Nächste Schritte für die gMSB

Die Zertifizierung des dritten Smart-Meter-Gateways durch das BSI ist erfolgt, die Markterklärung steht aus. Zu welchem Ergebnis das BSI bei der Bewertung der Auswirkungen von geplanten Rechtsrahmenänderungen kommt bleibt abzuwarten. Dass es insgesamt zur Rechtssicherheit für die Markterklärung kommt ist zu hoffen. Wenn dies gelingt, startet die Rollout Pflicht für die grundzuständigen Messstellenbetreiber (gMSB). Die zentrale Herausforderung ist es dabei, unter der gesetzlich vorgeschriebenen Preisobergrenze (PoG) möglichst effizient zu sein. Um die Wirtschaftlichkeit des Rollouts positiv zu beeinflussen, stehen dem gMSB eine Vielzahl von Optimierungspotentialen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zur Verfügung.

Abbildung: Optimierungsfelder in der Wertschöpfungskette des gMSB

Rollout-Vorbereitung

Der Ausgangspunkt für einen kosteneffizienten Rollout ist die Planung. Sie stellt einen zentralen Werthebel für den gMSB dar. Die wesentliche Grundlage dafür ist die Berechnung der 10%-Rollout-Quote. Bei der Ermittlung sind grundsätzlich nur die zu Beginn der Dreijahresfrist nach § 45 Abs. 2 MsbG auszustattenden Messstellen zu berücksichtigen. Werden z. B. Grenzwerte von Ausstattungspflichten erst später überschritten oder sind Messstellen bestandsgeschützt, sind diese nicht zu berücksichtigen. Eine Reduktion von relevanten Messstellen ist somit theoretisch denkbar. Wird diese Quote nicht erfüllt, können gMSB gezwungen sein, ihre Grundzuständigkeit gem. § 41 MsbG auf einen anderen MSB zu übertragen.

Sofern die 10%-Quote definiert ist, kann die Rollout-Planung erfolgen. Ziel der Planung ist es, Fehlanfahrten bei Kunden zu reduzieren. Das kann durch die Berücksichtigung eines bevorstehenden Einbaus durch einen wMSB oder durch die Vermeidung einer Installation an Zählerplätzen ohne ausreichende Netzverfügbarkeit erfolgen. Zudem sind Messstellen mit schwer zu erfassenden Zählerständen, einer kurzen Resteichgültigkeit und einer hohen PoG interessant.

Zusätzlich bietet ein Voll-Rollout unter bestimmten Bedingungen (u.a. räumliche und zeitliche Verteilung, eingesetzte Hardware) Effizienzsteigerungen durch Skaleneffekte. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für den gMSB ist dabei eine optimierte Prozesskette mit automatisierten Abläufen, die durch hohe Stückzahlen die Hebung von Effizienzen ermöglicht.

Ein weiterer Aspekt, der sich direkt auf die Wirtschaftlichkeit des gMSB auswirkt, sind die Hardware-, GWA- und MSB-Dienstleistungskosten. Diese umfassen neben der reinen Beschaffung auch die Kosten für die Einrichtung der Schnittstellen zum Hersteller bzw. Dienstleister. Kostentransparenz während des gesamten Beschaffungsprozesses, klare Formulierung und Controlling der Service-Level-Agreements sowie eine Standardisierung der Schnittstellen bieten hier Optimierungsmöglichkeiten.

Rollout

Nicht nur Planung und Beschaffung, sondern auch die anschließende Installation bietet Verbesserungspotential. Die neue Technologie und die Regelungen der sicheren Lieferkette stellen erhöhte Anforderungen an das Montagepersonal und -prozesse. Um Ausschuss bei den Geräten zu vermeiden, die funktionsfähige Montage bei einer Anfahrt zu erreichen und den Systemeinbau sicher abzuwickeln, sind gut definierte, implementierte, dokumentierte und geschulte Prozesse erforderlich.

Mit der Durchführung von Feldtests und Pilotprojekten können die gMSB vorzeitig Erfahrungen mit Technologie und Hardware sammeln und so ihre Abläufe verbessern.

Regelbetrieb

Nachdem die Hardware installiert ist, beginnt der operative Betrieb. Durch die gestiegenen MSB-Entgelte ist zu erwarten, dass einige Energielieferanten die Abrechnung des Messstellenbetriebs im Rahmen ihrer Lieferrechnung nicht übernehmen werden. Daher gilt es für den gMSB, eigene Prozesse für die Endkundenabrechnung einzuführen. Folglich müssen auch die Abläufe in der Kundenbetreuung aufgebaut und optimiert werden, um so Rechnungserläuterungen oder andere Kundenanliegen abwickeln zu können. Eine effiziente Gestaltung dieser Prozesse ist dabei ein weiterer Erfolgsfaktor zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit.

Die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen ist im Rahmen des Regelbetriebs nicht zu vernachlässigen: Es ist erforderlich, dass notwendige Controlling-Mechanismen umgesetzt sind, sodass ein fortlaufendes Monitoring der Erfüllung der 10%-Quote möglich ist.

PwC als Ihr Ansprechpartner rund um das Thema gMSB

PwC berät Sie gerne beim Thema Smart-Meter-Rollout. Ob bei der Standortbestimmung, Prozessoptimierung, Ausschreibung der GWA- und MSB-Dienstleistungen oder der Umsetzung einer Rollout-Strategie – wir stehen Ihnen zur Seite. Sprechen Sie uns einfach an!

Ansprechpartner

Ralf Kurtz

Energy & Utilities Consulting

Partner, PwC Germany

Tel.:  +49 2119814812

E-Mail: ralf.kurtz@pwc.com

Carsten Tessmer

Energy & Utilities Consulting

Manager, PwC Germany

Tel.: +49 8957905361

E-Mail: carsten.tessmer@pwc.com

 

 

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