BNetzA gibt Ergebnisse der aktuellen KWK- und iKWK-Ausschreibungen bekannt

Die Bundesnetzagentur hat die Ergebnisse der siebten KWK- sowie der sechsten innovativen KWK-Ausschreibung für den Gebotstermin 1. Dezember 2020 veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen ein weiterhin großes Interesse der Energieversorger an innovativen KWK-Systemen, die sechste Ausschreibung blieb erneut leicht überzeichnet. Das Ausschreibungsvolumen bei konventionellen KWK-Anlagen wurde hingegen wieder nicht ausgeschöpft.

Bei diesem siebten Gebotstermin stand eine KWK-Leistung von 75 MW zur Vergabe. Der zulässige Höchstwert lag weiterhin bei 7,0 ct/kWh für den KWK-Strom.

Im Rahmen der Ausschreibung wurden 17 Gebote mit einem Volumen von rd. 59,5 MW eingereicht. Davon wurden zwei Gebote auf Grund von Formfehlern von der Ausschreibungsrunde ausgeschlossen. Alle zugelassenen Teilnehmer erhielten demnach einen Zuschlag. Es wurden insgesamt 15 Gebote mit einem Volumen von rd. 56,1 MW bezuschlagt. Die Ausschreibungsrunde ist damit deutlich unterzeichnet.

Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert lag bei 6,75 ct/kWh und damit um 0,52 ct/kWh bzw. 8 % über dem durchschnittlichen Zuschlagwert aus der sechsten Auktionsrunde. Der niedrigste bezuschlagte Gebotswert ist im Vergleich zur vorangegangenen Auktionsrunde ebenfalls gestiegen und zwar um 1,2 ct/kWh auf 5,9 ct/kWh. Bedingt durch den geringen Wettbewerb in dieser Ausschreibungsrunde kamen erneut auch der höchste Gebotswert von 7 ct/kWh zum Zuge.

Parallel zur siebten KWK-Ausschreibung wurde auch die sechste Ausschreibungsrunde für innovative KWK-Systeme, die neben einer KWK-Anlage auch einen erneuerbaren Wärmeerzeuger und einen elektrischen Wärmeerzeuger (Power-to-Heat) beinhalten müssen, mit einem Fördervolumen von 28,249 MW durchgeführt. Bei den innovativen KWK-Systemen liegt der maximal mögliche Gebotswert bei 12,0 ct/kWh. Bei der Auktionsrunde wurden 12 Gebote mit einem Volumen von 30,705 MW eingereicht. Ein Gebot wurde aus formalen Gründen von der Auktion ausgeschlossen. Insgesamt wurden 10 der 11 zugelassenen Gebote mit einem Volumen von 27,353 MW bezuschlagt. Ein Gebot erhielt auf Grund der Ausschreibungsmenge leider keinen Zuschlag.

Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert lag in der sechsten Ausschreibungsrunde bei 10,80 ct/kWh und damit allerdings nur geringfügig oberhalb des mengengewichteten Zuschlagswertes aus der fünften Ausschreibungsrunde. Das niedrigste bezuschlagte Gebot für ein iKWK-System lag bei 9,95 ct/kWh und ist damit wieder leicht gestiegen im Vergleich zu der vorherigen Runde. Das Höchstgebot liegt weiterhin bei 11,99 ct/kWh.

Fazit: Nachdem bereits die fünfte und sechste Ausschreibungsrunde unterzeichnet blieb, zeigt sich auch in dieser Auktionsrunde nur wenig Interesse bei konventionellen KWK-Anlagen. Bedingt durch den geringen Wettbewerb ist erneut festzustellen, dass der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert für konventionelle KWK-Anlagen mit 6,75 ct/kWh deutlich oberhalb der Zuschlagswerte (6,23 ct/kWh, 5,12 ct/kWh, 3,95 ct/kWh, 4,77 ct/kWh, 4,31 ct/kWh, 4,05 ct/kWh) aus den vorangegangenen Ausschreibungsrunden liegt. Es bleibt abzuwarten, ob das geplante Absenken der Schwelle von 1 MW auf 500 kW im Rahmen der Novelle Ende 2020 die Nachfrage wieder deutlich erhöhen wird. Demgegenüber scheint das Interesse an iKWK-Systemen weiterhin zu bestehen. Der mengengewichtete Zuschlagswert von 10,80 ct/kWh stieg jedoch geringfügig an im Vergleich zu dem Zuschlagswert aus der fünften Ausschreibungsrunde (10,63 ct/kWh). Mit solchen Fördersätzen lassen sich u.E. wirtschaftlich interessante iKWK-Systeme realisieren und gerade im Zeichen der Klimadebatte wachsende Mengen an erneuerbarer Wärme bereitstellen. Für die Teilnahme an zukünftigen KWK- und iKWK-Ausschreibungen sind Anlagenbetreiber daher gut beraten, die Anlagen-/Systemkonfiguration und die eigene Teilnahmestrategie mithilfe dieser Erkenntnisse zu prüfen.

Bei Fragen rund um das Thema Ausschreibungen nach dem KWKG und EEG kommen Sie gerne auf uns zu.

Ansprechpartner:

Maik Sinagowitz

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