Schlagwort: OCI

Bleiben Sie auf dem laufenden - der OCI RSS-Feed

IFRS 4: Aufteilung der Wertänderungen von Marktparametern in der Gesamtergebnisrechnung

Im IASB-Meeting vom 23. und 24. September wurde der Mechanismus der Aufteilung von Wertänderungen der versicherungstechnischen Rückstellungen in Folge von Marktparameteränderungen in der Gesamtergebnisrechnung diskutiert.

Grundsatzentscheidung zu Veränderungen auf Grund von Änderungen von Marktparametern in der Gesamtergebnisrechnung

Bereits in der Vergangenheit hatte das Board entschieden, dass Versicherungsverträge mit den aktuellen Annahmen zu bewerten sind. Für nicht überschussberechtigte Verträge sind Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zu wählen, um die Veränderungen in den Diskontraten der P&L (z.B. „Locked in“ Diskontrate zu Vertragsbeginn) oder dem OCI (Differenz zwischen fortgeführter historischer Bewertung und aktueller Bewertung) zuzuordnen.

Im September-Meeting stimmte das IASB dafür, diese Behandlung auf überschussberechtigte Verträge (participating contracts) auszudehnen. Es sollte eine der folgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewendet werden:

  1. Aufteilung der Veränderungen der Marktparameter zwischen P&L und OCI, wobei die P&L-Beträge auf fortgeführter historischer Basis (oder des aktuellen Bestandszins-Ansatzes) ermittelt werden oder
  2. Ermittlung des Anteils der Versicherungsnehmer an den Investmenterträgen (present insurance investment expense) in der P&L auf Basis der aktuellen Bewertung (current measurement basis).

Innerhalb einer Gruppe von ähnlichen Verträgen (groups of similar contracts) soll die gewählte Bewertungs- und Bilanzierungsmethode stetig angewendet werden. Änderungen der Accounting Policy sind gemäß IAS 8 abzubilden.

Der Bestandszins-Ansatz und Anwendungsvoraussetzungen

Im aktuellen Bestandszins-Ansatz (Current period book yield approach) sollen die Zinsaufwendungen für die Verbindlichkeiten aus den Versicherungsverträgen mit dem Betrag der in der P&L ausgewiesenen Erträgen aus den zugrundeliegenden Investments übereinstimmen. Jede Differenz zwischen den Zinsaufwendungen laut P&L und den Veränderungen der Verpflichtungen aus Versicherungsverträgen ist im OCI zu zeigen.

Das Board sprach sich für den aktuellen Bestandszins-Ansatz aus, wenn keine ökonomischen Mismatches zwischen den Versicherungsverträgen und den zugrundliegenden Investments bestehen. Der aktuelle Bestandszins-Ansatz darf angewendet werden, wenn es sich
(a) um einen Vertrag mit direkter Überschussbeteiligung handelt (direct participating contracts) und
(b) das Unternehmen die zugrundeliegenden Investments direkt halten muss oder kann.

Sollte es in Folgeperioden notwendig werden, von dem Bestandszins-Ansatz zum Effektivzins-Ansatz (oder vice versa) zu wechseln, stimmte das Board dafür, den im OCI angesammelten Betrag in der GuV der Umstellungsperiode sowie der Folgeperioden zu erfassen (kein Restatement). Eine sofortige vollständige Erfassung in der GuV der Umstellungsperiode oder ein Verbleib im OCI werden abgelehnt.

Für überschussberechtigte Verträge, die die Anwendungsvoraussetzungen nicht erfüllen, empfiehlt der IASB-Staff, Schätzänderungen in den Cash Flows auf Grund von veränderten Marktparametern konsistent mit den Auswirkungen aus veränderten Diskontsätzen in der Gesamtergebnisrechnung abzubilden. Unverändert sind Änderungen, die nicht auf geänderten Marktparametern beruhen (changes in future descretionary interest crediting) in der Contractual Service Margin (CSM) zu erfassen.

Besondere Regeln für die Übergangsbilanzierung für überschussberechtigte Verträge

Sofern die retrospektive Erstanwendung des neuen IFRS 4 für überschussberechtigte Verträge nicht praktikabel ist, gewährt das IASB für Verträge, bei denen sich Veränderungen in den Marktparametern auf die Cash Flows auswirken, einen vereinfachten Ansatz zur Ermittlung der kumulierten OCI-Beträge zum Umstellungszeitpunkt.

 

Lesen Sie im nächsten Beitrag, was das IASB zum Hedging bei Versicherungsverträgen diskutiert hat.

 

Weitere Entscheidungen zu IFRS 9 im Juli-Meeting des IASB

Das IASB hat in seinem Meeting am 18.07.2012 mehrere Fragestellungen im Zusammenhang mit IFRS 9 diskutiert.

Im Zusammenhang mit IFRS 9 Phase 1 „Classification and Measurement“ hat das IASB die folgenden vorläufigen Entscheidungen getroffen:

  • Nach IFRS 9 sind finanzielle Vermögenswerte bei Änderung des Geschäftsmodells umzuwidmen. Das IASB hat entschieden, dass diese Umwidmungsvorschrift auch für die sogenannte dritte Kategorie Fair Value through Other Comprehensive Income (FVOCI) gilt. Die bilanziellen Folgen einer Umwidmung in die bzw. aus der Bewertungskategorie FVOCI sind wie folgt:
    • Im Falle eine Umwidmung aus FVOCI in FV through P&L (FVPL) sind die bis zum Umwidmungszeitpunkt im OCI erfassten Fair Value-Änderungen in die GuV (P&L) umzubuchen.
    • Im Falle einer Umwidmung vom FVPL in FVOCI sind ab dem Umwidmungszeitpunkt alle Fair Value-Änderungen im OCI zu erfassen.
    • Im Falle einer Umwidmung von Amortised Cost (AC) in FVOCI ist im Umwidmungszeitpunkt der Fair Value anzusetzen. Der Unterschiedsbetrag zu den fortgeführten Anschaffungskosten (AC) ist im OCI zu erfassen.
    • Im Falle einer Umwidmung von FVOCI in AC sind die bis zum Umwidmungszeitpunkt im OCI erfassten Fair Value-Änderungen gegen den finanziellen Vermögenswert auszubuchen, sodass die Bewertung mit den AC erfolgt.
  • Die durch IFRS 9 in IFRS 7 aufgenommenen verpflichtenden Anhangangaben zu Umwidmungen werden auf jene Umwidmungen in die bzw. aus der Bewertungskategorie FVOCI ausgeweitet.

Im Zusammenhang mit IFRS 9 Phase 2 „Impairment“ hat das IASB die folgenden vorläufigen Entscheidungen getroffen:

  • Das vorgeschlagene Impairmentmodell (3 Bucket Approach) ist auch auf unwiderrufliche Kreditzusagen und Finanzgarantien anzuwenden.
  • Der Zeithorizont für die Expected Loss-Ermittlung von unwiderruflichen Kreditzusagen ist die maximale vertragliche Laufzeit, in der das bilanzierende Unternehmen einem Bonitätsrisiko ausgesetzt ist.
  • Zur Berücksichtigung der Unsicherheit bei der Ermittlung des Exposure at Default (EAD) von unwiderruflichen Kreditzusagen (teilweise als „Credit Conversion Factor“ bezeichnet), ist bei der Berechnung des Lifetime Expected Loss der Zeithorizont zugrunde zu legen, der für die Expected Loss-Ermittlung zu berücksichtigen ist. Das bedeutet, dass der Credit Conversion Factor für unwiderrufliche Kreditzusagen, die Bucket 2 oder 3 zugeordnet sind, für die gesamte Restlaufzeit zu ermitteln ist.
  • Zur Ermittlung der Expected Losses für unwiderrufliche Kreditzusagen und Finanzgarantien ist zur Diskontierung ein Diskontfaktor heranzuziehen, der den aktuellen Marktzins berücksichtigt und – in dem Umfang, in dem dies nicht im Rahmen der Bestimmung der erwarteten Cashflows der Fall ist – das für die betrachteten Cashflows spezifische Risiko. Dies ähnelt dem heutigen Vorgehen. Es besteht damit keine Wahlmöglichkeit wie sie aktuell für den Diskontfaktor zur Expected Loss-Ermittlung von Krediten vorgeschlagen ist; dort kann ein Diskontfaktor zwischen dem risikolosen Marktzins und dem ursprünglichen Effektivzins gewählt werden.
  • Die Expected Losses für unwiderrufliche Kreditzusagen und Finanzgarantien sind als Verbindlichkeit auf der Passivseite auszuweisen.
  • Über die Frage der Erfassung von Zinsen für unwiderrufliche Kreditzusagen wird nicht im Rahmen des IFRS 9-Projektes entschieden. Dies wird im Rahmen des Revenue Recognition-Projekts diskutiert.
  • Zu den vom Staff vorgeschlagenen Impairment-bezogenen Anhangangaben (Agenda Paper 5A) gab es aus dem IASB zahlreiche Anmerkungen, die nun vom Staff umgesetzt werden.

Das IASB setzt seine Beratungen zu den Phasen 1 und 2 des IFRS 9 am 20.07.2012 fort.

IASB beschließt weitere Details zur Kategorisierung nach IFRS 9

Am 13. Juni 2012 haben das IASB und das FASB wie erwartet entschieden, dass die GuV-neutrale Fair-Value-Bewertung von Fremdkapitalinstrumenten (Kategorie Fair Value OCI) nur für solche Finanzinstrumente zulässig ist, deren vertragliche Cashflows ausschließlich Zinsen und Tilgungen darstellen (CCC-Kriterium) und die in einem Geschäftsmodell gehalten werden, dessen Ziel es ist, sowohl die vertraglich vereinbarten Zahlungsströme zu vereinnahmen (Halte-Absicht) als auch Verkäufe zu tätigen.

Darüber hinaus wurde beschlossen, dass die Fair-Value-Option bei Vorliegen eines Accounting Mismatch auf Finanzinstrumente ausgeweitet wird, die eigentlich der Kategorie Fair Value OCI zuzuordnen wären.

 

Um Trends und Perspektiven der Internationalen Rechnungslegung geht es bei unserem 12. Expertenforum am 18. und 19. September 2012. Weitere Informationen finden sie auf unserer Website

IASB und FASB setzen die Beratungen zu IFRS 9 fort

Klassifizierung und Bewertung: Fair Value OCI auch für Fremdkapitalinstrumente

Das IASB hat am 21. Mai 2012 vorläufig beschlossen, unter bestimmten Voraussetzungen eine GuV-neutrale Fair-Value-Bewertung von Fremdkapitalinstrumenten (Kategorie Fair Value OCI) vorzusehen. Die Zuordnung zur Kategorie Fair Value OCI ist an zwei Voraussetzungen geknüpft: Einerseits handelt es sich bei den vertraglichen Cashflows ausschließlich um Zahlungen von Zins und Tilgung (Cashflow-Kriterium), andererseits wird das Finanzinstrument in einem Geschäftsmodell gehalten, dessen Ziel es ist, sowohl die vertraglich vereinbarten Zahlungsströme zu vereinnahmen (Halte-Absicht) als auch Verkäufe zu tätigen. Diese Voraussetzungen werden häufig für Wertpapiere der Liquiditätsreserve erfüllt sein. Detaillierte Vorgaben zur Abgrenzung der Geschäftsmodelle sollen in die Application Guidance des IFRS 9 aufgenommen werden.

In der Kategorie Fair Value OCI erfolgt eine GuV-wirksame Vereinnahmung von Zinserträgen nach der Effektivzinsmethode sowie eine Anwendung der Impairment-Regelungen. Ein Recycling ist – anders als bei denjenigen Eigenkapitalinstrumenten, für die das entsprechende Wahlrecht einer GuV-neutralen Fair-Value-Bewertung ausgeübt wurde – vorgesehen.

Das IASB führt damit eine neue Bewertungsklasse für Fremdkapitalinstrumente ein, deren bilanzielle Behandlung mit GuV-neutraler Fair-Value-Bewertung Parallelen zur bisherigen IAS-39-Kategorie available-for-sale (AFS) aufweist.

Impairment: Weitere Konkretisierungen des Three-Bucket-Approach

Im Rahmen des Mai Meetings des IASB wurden weitere vorläufige Entscheidungen zur Konkretisierung des geplanten Impairment Modells getroffen.

Auf Basis der bisherigen vorläufigen Entscheidungen des IASB, dass die Ermittlung der erwarteten Verluste barwertig zu erfolgen hat (siehe meinen Blog-Eintrag vom 19. April 2012), wurde am 22. Mai 2012 diskutiert, welcher Zinssatz bei der Diskontierung der erwarteten Verluste heranzuziehen ist.

Vor dem Hintergrund, dass sich in der Praxis insbesondere in offenen Portfolien operationelle Schwierigkeiten ergeben, den ursprünglichen Effektivzinssatze zu ermitteln bzw. nachzuhalten, hat der Staff vorgeschlagen, eine Bandbreite vom risikolosen Zinssatz bis zum Effektivzinssatz – wie nach den Vorschriften des derzeitigen IAS 39 berechnet – für die Diskontierung zuzulassen. Dieser Vorschlag wurde vom Board mit zwei Ergänzungen angenommen. Einerseits soll der ursprüngliche Effektivzins als Zielgröße definiert werden. Vereinfachungen, die angesichts operationeller Schwierigkeiten unvermeidbar sind, können als zulässige Approximation an diese Zielgröße berücksichtigt werden. Andererseits soll klargestellt werden, dass der Diskontsatz im Zeitablauf unverändert anzuwenden ist.

Darüber hinaus hat das Board vorläufige Entscheidungen zur Behandlung von modifizierten Vermögenswerten getroffen. Das sind solche Vermögenswerte, deren vertragliche Bedingungen nachträglich geändert wurden, ohne dass durch diese Änderungen ein Abgang stattgefunden hätte, z.B. durch vertragliche Anpassungen des Tilgungsplans im Rahmen einer Restrukturierung. Das IASB hat den vorläufigen Beschluss gefasst, dass modifizierte Vermögenswerte in Hinblick auf den Bucket-Transfer wie nicht modifizierte Vermögenswerte zu behandeln sind. Das bedeutet, dass ein Rücktransfer in Bucket 1 auch für modifizierte Vermögenswerte grundsätzlich möglich ist und dafür die gleichen Voraussetzungen gelten, d.h. ein Vergleich mit der ursprünglichen Kreditqualität vorzunehmen ist. Die Modifikation selbst ist als Minderung des Buchwerts, nicht als Erhöhung des Wertminderungsbetrags, darzustellen.

Bei der Behandlung von modifizierten Vermögenswerten ergeben sich Unterschiede zum vorläufigen Impairment-Modell des FASB, das einen Rücktransfer von modifizierten Assets in Bucket 1 nicht vorsieht

/* */