Energieeffizienz: Verpflichtende Energieaudits ab Dezember 2015

Energieeffizienz ist nicht nur die zweite Säule der Energiewende in Deutschland, sondern auch eines der Hauptanliegen der europäischen Energiepolitik. Mit der Richtlinie 2012/27/EU – „Energy-Efficiency-Directive“ (EED), welche am 4. Dezember 2012 in Kraft trat, wurde ein gemeinsamer Rahmen für Maßnahmen zur Förderung von Energieeffizienz in der Europäischen Union (EU) geschaffen. Damit soll sichergestellt werden, dass das übergeordnete Ziel einer Steigerung der Energieeffizienz der EU um 20 Prozent bis 2020 erreicht wird.

Durch Artikel 8 EED und die jeweiligen nationalen Gesetzgebungen werden Unternehmen, die kein KMU (nach Definition der Europäischen Kommission) sind, unabhängig ihrer Branche dazu verpflichtet, bis zum 5. Dezember 2015 und danach alle vier Jahre mindestens ein Energieaudit (Bewertung der Energiesituation mit Vor-Ort-Begehung) durchzuführen. Wird die Verpflichtung nicht erfüllt, drohen Strafen i.H.v. bis zu 2 Prozent des Umsatzes.

Grundsätzlich stehen verschiedene Erfüllungsmöglichkeiten der Verpflichtung zu Energieaudits zur Auswahl:

  • Das Energieaudit kann von einem unabhängigen externen zertifizierten Energieauditor durchgeführt werden
  • Das Energieaudit kann von einem internen (zertifizierten) Energieauditor durchgeführt werden
  • Der Nachweis eines zertifizierten Energiemanagementsystems dient als Befreiungstatbestand für die Verpflichtung zu Energieaudits. Ab drei Standorten (und einer Zentrale) kann ggf. eine Matrix-Zertifizierung des Energiemanagementsystems über alle Standorte erfolgen, wobei nur ausgewählte Standorte begutachtet werden (z.B. Anzahl Standorte bei Dienstleistern nach Wurzelprinzip)

Welche Erfüllungsmöglichkeit dabei vorteilhaft ist und wie hoch der tatsächliche Erfüllungsaufwand ist, hängt unterdes maßgeblich von den nationalen Gesetzgebungen und den jeweiligen Standards für Energieaudits, der gesellschaftsrechtlichen Struktur der Unternehmung, den jeweils bereits vorhandenen Grundlagen und der Frage ab, inwieweit die konsolidierten Ergebnisse der Energieaudits zentral für sonstige Zwecke (z.B. Nachhaltigkeitsbericht) genutzt werden sollen.

In Deutschland liegt aktuell ein Gesetzentwurf zur sachgerechten Umsetzung der EU-Richtlinie vor. Demnach sind Unternehmen, die kein KMU sind, dazu verpflichtet, bis zum 5. Dezember 2015 ein Energieaudit (nach DIN EN 16247-1) durchzuführen oder alternativ ein Energiemanagementsystem (nach ISO 50001) oder ein Umweltmanagementsystem (nach EMAS) nachzuweisen. Für die erstmalige Einführung der Systeme ist dabei eine Übergangsregelung mit vereinfachten Anforderungen vorgesehen.

Ihre PwC-Ansprechpartner zu diesem Thema sind Nicolas Deutsch und Adrian Bründl.

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