BNetzA gibt Ergebnisse der aktuellen KWK- und iKWK-Ausschreibungen bekannt

Die Bundesnetzagentur hat die Ergebnisse der sechsten KWK- sowie der fünften innovativen KWK-Ausschreibung für den Gebotstermin 2. Juni 2020 veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen ein anhaltend großes Interesse der Energieversorger an innovativen KWK-Systemen, die fünfte Ausschreibung war erneut deutlich überzeichnet. Das Ausschreibungsvolumen bei konventionellen KWK-Anlagen wurde hingegen wieder nicht ausgeschöpft.

Bei diesem sechsten Gebotstermin stand eine KWK-Leistung von 75 MW zur Vergabe. Der zulässige Höchstwert lag weiterhin bei 7,0 ct/kWh für den KWK-Strom.

Im Rahmen der Ausschreibung wurden 22 Gebote mit einem Volumen von rd. 70,5 MW eingereicht. Davon wurde ein Gebot auf Grund von Formfehlern von der Ausschreibungsrunde ausgeschlossen. Alle zugelassenen Teilnehmer erhielten demnach einen Zuschlag. Es wurden insgesamt 21 Gebote mit einem Volumen von rd. 68,5 MW bezuschlagt. Die Ausschreibungsrunde ist damit deutlich unterzeichnet.

Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert lag bei 6,22 ct/kWh und damit um 1,10 ct/kWh bzw. 21,5 % über dem durchschnittlichen Zuschlagswert aus der fünften Auktionsrunde. Der niedrigste bezuschlagte Gebotswert ist im Vergleich zur vorangegangenen Auktionsrunde ebenfalls gestiegen und zwar um 1,4 ct/kWh auf 4,70 ct/kWh. Bedingt durch den geringen Wettbewerb in dieser Ausschreibungsrunde kam auch der höchste Gebotswert von 7 ct/kWh zum Zug. Damit wurde erstmalig ein Gebot zum zulässigen Höchstwert bezuschlagt.

Parallel zur sechsten KWK-Ausschreibung wurde auch die fünfte Ausschreibungsrunde für innovative KWK-Systeme, die neben einer KWK-Anlage auch einen erneuerbaren Wärmeerzeuger und einen elektrischen Wärmeerzeuger (Power-to-Heat) beinhalten müssen, mit einem Fördervolumen von 29,486 MW durchgeführt. Bei den innovativen KWK-Systemen liegt der maximal mögliche Gebotswert bei 12,0 ct/kWh. Für diese Ausschreibung haben die Bieter nochmals ein deutlich zunehmendes Interesse bewiesen. Mit 13 eingereichten Geboten war die Ausschreibung der innovativen KWK-Systeme erneut mit einem eingereichten Volumen von 43,761 MW um rd. 14,3 MW bzw. rd. 48 % deutlich überzeichnet.

Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert lag in der fünften Ausschreibungsrunde bei 10,22 ct/kWh und damit allerdings nur geringfügig unterhalb des mengengewichteten Zuschlagswertes aus der vierten Ausschreibungsrunde. Das niedrigste bezuschlagte Gebot für ein iKWK-System lag bei 9,50 ct/kWh; das Höchstgebot bei 10,98 ct/kWh und somit trotz hoher Beteiligung nur um 0,22 ct/kWh unterhalb des Höchstgebotes aus der vierten Auktionsrunde.

Fazit: Nachdem bereits die fünfte Ausschreibungsrunde unterzeichnet blieb, zeigt sich auch in dieser Auktionsrunde nur wenig Interesse bei konventionellen KWK-Anlagen. Bedingt durch den geringen Wettbewerb ist erneut festzustellen, dass der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert für konventionelle KWK-Anlagen mit 6,22 ct/kWh deutlich oberhalb der Zuschlagswerte (5,12 ct/kWh, 3,95 ct/kWh, 4,77 ct/kWh, 4,31 ct/kWh, 4,05 ct/kWh) aus den ikvorangegangenen Ausschreibungsrunden liegt. Demgegenüber scheint das Interesse an iKWK-Systemen stetig zu wachsen. Der mengengewichtete Zuschlagswert von 10,22 ct/kWh sank dennoch nur geringfügig unter den Zuschlagswert aus der vierten Ausschreibungsrunde (10,25 ct/kWh). Mit solchen Fördersätzen lassen sich u.E. wirtschaftlich interessante iKWK-Systeme realisieren und gerade im Zeichen der Klimadebatte wachsende Mengen an erneuerbarer Wärme bereitstellen. Für die Teilnahme an zukünftigen KWK- und iKWK-Ausschreibungen sind Anlagenbetreiber daher gut beraten, die Anlagen-/Systemkonfiguration und die eigene Teilnahmestrategie mithilfe dieser Erkenntnisse zu prüfen.

Bei Fragen rund um das Thema Ausschreibungen nach dem KWKG und EEG kommen Sie gerne auf uns zu.

 

 

Ansprechpartner

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Senior Manager

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E-Mail: maik.sinagowitz@pwc.com

 

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