Schlagwort: Risikovorsorge

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Auswirkungen von COVID-19 auf Bilanzierung und Berichterstattung

Die COVID-19 Pandemie stellt Unternehmen vor weitreichende Herausforderungen. Für Banken ergeben sich auch wesentliche Auswirkungen auf die Bilanzierung und Berichterstattung.

Im folgenden Beitrag „PwC’s Banking Spotlight“ haben wir die Top 5 Bilanzierungsthemen für Banken beleuchtet:

  • Risikovorsorge-Ermittlung
  • Identifikation eines „significant increase in credit risk“ (SICR)
  • Modifikationen und Forbearance
  • Berichterstattung
  • Stützungsmaßnahmen der Regierung

Sprechen Sie uns an. Gerne erörtern wir die Implikationen für Ihr Haus mit Ihnen.

Ihre Ansprechpartner:

Judith Gehrer
Tel: +49 175 5860054
judith.gehrer@pwc.com

Joachim Krakuhn
Tel: +49 175 9368663
joachim.krakuhn@pwc.com

Peter Schüz
Tel: +49 151 14261208
peter.schuez@pwc.com

Die neuen Regelungen des IDW RS BFA 7

Am 8. Februar 2020 hat der Bankenfachausschuss (BFA) des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) die finale Fassung des IDW RS BFA 7 veröffentlicht (BFA 7). Dieser konkretisiert das Vorgehen zur Ermittlung einer Risikovorsorge für vorhersehbare, noch nicht individuell konkretisierte Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft (Pauschalwertberichtigung) im handelsrechtlichen Jahresabschluss von Kreditinstituten. Für die Bilanzierenden stellen sich in diesem Kontext u.a. die nachfolgend aufgeführten Fragen:

  • Wer hat die neuen Regelungen des BFA 7 zu berücksichtigen und ab wann sind sie anzuwenden?

Relevant sind die Vorgaben in erster Linie für Kreditinstitute, die unter die Definitionen des § 1 KWG fallen. Erstmalig anzuwenden ist BFA 7 für Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2021 beginnen und damit, bei Identität von Kalenderjahr und Geschäftsjahr, erstmalig im FinRep-Reporting zum 31. März 2022. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig.

  • Wie bestimmen sich sachlicher Anwendungsbereich und Bemessungsgrundlage?

Anzuwenden sind die Regelungen auf die Bilanzposten Forderungen an Kreditinstitute und Kunden (§§ 14, 15 RechKredV). Darüber hinaus fallen auch Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen (§§ 26, 27 RechKredV) in den sachlichen Anwendungsbereich, soweit mit ihrer Inanspruchnahme ernsthaft zu rechnen ist.
Die Bemessungsgrundlage für die Berechnung der Pauschalwertberichtigung ist der handelsrechtliche Buchwert bzw. Verpflichtungsumfang der Geschäfte. Stille oder offene Vorsorgereserven für allgemeine Bankrisiken (i.S.d. §§ 340f und 340g HGB) mindern die Bemessungsgrundlage nicht.

  • Welche Regelungen und Vereinfachungen enthält BFA 7? 

BFA 7 stellt zunächst Grundsätze dar, die bei der Ermittlung der Risikovorsorge zu berücksichtigen sind. Ein zentraler Grundsatz besteht darin, dass die Pauschalwertberichtigung die erwarteten Verluste über die gesamte Restlaufzeit (ELL) der im Anwendungsbereich befindlichen Geschäfte berücksichtigen soll. Zu deren Ermittlung beschreibt BFA 7 keine konkrete Methode, sieht aber vor, dass das Vorgehen nicht hinter die im internen Risikomanagement verwendeten Methoden zurückfallen darf. Daneben werden weitere Grundsätze formuliert. 

Sofern der Bilanzierende aus dem Kreditisikomanagement über eindeutig identifizierbare Bonitätsprämien verfügt, muss er diese – sofern das Anrechnungsverfahren zur Anwendung kommt – dem erwarteten Verlust über die Restlaufzeit gegenüberstellen. Es ist zulässig dies zu tun, wenn die Kreditrisikoprämien zwar nicht in der Steuerung verwendet, aber eindeutig ermittelt werden können.

  • Welche Bewertungsvereinfachungen enthält BFA 7? 

Als Bewertungsvereinfachung dürfen die Bilanzierenden auf Basis der Annahme einer Ausgeglichenheit zwischen Bonitätsprämein und erwartetem Verlust im Zugangszeitpunkt vereinfachend den 12-Monats-Expected Loss (12-M-EL) als Pauschalwertberichtigung berücksichtigen. 

Im Rahmen der Folgebewertung muss geprüft werden, ob diese Annahme immer noch Bestand hat bzw. ist nachzuweisen, dass keine deutliche Risikoerhöhung seit Kreditvergabe eingetreten ist. Ist dies nicht erfüllt, ist das Grundmodell anzuwenden; also eine Schätzung des erwarteten Verlust über die Restlaufzeit (ggf. – sofern die Voraussetzungen erfüllt sind – unter Berücksichtigung der Gegenrechnung von Kreditrisikoprämien). Um dies zu gewährleisten muss eine entsprechende Analyse implement werden. Ebenso muss es dem Bilanzierenden möglich sein, das Grundmodell anzuwenden, da a priori nicht bestimmt werden kann, ob die erforderlichen  Nachweise für die Beibehaltung der Bewertungsvereinfachung immer für den gesamten Bestand gelingen. 

Als weitere Bewertungsvereinfachung darf auch die IFRS-9-Methodik für die Stufen 1 und 2  übernommen und auf die HGB-Bemessungsgrundlage angewendet werden. Diese vom IDW als Vereinfachung bezeichnete Methodik dürfte nur für IFRS-Bilanzierer eine Vereinfachung darstellen, auch wenn sie allen Bilanzierenden zugänglich ist. Insgesamt ergeben sich danach die folgenden Ansätze zur Ermittlung der Pauschalwertberichtigung:

  • Ist es möglich, innerhalb eines Instituts auch verschiedene Verfahren anzuwenden?

Ja, BFA 7 gewährt grundsätzlich Methodenfreiheit. Demzufolge kommen auch unterschiedliche Methoden in Betracht, wenn dies entsprechend begründet werden kann.

  • Welche praktischen Auswirkungen ergeben sich? 

Zunächst gilt es zu entscheiden, ob eine der im BFA 7 genannten Bewertungsvereinfachungen oder ein anderes Verfahren (unter Beachtung des Grundmodells) angewendet werden soll. Relevant ist in diesem Kontext u.a. die Frage, ob verlässlich ermittelbare Bonitätsprämien zur Verfügung gestellt werden können. In diesem Fall kommt die Anwendung des Anrechnungsverfahrens in Betracht. Dieses führt erwartungsgemäß zu einer vergleichsweise geringen Pauschalwertberichtigung, stellt aber auch höhere Prozessanforderungen. Für IFRS-Bilanzierer kann auch die Anwendung der IFRS-9-Methodik im HGB-Abschluss relevant sein, um von ähnlichen  Prozessen zu profitieren und die Risikovorsorge nach HGB und IFRS anzugleichen. 

Insgesamt gilt es die folgenden Aspekte gegeneinander abzuwägen und darauf basierend die Entscheidung für ein Umsetzungsvorgehen zu treffen: Implementierungsaufwand, laufende Prozesskosten, Ergebniseffekte und Auswirkungen auf das (regulatorische) Eigenkapital


Eine detaillierte Darstellung der neuen Vorgaben und deren Implikationen haben wir in unserem Beitrag Pauschalwertberichtigungen für latente Adressenausfallrisiken im handelsrechtlichen Jahresabschluss von Kreditinstituten – Die neuen Regelungen des IDW RS BFA 7 vom März 2020 in der IRZ – Zeitschrift für Internationale Rechnungslegung vorgenommen
(IRZ, Heft 3, 2020).

 

 

IDW veröffentlicht BFA 7 zu Pauschalwertberichtigungen bei Kreditinstituten

Der Bankenfachausschuss (BFA) des Instituts der Wirtschaftsprüfer hat am 8. Februar die IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung: „Risikovorsorge für vorhersehbare, noch nicht individuell konkretisierte Adressenausfallrisiken im Kreditgeschäft von Kreditinstituten („Pauschalwertberichtigungen“)“ (IDW RS BFA 7) in der Zeitschrift „IDW Life“ veröffentlicht. 

Gegenüber der im November 2019 als Diskussionsgrundlage veröffentlichten Fassung, gab es keine inhaltlichen Änderungen mehr. Ausführungen zu Anhang und Lagebericht wurden ergänzt. Über die Diskussionsgrundlage hatten wir bereits in unserem FS Accounting Blog vom 27. Januar berichtet („Neues zu IDW RS BFA 7„).

  • Die nun veröffentlichte Stellungnahme sieht vor, dass Pauschalwertberichtigungen zukünftig auf Basis eines Modells zu ermitteln sind, das die erwarteten Verluste für die Restlaufzeit berücksichtigt.
  • Die Gegenrechnung von Bonitätsprämien ist grundsätzlich vorgesehen.
  • Soweit sich Bonitätsprämien und erwartete Verluste ausgleichen, ist keine Pauschalwertberichtigung zu bilden.
  • Zur Ermittlung der erwarteten Verluste über die Restlaufzeit gewährt der BFA 7 dem Bilanzierenden Methodenfreiheit.
  • Die Ermittlung ist auf Einzelgeschäfts- oder Portfoliobasis möglich.
  • Als Bewertungsvereinfachung wird bei Erfüllung bestimmter Bedingungen auch die Verwendung der erwarteten Verluste für die kommenden 12 Monate für zulässig erachtet.
  • Auch die Anwendung der IFRS-Methodik für die Stufen 1 und 2 des IFRS 9-Impairment-Modells ist alternativ möglich.

Zu Einzelheiten vgl auch den Beitrag im Accounting Aktuell Blog.

Neues zu IDW RS BFA 7

Die Ermittlung der Risikovorsorge für vorhersehbare, noch nicht individuell konkretisierte Adressenausfallrisiken im handelsrechtlichen Jahres- und Konzernabschluss von Instituten („Pauschalwertberichtigungen“) wird reformiert. Der bisher anzuwendende IDW St/BFA 1/1990 soll durch den IDW RS BFA 7 ersetzt werden, der für Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2021 beginnen, anzuwenden sein wird. Eine vorzeitige Anwendung ist zulässig.

Das IDW hatte nach der Veröffentlichung des Entwurfs IDW ERS BFA 7 im Dezember 2018 und den hierzu erfolgten Kommentaren ein gegenüber dem Entwurf angepasstes  Diskussionspapier erstellt und am 5. Dezember 2019 öffentlich in einem Fachgespräch diskutiert. Die Eckpunkte der Diskussionsgrundlage sind im Fachgespräch auf Zustimmung gestoßen. Zwischenzeitlich hat das IDW auf seiner Website den Status “endgültig” für den IDW RS BFA 7 veröffentlicht. Inhalte wurden noch nicht dargestellt. Nach der im Fachgespräch vorgestellten Diskussionsgrundlage kann die  Pauschalwertberichtigung wie folgt ermittelt werden: 

  • Anwendung eines Anrechnungsmodells, in dem Pauschalwertberichtigungen auf Basis der erwarteten Verluste über die Restlaufzeit ermittelt und die vertraglich vereinbarten Bonitätsprämien zur Deckung des Adressenausfallrisikos risikomindernd angerechnet werden dürfen, sofern sie hinreichend verlässlich ermittelt werden können
  • Verwendung des 12-Monats-Expected Loss, sofern eine Ausgeglichenheit zwischen Risikoprämien und Risikoerwartung zum Zeitpunkt der Kreditvergabe besteht und sich das Adressenausfallrisiko zum Stichtag nicht deutlich erhöht hat
  • Anwendung der IFRS-9-Methodik unter Berücksichtigung der HGB-Bemessungsgrundlage.

Während die Übernahme der IFRS-9-Methodik für IFRS Bilanzierer ggf. prozessuale Erleichterungen mit sich bringt und zu einer Annäherung der Risikovorsorge nach HGB an IFRS führt, hat diese gegenüber der Verwendung des 12-Monats-Expected Loss (sofern anwendbar) den Nachteil einer höheren Risikovorsorge. Das Anrechnungsmodell kann demgegenüber zu einer weiteren Reduzierung der Risikovorsorge führen, weil für jedes Geschäft dem erwarteten Verlust über die verbleibende Laufzeit die in den Konditionen antizipierten Risiken in Form der Bonitätsprämie gegenübergestellt werden. Insofern bildet das Anrechnungsmodell die Risiken im Portfolio ökonomisch am besten ab.

Die Diskussionsgrundlage für das Fachgespräch kann auf der Website des IDW unter folgendem Link abgerufen werden: https://www.idw.de/blob/120504/76f99631453ea1892cc95ca719a55bdb/diskussionsgrundlage-fachgespraech-data.pdf

IDW ERS BFA 7 zu Pauschalwertberichtigungen veröffentlicht

Der Bankenfachausschuss (BFA) des Instituts der Wirtschaftsprüfer (IDW) hat am 10. Dezember 2018 den Entwurf einer Stellungnahme zur Rechnungslegung vorgelegt: „Risikovorsorge für vorhersehbare, noch nicht individuell konkretisierte Adressenausfallrisiken im handelsrechtlichen Jahres- und Konzernabschluss von Instituten“ („Pauschalwertberichtigungen“).  Das dem Entwurf zugrundeliegende Modell legt das in § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB geregelte Vorsichtsprinzip aus und sieht die Berücksichtigung erwarteter Verluste durch Risikovorsorge in Form von Pauschalwertberichtigungen bzw. Rückstellungen vor. 

Pauschalwertberichtigungen sind auf alle Forderungen an Kreditinstitute und Kunden sowie auf die nach §§ 26, 27 RechKredV unter der Bilanz auszuweisenden Eventualverbindlichkeiten und anderen Verpflichtungen (einschließlich unwiderruflicher Kreditzusagen) zu bilden. Darüber hinaus hält es der BFA für sachgerecht, Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere des Anlagevermögens, die nicht nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet sind, in die Bemessungsgrundlage für die Ermittlung der Pauschalwertberichtigungen einzubeziehen.
 
Zur Ermittlung der Höhe der Pauschalwertberichtigung sind Berechnungsverfahren heranzuziehen, die den erwarteten Verlust auf Basis beobachteter Kreditausfälle der Vergangenheit, aktueller Informationen und der Erwartung für die Zukunft schätzen. In der Regel werden hierbei anerkannte Verfahren auf der Basis mathematisch-statistischer Risikoklassifizierungsmethoden (Ratingverfahren) verwendet, welche die Ermittlung von Ausfallwahrscheinlichkeiten zum Ziel haben. Sofern ein Institut zur internen Risikosteuerung sachgerechte mathematisch-statistische Verfahren einsetzt, sind diese Grundlage des Verfahrens zur Ermittlung der Pauschalwertberichtigung. 
Das Grundmodell des IDW ERS BFA 7 ist ein sog. Anrechnungsmodell, das der Vorgehensweise bei der Ermittlung einer Drohverlustrückstellung vergleichbar ist. Zur Ermittlung der Pauschalwertberichtigung ist den erwarteten Ausfällen der Barwert der im Zins enthaltenen Bonitätsprämie gegenüber zu stellen. Voraussetzung dafür ist, dass die Bonitätsprämie tatsächlich zur Kompensation von bonitätsbedingten Ausfällen zur Verfügung steht und es sich nicht um eine allgemeine Marge z.B. zur Deckung von Verwaltungskosten handelt.
 
Aufgrund der besonderen Bedeutung des Vorsichtsprinzips und der der Forderungsbewertung immanenten erhöhten Unsicherheit, die sich v.a. aus Modellrisiken und dem Risiko des zeitlichen Auseinanderfallens von vereinnahmten Risikoprämien und Kreditausfällen ergibt, kann es notwendig sein, eine Mindestrisikovorsorge anzusetzen. Dafür ist die Orientierung an den in den nächsten zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag erwarteten Ausfällen ohne Gegenrechnung der Bonitätsprämien sachgerecht.
 
Eine Berechnung der Risikovorsorge nach den Vorschriften des IFRS 9 für die Stufen 1 und 2 ist handelsrechtlich nicht zu beanstanden. Voraussetzung ist, dass die IFRS 9-Berechnung in diesem Falle konsistent für die Stufen 1 und 2 angewendet wird.
 
Der Effekt aus der Erstanwendung ist GuV-wirksam zu erfassen.
 
Die Kommentierungsfrist für den Entwurf läuft bis zum 14. Juni 2019.

ECB Guidance on non-performing loans

Addendum: Prudential provisioning backstops for non-performing loans (NPL)

Die EZB hat Anfang Oktober eine Ergänzung der NPL Guidance zur Konsultation gestellt.

  • Die Ergänzung der NPL Guidance umfasst quantitative aufsichtliche Mindestanforderungen an die Risikovorsorge von non-performing exposures (NPE) („prudential provisioning backstop“). Diese sind abhängig von der Dauer der Klassifizierung als NPE und von der Besicherung der Forderungen.
  • Ziel: Vermeidung eines übermäßigen Aufbaus von aus prudentieller Sicht nicht ausreichend bevorsorgten NPEs. Eine Überlagerung von Bilanzierungsvorgaben zur Risikovorsorge oder anderen aufsichtsrechtlichen Regelungen soll jedoch nicht stattfinden.
  • Anwendungsbereich: Alle Banken, die unter der direkten Aufsicht der EZB stehen, ab dem Zeitpunkt der Veröffentlichung, zumindest für alle ab 1. Januar 2018 als NPE klassifizierten Instrumente.
  • In der Guidance ist vorgesehen, dass prudentiell nach zwei Jahren 100% des unbesicherten Exposure durch Risikovorsorge abgedeckt sind, und nach sieben Jahren zusätzlich 100% des besicherten Anteils.
  • Sofern sich, unter Berücksichtigung der Risikovorsorge nach den Vorgaben der Rechnungslegung eines aufsichtsrechtlichen Expected Loss (EL) Shortfall und CET1 Abzügen von den Eigenmitteln nach dem Ermessen der Bank eine Differenz zu den vorgelegten Mindestanforderungen ergibt, empfiehlt die EZB den Banken die Lücke durch
    (a) Berücksichtigung der nach den Rechnungslegungsvorschriften maximal möglichen Risikovorsorge und
    (b) die Anpassung des harten Kernkapitals unter Anwendung des Artikel 3 CRR
    zu schließen.
  • Gemäß dem „Comply or Explain“-Ansatz erfolgt einmal im Jahr eine Überprüfung der sachgerechten Umsetzung; ggf. werden aufsichtliche Maßnahmen ergriffen.

Die Konsultationsfrist läuft bis zum 8. Dezember 2017 mit einer öffentlichen Anhörung am 30. November 2017. Weitere Informationen finden sich auf der Webseite der EZB.

Übernahme der Risikovorsorge nach IFRS 9 in die handelsrechtliche Rechnungslegung

Aktuell nutzen viele Kreditinstitute – u.a. aus Effizienzgründen und um Überleitungseffekte zu minimieren – die bestehenden Möglichkeiten, die für den Konzernabschluss nach IFRS ermittelte Risikovorsorge im Kreditgeschäft auch in den nach handelsrechtlichen Grundsätzen erstellten Jahresabschluss zu übernehmen. Vor dem Hintergrund dieser geübten Praxis ist es naheliegend zu untersuchen, ob auch in Zukunft Möglichkeiten bestehen, die nach den IFRS 9-Regelungen berechnete Risikovorsorge für die Bewertung im handelsrechtlichen Jahresabschluss anzuwenden, zu klären, wo Harmonisierungspotenziale bestehen und welche Restriktionen dem ggf. entgegen-stehen. In dem Artikel werden daher die grundlegenden Aspekte der Risikovorsorgebildung im Kreditgeschäft nach IFRS 9 und HGB dargestellt und bzgl. möglicher Übereinstimmungen und Unterschiede analysiert.

Der Artikel „Möglichkeiten und Grenzen zur Übernahme der nach IFRS 9 berechneten Risikovorsorge in die handelsrechtliche Rechnungslegung“ von Petra Fischer, Peter Flick und Joachim Krakuhn ist in der Novemberausgabe der IRZ – Zeitschrift für Internationale Rechnungslegung erschienen.

Aus urheberrechtlichen Gründen können wir Ihnen nicht den vollständigen Artikel zur Verfügung stellen. Unseren PwCPlus-Kunden steht der Artikel ab Februar 2015 zur Verfügung. Mehr über unsere Rechercheapplikation PwCPlus erfahren Sie hier: www.pwcplus.de.

IASB veröffentlicht Impairment-Exposure Draft

Das IASB hat am 7. März den Exposure Draft (ED) der Regelungen zur Ermittlung und Bilanzierung der Risikovorsorge für finanzielle Vermögenswerte (Impairment) veröffentlicht.

ED/2013/3 sieht ein zweistufiges Impairment vor. Danach ist für finanzielle Vermögenswerte, die bei Zugang nicht bereits credit-impaired sind, ab der erstmaligen Erfassung, der aus Sicht eines Jahres erwartete Verlust als Risikovorsorge zu bilanzieren. Im Falle einer deutlichen Verschlechterung der Bonität („credit deterioration“) des Vertragspartners ist die Risikovorsorge GuV-wirksam auf den über die gesamte Restlaufzeit des Finanzinstruments erwarteten Verlust (lifetime expected credit losses) zu erhöhen.

Das IASB weicht mit dem nun veröffentlichten Exposure Draft deutlich von den voraussichtlichen Impairmentregelungen des Financial Accounting Standards Board (FASB) ab. Nach dem FASB-Entwurf sollen künftig ohne jegliche Begrenzung die zum Bilanzierungszeitpunkt erwarteten Kreditausfälle („current expected credit losses“) für finanzielle Vermögenswerte als Risikovorsorge gebildet werden.

Die Öffentlichkeit hat bis zum 5. Juli 2013 die Möglichkeit, den ED/2013/3 „Financial Instruments – Expected Credit Loss“ zu kommentieren.

 

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