Ergebnisse der Kosten-Nutzen-Analyse Smart Metering veröffentlicht

Das BMWi hat am 30.07.2013 die lang ersehnte „Kosten-Nutzen-Analyse für einen flächendeckenden Einsatz intelligenter Zähler“ veröffentlicht. Danach ist das von der EU vorgegebene Rollout-Szenario mit einer Einbauquote intelligenter Messsysteme von 80% bis 2020 weder gesamtwirtschaftlich sinnvoll noch technisch realisierbar. Positive Impulse für den Smart Meter Ausbau werden aber trotzdem gegeben: Die im Auftrag des BMWi erstellte Studie empfiehlt die Ausweitung der gesetzlich definierten Pflichteinbaufälle intelligenter Messsysteme auf kleine EEG- und KWK-G-Anlagen sowie die schrittweise flächendeckende Einführung sog. intelligenter Zähler für Haushaltskunden.

Zusätzliche Pflichteinbaufälle

1)             EEG- und KWK-G-Anlagen mit Anschlussleistung  zwischen 0,25- und 7kW sowie Zählpunkte mit besonderer  Netzdienlichkeit sollen bis 2022 pflichtmäßig mit einem schutzprofilkonformen Messsystem ausgestattet werden. Die Möglichkeit der Fernsteuerung von EEG-Anlagen stellt dabei laut Studienergebnissen die Wirtschaftlichkeit der Umsetzungsvariante sicher.

2)             Zusätzlich sollen sog. intelligente Zähler flächendeckend für Kundenanlagen mit weniger als 6.000kWh Jahresverbrauch bis 2022 eingeführt werden. Unter intelligenten Zählern sind sog. upgradefähige Zähler ohne externe Kommunikationsanbindung gem. § 21c Abs. 5 EnWG zu verstehen, die nachträglich in ein schutzprofilkonformes Messsystem eingebunden werden können.

Wer übernimmt die Verantwortung für einen Rollout?

Bei der Umsetzung des im Rahmen der Studie empfohlenen Rollout-Szenarios sind bis zum Jahr 2022 11,9 Mio. schutzprofilkonforme intelligente Messsysteme und 20,7 Mio. intelligente Zähler von den EVUs einzubauen, was einer Gesamteinbauquote von 68% entspricht. Dies führt zu erheblichen Anforderungen an die Technologieintegration und Prozessimplementierung der betroffenen EVUs. Um die ambitionierten Rollout-Ziele einhalten zu können, sind die Verantwortlichkeiten möglichst zeitnah zu definieren.

Der im März veröffentlichte Entwurf der Messsystemverordnung (MSysV-E) schafft erste Klarheiten bezüglich der Rollenverteilung. So soll nach § 2 Abs. 6 MSysV-E der verantwortliche Messstellenbetreiber oder ein in dessen Auftrag handelnder Dritter die zentrale Funktion des Gateway Administrators übernehmen. Auch der Einbau, die Installation, die Konfiguration, die Überwachung und Wartung soll weiterhin in der Hand des zuständigen Messstellenbetreibers bleiben. Die grundzuständigen Messstellenbetreiber sollten sich daher frühestmöglich mit der Planung und Organisation des Rollouts intelligenter Messsysteme/Zähler beschäftigen.

Die Anforderungen an den Gateway Administrator sind nicht zu unterschätzen

Der Gateway Administrator hat umfassende Datenschutz-, Datensicherheits- und Interoperabilitätsanforderungen zu erfüllen. Die Einbindung des Messsystems in ein sicheres Kommunikationsnetz, die diskriminierungsfreie Bereitstellung der Messwerte und der den Anforderungen entsprechende operative Einbau von Zählern und Gateways sind einzelne Beispiele. Zum Nachweis der Einhaltung der hohen Anforderungen ist die Zertifizierung des Gateway Administrators nach Standards des BSI laut § 7 MSysV-E vorgesehen. Weiterhin sind zusätzliche Kommunikationsprozesse im Rahmen einer Novellierung von WiM und GPKE zu erwarten.

Fazit zur Kosten-Nutzen-Analyse

Insgesamt sind die empfohlene Ausweitung der Pflichteinbaufälle für intelligente Messsysteme auf netzdienliche Anlagen sowie ein flächendeckender Einbau von intelligenten „Basis“-Zählern mit positiven Aspekten verbunden. So lohnt sich ein schutzprofilkonformes Messsystem wirtschaftlich für einen durchschnittlichen Haushaltskunden i.d.R. nicht. Ein intelligenter Zähler geht hingegen mit geringeren Kosten einher, wobei die Möglichkeit zur externen Kommunikationsanbindung für spätere Zwecke bestehen bleibt. Die EVUs können außerdem von den hohen Skaleneffekten und der einfachen technischen Realisierbarkeit profitieren.

Ein paar Haken gibt es aber dennoch: Die pflichtmäßige Ausstattung von EEG-Anlagen ab 0,25 kW lohnt sich laut Kosten-Nutzen-Analyse erst dann, wenn die Option der Regelung der Anlagen in die Betrachtung einbezogen wird. Hierfür bedarf es zunächst der Änderungen des EEG. Letztendlich bleibt auch abzuwarten, ob in der für Herbst geplanten Rollout-Verordnung die genannten Umsetzungsziele verbindlich übernommen werden und somit eine Investitions- und Planungssicherheit für die Marktakteure geschaffen wird.

Weiterführende Informationen zu  wichtigen Fragestellungen und Themen, die sich bei Smart-Metering-Projekten stellen, finden Sie in unserer Dienstleistungsbroschüre „Smart Metering – Intelligente Messsysteme für die Energienetze von morgen“.

Smart_Metering-Intelligente_Messsysteme_für_die_Energienetze_von_morgen

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