Bundesrat macht Weg frei für Änderung von § 19 Abs. 2 StromNEV

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Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am 5. Juli 2013 der Verordnung zur Änderung von Verordnungen auf dem Gebiet des Energiewirtschaftsrechts zugestimmt. Damit hat er gleichzeitig den Weg für eine Neuregelung des § 19 Abs. 2 StromNEV freigemacht. Ob diese Neuregelung auch Ausstrahlungswirkung auf die beihilferechtliche Überprüfung durch die Europäische Kommission hat, lässt sich derzeit kaum abschätzen.

Unternehmen des produzierenden Gewerbes (UpG), die die Voraussetzungen des § 19 Abs. 2 Satz 2 StromNEV erfüllen, behalten damit ihren Anspruch mit ihrem Netzbetreiber individuelle Netzentgelte vereinbaren zu können. Allerdings wird es künftig keine Netzentgeltreduzierung auf Null mehr geben. In Abhängigkeit von der Benutzungsstundenzahl können die Netzentgelte um bis zu 90% vermindert werden, und zwar rückwirkend seit dem 1. Januar 2012. Die erforderliche Vereinbarung ist grundsätzlich von den Regulierungsbehörden zu genehmigen.

Neu ist, dass die Begrenzungsbescheide künftig bis zum Ende einer Regulierungsperiode zeitlich begrenzt werden und der Antrag auf Begrenzung der Netzentgelte durch den Letztverbraucher zu stellen ist. Dass gilt auch für die Anzeige einer entsprechenden Vereinbarung mit dem Netzbetreiber bei der zuständigen Regulierungsbehörde. Diese Möglichkeit der bloßen Anzeige statt der Vorabgenehmigung wurde ebenfalls mit der Novelle neu geschaffen, setzt aber ihrerseits im Vorfeld eine Festlegung der Regulierungsbehörde nach § 29 Absatz 1 EnWG voraus.

Die Reaktionen auf die Neuregelungen dürfte in den UpG indes unterschiedliche Reaktionen hervorrufen. Diejenigen, die bereits einen Befreiungsbescheid der zuständigen Regulierungsbehörde erhalten haben, sollen (zumindest) bis zum 31. Dezember 2013 vollständig von Netzentgelten befreit bleiben. Zum Jahresende 2013 sollen die in der Regel unbefristet erteilten Befreiungsbescheide unwirksam werden. Andere Unternehmen, die noch auf ihren Bescheid warten, werden begrüßen, dass sie rückwirkend zum 1. Januar 2012 verminderte Netzentgelte zahlen sollen. Ab 1. Januar 2014 hat die Bemessung des individuellen Netzentgelts zusätzlich den konkreten Beitrag des Letztverbrauchers zu einer Senkung Kosten der Netz- oder Umspannebene, an die er angeschlossen ist, widerzuspiegeln.

Aus Sicht der Netzbetreiber dürfte mit Erleichterung aufgenommen worden sein, dass der Antrag zur Streichung des Verweises auf § 9 KWKG im Bundesrat keine Mehrheit gefunden hat.

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