Kategorie: Aktuelles

Bleiben Sie auf dem laufenden - der Aktuelles RSS-Feed

Die Alte und die Neue Welt: Handelsblatt Jahrestagung Energiewirtschaft

Sie ist der Branchentreff der Energiewirtschaft. Mehr als 1.200 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Forschung kamen am 20. Januar nach Berlin zur Handelsblatt-Jahrestagung Energiewirtschaft, um drei Tage lang über die Zukunft der Energiewirtschaft zu diskutieren. Diskussionsstoff gab es reichlich, denn die Branche befindet sich im Umbruch. Die „Energy Transformation“, so nennen wir bei PwC diese Phase des Umbruchs, zwingt Unternehmen zum Umdenken – und Handeln. Traditionelle Geschäftsmodelle haben ausgedient, innovative Konzepte sind gefragt. Dr. Norbert Schwieters, Global Energy Leader bei PwC, zeigte in seinem Vortrag, wie globale Megatrends das Verhältnis von Energie und Information verschieben und eine neue Energie- und Informationswelt einleiten. Dezentrale, volatile Erzeugung löst die zentrale, konventionelle ab und verlangt nach flexiblen Marktmodellen. Es gibt bereits einige Ansätze, Demand Side Management ist einer davon, weitere müssen folgen.

Neben der Industrie ist auch die Politik gefragt, auf diese Entwicklung zu reagieren. Sie muss die notwendigen Rahmenbedingungen setzen und von Kapazitäts- auf Flexibilitätsorientierung umstellen, davon ist PwC überzeugt. Noch beherrscht das Thema Versorgungssicherheit die öffentliche Debatte. Auch auf der Tagung sorgte die Frage nach Kapazitätsmechanismen für angeregte Diskussionen. Im Gespräch mit Klaus Stratmann, energiepolitischer Redakteur beim Handelsblatt und Moderator der Veranstaltung, sagte E.ON-Chef Johannes Teyssen, dass ein Kapazitätsmarkt ohnehin kommt; Energieminister Sigmar Gabriel sprach sich unmittelbar vorher gegen Kapazitätsmärkte aus – ebenso wie Kanzlerin Angela Merkel. Es gebe „kein Hartz IV für Kohlekraftwerke“, wie Andreas Mihm in einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung den Minister zitiert.

Wie Deutschland eine Versorgungslücke, die laut einer PwC-Studie zum Strommarkt in Deutschland ab 2023 droht – dann, wenn die letzten Atomkraftwerke stillgelegt werden – abwenden kann, ist unklar. Das kritisiert, so schreibt es Daniel Wetzel in der WELT, auch BDEW-Chefin Müller. PwC plädiert für eine Politik der kleinen Schritte, die Kapazitätslösungen vorsieht und einen sicheren und bezahlbaren Übergang von alter in eine neue Energiewelt ermöglicht. Deutschland steht noch am Anfang der Energy Transformation – für Unternehmen ist das Herausforderung und Chance zugleich. Wie Energieunternehmen die richtigen Weichen stellen können, erfahren Sie zum Beispiel in der globalen Analyse von PwC und strategy& “The road ahead. Gaining momentum from energy transformation“ . Wo Deutschland nach vier Jahren Energiewende steht und wo dringender Handlungsbedarf besteht, erfahren Sie in unserem Energiewende Outlook.

Die besonderen Eindrücke der Handelsblatt Tagung 2015 sind in diesem Kurzfilm zusammengefasst (Passwort: handelsblatt2015) die Bereitstellung erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Euroforum.

 

Ihr PwC Ansprechpartner für Fragen zum Energiewende Outlook ist Volker Breisig – bei Fragen rund um die Handelsblatt-Tagung sprechen Sie bitte Anja Cavunt an.

 

Aktionsplan Energieeffizienz

Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien und dem Ausstieg aus der Kernenergie stellt die Steigerung der Energieeffizienz die zweite Säule der Energiewende dar. Vor diesem Hintergrund wurde am 3. Dezember 2014 in Berlin der Nationale Aktionsplan Energieeffizienz der Bundesregierung vorgestellt. Dieser beschreibt die Energieeffizienzstrategie der Bundesregierung für die laufende Legislaturperiode. Angesichts des erwarteten Anstiegs der weltweiten Nachfrage nach Energie wird – neben einem verstärkt auf erneuerbaren Energien basierenden Energieerzeugungssystems – der effiziente Umgang mit Energie ein wesentlicher Baustein für den auch künftigen Wohlstand in Deutschland sein. Die Gebäudesanierungs-Offensive soll wesentlich dazu beitragen, das Ziel der Politik, bis 2020 40 Prozent weniger Kohlendioxid auszustoßen als 1990 (aktuell 25 Prozent), zu erreichen – wie Michael Bauchmüller in der Süddeutschen Zeitung schreibt (Beitrag hier). Neben Einzelmaßnahmen der Industrie, Gewerbe und privaten Haushalte sind auch neue Geschäftsmodelle, Innovationen und Produkten zur Energieeinsparung nötig, die Deutschland seinen Klimazielen näher bringt und darüber hinaus auf dem Weltmarkt platziert werden können. Gleichzeitig stellt die Energieeffizienz einen wichtigen Part einer Investitionsstrategie für Deutschland dar. Der Allokationsplan führt aus, dass Energieeffizienzinvestitionen eine überdurchschnittliche Rentabilität aufweisen und zielt darauf ab, durch einen geeigneten Mix an Instrumenten wie Beratung, Kommunikation und Förderung alle gesellschaftlichen Akteure für Energieeffizienzsteigerungsmaßnahmen zu gewinnen bzw. einzubinden. Nach einer Bestandsaufnahme in Form einer Darstellung von Zielen, Stand und Potenzialen der deutschen Energieeffizienzpolitik werden im Aktionsplan die Sofortmaßnahmen vorgestellt, mit denen die Bundesregierung neue Impulse zu setzen beabsichtigt.

Folgende zentrale Sofortmaßnahmen sind vorgesehen:

Energieeffizienz im Gebäudebereich voranbringen

  1. Qualitätssicherung und Optimierung/Weiterentwicklung der bestehenden Energieberatung
  2. Steuerliche Förderung von energetischen Sanierungen ab 2015 (Volumen 1 Mrd. € p.a., Förderung über 10 Jahre)
  3. Weiterentwicklung, Verstetigung und Aufstockung des CO2-Gebäudesanierungsprogramms bis 2018 (KfW Programme zum energieeffizienten Bauen und Sanieren)
  4. Heizungscheck

Energieeinsparen als Rendite und Geschäftsmodell: Neue Impulse für Energiedienstleistungen, Effizienztechnologien und Wettbewerbsfähigkeit setzen

  1. Einführung eines wettbewerblichen Ausschreibungsmodells für Energieeffizienz
  2. Förderung von Contracting durch Ausfallbürgschaften für Contracting Finanzierungen bzw. ein Förderprogramm Einsparcontracting
  3. Weiterentwickung der KfW-Energieeffizienzprogramme (Einstieg: Einsparung 10%, Premium: Einsparung 30%)
  4. Offensive Abwärmenutzung (Novellierung Förderrichtlinie Querschnittstechnologien und Energieberatung Mittelstand)
  5. Pilotprogramm „Einsparzähler“

Eigenverantwortlichkeit für Energieeffizienz: Messen – Verstehen – Handeln – Sparen

  1. Beratung zu kommunalen Energieeffizienznetzwerken
  2. Förderung von „Energieeffizienzmanagern“ zur Hebung von Potenzialen in Gewerbegebieten
  3. Branchenspezifische Effizienzkampagnen
  4. EU Energieeffizienz-Labelling und Ökodesign
  5. Nationale Top-Runner Initiative (Förderung von Maßnahmen zur beschleunigten Marktdurchdringung qualitativ hochwertiger Produkte und Dienstleistungen („Top Runner“), die zur Senkung des Energieverbrauchs führen, vorgesehenes Fördervolumen 6 Mio. € p.a.)
  6. Energieauditpflicht für große Unternehmen
  7. Weiterentwicklung der Mittelstandsinitiative „Energiewende und Klimaschutz“ sowie der Energieberatung Mittelstand
  8. Nationales Effizienzlabel für Heizungsaltanlagen
  9. Förderprogramm Energieeffizienz in der Abwasserbehandlung
  10. Energieberatung für landwirtschaftliche Unternehmen sowie Wiederaufnahme des Bundesprogramms zur Förderung der Energieeffizienz in der Landwirtschaft und im Gartenbau
  11. Initiative Energieeffizienznetzwerke (Start in 2015, Ziel: 500 Netzwerke bis 2020 – siehe dazu ein F.A.Z.-Artikel von Andreas Mihm: Beitrag in der FAZ)

Weiterentwicklung Maßnahmen Verkehr

Die hierunter zu fassenden Maßnahmen ergeben sich aus dem Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 – u.a. Förderung der Elektromobilität, Förderprogramm zur Markteinführung von energieeffizienten Nutzfahrzeugen (ab 2016), Stärkung des Schienengüterverkehrs durch Infrastrukturinvestitionen, Ausweitung der LKW Maut.

Insgesamt ist vorgesehen, durch die Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz – ohne die Maßnahmen im Verkehrssektor – bis 2020 eine Verringerung des Primärenergieverbrauchs in Höhe von 390 bis 460 PetaJoule (PJ) und zu einer Verminderung der Treibhausgasemissionen von 25 bis 30 Mio. Tonnen CO2 (äquivalent) zu erreichen. Die Maßnahmen des Verkehrsbereichs, die sich aus dem Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 ergeben, sollen eine zusätzliche Verringerung des Primärenergiebedarfs um rd. 110 bis 160 PJ bewirken und einen Beitrag zur CO2 Reduktion von zehn Millionen Tonnen leisten.

Transaktionsmonitor Energiewirtschaft – Ausgabe 3

Die Bundesregierung steht nach wie vor zur Energiewende sowie zu den Klimaschutzzielen und will den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung bis 2025 auf 40% bis 45% und bis 2035 auf 55% bis 60% steigern. Mit der Verabschiedung des EEG 2014 wurde erneut ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg dorthin erreicht. Für die Energieversorger herrscht dadurch zumindest im Bereich der erneuerbaren Energien wieder mehr Planungssicherheit. Dennoch sind unverändert wichtige und drängende Fragen in der Energiewirtschaft, wie beispielsweise die Implementierung eines Kapazitätsmarktes oder die Ausgestaltung der Netzregulierung ab dem Jahr 2019, offen.

„Energiestrategien von Morgen“ – Energietag des Weltenergierates vom 30. September 2014 in Berlin

Am 30. September fand in Berlin der Energietag 2014 des Weltenergierates (Deutschland) statt. PwC als Partner des Weltenergierates nahm an dieser Veranstaltung, die unter dem Motto „Energiestrategien von Morgen“ stand, teil. In einem ersten Themenblock stellten Herr Lex Hartman, Geschäftsführer des Übertragungsnetzbetreibers TenneT, EU-Energiekommissar Günther Oettinger sowie Staatssekretär Rainer Baake in Keynotes ihre Visionen des europäischen Energiebinnenmarktes dar. Es bestand Einigkeit, dass die Energiewende europäisch gedacht werden muss. Dieses gilt auch für die Frage des Marktdesigns, notwendige Strukturen zur Sicherung der Versorgungskapazitäten sind europäisch und nicht national zu schaffen.

Ergebnispotenzial durch Umstellung von Erdgas-BHKW auf Biomethan

Bestehende Erdgas-BHKW bieten oft ungenutztes Ergebnispotenzial. Die Umstellung auf Biomethan kann dabei eine Maßnahme zur Ergebnisoptimierung darstellen. Mit dem Inkrafttreten des EEG 2014 zum 1. August 2014 wird die Förderung von Strom aus Biomasse generell erheblich eingeschränkt. Das EEG 2014 enthält allerdings eine Vielzahl bestandsschützender Vorschriften für Biogasaufbereitungsanlagen sowie der Verstromung von Biomethan. Eine Übergangsregelung des EEG 2014 ermöglicht eine Umstellung eines Erdgas-BHKW auf den Betrieb mit Biomethan bis zum 31. Dezember 2014, sodass BHKW-Betreiber von einer vergleichsweise höheren Vergütung gemäß einer Vorgängerfassung des EEG 2014 profitieren können.

Biomasse verliert im EEG 2014 an Bedeutung

Das EEG 2014 sieht Ausbaupfade bzw. Zielkorridore für die Erzeugung aus erneuerbaren Energien vor. Der Zubau von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Biomasse wird bei 100 MW installierter Leistung je Jahr gedeckelt. Neben der Deckelung des Zubaus von Biomasseanlagen wurden auch die Vergütungssätze für Strom aus Biomasse gekürzt und Boni gestrichen. So besteht unter dem EEG 2014 keine Möglichkeit einer Zusatzvergütung für bestimmte Einsatzstoffe mehr. Ein weiterer Einschnitt für Biomasseanlagen über 100 kW installierter Leistung ist die Beschränkung der finanziellen Förderung auf 50 % des erzeugten Stroms. Daneben besteht allerdings die Möglichkeit zur Inanspruchnahme einer Flexibilitätsförderung, die sich an der installierten Leistung orientiert.

Auch wenn die Biomethan-Branche die Neufassung des EEG 2014 äußerst kritisch betrachtet, wurden vom Gesetzgeber Übergangsvorschriften im § 100 Abs. 2 EEG 2014 aufgenommen, die eine Umstellung des BHKW-Betriebs von Erdgas- auf Biomethan bis zum 31. Dezember 2014 ermöglicht. Unter bestimmten Voraussetzungen können BHKW-Betreiber dann noch von den alten, hohen Fördersätzen profitieren.

Wirtschaftlichkeitsbetrachtung anhand eines Muster-BHKW

Bedingt durch die aktuellen Entwicklungen an den Energiemärkten ist ein wirtschaftlicher Betrieb von Erdgas-BHKW, welche nicht mehr nach dem KWKG gefördert werden, immer seltener gegeben. BHKW-Betreiber stehen vor der Entscheidung, das BHKW ggf. abzuschalten oder unter anderen Voraussetzungen zu betreiben. Die Umstellung eines BHKW von einem Erdgas- auf einen Biomethanbetrieb hat Auswirkungen auf die dem BHKW zurechenbaren Kosten- und Erlöspositionen. Insbesondere werden die Beschaffungskosten und Stromerlöse durch eine solche Umstellung berührt. Unter der Annahme, dass das Einsatzverhalten durch die Umstellung nicht verändert wird, hat diese Maßnahme i. d. R. jedoch keinen Einfluss auf Kapital-, Wartungs-, Instandhaltungs- und Verwaltungskosten. Außerdem sind die Erlöse für die erzeugte Wärme zunächst gleich zu bewerten. Daher kann mithilfe einer isolierten Differenzbetrachtung der veränderten Kosten- und Erlöspositionen eine Entscheidungsgrundlage geschaffen werden. In der Tabelle 1 sind die wichtigsten Kenngrößen zusammengefasst und der sich daraus ergebene Ergebnisvorteil bei einer Umstellung auf Biomethan vor dem 31.12.2014 dargestellt, sodass eine Vergütung nach dem EEG 2009 gewährt wird.

Tabelle 1: Beispiel einer Differenzbetrachtung zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit
Erdgas-BHKW Biomethan-BHKW (EEG 2009)
Jahr der Inbetriebnahme 2010 2010
Umstellung bzw. Jahr der Betrachtung 2014 2014
elektrische Leistung 300 kW 300 kW
thermische Leistung 416 kW 416 kW
elektrischer Nutzungsgrad Hs 33,50% 33,50%
thermischer Nutzungsgrad Hs 46,40% 46,40%
Vollbenutzungsstunden 7.000 h/a 7.000 h/a
Stromproduktion 2,1 Mio. kWh/a 2,1 Mio. kWh/a
Gasbezugsmenge Hs 6,3 Mio. kWh/a 6,3 Mio. kWh/a
Stromerlöse 3,72 Ct/kWh 20,66 Ct/kWh
Gas- bzw. Biomethanbezugskosten Hs 2,53 Ct/kWh 7,20 Ct/kWh
Stromerlöse 89 TEUR/a 433 TEUR/a
Gasbezugskosten 159 TEUR/a 451 TEUR/a
Ergebnisvorteil 53 TEUR/a

Das betrachtete BHKW wurde Anfang 2010 in Betrieb genommen. Die Umstellung auf Biomethan wurde im Jahr 2014 vollzogen. Gemäß der Übergangsvorschriften im EEG 2014 findet für das BHKW das fossile Inbetriebnahmejahr Anwendung. Die Einspeisevergütung ermittelt sich deshalb nach dem EEG 2009. Kosten und Erlöse des Erdgas-BHKW wurden für das Jahr 2014 unterstellt. Dabei sind Stromerlöse von 3,72 Ct/kWh (Baseloadpreis EEX Cal 15 + 5%) zzgl. vermiedener Netzentgelte i. H. v. 0,50 Ct/kWh zu Grunde gelegt worden.

Eine mögliche Umstellung auf Biomethan sollte geprüft werden

Die finanzielle Förderung gemäß dem EEG 2014 hat wesentlichen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit einer Umstellung. Durch die erheblichen Kürzungen der Biomassevergütung im EEG 2014 scheint eine Wirtschaftlichkeit kaum noch gegeben zu sein, soweit das EEG 2014 Anwendung findet. Wenn allerdings bestehende Erdgas-BHKWs vor dem 31.12.2014 umgestellt werden, dann kommt. je nach Inbetriebnahmezeitpunkt eine Vorgängerfassung des EEG 2014 zur Anwendung. Diese dann deutlich höhere EEG-Vergütung hat wiederum großen wirtschaftlichen Einfluss auf die Umstellung eines Erdgas-BHKW auf den Betrieb mit Biomethan.

Vor dem Hintergrund einer wirtschaftlichen Optimierung des BHKW-Betriebs sollte neben einer Umstellung auf Biomethan zudem eine flexiblere Fahrweise des BHKW bzw. weitere Vermarktungsmöglichkeiten (z.B. Regelenergie) geprüft werden. Steuerliche Aspekte z.B. im Rahmen des steuerlichen Querverbunds müssen bei einer Umstellung auf den BHKW-Betrieb mit Biomethan im Vorfeld geprüft werden.

Mehr Informationen zu diesem Thema entnehmen Sie bitte dem Fachbeitrag „Ergebnispotenzial durch Umstellung von Erdgas- BHKW auf Biomethan“.

Ihr PwC Ansprechpartner zu diesem Thema ist André Schnelte.

Veränderung der Wertschöpfungskette im Energiesektor

Seit einigen Jahren erfährt der Energiesektor tiefgreifende strukturelle Veränderungen. Sei es die auf europäischer Ebene vorangetriebene Liberalisierung der Energiemärkte, neue regulatorische Rahmenbedingungen oder die durch die Bundesregierung eingeleitete Energiewende. Die Entwicklungen haben einen bedeuteten Einfluss auf die Geschäftsprozesse der Akteure auf den Energiemärkten.

Der folgende Artikel gibt einen kurzen Überblick über die aktuellen Entwicklungen in der Energiebranche und der daraus folgenden möglichen Konsequenzen aus Verrechnungspreissicht. Insbesondere wird im Lichte der aktuellen BEPS Entwicklung diskutiert, welche Auswirkungen die Veränderung des Geschäftsmodells auf die Vergütung der in der Wertschöpfungskette beteiligten Parteien eines Energieversorgungsunternehmens haben kann.

 

Strukturelle Änderungen im Energiesektor

Die Energiebranche befindet sich seit einiger Zeit in einem fundamentalen Veränderungsprozess. Auf europäischer Ebene schreitet die Liberalisierung der Energiemärkte voran und trägt damit zu einer Intensivierung des Wettbewerbs bei. Die von der Bundesregierung beschlossene Energiewende – weg von fossilen und nuklearen Energieträgern hin zu klimafreundlichen erneuerbaren Energien – stellt die Energieversorgungsunternehmen in Deutschland vor zusätzliche Herausforderungen.

Einerseits eröffnet dieser Wandel neue Chancen für die Marktteilnehmer. Andererseits sehen sich insbesondere die traditionellen Energieversorger vor die Herausforderung gestellt, ihre strategische und operative Ausrichtung zu überdenken, um im hart umkämpften Markt zu bestehen. Bestand der Markt in der Vergangenheit noch aus einer begrenzten Anzahl von Marktteilnehmern mit einer mehr oder minder klaren Rollenverteilung, führen Faktoren wie die zunehmend dezentrale Energiegewinnung bei erneuerbaren Energien, eine Internationalisierung des Energiehandels oder die Öffnung der Stromnetze für den Wettbewerb zu einer grundlegenden Veränderung der etablierten Geschäftsmodelle.

 

Veränderung der etablierten Geschäftsmodelle bei Energieversorgungsunternehmen

Geht man davon aus, dass sich die Wertschöpfungskette im Energiesektor aus den vier Bestandteilen Rohstoffförderung/-beschaffung, Energieerzeugung, Energietransport bzw. -speicherung sowie dem Vertrieb an private/industrielle Endkunden zusammensetzt, liegt nach traditioneller Sichtweise der maßgebliche Beitrag zum Unternehmenserfolg eines Energieversorgers in der Energieproduktion. Die strategische Planung, der Bau und die Finanzierung von Kraftwerken für die Energieproduktion wurden demnach als entscheidende Faktoren für den wirtschaftlichen Erfolg eines Energieversorgers erachtet. Andere Funktionen im Wertschöpfungsprozess stellten dagegen aus der klassischen Perspektive lediglich routinemäßige Support-Funktionen für den Energieerzeuger dar. Dies galt ebenfalls für die im Konzern angesiedelte Handelsaktivität (Trading), die den Energieproduzenten im Beschaffungs- und Absatzprozess unterstützte. Aus Verrechnungspreissicht waren demzufolge der Energieproduzent als Strategieführer zu bewerten, dem nach Abzug der routinemäßigen Vergütung für sämtliche in der Wertschöpfungskette beteiligten Parteien der Residualgewinn zustand.

Blickt man jedoch auf die aktuellen Entwicklungen im Energiesektor, gewinnt die Trading-Funktion für Energiekonzerne zunehmend an Bedeutung. Die Liberalisierung der Energiemärkte führt zu verstärkten Wettbewerb, aber auch neuen Absatzchancen im In- und Ausland. Energie und energienahe Produkte werden zunehmend an internationalen Energiebörsen gehandelt. Die Produktion und Nutzung erneuerbarer Energien können in kürzester Zeit zu stark schwankenden Über- und Unterkapazitäten in den Stromnetzen führen. Faktoren wie diese erfordern ein gut funktionierendes Risikomanagement zur Steuerung des Unternehmensportfolios. Die Handelsaktivitäten bei Energiekonzern umfassen daher mittlerweile die gesamte Bandbreite an Leistungen, angefangen von der Beschaffung von Rohstoffen, über den Handel mit Energie und energienahen Produkten, Sicherungsgeschäften aller Art, der Erbringung von energienahen Finanzdienstleistungen, bis hin zur Steuerung der Kraftwerksauslastung und der Ressourcenallokation innerhalb des Konzerns. Die Trading-Funktion trifft somit für den Unternehmenserfolg strategisch wichtige Entscheidungen und übernimmt im Wertschöpfungsprozess eine immer bedeutendere Rolle.

 

Zusammenhang mit der aktuellen BEPS Diskussion

Die mit dem Wandel des Energiesektors einhergehenden Veränderungen der Wertschöpfungskette müssen aus Verrechnungspreisperspektive nicht zuletzt im Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion der OECD in ihrem Bericht „Action Plan on Base Erosion and Profit Shifting gesehen werden. Insbesondere die Maßnahmen 8-10 des OECD Action Plans, die sicherstellen sollen, dass Gewinne innerhalb eines Konzerns in Übereinstimmung mit den jeweiligen Wertschöpfungsbeiträgen anfallen, sind hier von Bedeutung. Geht man nun davon aus, dass die Handelsaktivität im Energiekonzern aufgrund ihrer zunehmende Bedeutung über eine reine Routinefunktion hinausgeht, wäre dieser Funktion ein aus Verrechnungspreissicht angemessener Teil des Residualgewinns zuzuordnen, der im Rahmen einer umfangreichen Wertschöpfungsbeitragsanalyse zu ermitteln wäre. Folglich müsste die traditionelle Verrechnungspreislogik einer routinemäßigen Vergütung für die Trading-Funktion überdacht werden.

 

Fazit und Ausblick

Vor dem Hintergrund der oben dargestellten Entwicklung in der Energiebranche ist es für die Markteilnehmer in besonderem Maße empfehlenswert, ihre konzerninternen Verrechnungspreissysteme zu überprüfen und diese möglicherweise an die sich verändernden Geschäftsmodelle anzupassen. Hierdurch können einerseits zukünftige steuerliche Risiken minimiert werden, aber auch Gestaltungsmöglichkeiten proaktiv genutzt werden. Die Entwicklung marktkonformer Vergütungsmechanismen ist in diesem Zusammenhang genauso von Bedeutung wie die Erstellung einer umfassenden Verrechnungspreisdokumentation. Nicht zuletzt stellen bilaterale oder multilaterale Vorabverständigungsverfahren („APAs“) auch für Energieversorger ein geeignetes Mittel zur Begrenzung zukünftiger Steuerrisiken dar, insbesondere im Zuge einer Änderung der zugrundeliegenden Verrechnungspreissystematik.

Ihr PwC Ansprechpartner zu diesem Thema ist Ludger Wellens.

 

Eckpunkte für ein Fracking-Gesetz vorgestellt

Bundeswirtschaftsminister Gabriel hat sein Vorhaben zur Regelung der Gasfördermethode Fracking vorangetrieben und zusammen mit der Bundesumweltministerin Hendricks ein Eckpunktepapier veröffentlicht.

Danach haben der Schutz der Gesundheit und der Schutz des Trinkwassers absolute Priorität. Entsprechend soll Fracking in Wasserschutzgebieten, Heilschutzquellen und Einzugsbereichen von Talsperren und Seen, die der Trinkwassergewinnung dienen, verboten werden. In anderen Gebieten soll das Fracking-Verbot für Gasförderungen grundsätzlich oberhalb von 3.000 Metern Tiefe gelten. Hier ist das Fracking ausnahmsweise dann zugelassen, wenn es sich Erprobungsmaßnahmen zur Erforschung von Auswirkungen auf die Umwelt handelt und die eingesetzte Frackflüssigkeit nicht wassergefährdend ist. Vor jeder Tiefbohrung sei eine Umweltverträglichkeitsprüfung vorzunehmen.

Diese Eckpunkte sollen nicht in ein Fracking-eigenes Gesetz, sondern in bestehende Regelwerke, insbesondere in das Wasserhaushaltsgesetz und die Verordnung über die Umweltverträglichkeitsprüfung bergbaulicher Vorhaben, einfließen. Vorgesehen ist weiter, dass die Regelungen 2021 auf ihre Angemessenheit hin überprüft werden sollen.

Die gesetzliche Umsetzung der Eckpunkte würde bedeuten, dass Fracking trotz eines engen Regelungskorsetts in gewissen Gebieten unterhalb von 3.000 Metern Tiefe – abgesehen von der Umweltverträglichkeitsprüfung – zulässig wäre.

Wenn Sie Fragen hierzu haben, sprechen Sie uns gerne an. Ihr PwC Ansprechpartner zu diesem Thema ist Peter Mussaeus.

Einigung zwischen EU-Kommission und Bundesregierung hinsichtlich EEG-Reform geht zu Lasten privilegierter Unternehmen

 

Die EU-Kommission hat sich nach Presseberichten mit der Bundesregierung am Mittwoch dieser Woche über die letzten streitigen Punkte im Zusammenhang mit der EEG-Reform geeinigt. Neben Fragen zur Beteiligung ausländischer Stromerzeuger am EEG-Fördermechanismus und zur Eigenstromerzeugung wurde auch die Problematik der möglichen Rücknahme von Begrenzungsbescheiden für die Jahre 2013 und 2014 nach der Besonderen Ausgleichsregelung gelöst.

Nach Aussagen von Wirtschaftsstaatssekretär Rainer Baake sind von der Rücknahme etwa 350 Unternehmen betroffen, die für die Begrenzungsjahre 2013 und 2014 insgesamt rund 30 Millionen Euro zurückzahlen müssten. Diese Summe sei im Vergleich zu den in den beiden Jahren gewährten Nachlässen von zehn Milliarden Euro aber bescheiden, sagte Baake. Dessen ungeachtet sind in diesem Zusammenhang die genaue Abwicklung und Behandlung der entsprechenden Rücknahmefälle noch unklar. Insofern sind etliche Rechtsfragen offen und die weiteren Entwicklungen abzuwarten. Es ist damit zu rechnen, dass zeitnah über das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bzw. das Bundesamt für Wirtschafts- und Ausfuhrkontrolle weitere Informationen veröffentlicht werden.

Wenn Sie Fragen oder Unterstützung im Zusammenhang mit den Regelungen zur Eigenversorgung, der Antragsstellung nach der Besonderen Ausgleichsregelung oder sonstige Fragen zum EEG haben, sprechen Sie uns gerne an. Ihr PwC Ansprechpartner zu diesem Thema ist Peter Mussaeus.

 

Update unserer Publikation „Financial reporting in the power and utilities industry – IFRS“

 

Wir haben unsere langjährige Publikation „Financial reporting in the power and utilities industry – IFRS“ aktualisiert.

Diese Publikation ist Teil einer Serie von industriespezifischen Praxishandbüchern und analysiert die Herausforderungen von Energieversorgungsunternehmen bei der Anwendung der IFRS.

Anhand von Beispielen werden Praxisprobleme erläutert und wir geben Auszüge aus Konzernanhängen international agierender Energieversorgungsunternehmen wieder. Sehen Sie selbst: publication

The Academy: Energiekostenreduzierung für Industrieunternehmen durch ganzheitliches Energiemanagement – Basiskurs

 

Die Energiepreise und die damit zusammenhängenden Steuern und Abgaben steigen seit Jahren stetig an. Damit werden sie zu einem immer bedeutenderen Faktor für die Produktionskosten von Industrieunternehmen. Insbesondere die gravierenden Änderungen durch das EEG 2014 verschärfen die Anforderungen an die Antragstellung. Wir stellen Ihnen im Rahmen eines Basiskurses, der in Zusammenarbeit mit dem Veranstalter Fachverlag Moderne Wirtschaft GmbH stattfindet, Erfolg versprechende Möglichkeiten zur Reduzierung Ihrer Energiekosten und zur optimalen Energienutzung vor.

 

Termin/Ort

21. August 2014 in Frankfurt am Main, PwC-Niederlassung,

Uhrzeit 9:30 Uhr – 17:30 Uhr

Kostendeckungsbeitrag

800 Euro (zuzüglich Umsatzsteuer)

540 Euro (zuzüglich Umsatzsteuer) ab dem zweiten Teilnehmer eines Unternehmens

 

The Academy: Industriemanagement für Industrieunternehmen

 

Ihr Ansprechpartner bei PwC

Maik Sinagowitz
PricewaterhouseCoopers AG
Moskauer Straße 19
40227 Düsseldorf
Tel.: +49 211 981 2521
E-Mail: maik.sinagowitz@de.pwc.com

 

Ihre Ansprechpartnerin für organisatorische Fragen

Lilli Jundt-Becker
Fachverlag Moderne Wirtschaft GmbH
Friedrich-Ebert-Anlage 35-37
60327 Frankfurt am Main
Tel.: +49 69 9511-8899
E-Mail: lilli.jundt-becker@de.pwc.com

/* */