Smart Meter Rollout – Standortbestimmung der grundzuständigen Messstellenbetreiber in Deutschland

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) hat seine Marktanalyse zur Feststellung der technischen Möglichkeit zum Einbau intelligenter Messsysteme (iMS) nach § 30 MsbG aktualisiert und als Version 1.2 veröffentlicht.

Der Startschuss für den verpflichtenden Rollout von iMS im Bereich Smart Metering wurde mit Veröffentlichung der Marktanalyse Version 1.1.1 bereits am 03.02.2020 vorgenommen. Diese Markterklärung bildete die Grundlage für die Feststellung der technischen Möglichkeit nach §30 MsbG durch das BSI und setzte den Stichtag für die Erfüllung der 10%-Quote für die „freigegebenen“ Einbaufälle und Rolloutklassen zwischen 6.000 kWh und 100.000 kWh auf den 24.02.2023.

Wesentliche Entwicklungen der aktuellen Markterklärung im Vergleich zur Version 1.1.1

  • Erfolgreiche Zertifizierung des vierten Herstellers (Theben AG) eines Smart Meter Gateway (SMGW). Damit stehen nun am Markt vier unabhängige Hersteller von SMGW bereit.
  • Mit dem 30.10.2020 ist die Re-Zertifizierung des SMGW der PPC AG abgeschlossen – somit können IST-Einspeisewerte von Erzeugungsanlagen in das örtliche Stromnetz (TAF 9), Netzzustandsdaten wie die aktuelle Spannung (TAF 10) sowie hochfrequente Verbrauchsdaten (TAF 14) übermittelt werden. Die SMGW von EMH, Theben AG und Dr. Neuhaus befinden sich noch in dem Re-Zertifizierungsverfahren.
  • Erweiterung eichrechtlich zugelassener SMGW-Administrationssysteme der zertifizierten SMGW auf 41 Unternehmen und Verbesserung der Interoperabilität zwischen Zählern und SMGW.
  • Voraussetzungen für die Anbindung von „SLP-Gaszählern“ an das SMGW ist gegeben, da sowohl geeignete SLP-Gaszähler am Markt vorhanden sind als auch die Marktkommunikation geregelt ist. Eine gesonderte Markterklärung ist nicht notwendig – eine Anbindungsverpflichtung für Gas ist bereits jetzt umzusetzen so die Auffassung des BSI.

gMSB sind Grundpfeiler für die Digitalisierung der Energiewende und haben im Kontext des Rollouts von iMS einen wichtigen Beitrag zu leisten.

Startschüsse für weitere Rollout Kategorien, wie z. B. Erzeugungsanlagen oder Anschlüsse mit Vereinbarungen über steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG waren nicht möglich, da die Voraussetzungen wie z.B. das EEG nicht abschließend geklärt sind. Diesbezüglich möchte das BSI erst nach der weiteren Ausgestaltung der Gesetzesvorhaben Ende Januar 2021 eine Aussage mit Hilfe der aktualisierten Marktanalyse treffen. Auch für Einbaufälle größer 100.000 kWh Verbrauch sind die Voraussetzung für einen Rollout von iMS laut BSI noch nicht erfüllt.

Die Verantwortung für die gesetzmäßige Durchführung des verpflichtenden Rollouts in den bereits freigegebenen Einbaufällen ist laut BSI weiterhin Aufgabe der gMSB. Ebenfalls erfolgte eine Bekräftigung sowie eine weitere Klarstellung der Mengenbildung für die 10%-Quote und der Rolloutdauer zur Erreichung der 95%-Quote intelligenter Messsysteme in der aktuellen Marktanalyse (Kapitel 4.4) durch das BSI.

Marktbefragung schafft Klarheit hinsichtlich des Umsetzungsstandes

Um den Verlust der Grundzuständigkeit gemäß § 45 MsbG zu umgehen, unterliegen gMSB einem zeitlichen Druck für die in Summe 328.345 iMS (= 10%-Quote) für die freigegebenen Einbaufälle und die damit verbundenen strategischen und technischen Anforderungen zum Stichtag 24.02.2023 umzusetzen. Des Weiteren zeigen unsere Projekterfahrungen, dass der aktuelle Umsetzungsstand zum gesetzeskonformen Rollout von iMS der gMSB in Deutschland sehr heterogen ausgeprägt ist. Während einige gMSB derzeit die Ausschreibung eines SMGW Administrators durchführen, werden von anderen Unternehmen bereits iMS bei Anschlussnutzern verbaut und abgerechnet.

Um den gegenwärtigen Umsetzungsstand der Ausprägung des gMSB in Deutschland abzubilden, führen wir eine Marktbefragung durch. Gegenstand der Marktbefragung ist die Einordnung der Unternehmen in einem Evolutionsmodell für den Smart Meter Rollout.

Abbildung: Evolutionsmodell für den Smart Meter Rollout

Die Ergebnisse der Marktbefragung werden den teilnehmenden Unternehmen zur Verfügung gestellt, sodass der eigene aktuelle Standort mit dem bundesweiten Benchmark reflektiert werden kann. Zudem sollen die Ergebnisse für den Dialog mit Behörden und Verbänden genutzt werden, um ggfls. erforderliche Maßnahmen zur Sicherstellung der Digitalisierung der Energiewende voranzutreiben.

Die Marktbefragung richtet sich an gMSB und nimmt ca. 10 Minuten in Anspruch. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Folgender Link zur Befragung steht Ihnen bis zum 08. Januar zur Verfügung.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und den anschließenden Dialog mit Ihnen!

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