Was MiFID II für die Energiewirtschaft bedeutet

Am 3. Januar 2018 ist das Zweite Finanzmarktnovellierungsgesetz vom 23. Juni 2017 in Kraft getreten. Hierdurch wurde das Kreditwesengesetz (KWG) geändert und die neue Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (MiFID II, RL 2014/65/EU) für den Handel mit Finanzinstrumenten umgesetzt. Die Änderungen erfassen auch die Energiewirtschaft.

Die Neuregelungen betreffen sowohl übergeordnete Fragen der Finanzmarktinfrastruktur, etwa die Regulierung von Handelsplätzen, als auch den Vertrieb von Finanzinstrumenten. Die Änderungen betreffen auch Finanzinstrumente im Warenterminhandel und damit die Rohstoff- und Energiemärkte. Energieversorgungsunternehmen, die Dienstleistungen im Zusammenhang mit Termingeschäften über die Lieferung von Strom und Gas erbringen, können grundsätzlich einer Erlaubnispflicht nach dem KWG unterliegen.
Für Energieversorgungsunternehmen relevante Finanzdienstleistungen sind etwa die Abwicklung von Kundenaufträgen für Termingeschäfte, Kauf- und Verkaufsempfehlungen an Kunden, der Handel im Namen Dritter (durch zugelassene Börsenhändler z.B. am EEX-Terminmarkt) oder die Finanzportfolioverwaltung.

Für Energieversorgungsunternehmen mit einer kapitalmarktfernen Haupttätigkeit können allerdings Ausnahmen von der Erlaubnispflicht greifen. Dies kann der BaFin angezeigt werden.

Voraussetzung ist jeweils, dass die Finanzdienstleistungen einen bestimmten Anteil an der Geschäftstätigkeit nicht übersteigen. Dies ist unternehmensindividuell zu beurteilen.

Ansprechpartner

Dr. Laurenz Keller-Herder

PwC Legal

Tel.: +49 30 2636 5537

E-Mail: laurenz.keller-herder@pwc.com

Gunther Dütsch

PwC Advisory

Tel.: +49 40 6378 2505

E-Mail: gunther.duetsch@pwc.com

 

 

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