Einigung über chinesische Photovoltaik-Importe

Der europäische Handelskommissar Karel De Gucht hat kürzlich eine Einigung im Handelstreit um die Einfuhr von chinesischen Photovoltaik-Modulen in die Europäische Union verkündet. Danach wurde ein Mindestpreis für chinesische Module festgesetzt, der für einen Teil des europäischen Gesamtmarkts gilt. Nach Informationen des Bundesverbands der Solarwirtschaft soll der Preis bei 56 €-cent pro Watt und die Mengenbegrenzung bei 70 % des Gesamtmarkts liegen. Für die chinesischen Modulproduzenten, die sich an der Einigung nicht beteiligen, steigt der Importzoll von jetzt 11,8 % am 6. August 2013 auf 47,5 %. Der höher Zolltarif ist auch auf die chinesischen Importe anwendbar, die 70 % des EU-Markts übersteigen.

Ausweislich des Preisindexes von pvXchange lag der Preis kristalliner chinesischer Photovoltaik-Module im Juni 2013 (+ 3,7 % im Vergleich zum Vormonat) exakt bei 56 €-cent. Der Preis deutscher und japanischer Module sank weiter auf 77 bzw. 79 €-cent. Der deutsche Preis liegt damit 37,5 % über dem chinesischen. Der Anteil chinesischer Modulhersteller am europäischen Markt liegt Äußerungen der EU-Kommission zur Folge heute bei über 80 %.

Eine Bewertung des Kompromisses fällt zum jetzigen Zeitpunkt schwer, da die Einzelheiten noch unbekannt sind. Fraglich ist etwa, wie die 70 %-Grenze berechnet wird. Darüber hinaus wird es interessant zu beobachten sein, wie lang der statische Mindestpreis von 56 €-cent angesicht der dynamischen Modulpreisentwicklung beibehalten werden kann.

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Dr. Henning Hönsch, Berlin, Tel.: +49 30 2636-1269

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