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IDW ERS BFA 7 – Einladung zu einem Fachgespräch

Das IDW lädt für den 5. Dezember 2019 zu einem Fachgespräch zur Bilanzierung von Pauschalwertberichtigungen von Instituten nach IDW ERS BFA 7 ein. Hierzu hat das IDW auf seiner Homepage eine Diskussionsgrundlage veröffentlicht. Das Fachgespräch ist Teil des Due Process des IDW.

Abschnitt 3 der Diskussionsgrundlage beinhaltet die Grundsätze zur Ermittlung der Pauschalwertberichtigung. Inhaltlich sind folgende Punkte hervorzuheben:

  • Das Handelsrecht gewährt grundsätzlich Methodenfreiheit.
  • Die gewählte Methode muss eine nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung sachgerechte und vorsichtige Schätzung der erwarteten Verluste über die Restlaufzeit ermöglichen.
  • Ausgehend von den Erfahrungen der Vergangenheit sind aktuelle Informationen und Erwartungen zur Risikosituation zu berücksichtigen.
  • Die Ermittlung der Pauschalwertberichtigungen kann auf Portfolioebene getrennt für homogene Teilportfolien erfolgen.

Darüber hinaus geht die Diskussionsgrundlage im Abschnitt 4 auf drei Einzelfragen zur Ermittlung der Pauschalwertberichtigung ein:

  • Anrechnung von Bonitätsprämien
  • Bewertungsvereinfachungen und
  • Risikovorsorge nach IFRS 9.

Ad Anrechnung von Bonitätsprämien:

Bezogen auf das gesamte betrachtete Kreditportfolio gilt der Grundsatz, dass hinreichend konkretisierte, streng kausal zuordenbare zukünftige wirtschaftliche Vorteile bei der Bilanzierung zu berücksichtigen sind. Dieser für die Bemessung von Drohverlustrückstellungen entwickelte Grundsatz führt bei der Ermittlung von Pauschalwertberichtigungen zu einer Anrechnung der in den vertraglich vereinbarten Zinserträgen enthaltenen Bonitätsprämien gegen die erwarteten Verluste. Sofern Bonitätsprämien nicht für interne Risikosteuerungszwecke genutzt werden, ist ihre Anrechnung allein für Zwecke der Ermittlung von Pauschalwertberichtigungen nicht notwendig.

Ad Bewertungsvereinfachungen:

Für das Kreditgeschäft kann angenommen werden, dass sich bei Kreditausreichung erwartete Verluste und Bonitätsprämien entsprechen. Erfolgt davon ausgehend bei der Folgebewertung aus Vereinfachungsgründen kein Nachweis dieser Ausgeglichenheit durch Berechnung der erwarteten Verluste und Bonitätsprämien, ist es nicht zu beanstanden, wenn die Pauschalwertberichtigung in Höhe des erwarteten Verlusts über einen Betrachtungszeitraum von zwölf Monaten ohne eine Anrechnung von Bonitätsprämien geschätzt wird.

Gilt die vorstehende genannte Annahme der Ausgeglichenheit nicht (mehr) bzw. hat sich das Adressenausfallrisiko des betreffenden Kreditbestands im Zeitablauf deutlich erhöht, ist unter Beachtung der eingangs beschriebenen Grundsätze zu beurteilen, ob ein höherer Betrag im Hinblick auf eine angemessene Risikovorsorge anzusetzen ist.

Ad Risikovorsorge nach IFRS 9:

Die vereinfachende Ermittlung der Pauschalwertberichtung nach der Methodik des IFRS 9 für die Stufen 1 und 2 nicht zu beanstanden.

Insurance Update Februar 2015

Update aus der Education Session des IASB zum finalen Standard “Insurance Contracts” im Februar 2015

Das IASB hatte im Juni 2014 klargestellt, dass der neue Standard für Versicherungsverträge Prinzipien zur Bewertung von einzelnen Versicherungsverträgen beinhaltet, jedoch auch die Möglichkeit lässt, Gruppen von Versicherungsverträgen zu bilden. Die Anwendungen der Portfoliodefinition des ED/2013/7 führt in der Branche regelmäßig zu intensiven Diskussionen. Aus diesem Grund hat das IASB in seiner „education session“ vom 19. Februar 2015 das Thema „Gruppenbildung („aggregation“) von Versicherungsverträgen“ aufgegriffen. Hierbei wurden jedoch keine Entscheidungen getroffen, vielmehr wurden verschiedene Beispiele diskutiert um die Prinzipien zur Gruppenbildung von Versicherungsverträgen zu erklären.

Das Bilden von Gruppen einzelner Versicherungsverträge setzt u.a. voraus, dass der Erfüllungsbarwert eines Portfolios von Versicherungsverträgen lediglich die Summe der darin befindlichen Einzelverträge ist und sich hieraus keine Abweichungen ergeben dürfen (ED/2013/7 Par B36). In seinen Diskussionen erkennt das IASB das dem Versicherungsgeschäft innewohnende Gesetz der großen Zahl an, betont aber auch, dass der wesentliche Hintergrund der Einzelbilanzierung die Vermeidung der Vermengung von profitablen („profit-making“) und nicht profitablen Verträgen („onerous“) ist.

Das IASB hat in diesem Zusammenhang die Gruppenbildung im Vergleich zwischen IFRS 4 und IFRS 9 diskutiert. Die Gruppenbildung bei Kapitalanlagen nach IFRS 9 erfolgt im Zugangszeitpunkt und kann nachträglich über einen Stufentransfer („stage allocation“) angepasst werden. Dementgegen ist die Gruppenbildung bei Versicherungsverträgen vereinfachend einmalig im Zeitpunkt der Erstbewertung durchzuführen. Eine nachträgliche Separierung von profitablen und nicht profitablen Versicherungsverträgen kann demzufolge nicht erfolgen. Umso wichtiger ist daher die zutreffende Gruppenbildung auf Grundlage sachgerechter Kriterien im Zeitpunkt des Vertragszugangs.

Konkret wurde u.a. darüber diskutiert, welchen Einfluss unterschiedliche Gruppen von Versicherungsnehmern sowie die Laufzeit von Versicherungsverträgen auf die Gruppenbildung von Versicherungsverträgen haben können.

  • Sofern einzelne Gruppen von Versicherungsnehmern über unterschiedliche Risikoeigenschaften verfügen, könnte dies nicht den Anforderungen an die Gruppenbildung von Versicherungsverträgen entsprechen, wenn z.B. das Versicherungsunternehmen bereits im Ansatzzeitpunkt signifikant unterschiedliche Erwartungen an die zukünftigen, ausgehenden Zahlungsströme hat.
  • Das Kriterium der Laufzeit wurde vor dem Hintergrund aufgegriffen, dass die Servicemarge über die Laufzeit des Vertrags zu vereinnahmen ist sowie bei einem Vertragsabgang auch die damit im Zusammenhang stehende Servicemarge grundsätzlich vollständig auszubuchen ist. Dabei wurde diskutiert, inwiefern die Laufzeit als relevantes Kriterium zur Portfoliobildung zu berücksichtigen ist oder ob gegebenenfalls auch ein durchschnittlich, über Verträge mit verschiedenen Laufzeiten, ermittelter Auflösungsbetrag der Servicemarge diesen Anforderungen entspricht.

Das IASB hat sich außerdem mit den spezifischen Anforderungen an die Gruppenbildung von Versicherungsverträgen bei überschussberechtigtem Geschäft („participating business“) befasst. Demnach erfüllen Verträge mit signifikant unterschiedlichen Provisionen bzw. anfallenden Verwaltungskosten oder mit signifikant unterschiedlichen Exponierungen bezogen auf das Mortalitätsrisiko sowie bezogen auf finanzielle Risiken (z.B. durch Garantiezusagen) nicht die Anforderungen an die Gruppenbildung von Versicherungsverträgen.

Darüber hinaus wurde bemerkt, dass die ermessenabhängige Überschussbeteiligung ein zusätzliches Kriterium der Gruppenbildung bei überschussberechtigtem Geschäft darstellen kann, da das Versicherungsunternehmen hierbei einen direkten Einfluss auf die Profitabilität von Versicherungsverträgen nehmen kann. Das IASB möchte diesen Punkt in den nächsten Diskussionen wieder aufgreifen.

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