Das Eckpunktepapier zur Reform des EEG – ein Schritt in die richtige Richtung?!

Im Rahmen der Handelsblatttagung Energiewirtschaft am 21.01.2014 stellte Bundesminister Gabriel sein Eckpunktepapier zur Reform des EEG vor. Klares Ziel der Reform ist neben den Umweltzielen die Sicherstellung der Energieversorgung sowie die Bezahlbarkeit der Energiewende.

PwC hat im Rahmen einer internen Untersuchung (Energiewende Outlook) rund 200 Studien zur Ausgestaltung der Energiewende ausgewertet und hierauf aufbauend Szenarien gebildet. Darauf basierende Simulationsrechnungen für den Stromsektor zeigen, dass zur Erreichung der Klimaziele und einer bezahlbaren sicheren Stromerzeugung der Stromverbrauch in Deutschland kontinuierlich sinken muss. Die angestrebte Reduzierung der CO2-Emissionen lässt sich zwar über den reinen Ausbau der Erneuerbaren Energien erreichen, würde aber ohne steigende Energieeffizienz eine erheblich höhere Kostenbelastung bedeuten. So ergibt sich in Abhängigkeit von der Entwicklung des Stromverbrauchs ein deutlich unterschiedlicher Ausbaubedarf bei den Erneuerbaren Energien.

Ohne quantifizierbare Zielsetzungen für die Energieeffizienz und für den Energiebedarf wird die dringend benötigte Planungssicherheit in der Energiebranche nicht verbessert, obwohl insbesondere hier Handlungsbedarf besteht. Von PwC durchgeführte Benchmarkanalysen haben ergeben, dass sich die wirtschaftlichen Kennzahlen vieler Energieversorger bereits in den letzten Jahren verschlechtert haben. Zwar verzeichneten Energieversorger in den Jahren von 2010 bis 2012 im Mittel noch ein positives Umsatzwachstum, dies liegt jedoch auch in den durch Umlagen gestiegenen Vertriebspreisen begründet. So war im gleichen Zeitraum ein durchschnittlicher Gewinnrückgang von rd. fünf Prozent pro Jahr zu beobachten. Hauptursachen sind steigender Preisdruck durch den vertrieblichen Wettbewerb und Kostensteigerungen. Weiterhin ist aufgrund notwendiger Investitionen das betriebsnotwendige Kapital in den Unternehmen angestiegen. Ein zunehmender Teil der Investitionen wird fremdfinanziert, so dass sich der Verschuldungsgrad von 2010 bis 2012 stetig erhöht hat. Zudem erfüllten sich die Renditeerwartungen vieler Investitionen nicht.

Auch mit den Vorgaben des Eckpunktepapiers bleibt die Notwendigkeit einer weiteren Zielkonkretisierung nicht nur im Bereich der Stromerzeugung bestehen. Einen wesentlichen Anteil an den CO2-Emissionen und Energiekosten haben neben Strom auch die Bereiche Wärme und Verkehr. Der Beitrag dieser Bereiche zur Energiewende sollte künftig konkretisiert werden. Die Fokussierung auf den Ausbau der Elektromobilität und Gebäudedämmung ist unter Kosten-Nutzen-Aspekten zu prüfen und mit weiteren Möglichkeiten wie einer stärkeren Erdgasnutzung abzuwägen.

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