Veränderte Energieauditpflicht: Unternehmen mit geringem Energieverbrauch sollen zukünftig verschont werden

Nach dem Änderungsbeschluss des Bundestages über das EDL-G am 27. Juni 2019 sollen Unternehmen mit einem Gesamtenergieverbrauch von unter 500.000 Kilowattstunden in Zukunft von der Energieauditverpflichtung nach §§ 8 ff. EDL-G befreit sein. Ca. 3.500 Unternehmen sollen von der Novellierung des Gesetzes profitieren.

 Seit April 2015 verpflichtet das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) alle großen Unternehmen (Nicht-KMUs) zu Energieaudits. Damit ist die Bundesregierung den Vorgaben der EU durch die Energieeffizienzrichtlinie 2012/27/EU nachgekommen. Für viele Unternehmen mit geringem Energieverbrauch stand die Durchführung eines Energieaudits bisher aber meist in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zu den erwarteten Energieeinsparungen.

Als Antwort auf dieses Problem sollen deshalb zukünftig weniger energieintensive Unternehmen, bis zu einem Gesamtenergieverbrauch von 500.000 kWh, von der Energieauditpflicht ausgeklammert werden. Anstelle eines vollumfänglichen Energieaudits, sollen diese lediglich eine Art „Mini-Audit“ durchführen müssen. Dabei werden ausgewählte Basisdaten zu Energieverbrauch und Energiekosten über eine nicht öffentliche Onlinemaske an die zuständige Behörde, das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), gemeldet. Die Unternehmen erhalten daraufhin Informationen zu möglichen Einsparpotentialen und Förderprogrammen für Energieeffizienz.

Die Übermittlungspflicht der Basisdaten soll mit Inkrafttreten der Novelle ebenfalls für alle energieintensiven Nicht-KMUs gelten. Die anzugebenden Daten sollen aber auch durch den Energieauditor im Namen des auditierten Unternehmens gemeldet werden können.

Darüber hinaus soll die Qualität der Energieaudits verbessert werden: Energieauditoren sollen zukünftig zu regelmäßigen Fortbildungen verpflichtet sein. Zudem hatte das BAFA bereits im März einen umfangreichen Katalog mit Anforderungen an die Inhalte von Energieauditberichten veröffentlicht. Dies soll zu einem höheren und einheitlichen Qualitätsstandard bei Energieaudits führen.

Am 20. September 2019 berät der Bundesrat über die Änderungen. Inkrafttreten sollen die Änderungen im Oktober. Gerade noch pünktlich für zahlreiche Unternehmen, die bereits bis Dezember 2019 ihr zweites Energieaudit durchführen müssen.

Ansprechpartner

Miriam Conzen

PwC | Energy & Utilities I Managerin

Tel.: + +49 211 / 9817501

E-Mail: miriam.conzen@pwc.com

Nicolas Deutsch

PwC | Energy & Utilities I Senior Manager

Telefon: +49 69 / 9585-3962

E-Mail: nicolas.deutsch@pwc.com

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

/* */