Schluss mit Fake News: 5 Mythen zur DIN EN ISO 50003!

Bei der (Re-)Zertifizierung eines Energiemanagementsystems gilt es seit Herbst 2017 nicht mehr nur die Anforderungen der DIN EN ISO 50001 zu erfüllen, sondern auch die der DIN EN ISO 50003. Um mit Missverständnissen aufzuräumen, stellt PwC fünf aktuelle Mythen vor.

Nachdem die DIN EN ISO 50003 nach ihrer Veröffentlichung 2016 zunächst in Vergessenheit geriet, sehen sich aktuell viele Unternehmen mit ihr konfrontiert: Seit Herbst 2017 ist sie verpflichtend einzuhalten, wenn ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 (re-)zertifiziert wird. Während die DIN EN ISO 50001 die Anforderungen an das Energiemanagementsystem definiert, beschreibt die DIN EN ISO 50003 ergänzend dazu den Zertifizierungsprozess und legt wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zertifizierung fest. Für Unternehmen wird die Norm erstmals bei einer (Re-)Zertifizierung, die ab Oktober 2017 stattfindet, relevant.

Neu für Unternehmen ist dabei vor allem die Vorgabe der DIN EN ISO 50003, dass die Verbesserung der energiebezogenen Leistungen für eine erfolgreiche (Re-)Zertifizierung deutlich nachgewiesen werden muss. Wird diese Anforderung nicht erfüllt, kann das Zertifikat nach DIN EN ISO 50001 im schlimmsten Fall nicht erteilt oder sogar entzogen werden. Darüber hinaus stellt die DIN EN ISO 50003 verschiedene Anforderungen an den Auditprozess, an die Kompetenzen des Auditpersonals und an die Auditdauer.

Im Gespräch mit unseren Kunden zeigt sich immer wieder, dass es viele Ängste, Missverständnisse und Irrtümer über die genauen Anforderungen der Norm gibt. Dadurch entsteht oft der vermeintliche Eindruck, dass die Umsetzung der Normanforderungen aufwendiger ist, als sie eigentlich sein sollte .

Fünf gängige Mythen klären wir im Folgenden auf.

 

 

  Die DIN EN ISO 50003 fordert für eine erfolgreiche (Re-)Zertifizierung erstmals einen expliziten Nachweis über die Verbesserung der Energieleistung des Unternehmens. Die Forderung nach Verbesserung der Energieleistung selbst ist jedoch tief in der DIN EN ISO 50001 verankert und war deshalb bereits bei vorherigen Zertifizierungsterminen zu berücksichtigen. Für Unternehmen, die bereits ein effektives Energiemanagementsystem betreiben und ihre Energieleistung daher ohnehin regelmäßig verbessern, sollte es also unproblematisch sein diese Verbesserung nachzuweisen.

Während die DIN EN ISO 50001 von einer „kontinuierlichen“ Verbesserung spricht, fordert die DIN EN ISO 50003 den Nachweis einer „fortlaufenden“ Verbesserung. Ein kleiner Unterschied mit großer Wirkung! Denn der Begriff „fortlaufend“ erlaubt auditperioden-übergreifende Phasen von Unterbrechungen bei der Verbesserung der energiebezogenen Leistung, sofern in begründeten Fällen eine Verbesserung temporär nicht möglich ist. Außerdem muss das (Re-)Zertifizierungsaudit sämtliche wesentlichen Veränderungen bei Einrichtungen, Ausrüstung, Systemen oder Prozessen mit einbeziehen. Auch dadurch eröffnet sich Interpretationsspielraum.

Die Verbesserung der energiebezogenen Leistung sollte idealerweise gemessen werden. Jedoch müssen nicht sämtliche Energieströme über Messeinrichtungen erfasst werden. Bei weniger wesentlichen Energieverbrauchern können Berechnungen und Schätzungen herangezogen werden. Im Zuge der Systemverbesserung kann das Messkonzept je nach Bedarf erweitert werden. Wichtig ist, dass der Nachweis einer klaren Methodik folgt (z.B. Kennzahlen- oder Regressionsanalyse).

 

 

 

Überwachungsaudits müssen die Anforderungen nach DIN EN ISO 50003 erst erfüllen, sobald das EnMS erstmalig nach DIN EN ISO 50003 (re-)zertifiziert wurde. Das heißt: Fand die letzte (Re-)Zertifizierung bereits vor Oktober 2017 statt, müssen die Anforderungen der DIN EN ISO 50003 im Überwachungsaudit noch nicht berücksichtigt werden.

 

 

 

 

Mit der DIN EN ISO 50003 kann sich die Auditzeit in Abhängigkeit zahlreicher Faktoren (z.B. signifikante Energieverbraucher oder EnMS-wirksames Personal) verändern – jedoch nicht übermäßig. Für die Ermittlung der Audittage bei der Zertifizierung werden Bandbreiten vorgegeben, d.h. eine deutliche Steigerung der Auditzeiten ist eigentlich nicht möglich. Erhöht der Zertifizierer Auditzeiten darüber hinaus, muss er dies transparent darlegen und dokumentieren.

Unabhängig davon ist für die nächsten Monate zusätzlich eine Neufassung der DIN EN ISO 50001 geplant. Diese soll voraussichtlich im Herbst 2018 veröffentlicht werden und wird dann die inhaltlichen Vorgaben für das Energiemanagementsystem neu festlegen. Wir geben Ihnen Bescheid, sobald es soweit ist und was Sie konkret beachten sollten.

Falls bei Ihnen noch spezifische Fragen unbeantwortet geblieben sind, freuen wir uns, von Ihnen zu hören!

 

Ansprechpartner

Nicolas Deutsch

PwC Energy Consulting

Tel.: +49 69 9585 3962

E-Mail: nicolas.deutsch@pwc.com

Dr. Lukas Krüger

PwC Energy Consulting

Tel.: +49 69 9585 1530

E-Mail: lukas.krueger@pwc.com

 

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