Qualitätselement Strom 2021 – PwC unterstützt bei Plausibilisierung des individuellen Bonus/Malus

Die BNetzA hat am 02.12.2020 die Festlegung der Methodik zur Bestimmung der Qualitätselemente 2021 bis 2023 veröffentlicht. Die im Beschluss festgelegte Methodik wurde bereits in Bescheid-Entwürfen zum Qualitätselement 2021 von Verteilnetzbetreiber des regulären Verfahrens zugrunde gelegt. Die Methodik dient als Grundlage für die Bestimmung der Qualitätselement der Jahre 2021 bis 2023. Mittels eines neuen, rollierenden Ansatzes mit jährlicher Datenaktualisierung sollen die Qualitätselemente jährlich neu und somit möglichst genau ermittelt werden. Auf Basis dieser Methodik und einer PwC-Expertenschätzung zum Monetarisierungsfaktors lassen sich individuelle Bonus-/Malus-Werte abschätzen beziehungsweise vorläufige Bescheide der BNetzA zum Qualitätselement plausibilisieren.

Festlegung der Methodik orientiert sich weitgehend am bisherigen Vorgehen

Die Methodik der BNetzA zur Ermittlung der Qualitätselemente orientiert sich stark an der Methodik der vorherigen Festlegungen. Dabei dienen die Kennzahlen SAIDI für die Niederspannungsebene und ASIDI für die Mittelspannungsebene zur Abschätzung der Versorgungsqualität. Der individuelle SAIDI/ASIDI Wert wird als Mittelwert aus den SAIDI- bzw. ASIDI- Werten der Jahre 2017, 2018 und 2019 gebildet. Dabei werden für die Berechnung dieser Kennzahlen nur Versorgungsunterbrechungen verwendet, die den folgenden Störungsanlässen zuzuordnen sind:

  • Atmosphärische Einwirkung
  • Einwirkung Dritter
  • Zuständigkeitsbereich des Netzbetreibers/kein erkennbarer Anlass
  • Sonstiges (geplante/angekündigte Versorgungsunterbrechungen zu 50%)

Für die Bestimmung der Qualitätselemente sind Referenzwerte der SAIDI- und ASIDI-Kennzahlen notwendig. Dabei sind gemäß § 20 Abs. 2 ARegV bei der Ermittlung der Referenzwerte für das Qualitätselement gebietsstrukturelle Unterschiede zwischen den Netzbetreibern zu berücksichtigen. Die Lastdichte, also das Verhältnis von zeitgleicher Jahreshöchstlast und versorgter Fläche, wurde in der Festlegung grundsätzlich als besonders gut bewertet, um geeignet die gebietsstrukturellen Unterschiede abzubilden. 

Individuelle Referenzwerte für die Mittelspannung und einheitliche Werte für die Niederspannung

Sowohl eine explorative Datenanalyse als auch eine Regressionsanalyse weisen keinen statistisch robusten Zusammenhang zwischen der Lastdichte in der Niederspannungsebene und den SAIDI-Werten auf. Aus diesem Grund wird für die Niederspannungsebene analog zur vorherigen Qualitätsregulierung auf den Mittelwert der SAIDI-Kennzahlen zurückgegriffen. Gewichtet wird dieser Mittelwert mit der Anzahl der Letztverbraucher aus der Niederspannungsebene und der MS-/NS-Umspannebene. Der SAIDI-Referenzwert wird von der BNetzA mit 4,030 min/a angegeben. 

Die explorative Datenanalyse sowie die Regressionsanalyse zeigen zudem, dass der Strukturparameter Lastdichte einen hinreichenden Erklärungsgehalt auf die Netzzuverlässigkeit in der Mittelspannung (ASIDI) besitzt. Wie in der Vergangenheit lässt sich dieser Zusammenhang mittels der folgenden Referenzfunktion beschreiben:

Dabei wird a=5,08, b=573,16 und c=0,969 geschätzt. Als Gewichtungsgröße sind auch in der Mittelspannung die Anzahl der Letztverbraucher zu verwenden. Diese ergeben sich als Summe der Letztverbraucher in der NS, MS/NS, MS sowie HS/MS.

Der individuelle Bonus/Malus ergibt sich aus der Abweichung zwischen dem tatsächlichen ASIDI- bzw. SAIDI-Wert und dem ermittelten Referenzwert pro Spannungsebene. Multipliziert wird diese Abweichung mit dem Monetarisierungsfaktor. Dieser Wert ist derzeit noch nicht bekannt – PwC schätzt ihn auf Basis vorläufiger Bescheide für 2021 für mehrere Netzbetreiber auf o,24 €/Letztverbraucher/Jahr/Minute ein.  

PwC unterstützt Sie bei der Nachvollziehbarkeit Ihrer individuellen Bonus-/Malus-Werte und weiteren Fragen zum Qualitätselement 

Auf Basis der veröffentlichten Methodik sowie der PwC-Expertenschätzung zum Monetarisierungsfaktor kann Ihr individueller Bescheid zum Qualitätselement Strom plausibilisiert beziehungsweise frühzeitig abgeschätzt werden. Auf Wunsch analysieren wir Ihre Daten gemeinsam, um Unstimmigkeiten in den Daten frühzeitig zu erkennen und die Treiber Ihres Qualitätselements zu identifizieren. Auch zu weiteren Fragen zum Qualitätselement stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. 

Gerne unterstützen wir Ihr Unternehmen bei der Plausibilisierung und Analyse Ihres (vorläufigen) Qualitätselements Strom.

Ansprechpartner:
Jan-Frederik Zöckler

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