Erfolgsfaktoren kommunaler Kooperationen

Viele Kommunen stehen in den nächsten Monaten und Jahren vor der Frage, wie sie mit auslaufenden Konzessionsverträgen umgehen sollen. Bisher konzessionierte Leistungen können sie dabei selbst oder mithilfe eines Partners erbringen. Auf welchen Vor- und Nachteilen eine kommunale Kooperation beruht ist Frage des konkreten Einzelfalls. In unserer Beratungspraxis traten jedoch mehrere Erfolgsfaktoren einer kommunalen Kooperation mit (privaten) Dritten zu Tage, denen in vielen Kooperationen zwischen Kommunen und (privaten) Dritten eine hohe Relevanz zukommt:

Erfolgsfaktor 1: Ziele definieren

F√ľr Kommunen steht am Anfang die Frage, welche Ziele √ľberhaupt erreicht werden sollen. Dabei ist wichtig sich bewusst zu sein, dass diese Ziele mit denen potenzieller Kooperationspartner h√§ufig in Konflikt treten. Aus der Beratungspraxis kann ich berichten, dass an dieser Stelle sehr h√§ufig Fehler gemacht werden und im Fortgang solche „Geburtsfehler“ zu schwerwiegenden Problemen f√ľhren. Nicht selten scheitern Projekte zu sp√§t und haben bis dato viel Energie und Geld gekostet.¬† Es empfiehlt sich daher wenige Ziele und Faktoren zu definieren und diese daf√ľr mit gro√üer Detailtiefe zu beschreiben. Kommunen sollten sich des Weiteren deutlich machen was sie selber leisten k√∂nnen und welche Ressourcen sie haben.

Erfolgsfaktor 2: Partnerwahl und Kooperationsstruktur

Sind die Ziele einer Kommune beschrieben, ist die Partnerwahl eine nicht zu untersch√§tzende Aufgabe. Es kann mit verschiedenen Partnern Verhandlungen aufgenommen werden, wichtig ist dabei, dass die gemeinsamen Ziele klar definiert sind und „heilige K√ľhe“ benannt werden. Trotz der klaren Beschreibung von „Dealbreakern“ sollte jedoch gen√ľgend Raum f√ľr Ideen und Diskussionen gelassen werden. Auch ist es anzuraten vor und w√§hrend Verhandlungen eine klare Verhandlungsstrategie sowie einen Verhandlungsf√ľhrer zu bestimmen.

W√§hrend des Projekts macht es Sinn eine Person zu bestimmen, die die „F√§den zusammenh√§lt“, Meilensteine und Termine nennt und Berichte einfordert. Gremien m√ľssen etabliert werden, die Entscheidungen treffen k√∂nnen und d√ľrfen. Dabei erscheint auch die Etablierung eines unabh√§ngigen Projekt- und Konfliktmanagement sinnvoll und unabdingbar.

Erfolgsfaktor 3: Externe Moderation zur Sicherstellung von Zielvereinbarungen

Je tiefer und enger die Kooperation mit einem Partner, desto geringer wird die Kontrolle, die man als Kommune hat. Daher empfiehlt es sich, einen neutralen und unvoreingenommenen Moderator einzusetzen, der die gesamte Steuerung der Kooperation im Auge behält. Die Moderation kann projektgefährdende Entwicklungen verhindern und sicherstellen, dass beide Partner die selbst gesteckten Ziele einhalten.

In der Regel sind die Gesellschaftsanteile zwischen Kommune und einem privaten Partner zugunsten der Kommune verteilt. Synergien entstehen aber vor allem durch die Erbringung von Aktivit√§ten durch den strategischen Partner. Entscheidungsstrukturen und Kompetenzen sind vertraglich festzuhalten, ebenso wie Kontrollorgane, die um einen Ausgleich der Interessen der Kooperationspartner bem√ľht sind. Die Kommunikation sollte derart angelegt sein, dass Probleme im Projekt sehr schnell zu Tage treten.

Erfolgsfaktor 4: Vereinbarungen einhalten

Neben einer professionellen Projektsteuerung sollten sich die Projektpartner √ľber Benchmarks und „Meilensteine“, sowie vereinbarte Berichte und Termine verst√§ndigen.
Generell gilt der Grundsatz, dass kein Projekt kostenlos zu haben ist. Gro√üe Projekte sind nicht g√ľnstig, vor allem in der Planungsphase k√∂nnen hohe Kosten entstehen. Daher macht es Sinn, zu Beginn der Verhandlungen und der Aufnahme der Kooperation „Break-Up-Termine“ zu definieren, die die Weiterf√ľhrung der Projektsteuerung bestimmen.

Die genannten Ratschl√§ge aus der Praxis h√∂ren sich vielfach selbstverst√§ndlich an. Sie sind es jedoch nicht, so das Bild, das die Beratungspraxis zeichnet. Oftmals sind Kommunen mit einer professionellen Projektsteuerung und professionellem Projektmanagement √ľberfordert bzw. untersch√§tzen dies. Gerade im Bereich der Kommunikation, intern wie extern, stellt die Kommunalpolitik H√ľrden auf, die es zu beachten gilt. Enden nach langen Verhandlungen Projekte ohne Ergebnis, ist dies meistens das Ende desselben verbunden mit betr√§chtlichen Planungskosten.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

/* */