist und dafür die gleichen Voraussetzungen gelten, d.h. ein Vergleich mit der ursprünglichen Kreditqualität vorzunehmen ist. Die Modifikation selbst ist als Minderung des Buchwerts, nicht als Erhöhung des Wertminderungsbetrags, darzustellen.

Bei der Behandlung von modifizierten Vermögenswerten ergeben sich Unterschiede zum vorläufigen Impairment-Modell des FASB, das einen Rücktransfer von modifizierten Assets in Bucket 1 nicht vorsieht

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