BNetzA: Ergebnisse der aktuellen KWK- und iKWK-Ausschreibungen veröffentlicht

Die Bundesnetzagentur hat die Ergebnisse der fünften KWK- sowie der vierten innovativen KWK-Ausschreibung für den Gebotstermin 2. Dezember 2019 veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen ein stark gestiegenes Interesse der Energieversorger an innovativen KWK-Systemen, die Ausschreibung war erstmalig überzeichnet. Das Ausschreibungsvolumen bei konventionellen KWK-Anlagen wurde hingegen nicht ausgeschöpft.

Bei diesem fünften Gebotstermin stand eine KWK-Leistung von 80,092 MW zur Vergabe, zu dem durch die KWK-Ausschreibungsverordnung (KWKAusV) festgelegten Ausschreibungsvolumen von 75 MW addierte sich das nicht bezuschlagte Volumen der letzten Ausschreibung in Höhe von rd. 5 MW. Der zulässige Höchstwert lag wieder bei 7,0 ct/kWh für den KWK-Strom.

Im Rahmen der Ausschreibung wurden 13 Gebote mit einem Volumen von rd. 58,262 MW eingereicht. Davon wurde ein Gebot auf Grund von Formfehlern von der Ausschreibungsrunde ausgeschlossen. Alle zugelassenen Teilnehmer erhielten einen Zuschlag. Es wurden insgesamt 12 Gebote mit einem Volumen von 53,612 MW bezuschlagt. Die Ausschreibungsrunde ist damit deutlich unterzeichnet.

Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert liegt bei 5,12 ct/kWh und damit um 1,17 ct/kWh bzw. 30 % über dem durchschnittlichen Zuschlagwert aus der vierten Auktionsrunde. Der niedrigste bezuschlagte Gebotswert liegt bei 3,40 ct/kWh. Der höchste bezuschlagte Gebotswert von 6,84 ct/kWh liegt deutlich über den Zuschlagswerten aus den vorangegangenen Auktionsrunden und nahe an dem zulässigen Höchstwert. Bedingt durch den geringen Wettbewerb in dieser Ausschreibungsrunde hat sich die Spanne der bezuschlagten Gebote erheblich ausgeweitet.

Parallel zur fünften KWK-Ausschreibung wurde auch die vierte Ausschreibungsrunde für innovative KWK-Systeme, die neben einer KWK-Anlage auch einen erneuerbaren Wärmeerzeuger und einen elektrischen Wärmeerzeuger (Power-to-Heat) beinhalten müssen, mit einem Fördervolumen von rd. 25 MW durchgeführt. Bei den innovativen KWK-Systemen liegt der maximal mögliche Gebotswert bei 12,0 ct/kWh. Bei der Ausschreibung für die innovativen KWK-Systeme haben die Bieter ein deutlich zunehmendes Interesse bewiesen. Mit 10 eingereichten Geboten wurden sowohl Anzahl als auch Höhe der Gebote der vorherigen Ausschreibungen überboten und die Ausschreibung war erstmalig mit einem eingereichten Volumen von 43,101 MW um rd. 18,1 MW bzw. rd. 72 % deutlich überzeichnet.

Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert lag in der vierten Ausschreibungsrunde bei 10,25 ct/kWh und damit um 0,92 ct/kWh unterhalb des mengengewichteten Zuschlagswertes aus der dritten Ausschreibungsrunde. Das niedrigste bezuschlagte Gebot lag bei 9,38 ct/kWh und das Höchstgebot bei 11,20 ct/kWh und somit trotz hoher Beteiligung sehr nahe am Höchstwert.

Fazit: Nachdem sich in der dritte und vierte Ausschreibungsrunde wieder eine leichte Steigerung des Wettbewerbs bei den KWK-Anlagen abzeichnete, blieb dies in der fünften Ausschreibungsrunde aus, sie war sogar unterzeichnet. Bedingt durch den geringen Wettbewerb in dieser Ausschreibungsrunde ist festzustellen, dass der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert für konventionelle KWK-Anlagen mit 5,12 ct/kWh deutlich oberhalb der Zuschlagswerte (3,95 ct/kWh, 4,77 ct/kWh, 4,31 ct/kWh, 4,05 ct/kWh) aus den vorangegangenen Ausschreibungsrunden liegt. Demgegenüber scheint das bisher zögerliche Interesse an iKWK-Systemen deutlich zu wachsen. Der mengengewichtete Zuschlagswert von 10,25 ct/kWh liegt erheblich unterhalb der Zuschlagswerte aus der dritten Ausschreibungsrunde (11,17ct/kWh) und zweiten Ausschreibungsrunde (11,31ct/kWh). Dennoch lassen sich u. E. mit solchen Fördersätzen wirtschaftlich interessante iKWK-Systeme realisieren und gerade im Zeichen der Klimadebatte wachsende Mengen an erneuerbarer Wärme bereitstellen. Für die Teilnahme an zukünftigen KWK- und iKWK-Ausschreibungen sind Anlagenbetreiber daher gut beraten, die Anlagen-/Systemkonfiguration und die eigene Teilnahmestrategie mithilfe dieser Erkenntnisse zu prüfen.

Bei Fragen rund um das Thema Ausschreibungen nach dem KWKG und EEG kommen Sie gerne auf uns zu.

Ansprechpartner

Maik Sinagowitz

PwC Energy & Utilities

Tel.: +49 211 981 2521

E-Mail: maik.sinagowitz@pwc.com

Svenja Vera Vorhoff

PwC Energy & Utilities

Tel.: +49 211 981 7901

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