Europaweite Verpflichtung zu Energieaudits – BAFA überprüft Umsetzung in Deutschland

Das BAFA hat erneut Unternehmen aufgefordert, nachzuweisen, dass sie ein Energieaudit durchgeführt haben. Das twitterte das BAFA am Freitag. Hintergrund ist die seit 2015 europaweit bestehende Verpflichtung für „große Unternehmen“ Energieaudits durchzuführen. Obwohl die Verpflichtung seit 2015 besteht, haben viele Unternehmen noch kein Energieaudit durchgeführt, z.B. weil sie nicht wissen, dass sie als „groß“ gelten. Bei Nichterfüllung können empfindliche Bußgelder fällig werden.

 

Aus der EU-Energieeffizienz-Richtlinie ergibt sich für große Unternehmen in der EU eine Verpflichtung zur Durchführung von Energieaudits. Der Deutsche Bundesrat hat zur nationalen Umsetzung dieser Verpflichtung in 2015 ein neues Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) beschlossen. Dieses verpflichtet Unternehmen, die kein kleines und mittleres Unternehmen (KMU) nach der Definition der Europäischen Kommission sind, erstmals bis zum 5. Dezember 2015 und dann alle vier Jahre ein Energieaudit (DIN EN 16247-1) durchzuführen. Von der Verpflichtung ausgenommen sind solche Unternehmen, die den Betrieb eines Energie- oder Umweltmanagementsystems (DIN EN ISO 50001 oder EMAS) nachweisen können. Das BAFA kontrolliert die Umsetzung der Verpflichtung per Stichprobenkontrolle und hat in diesem Rahmen bereits zahlreiche Unternehmen zur Nachweisführung aufgefordert. Unternehmen, die der Verpflichtung nicht, nicht vollständig oder nicht fristgerecht nachkommen, handeln ordnungswidrig und können mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro belegt werden.


Auch in den weiteren EU-Mitgliedsstaaten wurde die Verpflichtung in individueller Ausgestaltung in nationale Gesetzgebung überführt. Ob Gesellschaften und Standorte im europäischen Ausland zur Durchführung eines Energieaudits verpflichtet sind, hängt daher von der landesspezifischen Gesetzgebung ab. Während einige EU-Mitgliedsstaaten den Kreis der Verpflichteten über die „EU-Definition für KMU“ definieren, gelten in anderen Ländern Grenzwerte für spezifische Kennzahlen, Konzernverbindungen und/oder Energieverbräuche, welche nicht überschritten werden dürfen. Auch die landesspezifischen Mindestanforderungen an die Energieaudits, deren Dokumentation, einzuhaltende Fristen, mögliche Bußgelder und weitere Vorgaben unterscheiden sich.

Für in Deutschland und europaweit agierende Unternehmen bzw. Konzerngruppen, die bisher kein Energieaudit durchgeführt haben, empfiehlt es sich zunächst zu analysieren, ob und welche Konzernunternehmen bzw. -standorte der Compliance-Verpflichtung unterliegen. Anschließend sollten die notwendigen Compliance-Maßnahmen, z.B. Energieaudits, durchgeführt werden.

Verpflichtete Unternehmen, welche bereits pünktlich zum 5. Dezember 2015 ein Energieaudit durchgeführt haben, sollten sich frühzeitig auf die zweite Auditierung vorbereiten. Auch, weil sich die gesetzlichen Vorgaben in den verschiedenen Mitgliedsstaaten in den vergangenen Jahren teilweise verändert haben.

Ansprechpartner

Nicolas Deutsch

PwC Finance & Regulation

Tel.: +49 69 9585 3962

E-Mail: nicolas.deutsch@pwc.com

Dr. Lukas Krüger

PwC Finance & Regulation

Tel.: +49 69 9585 1530

E-Mail: lukas.krueger@pwc.com

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

/* */