Kategorie: Digitalisierung

Digitalisierung

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Buchveröffentlichung

Energiewirtschaft 4.0 ist das zentrale Thema für die Branche, die Wissenschaft und die Politik. Haupttreiber ist die Digitalisierung, die das Potenzial hat, die bekannte Energiewelt und den Arbeitsalltag grundlegend zu ändern. Unternehmen müssen bestehende Konzepte überdenken, rasch eigene Antworten entwickeln und diese zeitnah sowie mit Partnern umsetzen.

Praxishandbuch: Regulierung in der deutschen Energiewirtschaft –Digitalisierung, neue Technologien, Geschäftsmodelle

Die Energiewende sowie die Digitalisierung haben einen neuen Rahmen für den Strommarkt und seine Regulierung geschaffen. Ein interdisziplinäres Team von mehr als 70 PwC-Experten widmet sich in Band II von „Regulierung in der deutschen Energiewirtschaft“ dabei fokussiert dem Strommarkt.

Der Wechselbereitschaft auf der Spur – Wie mit datenbasierten Entscheidungen die Kundenbindung gesteigert werden kann

Im dynamischen Marktumfeld bestehen

Die zunehmende Verbreitung digitaler Technologien im Energieversorgungsmarkt und der damit einhergehende Zuwachs an Angeboten von ehemals branchenfremden Unternehmen führen zu veränderten Kundenbedürfnissen: Kunden erwarten zunehmend die Nutzung digitaler Kontaktkanäle in der Interaktion mit ihrem Energieversorgungsunternehmen sowie maßgeschneiderte Tarife und Services in der Kundenbetreuung. Zudem ermöglicht das Internet die permanente Vergleichbarkeit verschiedener Angebote und erhöht dadurch die Verhandlungsmacht der Kunden. Dabei wird die zur Verfügung stehende Auswahl an Angeboten stetig größer: Start-ups und ehemals branchenfremde Unternehmen drängen in den Markt und bedrohen die Wettbewerbsfähigkeit konventioneller Energieversorgungsunternehmen. Dieses dynamische Marktumfeld stellt Energieversorger vor die Herausforderung die sich ändernden Bedürfnisse ihrer Kunden zu bedienen und wertvolle Kundenbeziehungen aktiv zu gestalten, um konkurrenzfähig zu bleiben. Hierzu ist es erforderlich, profitable sowie wechselgefährdete Kunden rechtzeitig zu identifizieren, ihr Verhalten zu verstehen und ihre individuellen Bedürfnisse zu kennen. Dabei muss die im Zuge der Digitalisierung stetig wachsende Menge verfügbarer Daten als Chance verstanden werden.

Profitable Kunden identifizieren und ihre Bedürfnisse erkennen

Zunächst sollte das Energieversorgungsunternehmen die Potenziale der Daten aus herkömmlichen, i.d.R. eigenen Datenquellen wie Abrechnungs-, CRM-, Marktkommunikations- und Prognose-Systemen nutzen. Um alle Kundenkontaktpunkte zu erfassen und ein umfassendes Bild über den Kunden zu erstellen, gilt es diese Datenbasis mit weiteren Daten aus zusätzlichen, auch externen, Quellen anzureichern. Daraus kann mit Kundenwertanalysen der aktuelle und für die Zukunft prognostizierte Wert bestehender und potentieller Kunden ermittelt werden. Bei der Analyse sollten unterschiedliche quantitative und qualitative Faktoren betrachtet werden, die das kundenspezifische Verhalten während des gesamten Kundenlebenszyklus abbilden. Die berücksichtigten Faktoren und deren Gewichtung resultieren in einem Kennzahlenkatalog, der an den strategischen Zielen des Energieversorgungsunternehmens ausgerichtet sein sollte. PwC-Lösungen unterstützen bei der Tool-basierten Durchführung und Visualisierung der Kundenwertanalysen. Für eine detaillierte Momentaufnahme der Kundenbasis eignen sich zielgerichtete Ad-hoc Analysen, die aktuelle Auffälligkeiten aufzeigen, um daraus akute Handlungserfordernisse abzuleiten. Langfristig sollte eine nachhaltig integrierte Lösung zur kontinuierlichen Bewertung der Kundenbasis implementiert werden.

 

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Nachhaltige Kundenbeziehungen pflegen

Die Ermittlung der Kundenwerte liefert die Grundlage zur Bildung strukturierter Kundensegmente für ein effektives Kundenportfoliomanagement. Anhand der spezifischen Eigenschaften jedes Kundensegments lassen sich individuell zugeschnittene Maßnahmen ableiten, um neue profitable Kundenbeziehungen zu initiieren oder bestehende wertvolle Beziehungen nachhaltig zu pflegen und so einer drohenden Wechselbereitschaft entgegen zu wirken. Entscheidungen wie die Auswahl des geeigneten Kommunikationskanals oder das Angebot individueller Serviceleistungen und Tarife werden dann basierend auf Daten und den daraus abgeleiteten Kundeninformationen getroffen. Für die nachhaltige Pflege wertvoller Kundenbeziehungen ermöglichen Feedbackschleifen eine regelmäßige Erfolgskontrolle und Nachjustierung der abgeleiteten Maßnahmen und somit eine dynamische Anpassung an sich ändernde Kundenbedürfnisse.

Ansprechpartner

Jörg Netzband

Risk Assurance

Tel.: +49 89 5790­ 5425

E-­Mail: joerg.netzband@de.pwc.com

Katja Tiefenbacher

Risk Assurance

Tel.: +49 69 9585 3103

E-Mail: katja.tiefenbacher@de.pwc.com

 

Messstellenbetreiber müssen ab 2017 den Smart Meter-Rollout umsetzen

Am 23. Juni ist der Regierungsentwurf des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende mit nur geringfügigen Änderungen durch den Bundestag verabschiedet worden. Kernstück des Gesetzes ist das neue Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) mit der Verpflichtung des grundzuständigen Messstellenbetreibers zum Rollout von intelligenten Messsystemen (Smart Metern). Mit einem Inkrafttreten ist noch im Juli zu rechnen.

Die wichtigste gesetzliche Anforderung stellt unverändert die Verpflichtung des Netzbetreibers – als grundzuständigem Messstellenbetreiber – zum Rollout der Smart Meter für Verbrauchsfälle ab 6.000 kWh sowie EEG- und KWK-Anlagen ab einer installierten Leistung von 7 kW dar. Die dabei einzuhaltenden Preisobergrenzen sind insbesondere für kleine und mittelgroße Netzbetreiber herausfordernd. Für einen Letztverbraucher mit einem Verbrauch zwischen 6.000 und 10.000 kWh dürfen höchstens 100 € brutto jährlich in Rechnung gestellt werden. Netzbetreiber sollten ihre Handlungsoptionen – Eigen- oder Fremdleistung, Kooperation oder Stand-alone, Nischen- oder Volldienstleister – auf Basis der verschiedenen Anbieterpreise hinsichtlich einer optimalen Wirtschaftlichkeit untersuchen. Die einzelnen Komponenten der Smart Metering-Infrastruktur – Zähler, Gateways, Telekommunikation, IT – sind dabei getrennt zu betrachten.

Darüber hinaus sollte jetzt bereits mittels einer Inventarisierung der Pflichteinbaufälle (Lage und Zustand des Zählerschranks, mögliche TK-Anbindung, Mehrspartenanbindung, Klassifizierung des Kunden etc.) die Basis für einen möglichst effizienten Rollout gelegt werden. Für die konkrete Rollout-Planung ist zu beachten, dass mit Beginn des Rollouts ab 2017 – genauer gesagt: nach Feststellung der technischen Möglichkeit nach § 30 des MsbG – innerhalb von drei Jahren bereits 10% der Pflichteinbaufälle durchgeführt worden sein müssen. Ist dies nicht gegeben, droht dem Netzbetreiber der nachhaltige Verlust der Grundzuständigkeit.

Ansprechpartner

Dr. Steffen Schattner

PwC

Tel.:+49 69 9585-2712

E-Mail: steffen.schattner@de.pwc.com

 

Steuerliche Herausforderungen der Digitalisierung

Im Rahmen der Digitalisierung werden netzwerkbasierten IT-Dienstleistungen angeboten, bei denen der Nutzer z.B. auf Software, Rechner- und Speicherkapazitäten zugreift, die physisch nicht beim Nutzer vor Ort vorgehalten werden oder installiert sind. Die Folge hieraus können transformierte Geschäftsmodelle sein. Daher ist es sinnvoll, bereits bei der Einführung steuerliche Themen zu beleuchten, um spätere negative Folgen, z. B. im Rahmen einer steuerlichen Betriebsprüfung zu vermeiden.

Sicherheit von kritischen Infrastrukturen bei Versorgungsunternehmen

Die Abhängigkeit von IT-Systemen und vom Internet nimmt durch die Digitalisierung privater und öffentlicher Lebensbereiche immer mehr zu. Von großer Bedeutung wird künftig die Sicherheit dieser Systeme sein. Daher hat das Bundesinnenministerium einen Gesetzentwurf zur Erhöhung der Sicherheit Informationstechnischer Systeme (IT-Sicherheitsgesetz) zur Diskussion gestellt und die Bundesnetzagentur den Entwurf eines Sicherheitskatalogs gem. § 11 Abs. 1a ENWG veröffentlicht, der für die Betreiber von kritischen Infrastrukturen die Einführung und Zertifizierung eines Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS) nach ISO 27001 für diese Systeme fordert.

IT-Sicherheitsgesetz

Durch den Entwurf des IT-Sicherheitsgesetzes soll das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zur zentralen Stelle für die Sicherheit der Informationstechnik Kritischer Infrastrukturen in Deutschland werden. Aufgrund einer Verordnungsermächtigung kann das BSI nach Inkrafttreten des Gesetzes „verbindliche Mindeststandards“ für die Sicherheit der Informationstechnik festlegen und überwachen. Betreiber kritischer Infrastrukturen – dazu gehören gemäß dem IT-Sicherheitsgesetz „Einrichtungen, Anlagen oder Teile davon in den Sektoren Energie, Informationstechnik und Telekommunikation, Transport und Verkehr, Gesundheit, Wasser, Ernährung sowie Finanz- und Versicherungswesen, die von hoher Bedeutung für das Funktionieren des Gemeinwesens sind“- werden verpflichtet, dem BSI die Sicherheit dieser Strukturen gefährdende Vorfälle zu melden. Die Unternehmen müssen künftig jederzeit mit einer Prüfung durch das BSI rechnen. Die Behörde kann überdies verlangen, dass sie identifizierte Schwachstellen in einer bestimmten Zeit beseitigen. Nur Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern und einem Umsatz von weniger als 2 Mio. Euro sollen von diesem Gesetz ausgenommen werden.

IT-Sicherheitskatalog der Bundesnetzagentur

Nach dem IT Sicherheitskatalog gem. § 11 Abs. 1a ENWG müssen Betreiber von Energieversorgungsnetzen unabhängig von ihrer Größe oder von der Zahl der für einen angemessenen Schutz gegen Bedrohungen für Telekommunikations- und EDV-Systeme zu sorgen, die unmittelbar Teil der Netzsteuerung oder ihr dienlich sind. Die Bundesnetzagentur fordert die Einführung eines ISMS gemäß ISO 27001 für diese Netzleitsysteme und deren anschließende Zertifizierung. Um diese Norm zu erfüllen, muss ein Unternehmen ein vollständig dokumentiertes ISMS für den Informationsverbund des Netzleitsystems und die Risiken, die sich aus dessen Betrieb ergeben, festlegen, umsetzen, überwachen , überprüfen, instand halten und verbessern (nach ISO 27001).

Sicherheitsaspekte wurden nicht berücksichtigt

Die derzeit betriebenen Netzleitsysteme beruhen z.T. auf Systemen, die bereits seit Jahren wenn nicht Jahrzehnten im Einsatz sind und auf ihre Funktion im Bereich kritischer Infrastrukturen hin optimiert wurden. Sicherheitsaspekte haben die Unternehmen aufgrund eines isolierten Betriebsszenarios oftmals nicht hinreichend berücksichtigt. Die nun notwendig werdende Verbesserung der Sicherheit von Netzleitsystemen wird dagegen deutlich aufwendiger sein als bisherige Sicherheitsmaßnahmen in der Finanzinformationstechnologie, da diese und die Prozessinformationstechnologie durch die Integration von Netzleitsystemen in IP-basierte Netzwerke immer inzwischen eng miteinander verflochten sind.

Netzleitsysteme sind Teil der kritischen Infrastruktur im Strom- und Gasbereich in Deutschland und Europa. Durch nicht hinreichend abgesicherte Systeme können infolge der Abhängigkeiten der europäischen Stromnetze untereinander kaskadenförmige Ausfälle auftreten und das Netz irreparabel schädigen. Ferner können durch Sabotage oder terroristische Akte die Netzsteuerungssysteme von Städten oder Landkreisen und damit die Energieversorgung von Endverbrauchern gezielt gefährdet werden.

Externe Unterstützung notwendig

Betreiber von kritischen Infrastrukturen sollten sich zur Identifikation von Schwachstellen sowie bei der Einführung und Zertifizierung eines ISMS nach ISO 27001 unter Berücksichtigung des Risikoprofils ihres Unternehmens sowie der Wirtschaftlichkeit der notwendigen Maßnahmen externer Unterstützung versichern. Im Rahmen einer Prüfungssimulation lassen sich außerdem nicht ausreichend umgesetzte Maßnahmen identifizieren.

Ihr PwC Ansprechpartner zu diesem Thema ist Stefan Buers.

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