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Erstanwendungszeitpunkt IFRS 9 verschoben

In seiner Sitzung vom 24. Juli 2013 hat das IASB über die Verschiebung des Erstanwendungszeitpunkts des IFRS 9 sowie die frühzeitige Anwendung der own credit requirements beraten.

Das IASB hat eine Verschiebung des verpflichtenden IFRS-9-Erstanwendungszeitpunkts (1. Januar 2015) beschlossen, ohne jedoch einen neuen Erstanwendungszeitpunkt zu bestimmen. Die entsprechenden Änderungen sollen mit den für das III. Quartal 2013 angekündigten finalen Vorschriften zum Thema General Hedge Accounting veröffentlicht werden. Dem Vorschlag des Staff, statt eines exakten Erstanwendungszeitpunktes eine Umsetzungsfrist von ca. 3 Jahren nach Veröffentlichung des finalen IFRS 9 in die Basis for Conclusion aufzunehmen, ist das IASB nicht gefolgt.

Im Rahmen des Meeting hat sich das IASB ebenfalls mit dem Anwendungszeitpunkt für den GuV-neutralen Ausweis von bonitätsbedingten Fair-Value-Änderungen finanzieller Verpflichtungen (own credit requirements) auseinandergesetzt. Bislang sah der ED Classification and Measurement: Limited Amendments to IFRS 9 vor, dass Unternehmen nach Veröffentlichung aller Phasen des IFRS 9 eine freiwillige vorzeitige Anwendung der own credit requirements, ohne Umsetzung der sonstigen IFRS-9-Regelungen wählen können. Das IASB ist nun jedoch dem Vorschlag des Staff gefolgt, bereits im Zusammenhang mit der Verabschiedung der finalen Regelungen zum General Hedge Accounting den bestehenden IFRS 9 (veröffentlicht im Oktober 2010) dahingehend zu ändern, dass eine freiwillige frühzeitige Anwendung der own credit requirements möglich ist. Eine vorherige Finalisierung der Vorschriften zur Klassifizierung und Bewertung (Limited Amendments) und zur Erfassung von Expected Credit Losses ist damit nicht erforderlich. Für in der EU ansässige Unternehmen setzt die freiwillige frühzeitige Anwendung aber eine Endorsierung des aktuellen IFRS 9 (veröffentlicht im Oktober 2010 und erweitert um die Regelungen zum General Hedge Accounting sowie der Anwendungsvorschriften zu den own credit requirements) durch die EU voraus, die derzeit nicht absehbar ist.

Ă„nderung der Vorschriften zur Beendigung des Hedge Accounting

Das IASB hat am 27. Juni die Änderungen des IAS 39 sowie des IFRS 9 zur Beendigung des Hedge Accounting veröffentlicht.

Von den Änderungen betroffen sind insbesondere von Kreditinstituten abgeschlossene OTC-Derivate, deren Abwicklung im Zuge der und im Vorgriff auf die EMIR-Verordnung, auf eine zentrale Clearingstelle umgestellt wird. Der Wechsel des Vertragspartners (counterparty) auf eine zentrale Clearingstelle würde ohne die nun vom IASB beschlossenen Änderungen zum Abgang des Sicherungsinstruments und damit auch die Beendigung der Sicherungsbeziehung (Hedge Accounting) führen, siehe Blogbeitrag vom 1. März 2013.

Die neuen Regelungen sehen vor, dass ein Wechsel des Vertragspartners unter den folgenden Voraussetzungen nicht zur Beendigung einer bestehenden Sicherungsbeziehung fĂĽhrt:

  • Der Wechsel des Vertragspartners findet als Folge gesetzlicher oder regulatorischer Anforderungen statt.
  • Der Wechsel des Vertragspartners fĂĽhrt zu einer Ăśbertragung von den ursprĂĽnglichen Vertragsparteien zu einem zentralen Kontrahenten.
  • Die Vertragskonditionen werden ausschlieĂźlich so weit geändert, wie das fĂĽr die Ăśbertragung auf den zentralen Kontrahenten erforderlich ist.

Die Voraussetzungen zur Beibehaltung der bestehenden Sicherungsbeziehungen sind im Vergleich zu dem Entwurf ED/2013/2 weniger restriktiv. Die noch im ED/2013/2 vorgesehene Beschränkung, auf durch gesetzliche oder regulatorische Vorschriften zwingend erforderliche Wechsel des Vertragspartners, wurde auf Wechsel ausgeweitet, die als Konsequenz gesetzlicher oder regulatorischer Anforderungen erfolgen. Das IASB erläutert in den Basis for Conclusions (BC220P), dass darunter auch freiwillige Wechsel des Vertragspartners zu fassen sind, die sich aufgrund antizipierter regulatorischer Änderungen, operativer Erleichterungen und drohender Gebühren oder Strafen aus den gesetzlichen oder regulatorischen Anforderungen ergeben.

Die Regelungen sind ab dem 1. Januar 2014 verpflichtend retrospektiv anzuwenden und werden auch sinngemäß in IFRS 9 übernommen. Eine freiwillige frühzeitige Anwendung ist möglich. Die Änderungen sind von hoher Praxisrelevanz für die von Kreditinstituten gebildeten Fair Value Hedges. Es ist zu begrüßen, dass das IASB die Hinweise der Bilanzierenden bei der Formulierung der finalen Änderungen berücksichtigt hat.

Weitere Informationen finden Sie auch in unserem Accounting Aktuell Blog

Finale IASB Entscheidungen zu IFRS 9 General Hedge Accounting

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat in seinem Meeting vom 24. April 2013 über den Umfang und die Zusammenhänge der Regelungen zum Cashflow Macro Hedge Accounting mit denen des General Hedge Accounting des IFRS 9 beraten (gemäß der Frage des IASB vom Januar 2013 – siehe Blogbeitrag vom 1. Februar 2013).

Gemäß der vorläufigen Entscheidung wird das IASB den IFRS-Anwendern bis zur Verabschiedung des künftigen Macro Hedge Accounting-Modells ein Wahlrecht zwischen der Anwendung der Hedge Accounting-Regelung des IAS 39 und der Regelungen des IFRS 9 zum Hedge Accounting ermöglichen. Dieses Wahlrecht soll als einmaliges Wahlrecht über sämtliche Sicherungsbeziehungen im Hedge Accounting bei Erstanwendung des IFRS 9 ausgeübt werden und bis zum Zeitpunkt der Finalisierung der Macro Hedge Accounting-Regelungen bestehen. Gemäß dem Arbeitsplan des IASB soll ein Discussion Paper zum Macro Hedge Accounting im zweiten bis dritten Quartal 2013 veröffentlicht werden. Ein Termin für die finalen Macro Hedge Accounting Regelungen steht noch aus. Inwiefern dieses Wahlrecht durch Kreditinstitute ausgeübt wird, bleibt abzuwarten, da einige Vereinfachungen und Erweiterungen der IFRS-9-Regelungen zum General Hedge Accounting für Kreditinstitute durchaus attraktiv sein könnten (z.B. der Wegfall des retrospektiven Effektivitätsnachweises und die Möglichkeit der Abbildung von Kreditrisiko-Sicherungsbeziehungen).

Auch bei Anwendung der IFRS-9-Regelungen zum General Hedge Accounting besteht weiterhin die Ausnahme fĂĽr Portfolio Fair Value Hedges.

Die neuen im Review Draft beschriebenen Offenlegungsanforderungen bezüglich Hedge Accounting betreffen alle Sicherungsbeziehungen unabhängig davon, ob diese nach IAS 39 oder IFRS 9 abgebildet werden. Darüber hinaus bleibt die Anwendung des IFRS 9 Phase 1 Classification and Measurement und Phase 2 Impairment davon unberührt. Ergänzend wurde entschieden, dass kein Re-Exposure Draft für die Finalisierung des Review Drafts erforderlich ist und es wurde der umgehenden Finalisierung des General Hedge Accounting Standards zugestimmt. Damit bleibt eine Verabschiedung des General Hedge Accounting Standards gemäß des IASB Workplan bis Ende des dritten Quartal 2013 realistisch.

Entwurf zur Änderung des IAS 39 und IFRS 9 veröffentlicht

Seiner Entscheidung am 30. Januar 2013 folgend hat das IASB am 28. Februar 2013 einen Standardentwurf zur Änderung des IAS 39 und IFRS 9 veröffentlicht. Mit der Änderung schlägt das IASB eine Erleichterung bei den Vorschriften zur Beendigung des Hedge Accounting vor. Danach führen durch gesetzliche oder vertragliche Vorgaben erforderliche Vertragsänderungen bei Derivaten, wie der Wechsel auf eine zentrale Clearingstelle, nicht zur Beendigung der Sicherungsbeziehung nach IAS 39 bzw. IFRS 9.

Die Änderungen sind auf die gesetzliche Einführung der Clearingpflicht von OTC-Derivaten zurückzuführen (European Market Infrastructure Regulation (EMIR-Verordnung) für OTC-Derivate, siehe Blogbeitrag vom 1. Februar 2013). Die Clearingpflicht erfordert für neu abgeschlossene aber auch bestimmte bestehende Derivate eine Parteienauswechslung auf die zentrale Clearingstelle (zentraler Kontrahent (CCP)). Diese Vertragsänderung hat nach Ansicht des IASB gemäß IAS 39 den Abgang des bestehenden (Sicherungs-)Derivats zur Folge und damit auch die Beendigung der Sicherungsbeziehung. Durch das Beenden des Hedge Accounting und die Neudesignation des nun gegenüber dem zentralen Kontrahenten gehaltenen Derivats als Sicherungsinstrument könnte es jedoch zu größeren Ineffektivitäten im Vergleich zur zuvor bestehenden Sicherungsbeziehung kommen, sofern das neue Derivat im Zeitpunkt der Neudesignation einen Fair Value ungleich Null aufweist.

Die vorgeschlagenen Regelungen des Entwurfs sehen vor, dass allein ein durch gesetzliche oder aufsichtsrechtliche Anforderungen erforderlicher Wechsel der Vertragspartei eines Sicherungsinstruments zu einem zentralen Kontrahenten (einschließlich der damit verbundenen Änderungen der Sicherheiten und der Verrechnungsvereinbarungen bzw. Vereinbarung von CCP-Gebühren) keine Beendigung des Hedge Accounting auslöst.

Der Standardentwurf wird nur für 30 Tage anstatt der üblichen 120 Tage zur Kommentierung offen sein.

Final Draft zum Hedge Accounting nach IFRS 9 veröffentlicht

Das International Accounting Standards Board (IASB) hat die Beratungen zur Neuregelung der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) abgeschlossen und am Freitag, den 07. September 2012, einen Entwurf (Final Draft) veröffentlicht. Die Regelungen aus dem ersten Entwurf vom Dezember 2010 (ED 2010/13) wurden im Wesentlichen übernommen und die Designation von bilanziellen Sicherungsbeziehungen folgt nun weitgehend der internen Risikosteuerung mit weniger restriktiven Anforderungen an die Effektivitätsmessung wie nach IAS 39. Der Final Draft bestätigt, dass einmal für die Bilanzierung designierte Sicherungsbeziehungen fortbestehen müssen und nicht freiwillig aufgelöst werden dürfen, solange eine entsprechende Sicherungsbeziehung im Risikomanagement fortbesteht.

Neu ist die Regelung zur Erweiterung der Fair Value Option, wonach die bilanzielle Abbildung der Absicherung von Kreditrisiken bei Darlehen, Anleihen oder Kreditzusagen mit CDS ermöglicht wird. Die im ersten Entwurf vorgeschlagenen umfassenden Änderungen in der bilanziellen Abbildung eines fair value hedge wurden wieder gestrichen und – bis auf die Ausnahme der GuV-neutral erfassten Wertänderungen bei Eigenkapitalinstrumenten – durch die alten Regelungen des IAS 39 ersetzt.

Eine Kommentierungsfrist, wie bei anderen Standardentwürfen, ist nicht vorgesehen, da es sich explizit um keinen Re-Exposure-Draft handelt. Nach Ablauf der 90 Tage soll der Final Draft verabschiedet werden. Ein Inkrafttreten des neuen Standards ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2015 beginnen, geplant.

Wichtige BeschlĂĽsse des IASB zu IFRS 9 (Meeting 7. November 2011)

Das IASB hat auf seiner Sitzung am 7. November 2011 den Vorschlag aus dem ED Mandatory Effective Date of IFRS 9 beschlossen, IFRS 9 erst fĂĽr Geschäftsjahre anzuwenden, die am 1. Januar 2015 oder später beginnen. Abgelehnt hat das IASB dagegen den Vorschlag des Staff, den Erstanwendungszeitpunkt in Abhängigkeit vom Fortgang des IFRS 9-Projektes laufend auf den PrĂĽfstand zu stellen („subject to review“). Verschiebungen des Erstanwendungszeitpunkts sind bei weiteren Verzögerungen der Phasen Impairment oder Hedge Accounting jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen. Das IASB betont damit aber seine Absicht, das IFRS 9-Projekt Projekt zĂĽgig abzuschlieĂźen.

DarĂĽber hinaus hat das IASB beschlossen, auf die Umstellung der Vergleichszahlen fĂĽr das Vorjahr zu verzichten. Stattdessen sollen im Erstanwendungszeitpunkt  Anhangangaben zur Ăśberleitung von IAS 39 auf IFRS 9 („comparative transition disclosures“) veröffentlicht werden. Die Klassifizierungsregelungen sollen jedoch weiterhin retrospektiv angewendet werden. Das bedeutet, dass Banken ab dem 1. Januar 2015 ihre Finanzinstrumente so bilanzieren mĂĽssen, als ob IFRS 9 schon immer gegolten hätte.

IASB Webcast zum Hedge Accounting

Das IASB hat am 4. August einen Webcast zum aktuellen Stand des Hedge Accounting-Projekts im Rahmen der Abösung des IAS 39 durch IFRS 9 durchgeführt. Wesentliche neue Erkenntnisse ergaben sich daraus nicht. Gleichwohl möchte ich den aktuellen Diskussionsstand nachfolgend kurz zusammenfassen:

Im Vergleich zum ED/2010/13 ergeben sich folgende vorläufige Änderungen:

Cashflow Hedge fĂĽr Netto-Positionen (Mikro)

Die Anwendung des Cashflow Hedge Accounting für Nettopositionen zukünftig erwarteter Tranaktionen zur Absicherung von Währungsrisiken soll auch zulässig sein, wenn die Ergebniseffekte in der GuV in unterschiedlichen Perioden anfallen. Zu Beginn der Hedge-Beziehung muss aber sowohl Art als auch Volumen sowie der Zeitpunkt, in dem die GuV beeinflusst wird, festgelegt sein. Der Ausweis soll in der GuV in einem separaten Posten erfolgen (Blog-Beitrag vom 26. Juli 2011).

Own-use contracts

Own-use Verträge, die auf Fair value-Basis gesteuert werden, sollten nach den vorgesehenen Regelungen im Entwurf als Derivate zum fair value bilanziert werden. Diese Möglichkeit der Fair value-Bewertung wurde dahingehend geändert, dass die Fair Value Option im IFRS 9 nunmehr auch auf Own-use Verträge im Falle eines Accounting Mismatch erweitert werden soll. 

Forward Points

In Anlehnung an die Behandlung des Zeitwerts von Optionen dĂĽrfen die zu Beginn der Sicherungsbeziehung bestehenden Forward Points ĂĽber die Laufzeit systematisch in der GuV verteilt werden.

Offenlegung

Angaben zu Höhe, Zeitpunkt und Unsicherheit zukünftiger Zahlungsströme wurden (z.B. Detailangaben zu Cashflows) erleichtert (siehe Beitrag vom 4. August 2011).
Die Angabenpflicht aus dem Entwurf wurde ansonsten bestätigt.

Der Standardentwurf wurde in folgenden Punkten bestätigt:

Hedge Effectiveness

Es muss eine ökonomische Beziehung zwischen Grundgeschäft und Sicherungsinstrument bestehen, das Grundgeschäft darf nicht wesentlich dem Kreditrisiko unterliegen und die Hedge Ratio darf nicht willkürlich oder ergebnisorientiert gewählt werden.

Rebalancing

Die Anpassung der designierten Beträge des Sicherungsinstruments oder Grundgeschäfts (Hedge Ratio) ist verpflichtend, wenn sich die Sicherungsbeziehung im Risikomanagment geändert hat. Ebenso ist die Hedge Ratio anzupassen, wenn für Hedge Accounting Zwecke die Effektivität optimiert werden muss (Blog-Beitrag vom 27. Mai 2011).

Optionen

Die Bilanzierung der Optionsprämie soll wie vorgeschlagen bleiben. Das heiĂźt, die Optionsprämie ist in Abhängigkeit des abgesicherten Grundgeschäfts zu erfassen. Handelt es sich um Anschaffungsnebenkosten, ist die Optionsprämie als Teil der Anschaffungskosten zu bilanzieren („transaction related“). Wird hingegen ein Risiko ĂĽber die Laufzeit der Hedge-Beziehung abgesicher, ist die Optionsprämie zu verteilen (“ time period related“).
Die Designation (Stand alone) geschriebener Optionen zusammen mit erworbenen Optionen als Sicherungsinstrument (ein oder mehrere Verträge) ist zulässig, solange die dabei entstehende Nettoposition keine geschriebene Option darstellt. Voraussetzung ist, dass dieselben Anforderungen erfüllt sind, wie sie für die Verwendung von Collars im Rahmen des Hedge Accounting gelten.

Freiwillige Beendigung einer Sicherungsbeziehung

Eine Sicherungsbeziehung darf nicht freiwillig de-designiert werden, solange das Risikomanagementziel und die Hedge Accounting-Voraussetzungen weiterhin erfĂĽllt sind. Das IASB wird den Begriff „Risikomanagementziel und -strategie“ weiter erläutern (siehe Beitrag vom 27. Mai 2011).

Aggregated Exposure

Ein Derivat darf zusammen mit einem nicht-derivativen Finanzinstrument als Grundgeschäft designiert werden. Das Derivat wird stets separat bilanziert (kein synthetic accounting) (Blog-Beitrag vom 4. August 2011).

Risikokomponenten

Die Kriterien für absicherbare finanzielle als auch nicht-finanzielle Risikokomponenten bleiben separate Identifizierbarkeit und verlässliche Messbarkeit. Das Verbot der Absicherung von Inflationsrisiken wurde vom Board bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen aufgehoben (Blog-Beitrag vom 4. August 2011).

IASB Meeting im Juli: Neues zu der Angabe von Vorjahresvergleichszahlen nach IFRS 9 und zu Hedge Accounting

Keine weiteren Erleichterungen bei der Angabe von Vorjahresvergleichszahlen nach IFRS 9

Im IASB Meeting vom 28.Juli 2011 ist das Board der Empfehlung des Staffs gefolgt und hat zunächst keine weiteren Erleichterungen hinsichtlich der Angabe von Vergleichzahlen im ersten IFRS-Abschluss unter Anwendung des IFRS 9 beschlossen. Das Board wird das Thema im Rahmen des Exposure Drafts zur Verschiebung des IFRS 9-effective dates vom 1. Januar 2013 auf den 1. Januar 2015 aufgreifen und in Form einer Frage adressieren. Die Frage des Staffs zur Klärung des Begriffs „Reporting Period“ soll nicht im Rahmen des Exposure Drafts diskutiert werden. Das Board stellte im Rahmen der Diskussion aber klar, dass es mit Reporting Period die Interim Period meint.

Hedge Accounting

Disclosures (Agenda Paper 1):

Das Board hat die im ED/2010/13 unterbreiteten Vorschläge zu den Angabepflichten zum Hedge Accounting bestätigt. Zusätzlich wurde entschieden, dass sich die Angabepflichten des ED/2010/13 ausschließlich auf  diejenigen Risiken beziehen, die ein Unternehmen im Rahmen seines Risikomanagements behandelt und die Gegenstand des Hedge Accounting sind. Für die verbleibenden Risiken gilt unverändert IFRS 7. Zudem wurde beschlossen die im ED/2010/13 vorgeschlagenen Angaben zur Risikomanagementstrategie zu übernehmen. Die Angaben sollen ein ausreichendes Bild über die Risikomanagementstrategie vermitteln und verdeutlichen wie der gewünschte Sicherungseffekt erzielt wird.

Im ED/2010/13 wurde vorgeschlagen, die Auswirkung des Hedge Accounting auf die GuV und das sonstige Gesamtergebnis (OCI) sowie auf die Bilanz in tabellarischer Form und getrennt nach Risikoart und Sicherungsart anzugeben. Das Board hat beschlossen, dass die tabellarischen Angaben zu erweitern sind. Danach sind die Bilanzposten anzugeben in der die designierten Grund- und Sicherungsgeschäfte ausgewiesen werden. Zusätzlich sind die für die Berechnung der Ineffektivität verwendeten Wertänderungen der Grund- und Sicherungsgeschäfte anzugeben.

Um zu verhindern, dass nicht designierte Finanzinstrumente als „spekulativ“ interpretiert werden können, hat das Board entschieden keine Angabe zur Abgrenzung von zum Sicherungsgeschäft designierten und nicht designierten Finanzinstrumenten zu verlangen. Zu den Angaben zum Ursprung von Hedge Ineffektivitäten bei Cash Flow Hedges gab es zum ED/2010/13 kritische RĂĽckmeldungen von Bilanzierern, dass die vorgeschlagenen Angaben zu Höhe, Zeitpunkt und Unsicherheit zukĂĽnftiger Zahlungsströme vertrauliche Wirtschaftsinformationen der Zukunft darstellen. Das Board hat beschlossen, dass lediglich folgende Angaben zur Ursache von Ineffektivitäten gemacht werden mĂĽssen:

  • Informationen je Risikokategorie ĂĽber Sicherungsgeschäfte,
  • Informationen ĂĽber den Tilgungsbetrag (bspw. Nominalvolumen) und
  • zeitliches Profil fĂĽr das Sicherungsgeschäft.

Zuletzt beschloss das Board, dass eine separate Angabepflicht fĂĽr dynamische Hedging-Strategien notwendig ist. Jedoch muss vom Staff noch herausgearbeitet werden, welche Informationen hierzu erforderlich sind.

Linked Presentation von Fair Value Hedges (Agenda Paper 2):

Das Board bestätigte seine Entscheidung vom April 2011 verbundenen Ausweis („linked Presentation“) von Fair Value Hedges nicht zuzulassen. Linked Presentation heiĂźt, dass Vermögenswerte und Verbindlichkeiten die in einer Sicherungsbeziehung designiert sind, verbunden in der Bilanz dargestellt werden. Dies meint keinen Nettoausweis aber eine Darstellung in der dem Bilanzleser deutlich wird, in welcher Beziehung die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten stehen.

Designation von Risikokomponenten (Agenda Paper 3):

Das Board hat entschieden, dass ein Kriterien-basierter Ansatz zur Bestimmung der Eignung von Risikokomponenten als Grundgeschäft beibehalten werden soll. Die Kriterien für finanzielle als auch nicht-finanzielle Risikopositionen bleiben separate Identifizierbarkeit und verlässliche Messbarkeit der Komponente. Zur besseren Verständlichkeit des Ansatzes sollen erläuternde Beispiele ausgearbeitet werden. Das im ED/2010/13 explizit aufgeführte Verbot von Inflationsrisiken als mögliches Grundgeschäft  wurde vom Board aufgehoben. Es soll jeweils ein Beispiel ausgearbeitet werden in dem das Inflationsrisiko eine erlaubte bzw. nicht erlaubte Risikokomponente ist.

Verwendung von Kreditderivaten zur Absicherung von Bonitätsrisiken (Agenda Paper 5):

Das Board unterstützt die Fortführung der Diskussion zur Frage der bilanziellen Abbildung der Absicherung von kreditrisikobezogenenen Wertänderungen durch Kreditderivate (bspw. Credit Default Swaps) und verschob die weitere Diskussion auf das September-Meeting.

Neues Impairment-Modell, neuer IAS 19 und mehr..

Neues Impairment-Modell in Diskussion, neuer IAS 19 und Ergebnisse des Board Meeting Anfang Juni

 

IFRS 9 Impairment

Die Working Group aus IASB und FASB Mitgliedern hat eine alternativen Ansatz fĂĽr Impairment vorgeschlagen. Dieser ist im Agenda Paper 8 des IASB beschrieben, das am 15. Juni dem Board vorgestellt und beschlossen werden soll. Die Ausarbeitung eines Alternativmodells ist vorgesehen, da die Regelungen des Supplements nur wenig Zuspruch gefunden haben.

Das beschriebene Modell versucht den Lebenszyklus von Krediten zu berücksichtigen, bei denen sich im Zeitablauf die Kreditqualität verschlechtert. Hierfür sind drei Gruppen (Buckets) vorgesehen, in die Kredite je nach Kreditqualität zugeordnet werden.

Zuordnung Bucket 1 (Portfoliosicht):

  • Keine beobachtbaren Ereignisse (observable events), mit direkter Auswirkung auf zukĂĽnftig mögliche Ausfälle dieser Kredite.
  • Ă„nderungen in der Ausfallerwartung können sich aufgrund makroökonomischer EinflĂĽsse ergeben, ohne dass eine Zuordnung zu Bucket 2 oder 3 vorgenommen werden muss.
  • Beispiel im Agenda Paper: Allgemeine GDP (Bruttosozialprodukt)-Verschlechterung

Zuordnung Bucket 2 (Portfoliosicht):

  • Es liegen beobachtbare Ereignisse vor, die einen direkten RĂĽckschluss auf die zukĂĽnftigen Ausfälle in dem Kreditportfolio zulassen. Identifizierung einzelner ausfallgefährdeter Kredite ist noch nicht möglich.
  • Beispiel im Agenda Paper: Sinkende Häuserpreise in einer Stadt ABC, die einen direkten RĂĽckschluss auf die Kreditqualität von Hypothekenkrediten dieser Stadt haben.

Zuordnung Bucket 3 (Einzelkreditsicht):

  • Umfasst Kredite, fĂĽr die auf Einzelkreditebene spezifische Informationen ĂĽber erwartete oder bereits eingetretene Ausfälle vorliegen.
  • Beispiel im Agenda Paper: Identifizierung einzelner ausfallgefährdeter oder bereits ausgefallender Hypothekenkredite der Stadt ABC.

Risikovorsorgeermittlung:

In Bucket 2 und 3 muss zum Bilanzstichtag Risikovorsorge in Höhe der erwarteten Verluste über die Gesamtlaufzeit gebildet sein (lifetime expected credit losses). Veränderungen in der Höhe der Risikovorsorge sind sofort zu erfassen.

In Bucket 1 werden drei mögliche Alternativen für die Berechnung der Risikovorsorge aufgezeigt. Danach muss die Risikovorsorge am Bilanzstichtag in folgender Höhe bestehen:

Alternative A: 12 Monats expected loss. Veränderungen in der Höhe des expected loss sind sofort zu erfassen und nicht über die Laufzeit zu verteilen.

Alternative B: Time proportionate amount. Veränderungen in der Höhe des lifetime expected loss sind zeitanteilig über die Laufzeit zu verteilen (zeitanteilige Erfassung des lifetime expected loss)

Alternative C: Anfänglicher 12 Monats expected loss + sofortige Erfassung von Änderungen in der lifetime expected loss-Erwartung. Die anfängliche Risikovorsorge in Höhe des 12 Monats expected loss ist sofort zu erfassen und ist im Zeitablauf nicht anzupassen. Änderungen des lifetime expected loss sind hingegen sofort erfolgswirksam zu erfassen.

IASB Meeting zum Hedge Accounting (2. Juni)

Vom 31. Mai bis 2. Juni findet wieder ein IASB / FASB Meeting statt.

Zum Hedge Accounting sind auf der IASB-Webseite hierzu drei Agenda-Papiere (8, 9 und 11) verfĂĽgbar.

Agenda Item 8: Rebalancing

Thema des Agenda-Punkts ist die Anpassung der Hedge-Ratio zur Minimierung der Ineffektivität (Rebalancing). Nach dem Vorschlag soll das Rebalancing nur noch zulässig sein, wenn die Hedge-Ratio im Risikomanagement angepasst wird, Für eine vom Risikomanagement abweichende Hedge-Ratio für Hedge Accounting müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Die Möglichkeit des "Proactive Rebalancing" soll gestrichen werden (Staff proposal Tz. 56 und 57).

Agenda Item 9: (no) voluntary discontinuation of hedge accounting – clarification

Diskutiert wird die Frage, ob Hedge Accounting freiwillig beendet werden darf. Der Staff-Vorschlag fordert hier klare Regelungen fĂĽr den Zusammenhang zwischen Risikomanagementzielen und -strategie sowie Anleitungen fĂĽr die Bilanzierung von Dynamic Hedges und Natural Hedges (Staff ProposalTz 57).

Agenda Item 11: Hedging a forecast purchase of an equity instrument (numerical example)

Der Agenda-Vorschlag enthält ein ausführliches Beispiel zur Absicherung eines geplanten Kaufs eines Eigenkapitalinstruments.

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