Kategorie: Aktuelles

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Mieterstrom – Stromverkauf aus dezentralen Erzeugungsanlagen in Mehrfamilienhäusern

Die Verbreitung dezentraler Erzeugungsanlagen steigt stetig. Die Kosten der Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen (PV) haben schon länger Netzparität erreicht. Blockheizkraftwerke (BHKW) werden u.a. aufgrund günstiger Primärenergiefaktoren in der Wohnungswirtschaft nachgefragt. Bei beiden Technologien bestehen in einer Vielzahl von Fällen wirtschaftliche Vorteile durch die Eigennutzung des erzeugten Stroms im Objekt im Vergleich zum herkömmlichen Strom für den Verbraucher. Daher sind individuelle und gleichzeitig effiziente Lösungen zur Lieferung von Strom aus dezentralen Erzeugungsanlagen, sogenannte Mieterstrommodelle, von Energieversorgern zunehmend gefragt.

Motivation der Wohnungswirtschaft für Mieterstrommodelle

Die wirtschaftlichen Vorteile bei der Nutzung des erzeugten Stroms im Objekt führen nach unserer Beobachtung dazu, dassinnerhalb der Wohnungswirtschaft das Interesse an Eigenversorgung zunimmt und konkrete Lösungen nachgefragt werden.

Ziel der Wohnungswirtschaft ist es dabei,

  • die Stromkosten der Bewohner zu senken und damit die Attraktivität der Objekte zu erhöhen und
  • wirtschaftliche Vorteile durch die Nutzung von Dachflächen für PV-Anlagen oder durch die Realisierung von BHKWs mit günstigen Primärenergiefaktoren zu realisieren.

Welche Herausforderungen gibt es bei der Umsetzung?

Mit einer Stromlieferung sind grundsätzlich vielfältige energiewirtschaftliche Pflichten verbunden. Neben Auslegung, Errichtung und dem Betrieb der entsprechenden Erzeugungsanlagen müssen Konzepte für Messung und Abrechnung der Strommengen vorliegen und implementiert werden. Des Weiteren sind, die gesetzlichen Vorgaben der Stromkennzeichnung und der korrekte Ausweis der Strompreisbestandteile bei der Umsetzung zu beachten. Für den wirtschaftlichen Erfolg ist es zudem erforderlich, dass sich die Kosten für den späteren Betrieb solcher Modelle im Rahmen halten.

Mieterstrom_Grafik

Wie kann sich ein Engagement für einen Energieversorger in diesem Feld lohnen?

Die Verbreitung dezentraler Erzeugungsanlagen und der Anteil des selbstgenutzten Stroms in der Wohnungswirtschaft werden weiter zunehmen und damit den klassischen Energiebezug aus dem Netz verringern. Gleichzeitig erfordert die Umsetzung von Mieterstrommodellen energiewirtschaftliches Know-how. Durch die Einsparung verschiedener Stromkostenbestandteile mittels eines Mieterstrommodelles können Mehrfamilienhausbewohner günstigere Stromtarife bei gleichzeitiger Ausweitung des Deckungsbeitrages des Energieversorgers angeboten werden. Der Preisvorteil aus Kundensicht und das individuelle Produkt bewirken in der Regel eine deutlich verringerte Wechselbereitschaft und somit eine sehr hohe Kundenbindung.

Ein fehlendes Angebot von Lösungen im Bereich Mieterstrom kann dazu führen, dass im angestammten Vertriebsgebiet Projekte ohne eigene Beteiligung umgesetzt werden und Kunden so dauerhaft verloren gehen. Energieversorger sollten sich bereits heute mit einem zunehmenden Anteil der Eigenversorgung und den daraus resultierenden Chancen im Vertrieb befassen.

Ansprechpartner  

Volker Breisig

Partner

Tel.: +49 211 981-4428

E-Mail:volker.breisig@de.pwc.com

Andre Schnelte

Senior Manager

Tel.: +49 211 981-4081

E-Mail:andre.schnelte@de.pwc.com

 

 

Beteiligung von institutionellen Investoren an der Energiewende

Der Anteil erneuerbarer Energien an der Bruttostromerzeugung in Deutschland ist im Jahr 2015 auf einen neuen Rekordwert von  33%  (vorläufiger Wert der BDEW, Stand: 3.11.2015) gestiegen. Damit hat sich der rasante Ausbau der erneuerbaren Energien der letzten Jahre weiter fortgesetzt. Auch institutionelle Investoren, wie zum Beispiel Versicherungen und Pensionskassen, beteiligen sich neben Finanzinvestoren und Energieversorgern zunehmend an der deutschen und europäischen Energiewende.

Investments in Erneuerbare Energien versprechen stabile Rendite

Dass Investitionen in erneuerbare Energien mittlerweile verstärkt in den Fokus gerückt sind, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass seit etwa zwei bis drei Jahren vermehrt auch traditionell konservative Anleger in Wind- und Solarparks investieren. Während die Energiewende anfänglich in erster Linie von Landwirten und privaten Kleinanlegern getragen wurde, treten nach Energieversorgern, Stadtwerken und Finanzinvestoren zunehmend auch institutionelle Anleger, wie Versicherungen und Pensionskassen, als Eigenkapitalinvestoren und Fremdkapitalgeber auf. Deren Motivation liegt einerseits in der Diversifizierung ihrer Investments begründet, andererseits aber auch in dem Wunsch, langfristig stabile und attraktive Renditen erwirtschaften zu können. Während risikoarme Staatsanleihen derzeit nur sehr geringe Renditen erwirtschaften, bieten Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energie die Möglichkeit, in potenziell ertragreichere Anlagen zu investieren.

Due Diligences immer wichtiger

Allerdings führt der steigende Wettbewerb unter den Kaufinteressenten von Windparks – insbesondere bei der Onshore-Windenergie – derzeit zu einem erhöhten Druck auf die Renditen, da Projektanbieter im vorherrschenden Verkäufermarkt oft in der Lage sind, ihre Margen zu optimieren. Tendenziell lassen sich dabei zunehmend progressivere Investitionsannahmen seitens der Käufer beobachten, indem beispielsweise von längeren Projektlaufzeiten, höheren Winderträgen oder steigenden Marktpreisen für den erzeugten Strom ausgegangen wird. Der Plausibilisierung dieser Annahmen im Rahmen von Transaktionsprozessen kommt daher eine zunehmend große Bedeutung zu. Umfangreiche Due Diligences und die laufende Überprüfung von Risikoeinschätzungen werden dabei immer wichtiger, zumal auch politische und regulatorische Rahmenbedingungen einem stetigen und teils schnellen Wandel unterliegen. Beispiele hierfür sind Solvency II und die EEG-Novelle 2016.

Veränderte Rahmenbedingungen erfordern neue Kooperationsmodelle

Darüber hinaus erfordern auch die zunehmend aufkommenden „Partnering-Modelle“, in denen Projektentwickler, Energieversorger und Investoren langfristig eng zusammenarbeiten, neue Strukturierungsansätze und Lösungen, die oft weit über die bisher üblichen Strukturen in der Branche („Entwickeln, Bauen, Verkaufen, Betreiben“) hinaus gehen. Insbesondere gilt dies für den Bereich der Offshore-Windenergie, wo die schiere Projektgröße und die größeren technischen Herausforderungen weit höhere Anforderungen an alle Projektbeteiligten stellen, als dies bei der Onshore-Windenergie und der Solarenergie der Fall ist. Durch die ab 2017 geplanten Ausschreibungen ist bei allen Technologien eine weitere Zunahme der Komplexität zu erwarten.

Nachfolgend haben wir beispielhaft einige der im vergangenen Jahr abgeschlossenen Transaktionen in den Bereichen Onshore- und Offshore-Windenergie aufgeführt.

  • Mai 2015: HANSAINVEST/SIGNAL IDUNA Gruppe [Erwerb eines 100%-Anteils an einem Portfolio von acht Onshore-Windparks in Deutschland, Verkäufer: wpd (Deutschland), Kapazität: über 100 MW]
  • September 2015: TALANX Asset Management und verschiedene Ko-Investoren [Anteilige Fremdfinanzierung des Offshore-Windparks Gode Wind 1 für Global Infrastructure Partners, Verkäufer: DONG Energy (Dänemark), Bondvolumen: € 556 Millionen]

Fazit
Das Feld der Investoren im Bereich der erneuerbaren Energien unterliegt einem stetigen Wandel und wird aktuell zunehmend durch das Auftreten institutioneller Investoren geprägt. Diese sind in Zeiten niedriger Zinsen zunehmend gezwungen, neue Investitionsmöglichkeiten zu finden und akzeptieren dabei häufig niedrigere Renditen auf ihr eingesetztes Kapital, als dies bei anderen Investorengruppen bisher der Fall war. Dabei stehen alle Investoren jedoch vor der Herausforderung, auch im aktuellen Verkäufermarkt risikoadäquate Renditen bzw. Zinsen sicherzustellen.

Ansprechpartner

Heiko Stohlmeyer

Director Renewable Energies

Tel.: +49 89 5790­5425

E-Mail: heiko.stohlmeyer@de.pwc.com

Oliver Moß

Senior Manager Renewable Energies

Tel.: +49 89 5790­6188

E-Mail: oliver.moss@de.pwc.com

 

AGFW-Fernwärmepreisübersicht zum 1. Oktober 2015

Die von der WIBERA im Auftrag des AGFW erarbeitete Übersicht von Fernwärmepreisen zum Stichtag 1. Oktober 2015 (WIBERA-Kurzumfrage) enthält Angaben von insgesamt 166 Fernwärme-Versorgungsunternehmen (FVU) – 112 FVU aus den alten und 54 FVU aus den neuen Bundesländern. Der Trend durchschnittlich leicht sinkender Mischpreise setzt sich fort. Der bundesdurchschnittliche Mischpreis lag zum 1. Oktober bei 76,34 Euro/MWh.

Abgefragt werden die Nettopreise für die Fernwärmelieferung an ein Wohngebäude – und zwar an einen nachträglich wärmegedämmten Altbau – mit 30 Wohneinheiten und 2.000 m² Wohnfläche, das einen Anschlusswert von 160 kW und einen Wärmeverbrauch von 288 MWh je Jahr bei einer Ausnutzungsdauer von 1.800 Stunden p.a. aufweisen soll. Verglichen werden die auf den Jahreswärmeverbrauch bezogenen jährlichen Fernwärme-Heizkosten, wie sie sich jeweils ausschließlich aufgrund der vom FVU genannten Fernwärmepreise für Leistung, Arbeit und Messung/Abrechnung ergeben (Mischpreise).

Die Auswertung der Kurzumfrage enthält neben dem Mischpreis noch folgende unternehmensspezifische Angaben: den prozentualen Anteil des Arbeits- und des Verrechnungspreises am Mischpreis, die überwiegende Beschaffungs- und Brennstoffart sowie die relative Veränderung aller Preiskomponenten gegenüber der letzten Umfrage. Anhand dieser zusätzlichen Angaben können die Preise differenzierter verglichen werden. Seit der Umfrage zum 1. April 2015 werden die beteiligten Unternehmen außerdem über das Vorhandensein und die Höhe eines CO2-Preis-Anteils befragt. Mit der entsprechenden Preisangabe wird nun die Kostenbelastung der Unternehmen durch den notwendigen Zukauf von CO2-Zertifikaten bei der Wärmeerzeugung explizit von der Umfrage erfasst und ausgewiesen. 

Alte Bundesländer

In den alten Bundesländern beträgt der Mittelwert der Mischpreise aller 112 FVU 73,21 Euro/MWh. Gegenüber dem 1. April 2015 sank dieser Mittelwert um 1,6 %. Die Spannbreite der Mischpreise reicht von 48,65 bis 108,87 Euro/MWh. Die Veränderung der Preise der jeweiligen FVU bewegt sich zwischen – 26,8 und + 19,8 %. 8 FVU erhöhten ihre Preise; 40 hielten sie konstant; 64 Unternehmen nahmen Preissenkungen vor. 

Neue Bundesländer

Der Mittelwert der Mischpreise aller 54 FVU aus den neuen Bundesländern beläuft sich auf 82,83 Euro/MWh; er ist gegenüber dem 1. April 2015 um 1,2 % gesunken. Die Mischpreise bewegen sich zwischen 65,09 und 102,15 Euro/MWh. Die Veränderung der für die einzelnen FVU ermittelten Preise liegt zwischen – 10,7 und + 8,8 %. 6 FVU erhöhten die Preise; 23 ließen sie unverändert; ein Preisrückgang war bei 25 Unternehmen zu verzeichnen. Die Preise in den neuen Bundesländern liegen im Mittel um rd. 11,6 % über den Preisen der alten Bundesländer. 

Bundesrepublik gesamt

Der Mittelwert des Mischpreises aller 166 FVU (Bundesrepublik gesamt) beläuft sich auf 76,34 Euro/MWh; gegenüber dem 1. April 2015 ist er um 1,5 % gesunken. Bemerkenswert ist die ausgeprägte Spreizung der Angaben zur Preishöhe und -veränderung. Mehr als 2/3 der Wärmeleistung wird nach Unternehmensangaben überwiegend im KWK-Prozess erzeugt. Der durchschnittliche Mischpreis dieser Unternehmen liegt mit 77,02 Euro/MWh leicht über dem Mischpreis aller Preisangaben. Im Vergleich dazu liegt der durchschnittliche Preis für in reinen Heizwerken erzeugter Wärme mit 86,20 Euro/MWh knapp 13 % über dem Bundesdurchschnitt. Neben der Erzeugungstechnologie übt auch der Brennstoff einen starken Einfluss auf den durchschnittlichen Mischpreis aus. So liegt die aus Kohle erzeugte Wärme mit 73,11 Euro/MWh deutlich unter dem Durchschnittspreis für die Wärmeerzeugung aus Gas (78,03 Euro/MWh).

Zum ersten Mal wurden zudem Informationen zum CO2-Preis-Anteil abgefragt. Insgesamt 30 Unternehmen erfassen demnach ihre CO2-Kosten gesondert und geben diese an die Kunden weiter. Die Abrechnung erfolgt bei 10 Unternehmen über einen separat ausgewiesenen Preis für CO2-Belastungen. Im Mittel beträgt dieser Preis 0,75 €/MWh. Weitere 15 Unternehmen bilden ihre CO2-Kosten als Preisführungsgröße im Arbeitspreis ab. Insgesamt wurde von 98 Versorgern angegeben, dass die Aufwendungen für CO2-Emissionszertifikate nicht gesondert im Preissystem enthalten sind.

Es zeigt sich erneut, dass bei der Fernwärmeversorgung strukturelle Besonderheiten ausschlaggebend sind. Dies betrifft allerdings nicht nur die Brennstoffbasis oder Erzeugungstechnologie, sondern auch den Versorgungsumfang mit örtlich sehr unterschiedlichen wärmemarktspezifischen Parametern. Ein sinnvoller Vergleich der Fernwärmepreise ist nur bei entsprechender Beachtung dieser Strukturparameter möglich.

Ihr Ansprechpartner zu diesem Thema ist Laura Schantey.

Großtechnische KWK-Anlagen und die Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes – Neue und bestehende Fördertatbestände

Die Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes kommt und tritt voraussichtlich am 01.01.2016 in Kraft. Betreiber großtechnischer KWK-Anlagen können schon jetzt absehen, was sich für sie ändert: Neben den zwei bekannten Fördertatbeständen Neubau und Modernisierung bzw. Nachrüstung werden eine Bestandsförderung von Altanlagen und ein Bonus für den Ersatz von Kohle-KWK-Anlagen eingeführt. Bei jedem dieser Tatbestände ist die Qualität des für die Zulassung notwendigen Sachverständigengutachtens von enormer Bedeutung – ein unzureichendes Gutachten kann den Anlagenbetreiber mehrere hunderttausend Euro kosten.

Betreiber neuer oder modernisierter Anlagen mussten schon unter dem KWKG 2012 der zuständigen Bundesbehörde ein nach den anerkannten Regeln der Technik erstelltes Gutachten vorlegen. Diese Vorgabe wird auch unter dem KWKG 2016 bestehen bleiben. Mit der Novelle des Gesetzes kommt nun hinzu, dass auch für die neue Förderfähigkeit von Bestandsanlagen auf Basis gasförmiger Brennstoffe sowie für den zusätzlichen Bonus für Kohle-KWK-Anlagen Gutachten verlangt werden – und in allen Fällen kostet ein mangelhaftes Gutachten viel Geld.

Die Gesamtfördersumme einer Anlage ergibt sich direkt aus der im Gutachten angegebenen KWK-Nettoleistung. Wichtig ist: Die KWK-Nettoleistung entspricht dabei nur in wenigen Fällen der installierten, elektrischen Leistung der Anlage und muss im Gutachten individuell bestimmt werden. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass hier vielfach nicht mit der nötigen Sorgfalt gearbeitet wird. Insbesondere die Wahl des Lastfalls, die richtige Berücksichtigung der Anlagensystematik und die korrekte Abgrenzung des Eigenverbrauchs haben entscheidenden Einfluss auf die KWK-Nettoleistung und damit die Gesamtförderung.

Bei Ersatz von Kohle-KWK-Anlagen sind die Gutachten von doppelter Bedeutung

Für den sogenannten Kohle-Bonus gilt: Ersetzt ein Anlagenbetreiber eine kohlegefeuerte KWK-Anlage mit einer (oder mehreren) Neuanlage(n), besteht ein Anspruch auf die zusätzliche Förderung nur in Höhe der ersetzten KWK-Leistung. Diese KWK-Leistung ist allerdings in den wenigsten Fällen bekannt. In der Folge müssen zwei Sachverständigengutachten erstellt werden: eines für die Neuanlage und eines für die ersetzte Anlage. Beim Ersatz von Kohle-KWK-Anlagen sind die Gutachten für den Erfolg des Projekts daher von doppelter Bedeutung.

Bei der Zulassung von gasgefeuerten Bestandsanlagen als zuschlagsberechtigte bestehende KWK-Anlage wird es zumeist möglich sein, auf existierende Gutachten der Anlage zurückzugreifen. Aber auch hier ist die Überprüfung des alten Gutachtens lohnenswert und gegebenenfalls ist eine Aussage zur Hocheffizienz der Anlage zu ergänzen. So kann z.B. eine Anpassung des Eigenverbrauchs aufgrund von gesammelten Betriebsdaten den zu erwartenden Förderbetrag signifikant steigern.

Ist eine Modernisierungsmaßnahme förderfähig? Das Gutachten entscheidet mit.

Im KWKG 2016 werden die Fördertatbestände Modernisierung und Nachrüstung fortbestehen. Wie schon unter dem KWKG 2012 wird dem Gutachten auch bei der Modernisierung von KWK-Anlagen weiterhin eine Schlüsselrolle zustehen. Im Gutachten wird zwischen Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen unterschieden und die Bewertung der Maßnahmen nachvollziehbar dargelegt. In der Vergangenheit haben wir mehrfach gesehen, dass eine Fehleinschätzung der Fördervoraussetzungen zu unnötigen Hemmnissen geführt hat. Dies ist vermeidbar, denn die Rechtslage ist inzwischen größtenteils geklärt und der Tatbestand der Modernisierung hinreichend klar abgegrenzt.

Ihr PwC Ansprechpartner zu diesem Thema ist Maik Sinagowitz.

 

Schrittweise Überführung von Braunkohlekraftwerksblöcken mit einer Leistung von 2,7 GW in die Sicherheitsbereitschaft zur Erreichung der Klimaschutzziele – Verständigung zwischen Bundesregierung und Energiekonzernen

In einer Eckpunktevereinbarung vom 1. Juli 2015 hatte die Bundesregierung festgelegt, dass die deutsche Braunkohlenwirtschaft einen zusätzlichen Beitrag zum Aktionsprogramm Klimaschutz leisten soll. Bis 2020 sollen die Treibhausgasemissionen in Deutschland um 40 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden.

Nach übereinstimmenden Pressemitteilungen der beteiligten Parteien haben sich nunmehr das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) und die Energieunternehmen Mibrag, RWE und Vattenfall auf die befristete Einrichtung einer Sicherheitsbereitschaft von Braunkohlekraftwerken in einem Umfang von 2,7 Gigawatt und deren anschließende Stilllegung verständigt. Ein Gesetzentwurf zur Ausgestaltung der Maßnahme soll im November im Bundeskabinett beschlossen werden. Wenngleich gemäß Verlautbarung des BMWi bereits intensive Gespräche mit der Europäischen Kommission erfolgt sind und man zuversichtlich ist, dass diese Maßnahme beihilferechtlich genehmigungsfähig ist und noch offene Fragen geklärt werden können, ist das formelle Verfahren noch nicht abgeschlossen.

Die Regelung sieht vor, dass zwischen 2016 und 2019 Braunkohlenblöcke für jeweils vier Jahre vom Netz genommen werden. Diese Kraftwerksblöcke sollen nur noch als letzte und befristete Absicherung der Stromversorgung abgerufen werden können und müssen in diesem Zeitraum der Sicherheitsbereitschaft betriebsbereit gehalten werden.

Es ist vorgesehen, dass die Unternehmen Mibrag, RWE und Vattenfall Braunkohleblöcke mit einer Gesamtleistung von 2,7 Gigawatt ab dem Jahr 2016 schrittweise aus dem Markt genommen und vorläufig stillgelegt werden. Danach werden die Blöcke endgültig stillgelegt.

Nach den Verlautbarungen der Betreiber sind folgende Anlagen betroffen:

  • Seitens der MIBRAG wird das Kraftwerk Buschhaus mit einer Netto-Leistung von rund 350 Megawatt zum 1. Oktober 2016 für vier Jahre in die Sicherheitsbereitschaft genommen.
  • Der RWE Konzern wird fünf Anlagen der 300-MW-Klasse in die Sicherheitsbereitschaft überführen. Die Maßnahme beginnt für die Blöcke P und Q in Frimmersdorf am 1. Oktober 2017, für die Blöcke E und F in Niederaußem am 1. Oktober 2018 sowie für den Block C in Neurath am 1. Oktober 2019.
  • Vattenfall wird die 500 MW Blöcke E und F des Kraftwerks Jänschwalde (Lausitzer Revier) zum 1. Oktober 2018 bzw. 2019 in die Sicherheitsbereitschaft überführen.

Die Betreiber der stillzulegenden Anlagen erhalten für die Herstellung der Sicherheitsbereitschaft und für die Stilllegung der Anlagen eine Vergütung, die wie auch das technische Einsatzkonzept gesetzlich verankert werden soll.

Für die Sicherheitsbereitschaft fallen Gesamtkosten in einer Größenordnung von rund 230 Mio. Euro pro Jahr über sieben Jahre, mithin rd. 1,6 Mrd. Euro, an. Durch diese Maßnahme sollen die Netzentgelte um rund 0,05 Cent pro Kilowattstunde ansteigen.

Ziel der Überführung der Kraftwerksblöcke in die Sicherheitsbereitschaft ist, eine Emissionsminderung von 11 bis 12,5 Mio. Tonnen CO2 im Jahr 2020 zu erreichen, um damit – gemeinsam mit der Initiative zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWKG Novelle) und Maßnahmen im Bereich der Energieeffizienz – die nationalen Klimaziele zu erreichen. Es ist vorgesehen, die genaue Entwicklung der Emissionsminderung im Jahr 2018 zu evaluieren und gegebenenfalls weitere Maßnahmen abzuleiten.

Ihr PwC Ansprechpartner zu diesem Thema ist Thomas Schmid.

Das Gesetz zur Geschlechterquote – Auch viele Energieunternehmen müssen bis zum 30. September 2015 reagieren!

Das Gesetz verpflichtet zunächst zur Umsetzung einer 30% Frauenquote in den Aufsichtsräten sukzessive für ab dem 1. Januar 2016 neu zu besetzende Posten. Es richtet sich dabei ausschließlich an alle börsennotierten und gleichzeitig paritätisch mitbestimmten Unternehmen. Bei Nichterreichung der Quote ist eine evtl. quotenwidrige Wahl nichtig und der Aufsichtsratsposten bleibt unbesetzt.

Darüber hinaus werden die Unternehmen durch das Gesetz verpflichtet, sog. Zielgrößen für den Frauenanteil im Vorstand/in der Geschäftsführung und in den beiden darunter liegenden Management Ebenen festzulegen. Diese Verpflichtung richtet sich sowohl an alle börsennotierten Unternehmen als auch an alle mitbestimmten Unternehmen (egal ob drittel-paritätisch oder paritätisch mitbestimmt und unabhängig von einer Börsennotierung). Für alle nicht schon auf eine Frauenquote verpflichtete Unternehmen gilt diese Zielgrößen-Vorgabe ergänzend für den Aufsichtsrat. Die genannten Unternehmen haben die Zielgrößen und die Frist zur Erreichung der Zielgrößen erstmalig bis zum 30. September 2015 festzulegen. Bei Nichterreichung der Zielgrößen hat der Aufsichtsrat bzw. Vorstand/Geschäftsführer darüber zu berichten.

Ihre PwC-Ansprechpartnerin zu diesem Thema ist Kerstin Bangen.

Vernetzte Energiewelt

Die Energiewirtschaft steckt mitten in einem radikalen Transformationsprozess. Es entsteht ein System, das von Millionen Strom- und Wärmeerzeugern gespeist wird.  Der Trend geht weg von großen Kraftwerkseinheiten, die nach starren Lastprofilen die Energienachfrage bedienen. Stattdessen werden weltweit Abermillionen von dezentralen Erzeugern in einem Netzwerk mit noch mehr Verbrauchern so miteinander verknüpft sein, dass jederzeit ausreichend und preiswert Energie zur Verfügung steht.

Noch steht die Branche am Anfang dieses Transformationsprozesses. Aber das neue Leitbild kristallisiert sich bereits jetzt heraus. Es heißt Flexibilisierung. PwC beschäftigt sich intensiv mit der Frage, welche Auswirkungen die Entwicklungen in der Energiewelt haben und wie sich Unternehmen positionieren sollten. In dem globalen PwC Report „The road ahead: Gaining momentum from energy transformation“ analysiert PwC nicht nur, was die treibenden Kräfte des Transformationsprozesses sind, sondern auch in welche Richtung sich Unternehmen weiterentwickeln können. Dabei identifiziert PwC acht mögliche Geschäftsmodelle für die Zukunft.

Eine Schlüsselrolle spielt dabei der Stromsektor. Ohne Strom bricht die gesamte Infrastruktur zusammen. Gleichzeitig ist die Stromerzeugung allein in Deutschland für 40 Prozent der klimaschädlichen CO2-Emissionen verantwortlich. Deutschland hat sich mit der Energiewende eine Herkulesaufgabe aufgebürdet. Deshalb schaut die gesamte Welt mit einer Mischung aus Faszination, Unglauben und Skepsis auf das Land der Dichter, Denker und Ingenieure.

Zwar knirscht es im Transformationsgetriebe in Deutschland und die Politik kommt nicht schnell genug hinterher, dennoch sind die meisten Experten davon überzeugt, dass die Vorteile der Energiewende unterm Strich die Nachteile überwiegen. Die veränderten Rahmenbedingungen rufen weitere Player auf den Plan, die mit neuen Produkten oder Dienstleistungsmodellen ihre Chance wittern. Die Energiewende bedeutet damit nicht nur eine Chance für Energieversorger, sondern auch für innovative Unternehmen außerhalb des Energiesektors.

Lesen Sie mehr dazu hier in next: Das Magazin für Vorausdenker: Vernetzte Energien

7. Tagung gemeinsam mit der VKU Landesgruppe NRW

Am 25. und 26. August findet auf Schloss Bensberg die 7. Tagung der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen des Verbandes kommunaler Unternehmen e.V. gemeinsam mit PwC statt. Wie jedes Jahr wollen wir einen spannenden und informativen Ausblick auf die künftigen Geschäftsmodelle der Kommunalwirtschaft werfen und den kommunalwirtschaftlichen Dialog anregen. Die vergangenen Jahre waren vor allem geprägt von einem substantiellen Strukturwandel der kommunalwirtschaftlichen Energie- und Wasserversorger. Die Kommunalwirtschaft steht weiterhin vor signifikanten Herausforderungen auf allen Ebenen der Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette.

Am ersten Tag wollen wir vor allem diesen Wandel aus Sicht der Kommunalwirtschaft beleuchten: Andreas Feicht wird nach der Begrüßung für die WSW Energie & Wasser AG Wuppertal seine Einschätzungen zum Thema „Flexibilität und Versorgungssicherheit“ vorstellen. Daran schließen sich die Vorträge von Markus Hilkenbach, Stadtwerke Coesfeld, sowie Frank Kindervatter für die NEW AG Mönchengladbach an. Beide werfen einen Ausblick auf den „Zukunftsrolle der Stadtwerke in ihren Versorgungsräumen“. Nach einer kurzen Pause wird Dr. Volker Breisig, PricewaterhouseCoopers AG WPG Düsseldorf das Benchmarking teilnehmender Stadtwerke in den Mittelpunkt seines Vortrages stellen. Torsten Hinrichs, CEO Scope Ratings, erläutert am Beispiel eines deutschen Stadtwerkes den Ablauf eines Ratingprozesses der europäischen Ratingagentur SCOPE, dessen Ergebnis für Investoren und den Finanzmarkt vielfach als Grundlage dienen. Durch die „europäische Brille“ schaut Dr. Dieter Steinkamp, Vorstandsvorsitzender RheinEnergie AG Köln, wenn er für den Bundesverband Öffentliche Dienstleistungen e.V. unsere Rolle im europäischen Diskurs einschätzt.

Der zweite Tagungstag legt seinen Fokus verstärkt auf den Rechtsrahmen, in dem sich die Kommunalwirtschaft bewegt. In die nationale Umsetzung europäischer Vorgaben zur eRechnung wird Dr. Stefan Werres vom Bundesministerium des Innern einführen. Anschließend fragt Jochen Homann, Bundesnetzagentur, welchen Regulierungsrahmen die Energiewende braucht. Aus Sicht des Bundeskartellamtes erläutert dann Andreas Mundt, die aktuellen Wettbewerbsbedingungen im Energie und Wassersektor. Im deutschen Recht bewegt sich danach auch Markus Moraing, Geschäftsführer VKU Landesgruppe Nordrhein-Westfalen, der die aktuellen rechtlichen Initiativen der Landesregierung vorstellt. Neben einer Diskussions- und Fragerunde wird der zweite Tagungstag durch Felix Hasse, PricewaterhouseCoopers AG WPG Düsseldorf, abgerundet, der sich dem Thema Digitalisierung widmet und dies anhand eines Praxisberichts veranschaulicht. Wie schon die letzten Jahre möchte die Tagung auf Schloss Bensberg einen fundierten Blick auf aktuelle Entwicklungen geben, dabei aber auch dem kommunalwirtschaftlichen Dialog ausreichend Raum einräumen. Es wird spannend und interessant werden. Wir freuen uns auf Sie.

Bei Interesse oder Fragen ist Ihr PwC Ansprechpartner zu diesem Thema: Dr. Sven-Joachim Otto.

Ein Strommarkt für die Energiewende: Ergebnispapier des BMWi (Weißbuch)

Vor wenigen Tagen veröffentlichte das Bundesministerium für Wirtschaft das Weißbuch zum Strommarktdesign. Richtungsweisend ist die Abkehr vom Kapazitätsmarkt zu Gunsten eines Strommarkts 2.0. PwC begrüßt diese Entscheidung, sieht aber weiteren Handlungsbedarf. Hier die zentralen Punkte des Papiers samt anknüpfender Analyse.

Kerninhalte

  • Hauptthema des Weißbuchs ist die Grundsatzentscheidung für einen Strommarkt 2.0 und die damit verbundene Absage an einen Kapazitätsmarkt zu Gunsten eines Energy-Only-Marktes. Wie bereits im Grünbuch angekündigt, wird der Strommarkt 2.0 durch eine Kapazitätsreserve flankiert werden.
  • Das BMWi hat sich u.a. aus den folgenden Gründen für den Strommarkt 2.0 und gegen einen Kapazitätsmarkt entschieden:
    • Der Strommarkt 2.0 gewährleiste die Versorgungssicherheit unter Berücksichtigung des grenzüberschreitenden europäischen Stromhandels, der Belohnung von Flexibilität auf Angebots- und Nachfrageseite (durch sog. Flexibilitätsoptionen) und einer Kapazitätsreserve.
    • Der Strommarkt 2.0 fördere den Abbau von Überkapazitäten und ermögliche es umgekehrt durch die hervorgerufenen Preisspitzen tatsächlich benötigte flexible Kapazitäten zu refinanzieren. In der Folge geht das BMWi davon aus, dass sich die Marktteilnehmer durch langfristige Liefer- und Absicherungsverträge als Instrumente zur Risiko- und Kostenoptimierung gegen die Preisspitzen absichern werden.
    • Ein Energy-Only-Markt sei kostengünstig und fördere den Einsatz kosteneffizienter Technologien. Vorausgesetzt dass (insb. regulatorische) Hemmnisse abgebaut werden, könnten sich Flexibilitätsoptionen zukünftig im Markt durchsetzen.
    • Durch Wettbewerb sollen Anreize für Innovationen und Nachhaltigkeit geschaffen werden. Die freie Preisbildung soll dabei innovative Lösungen u.a. zur besseren Integration erneuerbarer Energien ermöglichen und damit Möglichkeiten für neue Geschäftsfelder eröffnen.

Energiekostenreduzierung für Industrieunternehmen durch ganzheitliches Energiemanagement

Angesichts des sich verändernden Energiesektors und der kontinuierlichen Gesetzesänderungen bedarf es einer guten Kenntnis des Energiemarktes und der rechtlichen Gegebenheiten, um bei den Stromkosten kein Geld zu verschenken.

Im Rahmen dieses angebotenen Trainings wird ein umfassender Einblick in energiewirtschaftliche Zusammenhänge und Rahmenbedingungen vermittelt, der dabei helfen soll, die gesetzlichen Möglichkeiten zur Energiekostenreduzierung für Unternehmen optimal einzuschätzen und zu nutzen. Unter anderem werden dabei Neuerungen zur Besonderen Ausgleichsregelung im EEG und zu der Strom- und Energiesteuererstattung vorgestellt. Aber auch Reduzierungsmöglichkeiten bei weiteren Abgaben oder die Beihilfe im Rahmen der Strompreiskompensation sind Themen, die zu den Inhalten der Veranstaltung gehören.

Die Referenten von „The Academy“, dem Trainingsinstitut von PwC, zeigen Ihnen die Möglichkeiten zur Reduzierung Ihrer Energiekosten anwendungsbezogen auf und gehen dabei auf die aktuellen gesetzlichen Neuerungen ein. Anhand von Beispielen und Fallstudien erläutern sie, wie man bei der Antragstellung und Zusammenstellung der erforderlichen Unterlagen und Zahlenwerke schnell und zielgerichtet vorgeht.

Sollten Sie Interesse an einem der Basiskurse haben, so schauen Sie doch bitte unter diesen links rein:

30. September 2015 – Frankfurt oder 10. November 2015 – Düsseldorf.

Ihr PwC Ansprechpartner zu diesem Thema ist: Gerhard Locher.

 

 

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